Leipzig erinnert am 14. März an den Kapp-Putsch: Schauspielszene im Hauptbahnhof

Für alle LeserAm Samstag, 14. März, gibt es auf dem Querbahnsteig des Hauptbahnhofs eine kleine Schauspielaufführung, die an ein Ereignis erinnert, das vor 100 Jahren auch Leipzig erschütterte. Wenn auch auf seltsam irrationale Weise. Denn in Leipzig standen sich Kräfte gegenüber, die beide das Übergreifen des Kappputsches verhindern wollten. Beide bis an die Zähne bewaffnet. Ein paar Gerüchte genügten, und es kam zum Blutvergießen.

Was auf dem Querbahnsteig zu sehen sein wird, ist ein Projekt des in Weimar heimischen Weimarer Republik e. V.

Der will damit an mehreren Stationen an die Ereignisse rund um den Kapp-Lüttwitz-Putsch erinnern, mit denen rechtsradikale Kräfte 1920 versuchten, die Weimarer Republik zu beenden. Es war der schwerste Angriff auf die junge Demokratie bis zur Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933.

Am 13. März 1920 marschierten Truppen unter dem Befehl rechtsextremer Offiziere in Berlin ein und besetzten das Regierungsviertel. Die rechtmäßige Reichsregierung wurde abgesetzt, in der Hauptstadt übernahmen Wolfgang Kapp und General Walther von Lüttwitz die Macht. Der als Kapp-Lüttwitz-Putsch in die Geschichte eingegangene Anschlag auf die junge Weimarer Republik verfolgte letztlich das Ziel, die gerade errungene Demokratie wieder zu beseitigen. Er nutzte dabei die Unzufriedenheit über den für Deutschland ungünstigen Versailler Friedensvertrag.

Zunächst sah es so aus, dass die Putschisten Erfolg haben würden: Die offizielle Reichswehr weigerte sich, gegen sie vorzugehen, sodass das Kabinett Bauer mit Reichspräsident Friedrich Ebert erst nach Dresden und dann weiter nach Stuttgart fliehen musste. Von Berlin aus versuchten Kapp und Lüttwitz nun, das gesamte Land unter ihre Kontrolle zu bringen.

Doch dieses Vorhaben scheiterte am entschlossenen Widerstand der demokratischen Kräfte. Die Gewerkschaften und die linken Parteien SPD und USPD riefen zum Generalstreik auf, dem sich auch der Beamtenbund, die Kommunisten und liberal-bürgerliche Kräfte sowie Teile der Ministerialbürokratie anschlossen.

Schon am 15. März stand das öffentliche Leben im ganzen Reich still. Die Putschisten ergriffen zum Teil drakonische Maßnahmen, es kam zu Verhaftungen, Misshandlungen und Erschießungen – doch sie scheiterten damit. Nach wenigen Tagen war der Angriff auf die Demokratie erfolgreich abgewehrt.

Vom 13. bis 15. März 2020, genau 100 Jahre später, erinnert der Weimarer Republik e. V. mit öffentlichen Schauspielszenen in 18 deutschen Städten an die dramatischen Ereignisse. Zugleich stellen die Organisatoren einen Bezug her zur Gegenwart: Denn der Mut der Menschen damals, den nicht wenige mit ihrem Leben bezahlten, kann uns Vorbild dabei sein, auch unsere heutige Demokratie gegen Angriffe aller Art zu verteidigen. Angesichts der Bedrohungen ist das ein sehr aktuelles Anliegen, wie die Terroranschläge von Hanau und Halle und der Mord an Walter Lübcke gezeigt haben.

In Leipzig findet die Schauspielszene, bei der ein Putschist und eine Frau aus dem Volk auftreten, am Samstag, 14. März, um 14.30 Uhr auf dem Querbahnsteig des Hauptbahnhofs statt. Der Eintritt ist frei. Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und unterstützt von den Promenaden Hauptbahnhof Leipzig, dem Verein Erich-Zeigner-Haus und dem DGB Leipzig-Nordsachsen.

Und was passierte 1920 in Leipzig?

Hier kam es vom 13. bis 20. März zu Unruhen, die bei einer besseren Kommunikation hätten vermieden werden können. Doch die gelang weder der Landesregierung in Dresden noch der Leipziger Stadtverwaltung. Und in der Stadt herrschte tiefes Misstrauen gerade zwischen den Arbeiterparteien und Gewerkschaften auf der einen Seite und dem Zeitfreiwilligenregiment und der in Leipzig stationierten Reichswehrbrigade des Generals Senfft von Pilsach auf der anderen Seiten. Wie sehr das gegenseitige Misstrauen auf beiden Seiten die Lage eskalieren ließ, schildert Ulrich von Hehl im entsprechenden Kapitel zum Kapp-Putsch in der vierbändigen Stadtgeschichte (Band IV).

Die Missverständnisse begannen schon am 14. März, als auch die Leipziger Arbeiter sich dem deutschlandweiten Generalstreik anschlossen, Senfft von Pilsach aber ankündigte, die Regierungen von Sachsen und des Reiches „mit allen Mitteln“ schützen zu wollen.

„Während im Laufe des Sonntags Krisensitzungen einander jagten, formierten sich zahlreiche Demonstrationszüge Richtung Augustusplatz, der von Reichswehreinheiten und Zeitfreiwilligen abgesperrt war“, schildert Ulrich von Hehl die Entwicklung. „Überkommenes Misstrauen und steigende Nervosität hatten auf beiden Seiten der Barrikaden eine hochexplosive Stimmung entstehen lasen, die sich an den Absperrungen in wütenden Rangeleien und ersten Schusswechseln entlud.“

Die einen befürchteten, dass die anderen den Kapp-Putsch nach Leipzig tragen wollten, die anderen fürchteten die Ausrufung der Räterepublik. Immerhin war Leipzig USPD-Hochburg. Bei diesem ersten Aufeinandertreffen starben 15 Demonstranten und zwei Zeitfreiwillige. In den nächsten Tagen sollte es immer wieder zu blutigen Aufeinandertreffen kommen. Am 19. März erstürmte dann das Militär das Volkshaus, das daraufhin völlig ausbrannte.

Während von Hehl der USPD in dieser Phase eine seltsame Führungslosigkeit attestiert, gab es tatsächlich eine kleine radikale Gruppe, die tatsächlich die Räterepublik forderte: das war die noch immer recht schmalbrüstige KPD. Aber oft reichen ja ein paar markige Worte und Parolen, um die vorhandenen Ängste explodieren zu lassen.

Und da spielt das von Bürgern und Studenten besetzte Zeitfreiwilligenregiment die zentrale Rolle. Denn die hier Versammelten hatten sowieso schon ihre Bilder vom roten Schreckgespenst im Kopf und reagierten immer wieder nervös und unterliefen damit auch die Versuche Senfft von Pilsachs, Ruhe in die Stadt zu bekommen. „Das Konzept einer Garantierung der innerstädtischen Sicherheit mithilfe militärischer Gewalten war damit gescheitert“, schreibt Ulrich von Hehl.

Über 150 Leipziger waren in dieser Woche ums Leben gekommen, darunter viele Unbeteiligte.

Zeitreisen in die Zeit der DDR, des dritten Reiches, den goldenen 20ern und die Gründerzeit in Leipzig finden Sie unter l-iz.de/tag/zeitreise

Die „goldenen 20er“ in Leipzig (Teil 1): Verdammt lang her?

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2014 in Plagwitz entdeckt: Edward-Snowden-Platz. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

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Bilden Leipziger Straßennamen tatsächlich nur ein öffentliches Stadtgedächtnis?
Die viel befahrene Jahnallee. Foto: LZ

Foto: LZ

Für alle LeserMittlerweile beschäftigen ja eine ganze Reihe Anträge zu Straßenumbenennungen den Leipziger Stadtrat, nachdem der Anfang des Jahres schon der Umbenennung der Arndtstraße zustimmte. Zu jedem dieser Anträge verfasst das Dezernat Allgemeine Verwaltung in der Regel eine Stellungnahme – in der Regel ablehnend, weil seit 1999 so eine Art Stillhalteabkommen gilt, nachdem Verwaltung und Stadtrat eine Kompromissformel gefunden hatten, um die Umbenennungswelle der 1990er Jahre zu beenden.