Das letzte, verrückte Jahr der DDR und der Weg zur Einheit (5): Der offizielle Antifaschismus in der DDR

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 81, seit 31. Juli im Handel„Wir bitten das Volk in Israel um Verzeihung für Heuchelei und Feindseligkeit der offiziellen DDR-Politik gegenüber dem Staat Israel und für die Verfolgung und Entwürdigung jüdischer Mitbürger auch nach 1945 in unserem Lande.“ Ernüchternde Worte, mit denen sich Sabine Bergmann-Pohl, Präsidentin der ersten und letzten frei gewählten DDR-Volkskammer, im April 1990 an die Öffentlichkeit wendet – und das Selbstverständnis der DDR als antifaschistisches Vorbild zerlegt.
Anzeige

Warum verfehlte der „Arbeiter- und Bauernstaat“ seinen hehren Anspruch? Markiert das Jahr 1990 einen Neuanfang bei der Auseinandersetzung mit rassistischem, antisemitischem und nationalistischem Gedankengut?

Antifaschismus als Staatsdoktrin

Offiziell pflegt die DDR ihr klares Selbstbild. Internationale Solidarität, Frieden und Antifaschismus sind die Losungen, mit denen sich der ostdeutsche Staat legitimiert und Bindungskräfte herstellt. Nach Deutung der SED wird der Faschismus zur Folge des Finanzkapitals erklärt, dessen Beseitigung nun auch seiner Wiederkehr die Basis entzogen habe. Hitler und seine Getreuen, so formuliert es der Historiker Bernd Faulenbach, wurden zu Westdeutschen.

Heute gilt der Antifaschismus in der DDR oft als Lebenslüge. Und ja, man kann diese Sicht mit manch gutem Argument teilen. Andererseits aber ist sie ahistorisch, weil sie eine moralische Bewertung vom heutigen Standpunkt in die Vergangenheit projiziert. Wer in diese Falle tappt, übersieht entscheidende Faktoren.

Denn zum einen stellt sich das antiimperialistische Faschismus-Verständnis nach Lesart der SED als Teil ihrer ideologischen Hybris dar, mit der sie die Gesellschaft in den Kommunismus und damit das Paradies auf Erden führen will. Diese Weltsicht bricht jede Komplexität herunter und bedeutet für Millionen Bürgerinnen und Bürger der DDR eine Chance, die Vergangenheit auszublenden.

Dies heißt, zum anderen, dass der Antifaschismus vielen Menschen als Lebensprinzip gilt, das auch bei Teilen der „kritischen Intelligenz“ verfängt: Was auch immer wir an Problemen haben, wir stehen doch zumindest auf antifaschistischem Boden. Paul Dessau, Hanns Eisler oder Berthold Brecht – sie kommen aus dem Exil und gehen in den Osten.

Entschlossenes Vorgehen?

Die Kommunisten sind ab 1933 das politische Lager, dessen Mitglieder von den Nazis am massivsten bekämpft, unterdrückt, verschleppt, gefoltert und massenhaft ermordet werden. Nicht wenige Menschen leiten daraus nach dem Ende des NS-Regimes einen moralischen Bonus für die neuen Machthaber im Osten ab. Der oberste Führungszirkel der neu gegründeten DDR kommt durchweg aus dem Widerstand oder Exil, mit Hermann Axen und Albert Norden finden später auch Überlebende der Shoah einen Platz im Politbüro.

Das Titelblatt der LEIPZIGER ZEITUNG Nr. 81, Ausgabe Juli 2020. Foto: Screen LZ

Norden veröffentlicht 1965 das „Braunbuch“, das die Karrieren von fast 2.000 NS-Funktionären in der Bundesrepublik nachzeichnet. Trotz mancher Fehler, Überspitzungen und dem propagandistischen Zweck des Werkes gelten die Vorwürfe bis heute meist als zutreffend. Adenauers junge Demokratie setzt auf Ruhe und Stabilität.

Der moralisch hohe Preis ist die Einbindung selbst wichtiger NS-Protagonisten wie Hans Globke, der als Jurist die „Nürnberger Rassegesetze“ von 1935 kommentiert hatte – und 1953 für zehn Jahre Chef des Bundeskanzleramts wird. Theodor Oberländer, in der NS-Zeit „Dozent für Ostfragen“, bringt es im gleichen Jahr zum Bundesminister für Vertriebene.

Anfang der Sechziger verurteilt die DDR Oberländer und Globke zu lebenslanger Haft, in Abwesenheit. Dass die Aufarbeitung des Nationalsozialismus im Westen kein Ruhmesblatt ist, bedeutet eine Steilvorlage für die SED. 1966 lässt sie den Auschwitzer Lagerarzt Horst Fischer nach einem regelrechten Schauprozess aburteilen und hinrichten, 1969 stirbt Josef Blösche in Leipzig durch Genickschuss.

Der SS-Rottenführer, zu sehen auf dem bekannten Foto bei der Räumung des Warschauer Ghettos, war an der Deportation und Tötung hunderttausender Menschen beteiligt. Der Tipp zu seiner Ergreifung kommt von Fahndern aus der Bundesrepublik.

Schein und Sein des Antifaschismus

Beispiele, die scheinbar beweisen, wie ernst die DDR ihren eigenen Anspruch nimmt. Dennoch ist das harte Urteil von Volkskammer-Präsidentin Bergmann-Pohl zur DDR-Politik gegenüber den Juden nicht unberechtigt. Als etwa Stalin in den frühen fünfziger Jahren brutal gegen angebliche „Zionisten“ vorgeht und sich den verbreiteten Antisemitismus zunutze macht, schreckt auch ein skrupelloser Machtvirtuose wie Walter Ulbricht nicht davor zurück, die wenigen Überlebenden des Holocaust in der DDR unter Druck zu setzen – von denen so manche aufseiten der SED stehen.

Mag man dies in den Kontext des Stalinismus einordnen, lassen auch andere Beispiele den Lack des antifaschistischen Musterstaats blättern. So werden Ermittlungen gegen mutmaßliche NS-Täter in der DDR trotz Hinweisen auf ihre Verbrechensbeteiligung mitunter nicht geführt oder die Betroffenen durch die Staatssicherheit zur Mitarbeit erpresst, etwa Ende der fünfziger Jahre im Bezirk Leipzig.

Auch wenn die Geheimpolizei ihre Anstrengungen später verstärkt und tausende Namen zusammenträgt, scheut die SED 25 Jahre nach Kriegsende jedes Geständnis, dass auch ihre Gesellschaft alles andere als frei von Tätern ist, die zumeist angepasst leben und oft in Führungspositionen arbeiten. Zwischen 1970 und 1989 gibt es in der DDR lediglich 48 einschlägige Verfahren mit 56 Angeklagten.

Überdies bleibt auch der Machtapparat nicht frei von Mitgliedern mit NS-Verstrickung. Erich Apel, seit 1963 Chef der Staatlichen Plankommission, war ab 1940 in Peenemünde mit Wernher von Braun an der Konstruktion der berüchtigten V2-Rakete beteiligt. Der Ingenieur, eher Technokrat als Ideologe, überwirft sich später mit Parteifunktionären in wirtschaftspolitischen Fragen und stirbt 1965 durch einen Pistolenschuss. Mutmaßlich begeht er Suizid.

Wachsende Gefahr durch Neonazis

Die eigentlichen Probleme liegen auf der Ebene von politischem Opportunismus und Ideologie. Die Überformung der Erinnerungskultur mit kommunistischen Widerstands-Heroen lässt wenig Raum für das Gedenken an die industrielle Ermordung Millionen jüdischer Menschen, die in Schulbüchern der DDR zunächst nicht und ab den Siebzigern nur indirekt thematisiert wird. Eine eigene Dimension gesteht das offizielle Geschichtsbild der Shoah nicht zu.

Darüber hinaus forciert der verordnete Antifaschismus paradoxerweise auch das Phänomen neonazistischer Umtriebe in der Gesellschaft. Der paternalistische Wahrheitsanspruch der SED fordert Gegenkräfte heraus, die im Kontrast zur Obrigkeit agieren. Zudem gelten Rassismus, Antisemitismus und Ausgrenzung als Konsequenz kapitalistischer und imperialistischer Verhältnisse. Mit deren Abschaffung in der DDR kann es nach amtlicher Lesart keine Neonazis geben. Die Einsicht, dass die Realität anders aussieht, käme für die Partei einer Aufgabe ihres dualistischen Weltbilds gleich.

Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit machen Anfang 1989 nur ein Prozent der DDR-Bevölkerung aus, 0,2 % haben eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis. Viele sind Vertragsarbeiterinnen und -arbeiter, überwiegend aus Vietnam, Polen, Ungarn, der Sowjetunion, Mosambik und Kuba. Meist leben sie abgeschottet, was die Rhetorik von Internationalismus und Völkerfreundschaft konterkariert. Schon vor 1989/90 kommt es zu brutalen Übergriffen Einheimischer auf Zugewanderte und Andersdenkende, teils mit tödlichem Ausgang. Zugleich formiert sich in den Achtzigern verstärkt eine Neonazi-Szene.

Obgleich Polizei und Staatssicherheit nicht untätig sind, intern auf die Gefahr hinweisen und Gerichte Haftstrafen verhängen, wie nach dem Überfall auf Besucher eines Punk-Konzerts in der Ost-Berliner Zionskirche vom Oktober 1987: Eine breite, gesellschaftliche Diskussion der Thematik findet lange nicht statt. Hass auf angeblich Fremde, Juden, Behinderte, Homosexuelle, Punks und politische Gegner ist oft angesagt – in der Kneipe, auf der Arbeit, in der Kantine oder am heimischen Abendbrottisch. Studien dazu bleiben unter Verschluss.

Tradition des Antiliberalismus?

Erst 1990 bricht in Ansätzen eine Debatte auf, die erste Akzente setzt, angestaute Problemlagen von nationalistischem und nazistischem Gedankengut jedoch nicht schnell beseitigen kann. Die wachsende Zahl gewaltsamer Übergriffe auf Ausländerinnen und Ausländer in den neunziger Jahren etwa in Hoyerswerda, Greifswald, Saal oder Rostock zeigt dies überdeutlich.

Medien und Forschung haben viele Erklärungsbausteine geliefert, etwa die Verunsicherung einer durch den DDR-Kollaps geprägten Generation, Schieflagen nach 1989/90 und die schwierige Transformation Ostdeutschlands. Ohne das in Abrede zu stellen, könnte auch ein langfristig gewachsener Antiliberalismus eine Rolle spielen.

In seinem 2019 erschienenen Buch „Die Übernahme“ verweist Historiker Ilko-Sascha Kowalczuk darauf, dass 1989 fast 88 % der DDR-Bevölkerung altersbedingt keinen biographischen Berührungspunkt zur Weimarer Republik hatten – und damit null Erfahrungen in einem demokratischen Staat. Denkbar schlechte Voraussetzungen für ein Leben in Freiheit und Eigenverantwortung.

Rührt daher ein autoritäres Denken in Teilen Ostdeutschlands, das sich abgeschwächt auch in jüngeren Generationen fortsetzt? Zumindest würde dies manches erklären. Als ab Spätsommer 2015 eine hohe Zahl an Menschen Zuflucht in Deutschland suchte, wäre dies demnach nur der letzte Zündfunke gewesen, der zum Knall führte, sichtbar in den Ausschreitungen von Heidenau, Bautzen und Chemnitz, in der Pegida-Bewegung und der AfD, die leichtes Spiel beim Schüren diffuser Gefühle von Angst hat.

Das Netzwerk des 2011 aufgeflogenen NSU bestand in hohem Maß aus Ostdeutschen. Und wie kann man ernsthaft auf die Idee kommen, Figuren wie Wladimir Putin zum Sinnbild einer aberwitzigen Sehnsucht nach vermeintlicher Stärke und Ordnung zu erklären?

Diese Phänomene sind nicht nur ostdeutsche, fallen aber hier besonders auf. So müsste man konstatieren, dass eine reine Schuldabwälzung auf die DDR zu kurz greift. Wohl aber setzte die jahrzehntelange SED-Diktatur antiliberales Denken fort und beschwor mit ihrer widersprüchlichen Politik Phänomene herauf, die sie nach eigenem Maßstab eigentlich beseitigen wollte. Die Folgen sind bis heute sichtbar.

Das letzte, verrückte Jahr der DDR und der Weg zur Einheit (4): Die Währungsunion am 1. Juli 1990

Die neue Leipziger Zeitung Nr. 81: Von verwirrten Männern, richtigem Kaffee und dem Schrei der Prachthirsche nach Liebe

Bereits erschienene Zeitreisen auf L-IZ.de

Der Leipziger Osten im Jahr 1886

Der Leipziger Westen im Jahr 1886

Westlich von Leipzig 1891

Leipzig am Vorabend des I. Weltkrieges 1914

Einblicke in die Jüdische Geschichte Leipzigs 1880 bis 1938

Der I. Weltkrieg – Leipzig im letzten Kriegsjahr 1918

Leipzig in den „Goldenen 20ern“

Leipzig im Jahr 1932

Die DDR im Rückblick

Alle Zeitreisen auf einen Blick

Hinweis der Redaktion in eigener Sache

Seit der „Coronakrise“ haben wir unser Archiv für alle Leser geöffnet. Es gibt also seither auch für Nichtabonnenten unter anderem alle Artikel der LEIPZIGER ZEITUNG aus den letzten Jahren zusätzlich auf L-IZ.de über die tagesaktuellen Berichte hinaus ganz ohne Paywall zu entdecken.

Unterstützen Sie lokalen/regionalen Journalismus und so unsere tägliche Arbeit vor Ort in Leipzig. Mit dem Abschluss eines Freikäufer-Abonnements (zur Abonnentenseite) sichern Sie den täglichen, frei verfügbaren Zugang zu wichtigen Informationen in Leipzig und unsere Arbeit für Sie.

Vielen Dank dafür.

* Leserclub *Leipziger ZeitungDDRZeitreise
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Die Redaktion: Benjamin Fredrich erzählt mit Eulenspiegel-Freude die Entstehung des Katapult-Magazins
Benjamin Fredrich: Die Redaktion. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserBeim Katapult-Magazin in Greifswald läuft so einiges anders als bei klassischen Medien. Seit 2015, seit Benjamin Fredrich seine Promotion an der Universität Greifswald erst einmal in den Pausenmodus versetzte und einfach mal loslegte und Katapult gründete. Einfach so. Was man eigentlich nicht machen sollte in Deutschland, wo selbst die Gründerberatung nichts für neue Ideen übrig hat. Wo kämen wir sonst hin?
Montag, der 30. November 2020: Sachsen macht Übernachtungsausnahmen über Weihnachten und die Zahlen steigen
Sachsen erlaubt die Überachtung in Hotels über die Weihnachtstage. Das gab das Gesundheitsministerium unter Petra Köpping (SPD) bekannt. Foto: Kerstin Pötzsch

Foto: Kerstin Pötzsch

Für alle LeserBürger/-innen, die über Weihnachten ihre Familien in Sachsen besuchen wollen, können bei der Übernachtung auch auf Hotels und Pensionen zurückgreifen. Als eines von mehreren Bundesländern weicht der Freistaat mit dieser Regelung von den gemeinsamen Beschlüssen von Bund und Ländern ab. Außerdem: Wohl kaum verwunderlich ist, dass die „Corona-Pandemie“ zum deutschen Wort des Jahres gekürt wurde. Die derzeitige Situation beeinflusste die deutsche Sprache in diesem Jahr enorm: Ein Großteil der unter die Top10 gewählten Wörter stehen im Zusammenhang mit Corona. Die L-IZ fasst zusammen, was am Montag, den 30. November 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Am 1. Dezember startet das Crowdfunding für Die Anderen – das Eingewandertentheater
Das Pöge-Haus am Neustädter Markt. Quelle: Pöge-Haus e.V.

Quelle: Pöge-Haus e.V.

Für alle LeserAm morgigen Dienstag, 1. Dezember, startet das Crowdfunding für ein neues Leipziger Theaterprojekt: „Die Anderen - das Eingewandertentheater“. Wir alle leben in Zeiten der Unsicherheit. Auch die Kunst- und Kulturschaffenden in Leipzig stehen angesichts der globalen Krise durch das Coronavirus vor der Herausforderung, inmitten der Ausnahmesituation neue kreative Ideen für das Jahr 2021 zu entwickeln.
Nächtlicher Polizeihubschrauber-Lärm lässt Zahl der Lärmbeschwerden steigen
Polizeihubschrauber am Leipziger Abendhimmel. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserFlughafenanwohner wissen es schon, dass sie sich wegen nächtlichen Fluglärms beschweren können. Dass auch Stadtbewohner, die nachts durch den Lärm patrouillierender Polizeihubschrauber um den Schlaf gebracht werden, sich beschweren dürfen, ist noch nicht so bekannt. Aber die Zahl der Beschwerden steigt. Denn der Einsatz von Polizeihubschraubern auch über dem Leipziger Stadtgebiet ufert mittlerweile aus.
Ein Mann, ein Kanu und eine halbe Tonne Müll: Leipziger Paddler ist „Gewässerretter des Jahres“
Wieder zwei volle MUSS-Säcke. Foto: Falk Buder

Foto: Falk Buder

Für alle LeserDa war er selbst überrascht: Falk Bruder von der Abteilung Kanu des Leipziger Sportvereins Südwest ist von der Jury der Online-Plattform www.gewaesserretter.de zum „Gewässerretter des Jahres“ bestimmt worden. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hatte zusammen mit seinen Wassersportpartnern in der Allianz Gewässerretter zur Teilnahme am Wettbewerb in drei Gewinnrubriken aufgerufen.
Bericht des Sonderermittlers im Innenausschuss: Untersuchungen zum Fahrradgate schaffen Verdacht auf Korruption nicht aus der Welt
Manchmal wird nur ein Teil des Rades geklaut. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserAm Donnerstag, 26. November, informierte die Staatsregierung den Innenausschuss des Sächsischen Landtages über die ersten Ergebnisse des Berichtes des Sonderermittlers Klaus Fleischmann zu den illegalen Fahrradverkäufen bei der Polizei in Leipzig, dem sogenannten Fahrradgate. Aber nach der Sitzung war es wie so oft in Sachsen: Die einen sahen mal wieder nur Einzeltäter, die anderen ein auffälliges Führungsproblem in der sächsischen Polizei.
Autoritäre Dynamiken: Die neue Leipziger Autoritarismus-Studie 2020
Oliver Decker, Elmar Brähler (Hrsg.): Autoritäre Dynamiken. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSeit 2002 untersuchen die Leipziger Sozialpsychologen um Elmar Brähler und Oliver Decker die (rechts-)extremistischen Einstellungen der Deutschen. Anfangs noch unter dem Label „Mitte-Studien“, weil ihnen durchaus klar war, dass radikale Einstellungen eben nicht allein die Sache irgendwelcher versprengten Grüppchen am Rand der Gesellschaft sind, sondern bis in die Mitte der Gesellschaft hinein vorkommen. Jener Mitte, die sich gern als friedlich und staatstragend verkauft.
SC DHfK Leipzig vs. SC Magdeburg 33:29 – Ein Sieg des Willens
Nach über vier Jahren gab es für den SC DHfK endlich wieder einen Sieg gegen Magdeburg zu feiern. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserNach etwas hektischen Abschlüssen in den ersten Minuten lieferten die Leipziger am Sonntag im Ostderby eine geschlossene Mannschaftsleistung. Im Angriff waren alle Positionen gefährlich, die Abwehr zwang die Elbestädter immer wieder zu schlechten Würfen. Doch Magdeburg blieb stets präsent und die Partie so erwartungsgemäß bis zum Schluss spannend. Beide Teams konnten immer wieder einige Tore hintereinander erzielen. Dabei machten die Hausherren über 60 Minuten einen hochkonzentrierten Eindruck.
Engagement für eine zukunftsfähige Stadt: Vier Initiativen und Organisationen im Videoclip vorgestellt
Videokonferenz vom 20. November. Foto: Forum Nachhaltiges Leipzig

Foto: Forum Nachhaltiges Leipzig

Für alle LeserAm Freitag, 20. November, wurde der Leipziger Zukunftspreis vergeben. Früher hieß er mal Agenda-Preis – nach der Agenda 21, die in Rio de Janeiro 1992 beschlossen wurde. 2019 richtete sich das Leipziger Agenda-Büro neu aus und veränderte auch die Modalitäten zum Agenda-Preis, der seitdem Zukunftspreis heißt. Und weil Corona zu allerlei Neuerungen zwingt, wurde er diesmal auch nicht in einer Festveranstaltung vergeben, sondern in einer digital-analogen Hybridveranstaltung.
Paul-Robeson-Schule soll ab 2023 für 18 Millionen Euro saniert und erweitert werden
Die Paul-Robeson-Schule am Jungmannweg. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNachdem die Schule am Opferweg in Wahren fertig ist, ist endlich Spielraum, die Plattenbauschule am Jungmannweg in Lindenthal bis 2026 zu sanieren und zu erweitern. Die Plattenbauschule stammt aus dem Jahr 1978 und trägt seit 1995 sogar eine experimentelle Außendämmung, die sich sogar bewährt hat.
Warum es ganz und gar nicht gut ist, die Kultur in der Corona-Zeit dauerhaft stillzulegen
Das Spiegelzelt in den Vorjahren. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser„Sti-ille Nacht, ein-sa-me Nacht, alles probt, niemand lacht ...“, bringt der Westflügel im Lindenfels auf den Punkt, wie heftig die verlängerten Lockdown-Maßnahmen das komplette für die Adventszeit geplante Kulturprogramm treffen. Selbst die „Gans ganz anders“ fällt aus, das schöne Spiegelzelt aus Flandern ist umsonst aufgebaut. Und der Weihnachtszirkus verschiebt seinen Leipzig-Auftritt auf März. Wenn er dann überhaupt sein Zelt aufbauen darf.
Am Freitag machte die Radtour #ParisGoesBrussels Zwischenstopp in Leipzig + Video
#MakeParisReal ist der Hashtag unter dem die 1000-Kilometer-Tour ab jetzt in den sozialen Netzwerken begleitet wird. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser„Der Eiffelturm kommt nach Leipzig!“, freuten sich am Freitag, 27. November, die Parents for Future Leipzig. Und er kam tatsächlich – gut verpackt. Gegen 16 Uhr endete der erste Abschnitt der Radtour #ParisGoesBrussels am kleinen Wilhelm-Leuschner-Platz am Eingang der Petersstraße. Zwei Tage zuvor waren die radelnden Parents in Dresden aufgebrochen. Ihr Ziel ist Brüssel.
Pestizidprozess gegen Karl Bär vertagt: Richter räumt Klägern mehr Zeit für Rückzug aus dem Verfahren ein
Karl Bär. Foto: Umweltinstitut München

Foto: Umweltinstitut München

Für alle LeserWerden die Prozesse gegen die Pestizidkritiker in Südtirol eingestellt? Um diese Frage zu klären, hatte Richter Ivan Perathoner den Klägern eine Frist bis zum Prozesstag am Freitag, 27. November, eingeräumt. Landesrat Schuler und die Obstwirtschaft hatten im Vorfeld des zweiten Prozesstermins gegen Bär dem Umweltinstitut gegenüber schriftlich die Rücknahme aller Anzeigen angekündigt. Doch nicht alle Vollmachten der klagenden Obstbauern und -bäuerinnen lagen vor.
Das Original Rudelsingen präsentiert den allerersten Mitsing – Adventskalender
Rudelsingen PR

Rudelsingen PR

Das Online Rudelsingen gehört in diesen Monaten ganz unbedingt zu den Dingen, die man mal neu ausprobieren sollte. Ja, wir dürfen, müssen gar, sollten und können alle laut singen, gerade im Hier und Jetzt, wenn nicht nur unser Immunsystem eine Extra-Portion Stärkung gut gebrauchen könnte. Kleine Freuden zwischendurch sorgen für mehr Glückshormone, Antriebskraft und Motivation im Alltag.
„Da blutet einem das Herz“ – Corona lässt Turnfest 2021 platzen, nur Deutsche Meisterschaften sollen stattfinden
Das Turnfest 2021 kann wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Die Hoffnungen ruhen nun auf dem Jahr 2025. Foto: DTB / Volker Minkus

Foto: DTB / Volker Minkus

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 85, seit 20. November im HandelEs sollte ein rauschendes Fest werden. Vom 12. bis 16. Mai 2021 war Leipzig als Austragungsort des 44. Internationalen Deutschen Turnfestes vorgesehen (LZ Nr. 80 vom 26.06.2020 berichtete). Doch die Corona-Pandemie ließ diesen sportlichen Traum nun platzen. Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg sahen sich die Veranstalter aufgrund des Infektionsgeschehens dazu gezwungen, dieses Großspektakel abzusagen.