Quintus und der Feuerreiter: Wie Quintus Schneefahl das Ende der Republik aus nächster Nähe miterlebt

Für alle LeserDie Trilogie ist komplett. Den ersten Band der Lebensgeschichte des Quintus Schneefahl veröffentlichte der in Leipzig geborene Thomas Persdorf, der heute als Autor in Mainz lebt, noch 2013 im Engelsdorfer Verlag in Leipzig. Der begleitete den jungen Journalisten, der heftig mit seiner Epilepsie zu kämpfen hat, bis in die stürmische Nachkriegszeit und in den revolutionären November 1918. Schon das für die heutige deutsche Romanlandschaft etwas Seltenes, dass ein Autor sich tatsächlich wieder in die Wirren der Geschichte stürzt.
Anzeige

Und dabei auch dicht dranbleibt, sichtlich bewandert in der verfügbaren historischen Literatur, sodass Thomas Persdorf seinen Helden nicht nur in realitätsnahen historischen Kulissen agieren lässt, sondern ihn auch namhaften Persönlichkeiten dieser Zeit begegnen lässt. Schon in Band 2 – „Das V der Kraniche“ – wurde deutlich, dass Persdorf dabei ganz und gar nicht ausgelatschte Wege beschreitet, jene planierten deutschen Interpretationen, die die Weimarer Republik immer wieder nur als gescheiterte Ouvertüre für das NS-Reich beschreiben, ganz so, als hätte es gar niemanden gegeben, der am Ende noch um diese Republik gerungen hätte und sie – wie es so gern zitiert wird – eine „Demokratie ohne Demokraten“ war.

Ein Zitat, das immer wieder auftaucht. Wenn man aber den Urheber des Zitats sucht, landet man beim Historiker, Theologen und liberalen Politiker Ernst Troeltsch, der schon 1919 in einem mit „Aristokratie“ betitelten Zeitschriftenaufsatz schrieb:

„Auch die Rede kann nichts bedeuten, die man so oft hören kann: wir seien nun einmal ein autoritativ gewöhntes, zur Selbstregierung nicht befähigtes oder nicht gewilltes Volk, eine Demokratie ohne Demokraten, eine Republik ohne Republikaner, und die psychologischen Voraussetzungen wahrer und erfolgreicher Demokratie fehlten uns vollständig.“ (Unter diesem Link auf Seite 273 zu finden)

In seinem Text analysierte Troeltsch die politischen Voraussetzungen des Jahres 1919. Und er kam ganz und gar nicht zu dem Ergebnis, dass die Weimarer Republik scheitern musste, auch wenn er die deutsche Herangehensweise an die Demokratie und die durch Parteienbildung bedingte Verhinderung starker Persönlichkeiten sehr kritisch sah. Der Artikel ist bis heute lesenswert, weil er auch das Dilemma der Gegenwart beschreibt.

Denn anders, als es heute im üblichen medialen Lamento behauptet wird, gibt es „die Demokratie“ als heiliges Wesen so nicht. Demokratie ist immer das Ergebnis menschlichen Tuns. Und sie lebt davon, dass sich starke Persönlichkeiten für sie einsetzen. Nicht nur in Sonntagsreden darüber salbadern, sondern sich auch dessen bewusst sind, dass es Leute gibt, die diese geteilte Macht zerstören wollen, wieder Diktaturen und Regime einrichten wollen, in denen sie ihren Größenwahn ausleben können.

Das hat sehr viel mit Persdorfs Geschichte zu tun, der freilich nicht den üblichen Kandidaten folgt, in denen man meistens versucht, die tapferen Verteidiger der Demokratie zu suchen – Friedrich Ebert zum Beispiel, der zwar auftaucht in dieser Geschichte, auch als aufopferungsvoller Verteidiger der Republik, der am Ende zu spät zu einer Blinddarmoperation kommt und daran stirbt. Auch Stresemann ging ja durch seinen frühen Tod verloren, auch er ein Lernender. Ganz im Sinne von Troeltsch.

Man merkt schon im Vergleich zu den ersten beiden Bänden, dass Thomas Persdorf in diesem hier Gas gibt. Denn dieser umfasst fast die gesamte Zeit der Weimarer Republik. Sein Held Quintus Schneefahl, in den ersten beiden Bänden als Journalist eher im linken, sozialdemokratischen Milieu zu Hause, geriet ja schon mit seiner Berichterstattung aus den Schlesienkämpfen in eine völlig andere Welt. Jetzt begegnet er uns als persönlicher Referent eines Mannes, der selten gewürdigt wird, wenn es um die prägenden Politiker der Weimarer Republik geht: Kurt von Schleicher.

Auch weil er so gar nicht passen will als General, Vertrauter Hindenburgs, Chef des Ministeramts im Reichswehrministerium, zuletzt selbst Wehrminister und gar letzter Reichskanzler, der noch am 28. Januar 1933 scheiterte, weil ihm Paul von Hindenburg die Auflösung des Parlaments verweigerte und ihm damit die letzte Möglichkeit aus der Hand nahm, eine neue Regierung zu bilden. Ein Zeitpunkt, an dem hinter den Kulissen längst die Machtübergabe an Hitler eingefädelt war.

Und da liest man dann das kleine Nachwort Persdorfs, in dem er versucht, die Rolle Hindenburgs bei der Machtübergabe an die Nazis und damit auch dessen Schuld am Ende der Weimarer Republik zu diskutieren. Aber da hat man ja die ganze Geschichte schon aus der Sicht von Quintus Schneefahl erlebt, der neben seiner Referentenrolle im Büro von Kurt von Schleicher auch noch als Autor von Zeitschriftenartikeln auftaucht, mit denen das nationalliberale Lager um von Schleicher versucht, seine Sicht auf politische Vorgänge in der bürgerlichen Presse zu platzieren.

Und Schneefahl muss sich da nicht verbiegen. Persdorf zeichnet ihn als einen typischen konservativen und nationalliberalen Vertreter seiner Zeit. Es ging damals nicht nur um die radikalen Bewegungen rechts und links. Es ging auch um all jene zutiefst national gesinnten Bürgerlichen, die sich in den Umbrüchen der 1920er Jahre erst recht orientierungslos fühlten. Ihre Parteienlandschaft war zersplittert. Oft waren die konservativen Parteien nichts anderes als die Wahlvereine für einige schwerreiche Männer wie Hugenberg.

Und gerade weil Persdorf den bis 1930 eher im Hintergrund agierenden Kurt von Schleicher wählt, wird sichtbar, wie viel davon abhängt, ob es starke Persönlichkeiten schaffen, die Politik ihrer Partei zu prägen. Oder ob Parteien sogar ihre eigene Regierung beschädigen, weil sie – wie Troelsch es so schön ausführt – auch in der Regierung nicht aufhören können, Opposition gegen die Regierung zu spielen. Was 1930 ja bekanntlich zum Sturz der Regierung Müller (SPD) führte. Womit der Schlamassel ja erst so richtig anfing. Denn dann kamen Brüning und von Papen und ihre radikalen Maßnahmen, die die 1929 ausgebrochene Krise immer weiter verschärften.

Bis fast zum Schluss kann sich Quintus Schneefahl als ein von der Zeit Begünstigter fühlen. Er hat einen sicheren Job, ist dicht dran an den politischen Ereignissen, schaut seinem Chef Kurt von Schleicher quasi über die Schulter, wie der die Strippen zieht und seine Beziehungen zum greisen Präsidenten Paul von Hindenburg nutzt, um seine Kandidaten ins Kanzleramt zu hieven und wie er noch kurz vor dem Ende versucht, die NSDAP zu spalten und mit einer „Querfront“ Hitler zu verhindern.

Am Ende schnappt man sich William Shirers „Aufstieg und Fall des Dritten Reiches“ und schaut nach, ob das alles tatsächlich so war. Und es war so. Noch am 28. Januar wurde Kurt von Schleicher auch noch die letzte Möglichkeit genommen: der Zugriff auf die Armee. Sein Versuch, den von Hindenburg nach Berlin zurückbeorderten General Blomberg zu arretieren, scheiterte, weil Hindenburgs Sohn Oskar den den Nazis nahestehenden General persönlich am Bahnhof abholte. Damit kam es dann auch nicht mehr zum Putsch der Armee, die – im Gegenteil – willfährig den Kurs der Nazis aufnahm. Und damit ging eine der letzten wirklichen Chancen vorbei, Hitler zu verhindern.

Kurt von Schleicher wurde 1934 im Zusammenhang mit dem Ereignis ermordet, das meist als „Röhm-Putsch“ verkauft wird. Und Quintus hat wieder Glück. Ihm gelingt es mit seiner kleinen Familie, die er sich mit geradezu väterlicher Geduld zusammenorganisiert hat, in die Schweiz auszuwandern, wo er als Geschichtsprofessor den Krieg und die Nazi-Zeit übersteht. Und vielleicht auch die Biografien der diversen Reichskanzler geschrieben haben könnte, denen er über all die Jahre nah war. Zumindest räumlich und zeitlich. Wobei er seine Abneigung gegen Franz von Papen, der die Installation der Hitlerregierung hinter den Kulissen einfädelte, nicht verbergen kann.

Quintus hat dabei mehrere durchaus rührende Liebesbeziehungen, zeigt aber ein enormes Talent dabei, immer wieder an Frauen zu geraten, die er gar nicht wirklich erobern kann. Am Ende ist ihm dann doch noch sein großes Glück beschieden, nachdem sein burschikoser Onkel Willi so manches Mal mitgefiebert und gebangt hat, ob der Junge es jemals schaffen wird, die Frauen zu durchschauen.

Gerade Willi bringt eine kräftige Portion Berliner Humor und Lebensphilosophie in die Geschichte, die davon lebt, dass Persdorf das kurze, pointierte Erzählen liebt. Er malt nicht aus, melodramatisiert nicht, liebt eher den knappen Zeitungsstil, herzhafte Dialoge, Figurenzeichnung über derbe oder auch preußisch-knurrende Sprache (wie bei Kurt von Schleicher). Er idealisiert die Zeit auch nicht, schafft zum durchaus privilegierten Leben des Helden auch von Armut gezeichnete Gegenbilder (aus denen dann die beiden Adoptivtöchter Marie und Lotte-Marie kommen).

Da lenkt der Buchtitel eher ab, der suggeriert, man habe es hier eher mit einem Buch zu tun, das die historischen Ereignisse als biblische Apokalypse zeichnet. Aber das Bild vom Feuerreiter plagt vor allem Kurt von Schleicher, der sehr wohl weiß, was mit dieser von Streit und Machtgerangel zerrissenen Republik passieren wird, wenn die Hitlertruppe an die Macht gelangt. Es ist ja nicht so, dass diese Leute nicht schon vor ihren großen Wahlerfolgen 1932 laut genug herausposaunt hätten, was sie vorhatten.

Das Bedenkliche dabei ist – das kennen wir ja auch aus der Gegenwart –, dass sich die Nazis plakativ die soziale Agenda der anderen Parteien zu eigen gemacht hatten, in die sie ihre Kriegspläne und ihren Judenhass eingewickelt hatten. Sie beherrschten alle Register der Propaganda und profitierten auch von der Gewalt, die sie mit ihren Schlägertrupps auf den Straßen verbreiteten, während sich im Reichstag die Fraktionen nicht mehr auf eine gemeinsame Regierung einigen konnten. Man verschwendete lieber unheimliche Energien, um sich als Partei zu profilieren – und selbst das kommt einem sehr heutig vor.

Denn dieser Parteienzoff und die Lust daran, starke politische Persönlichkeiten zu zerstören und kaputtzuschreiben, die haben auch heutige Kommentatoren, die den Lesern (und Zuschauern) suggerieren, das habe etwas mit unabhängiger Berichterstattung zu tun. Und Demokratie sei eine Art Dauerzirkus, in dem aus lauter Lust am Spektakel die gewählten Helden gestürzt und aus der Manege gejagt werden, ohne auch nur einmal ernsthaft auf ihre Lösungsvorschläge einzugehen.

Da hat sich irgendwie wenig geändert. Was unsere Demokratie so gefährdet wie vor 90 Jahren. Medien spielen sich als Scharfrichter auf, schreiben Karrieristen groß und fahren regelrechte Kampagnen gegen Politiker/-innen, die ihnen nicht gefallen. Völlig ohne einen Gedanken daran, was das eigentlich anrichtet mit dem Denken der Bürger über ihre Demokratie.

So gesehen ein sehr lebendiges, auch kurzweiliges Buch über eine Stück unserer Geschichte, das uns zu denken gibt. Und zu denken geben sollte. Denn während diverse Medien genüsslich die Filetierung von Parteien und Politiker/-innen zelebrieren, sind immer diverse „Feuerreiter“ am Werk, die nur zu gern wieder alle Macht an sich reißen würden und mit wahnwitzigen Ideen zum nächsten Weltenbrand aufgaloppieren würden. Oder ist das jetzt übertrieben?

Auch Quintus findet manche Szenen mit seinem Chef irritierend, mag das Bild vom Feuereiter so nicht nachvollziehen, bewundert aber dessen klaren Blick auf die politischen Ränkespiele. Ränkespiele, die für den mit Skandalgeschichten zugeschütteten Wahlbürger meist erst viel zu spät oder auch gar nicht sichtbar werden. Der hält dann so etwas wie den Sturz ins Nazi-Reich für eine Art Schicksal, die zwangsläufige Folge all dessen, was die Weimarer Republik nicht zustande gebracht hat.

Aber wer zog wirklich die Fäden? Wer traf sich in Hinterzimmern? Und wie ernsthaft stand der greise Präsident tatsächlich zur Republik? Alles Fragen, die im Buch zumindest berührt werden, indem die Lebensgeschichte des Quintus Schneefahl immer fein säuberlich neben der politischen Geschichte der Weimarer Republik herläuft, da und dort mit unterhaltsamen Varieté- und Opernszenen angereichert, in denen sich der streng erzogene Quintus so gründlich fehl am Platze fühlt.

Am Ende, wo man schon beinah hofft, man erlebt den alt gewordenen Quintus noch in den Wirren der neuen Republik in Bonn, lässt ihn Persdorf freilich jung sterben. Verlässt uns der Hochbegabte und wir müssen mit ein paar ausführlicheren Noten im Anhang vorlieb nehmen, die einige dieser Stellen in der Geschichte erläutern, die im üblichen Plappern über die Weimarer Republik nie vorkommen, weil sie nicht passen in die übliche platte Erzählung über das, was dann als Geschichte verkauft wird.

Thomas Persdorf Quintus und der Feuerreiter, Shaker Media, Düren 2019, 14,90 Euro.

 

„Das V der Kraniche“: Im zweiten Band der Trilogie verschlägt es Quintus Schneefahl nach Oberschlesien, Rapallo und in das Berlin der goldenen Jahre

Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 1. November 2019): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen und ein Freikäufer-Abonnement abschließen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 400 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

RezensionenWeimarer RepublikHistorischer Roman
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Mittwoch, der 21. Oktober 2020: Corona zwingt Leipzig zu weiteren Einschränkungen
Zum Bundesliga-Auftakt der DHfK-Handballer kamen 1.917 Zuschauer in die Arena Leipzig. Am Donnerstagabend dürfen nur 999 rein. Archivfoto: L-IZ.de

Archivfoto: L-IZ.de

Für alle Leser/-innenLeipzig hat am Mittwoch den Inzidenzwert von 20 erreicht. Das bedeutet unter anderem, dass das Handball-Spiel des SC DHfK morgen nur vor 999 Zuschauer/-innen stattfinden darf. Auch für Verwaltung, Messe und ein anderes Sportevent gibt es Konsequenzen. Außerdem: Nach dem tödlichen Angriff auf Touristen in Dresden ermittelt nun der Generalbundesanwalt. Die L-IZ fasst zusammen, was am Mittwoch, den 21. Oktober 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Festtage Leipziger Romantik 2020
Paulinum der Universität Leipzig. Foto: René Loch

Foto: René Loch

Nachdem die Festtage Leipziger Romantik auf Grund der Corona-Einschränkungen nicht wie geplant vom 10. bis zum 22. Mai 2020 stattfinden konnten, sollen sie nun in verkleinerter Form am 5., 6. und 7. November und in Kooperation mit der Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Stiftung nachgeholt werden. Da das Platzangebot nach wie vor beschränkt ist, werden die Konzerte mehrfach aufgeführt.
SC DHFK: Das wird am Spieltag anders + Update
Karsten Günther, SC DHfK-Geschäftsführer und Initiator von „Teamsport Sachsen“ - derzeit eher mit Absprachen mit dem Gesundheitsamt beschäftigt. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserWegen der steigenden Infektionszahlen im Einzugsgebiet gelten beim Spiel des SC DHfK am Donnerstag, 22.10. gegen Göppingen andere Regeln für Zuschauer. Die Stadt Leipzig ist mit einer Rate von knapp 18 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 7 Tagen (7 Tage-Inzidenz) noch eines der weniger betroffenen Gebiete. Im Landkreis Nordsachsen mit 37,4 Neuansteckungen sieht es schon anders aus.
Kürzungspläne des sächsischen Finanzministers zielen zuallererst auf die Niedriglöhner-Stadt Leipzig
Soziale Mindestsicherung in Sachsen. Karte: Freistaat Sachsen / Statistisches Landesamt

Karte: Freistaat Sachsen / Statistisches Landesamt

Für alle LeserAm 20. Oktober feierten auch Sachsens Statistiker den Weltstatistikertag auf ihre Weise. Sie veröffentlichten ein Sonderheft mit dem schönen Titel „Sachsen in Karten“. Denn im Geografie-Unterricht dereinst in der Schule waren die angehenden Statistiker/-innen jene Kinder, die beim Aufschlagen der bunten Karten im Lehrbuch glänzende Augen bekamen. Denn Karten können eine Wirklichkeit zeigen, gegen die das politische Geplänkel regelrecht albern wirkt.
Zur „Grassimesse“ gibt es jetzt erstmals einen Stadtplan der Leipziger Handwerkskunst
Instrumentenbauer Matthias Vogt. Foto: Freundeskreis des GRASSI Museums für Angewandte Kunst Leipzig e.V. / Nick Putzmann

Foto: Freundeskreis des GRASSI Museums für Angewandte Kunst Leipzig e.V. / Nick Putzmann

Für alle LeserVom 23. bis 25. Oktober kann man wieder die „Grassimesse“ 2020 im GRASSI Museum für Angewandte Kunst erleben. Ein jährliches Ereignis, bei dem man sehen kann, dass Handwerk auch Kunst ist und vor allem: wie viele Kunst-Handwerker in Leipzig tätig sind. Und pünktlich zur Messe gibt es jetzt erstmals einen Stadtplan, auf dem Leipzigs Kreativ-Handwerker zu finden sind – als Faltvariante und online zum Anklicken.
Premiere am 29. Oktober in der Kinobar Prager Frühling: Drifter-Drama „FLUTEN“ von Georg Pelzer
Filmstill aus Georg Pelzers Film "FLUTEN". Foto: FLUTEN

Foto: FLUTEN

Für alle LeserAm 29. Oktober ist Kinopremiere für den ungewöhnlichen Film eines jungen Leipziger Regisseurs in der Kinobar Prager Frühling: „FLUTEN“ heißt er und ist improvisiertes Drama. Eines, das von einem Drama erzählt, das viele junge Menschen in diesem Corona-Jahr ebenfalls erlebt haben: Der gerade erst so glücklich erworbene Arbeitsplatz wird gekündigt. Es fühlt sich wie eine Niederlage an. Alle schlechten Selbstwertgefühle kommen auf einmal hoch. Und wie sagt man das den Menschen, deren Achtung man nicht verlieren will?
In dieser Woche beginnen die Bauarbeiten zur Öffnung des Deichs am Ratsholz
Stopp: Baustelle am Ratsholzdeich. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Bauzäune stehen, Stoppschilder untersagen das Betreten der Baustelle. In dieser Woche beginnt ein Projekt am Ratsholzdeich im Leipziger Süden, das zukunftsweisend ist. Zum ersten Mal wird ein Deich geöffnet, damit künftig auch kleinere Hochwasser ins Ratsholz im südlichen Leipziger Auenwald gelangen können. Im April hatte die Landesdirektion Sachsen das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen. Die Landestalsperrenverwaltung hat Baurecht und kann jetzt loslegen.
Erster Schreck überwunden: Leipziger Wirtschaft löst sich langsam aus der Corona-Schockstarre
Entwicklung der Stimmungslage im Kammerbezirk Leipzig. Grafik: IHK zu Leipzig

Grafik: IHK zu Leipzig

Für alle LeserNatürlich kann auch Leipzig die Corona-Panemie wirtschaftlich bewältigen. China schafft es ja auch. Nicht alle Branchen sind gleichermaßen betroffen. Und die Unternehmer in Leipzig sind nach dem Schreckmoment im Frühjahr mittlerweile deutlich zuversichtlicher, dass die Wirtschaft wieder auf die Beine kommt. Denn auch mit Auflagen funktioniert Wirtschaft – nur nicht in allen Branchen.
Prozess gegen „Das Wunder von Mals“: Auch dem Geschäftsführer des Oekom Verlags droht wegen „übler Nachrede“ eine Anklage
Alexander Schiebel. Foto: Jörg Farys, Oekom Verlag

Foto: Jörg Farys, Oekom Verlag

Für alle LeserDer Oekom Verlag hatte 2017 schon den richtigen Riecher, als er Alexander Schiebels Buch „Das Wunder von Mals“ mit dem Untertitel versah: „Wie ein Dorf der Agrarindustrie die Stirn bietet“. Auch wenn es jetzt ein Südtiroler Landesrat und 1.600 Südtiroler Obstbauern zu sein scheinen, die neben Alexander Schiebel auch Karl Bär, Agrarreferent im Umweltinstitut München, vor Gericht gezerrt haben. Nun wollen sie auch noch Oekom-Verleger Jacob Radloff anklagen lassen. Deutlicher kann die ach so stille Agarindustrie gar nicht zeigen, wie sehr ihr dieser Münchner Verlag ein Dorn im Auge ist.
Lesung: Mächtige Gefühle – Ute Frevert im Gespräch mit Jana Simon
Lesen schafft die Grundlage für komplexes Denken. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Am Samstag, 24. Oktober, geht es um „Mächtige Gefühle“. Die Autorin Ute Frevert stellt in Lesung und im Gespräch mit Jana Simon ihr neues Buch über die Gefühlswelt der Deutschen im 20. Jahrhundert vor.
Dienstag, der 20. Oktober 2020: Zwischen Corona-Welle und erneuten Warnstreiks
Heute dürfen nur 999 Zuschauer/-innen in die RB-Arena. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDie Zahl der Corona-Fälle steigt weiterhin deutlich, aber immerhin nicht mehr ganz so stark wie noch am Wochenende. Für die Schulen in Sachsen soll es vorerst im Regelbetrieb weitergehen. Außerdem: Verdi fordert mehr Geld für die Beschäftigten von Bund und Kommunen – weshalb am Mittwoch unter anderem einige Kitas nicht öffnen werden. Die L-IZ fasst zusammen, was am Dienstag, den 20. Oktober 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
„Mehr Ausdruck fehlender Wertschätzung geht nicht!“: Erneut großflächige Streiks im öffentlichen Dienst
Auch für Mittwoch, den 21.Oktober, ruft die Gewerkschaft ver.di zu Warnstreiks im öffentlichen Dienst auf. Foto:L-IZ

Foto:L-IZ

Für alle LeserDie Gewerkschaft ver.di ruft am Mittwoch, den 21. Oktober, erneut zu Warnstreiks im öffentlichen Dienst auf. Einen Tag vor der dritten Tarifverhandlungsrunde zwischen der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) und Gewerkschaften, die am Donnerstag und Freitag in Potsdam stattfinden soll, sind Beschäftigte in Kitas, Sparkassen, bei der Stadtreinigung, in der Stadtverwaltung, in Musikschulen und Co. angehalten, ihre Arbeit niederzulegen.
Auszüge aus Francis Neniks „Tagebuch eines Hilflosen“ #49
Ab ins Säckchen ... Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserWahlkämpfe sind Zahlkämpfe. In den USA ganz besonders. Geschätzte 10,9 Milliarden Dollar werden dieses Mal für die Stimmenmache ausgegeben. Das entspricht dem Bruttosozialprodukt von Äquatorialguinea. Was irgendwie passt, schließlich bedeutet Äquator Gleichmacher. Wobei ich gleich mal noch ein anderes Thema aufmachen muss. Die oft vertretene Ansicht, die Wahlkämpfe würde immer teurer werden, stimmt nämlich nur bedingt.
Mobilfunkausbau der Telekom in Leipzig: Fast 100 Prozent Versorgung mit 4G und 5G im Leipziger Stadtgebiet
Mehr Bandbreite für den Mobilfunk. Foto: Telekom

Foto: Telekom

Für alle LeserEiner der Gründe, warum viele Unternehmen ihren Firmensitz in eine Großstadt verlegen, ist nun einmal auch ein harter Fakt: die Verfügbarkeit einer sicheren und leistungsfähigen Funkverbindung. Und was das betrifft, sticht Leipzig nun einmal auch im eher strukturschwachen deutschen Osten heraus. In den vergangenen Monaten hat auch die Telekom ihre Mobilfunk-Versorgung in Leipzig weiter ausgebaut.
Liebe Leser: Ausstellung wird am 3. November im Literaturhaus eröffnet
Literaturhaus / Haus des Buches in der Prager Straße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas Buch in seiner analogen Form – es ist im Jahr 20 des dritten Jahrtausends nicht überholt. In Zeiten von Digitalisierung und virtuellen Welten setzt der Leipziger Bibliophilen-Abend unverdrossen auf das gedruckte Buch: als Quelle des Wissens, aber auch als ein Kulturgut. Der Fokus liegt auf Inhalt und Form gleichermaßen. 1904 in Leipzig gegründet und 1933 aufgelöst, startete der Verein im Januar 1991 erneut durch. Deshalb ist Anfang 2021 ein Jubiläum zu feiern.