Der rote Judas: Ein mitreißender Kriminalroman aus dem Leipzig des Jahres 1920

Für alle LeserAm Dienstag, 28. Januar, erscheint bei Wunderlich ein Krimi, der nicht nur Leipziger Krimi-Freunden schlaflose Nächte bereiten dürfte, sondern auch Kennern der Geschichte und all jenen, die mit Sorge darauf schauen, wie derzeit enthemmte Nationalisten wieder versuchen, die Demokratie zu zerstören. Und dabei hat Thomas Ziebula Leipzig ganz und gar nicht zufällig ausgewählt als Schauplatz seines Kriminalromans.
Anzeige

Denn auch wenn er in der Nähe von Karlsruhe lebt, erklärt Thomas Ziebula Leipzig tatsächlich zu seiner deutschen Lieblingsstadt. Und er sieht in dieser Stadt – ganz ähnlich wie der Leipziger Autor Uwe Schimunek – auch das historische Erzählpotenzial. Schimunek hat ja auch die 1920er Jahre in seinen Katzmann-Krimis verarbeitet, Jahre, in denen auch Leipzig die politischen Extreme, Inflation, Wirtschaftskrise und den am Ende verlorenen Kampf um die Republik erlebte.

Und auch Katzmann bekam es mit den politischen Extremen seiner Zeit zu tun, jenen Gespenstern einer vergangenen Zeit, die die junge Republik mit Gewalt bekämpften.

Denn das Ende dieser Republik war in ihren Anfängen angelegt, in den Lügen, mit denen die Deutschen und die meisten ihrer Parteien versuchten, das Debakel des Weltkrieges irgendwie zu bewältigen und die Schuld von sich abzuwälzen. Stichwort: Dolchstoßlegende.

Und auch das erinnert fatal an die Gegenwart: Der Hass der Militaristen und Nationalisten auf „die Linken“. Ein Hass, der kaum Gegenwehr fand, auch weil die junge Regierung von Anfang an auf das enge Bündnis mit der Reichswehr angewiesen war. Mit der wollte und konnte es sich die junge Regierung nicht verscherzen.

Und in deren Schatten tummelten sich in Deutschland die sogenannten Freikorps und auch jene frühzeitig schon rechtsradikalen Gruppen wie die Organisation Consul, der Bund Wiking oder die Schwarze Reichswehr, die nun Thomas Ziebula in seinem Buch thematisiert, indem er auch etwas macht, was man in jüngeren historischen Romanen eher selten findet: Er taucht ein in die Gefühlswelten jener Männer, die gerade aus Krieg und Kriegsgefangenschaft zurückgekommen waren und jetzt – mit ihren albtraumhaften Erinnerungen im Kopf – wieder einen Platz im normalen Leben finden mussten.

Auch Ziebulas Held, der aus der französischen Kriegsgefangenschaft heimgekehrte Major Paul Stainer, ist von diesen Gespenstern eines Krieges gezeichnet, in den er einst sogar freiwillig gezogen war. Doch was er erlebt hat, hat ihn mehr als ernüchtert. Und er leidet psychisch unter diesen Erinnerungen, zweifelt anfangs auch daran, ob er mit diesen Spätfolgen überhaupt wieder in den Polizeidienst zurückkehren kann. Doch auch die Leipziger Polizei braucht ihre Leute.

Und zum Kriminalinspektor befördert landet Stainer sofort in einer Mordermittlung, die sich schon nach kurzer Zeit als etwas entpuppt, was alle seine Albträume wieder wachruft. Denn er hat es nicht mit einzelnen Morden zu tun, sondern mit einer ganzen Mordserie, hinter der eine Gruppe von Offizieren steht, die nicht nur vom „Dolchstoß“ redet, sondern systematisch Menschen umbringt, die versuchen, die Kriegsverbrechen der Deutschen in Belgien ans Licht zu bringen.

Und auch wenn die konkreten Personen in diesem Krimi so nie existierten, hat Ziebula dennoch einen realen historischen Hintergrund für seine Geschichte genutzt. Einer Geschichte, die in der Weimarer Republik tatsächlich erst fünf Jahre später für Aufsehen sorgte, als der ehemalige Offizier und jetzt als Journalist tätige Carl Mertens in der „Weltbühne“ erstmals über die Fememorde der Schwarzen Reichswehr berichtete.

Allein 354 politisch motivierte Morde aus dem rechtsradikalen Spektrum sind für die Jahre 1919 bis 1923 verbürgt. Die meisten blieben ungesühnt. An der Denkweise der Rechtsradikalen hat sich – man sehe nur den Mord an Walter Lübcke und die vielen Morddrohungen gegen Politiker/-innen aus dem demokratischen Spektrum – bis in die Gegenwart nichts geändert. Mit Drohungen, Einschüchterungen und Morden versuchen die Rechtsradikalen ihre Deutungshoheit in der Gesellschaft durchzusetzen, die Zivilgesellschaft einzuschüchtern und jeden Widerspruch zu ersticken.

Natürlich erzählt Thomas Ziebula nicht die Geschichte des Carl Mertens. Er erzählt die Geschichte des Kriminalinspektors Paul Stainer, der sich auch von einigen dubiosen Kollegen im Polizeipräsidium nicht davon abbringen lässt, die Hintergründe der Mordserie aufzuklären und Verbindungen herzustellen zu weiteren Morden.

Und er ignoriert auch nicht die Hinweise auf jene obskure „Operation Judas“, die sich augenscheinlich vorgenommen hat, die Veröffentlichungen über die Kriegsverbrechen sächsischer Offiziere und Soldaten im belgischen Dinant zu verhindern, die als Massaker von Dinant in die Geschichtsbücher eingegangen sind.

Zum historischen Hintergrund gehört auch die Forderung der Alliierten von 1920, rund 900 Offiziere und Soldaten wegen Kriegsverbrechens auszuliefern. Eine Forderung, der die damalige Reichsregierung nicht nachkam. Nur einige wenige wurden in den „Leipziger Prozessen“ vor Gericht gestellt.

Das Ergebnis fasst Wikipedia so zusammen: „Von den etwa 900 deutschen Militär- und Zivilpersonen, deren Auslieferung von den Alliierten ursprünglich verlangt worden war, sowie einigen hundert weiteren Beschuldigten, gegen welche die deutschen Behörden 1920 von sich aus Ermittlungen eingeleitet hatten, um Deutschlands guten Willen zu demonstrieren, wurden letztlich nur zehn zu Freiheitsstrafen zwischen sechs Monaten und fünf Jahren verurteilt und sieben (zum Teil wegen Mangels an Beweisen) freigesprochen.“

Auch das gehört zum Erbe der Weimarer Republik – vielleicht zur fatalsten Last, die die junge Republik zu tragen hatte. Und Ziebula ist ein erfahrener Autor. Er besitzt die Gabe, diese Hintergründe in lebendige Erzählung zu verwandeln und seine Helden als Menschen zu zeichnen, die nach all diesen grausamen Erfahrungen versuchen, wieder Mensch sein zu dürfen, wieder leben und lieben zu wollen.

Ihm gelingt etwas, was in den radikalisierten Diskussionen von heute fast verschwindet – nämlich den eigentlichen Konflikt zu zeigen, um den es immer geht, wenn so leichtfüßig von „links“ und „rechts“ geredet wird, ganz so, als sei die Radikalisierung nach rechts nur eine Art politische Einfärbung, eine Meinung, die man einfach haben darf.

Dafür steht im Buch übrigens nicht nur Paul Stainer. Ziebula schafft ein ganzes Ensemble von lebendigen, lebenslustigen Menschen, die dem Kriminalisten auch emotional naherücken, weil sie wie er der Überzeugung sind, dass für das Gute gekämpft werden muss. Dass man seinen Stolz und seine Überzeugungen nicht einfach über Bord wirft, wenn sich die radikalen Überzeugungstäter wieder breitmachen. Und die auch wissen, dass sie sich selbst damit in Gefahr bringen. Und ihre Familien.

Denn Rechtsradikalismus ist zuallererst die Verachtung für menschlichen Anstand, für Gerechtigkeit, Wahrheit und Ehrlichkeit. Was Ziebula in einigen sehr eingängigen Szenen durchspielt, in denen er seinen zuweilen enttäuschten und entmutigten Ermittler auch diesen höhnischen und überheblichen Gestalten begegnen lässt, von denen er ahnt, dass es seine Gegenspieler sind und dass sie keine Skrupel kennen, ihre Rache- und Mordlust an all jenen auszutoben, die sie in ihrem Klüngel zu „Verrätern“ erklärt haben.

Deshalb auch „Operation Judas“. Und deshalb auch der Buchtitel. Denn als Stainer nicht spurt und die Mördergruppe um die eiskalt agierenden Offiziere mit ihrem blutigen Ehrenbegriff nicht in Ruhe lässt, wird er für diese Leute zum „roten Judas“. Selbst die Wortwahl frappiert, denn die ähnelt ja nicht ganz zufällig der aggressiven Wortwahl heutiger Rechtsradikaler.

Die Gegenwart wetterleuchtet geradezu hinein in diesen Krimi, den Ziebula justament vor 100 Jahren in einem Leipzig spielen lässt, in dem auch die Straßennamen noch an die alte Kaiserzeit erinnern und Stainer nicht der einzige Heimkehrer ist, den die Schatten des Überlebten bedrücken. Und in dem scheinbar honorige Amtsträger mit dem blutigen Mordkommando sympathisieren, dem Stainer auf der Spur ist.

Und keineswegs nur Randfiguren sind jene Frauen und Männer, die zumeist unverschuldet in die Vorgänge verwickelt werden – so wie der junge Boxer Max, der mit Einbrüchen versucht, das Geld für seine kleine Familie heranzuschaffen, diesmal freilich an die Falschen gerät. Oder wie seine Tante Fine, die bei der Großen Leipziger Straßenbahn Fahrzeugführerin ist, eine Frau, die Ziebula mit genau derselben einfühlsamen Akribie zeichnet wie die Tänzerin Rosa oder selbst den Pathologen Dr. Prollmann, den Stainer anfangs auch fürchtet, weil der es möglicherweise in der Hand hat, seine Karriere bei der Leipziger Polizei gleich wieder zu beenden.

Gerade dieses Personenensemble macht sichtbar, worum es eigentlich geht, wenn eine Gesellschaft von Rechtsradikalen bedroht wird: um die simpelsten Werte von Menschlichkeit. Um Vertrauen, Ehrlichkeit, Wahrheitsliebe, um Anstand im irdischsten Sinn. Darum, ein aufrechtes Leben leben zu können, ohne sich von den Angstmachern in falsche Rollen, Lüge und Verstellung treiben zu lassen.

So funktionieren ja auch die besten Kommissar-Rollen in Kriminalromanen. Diese Helden kämpfen stellvertretend für ihre Leser/-innen für das Gute im Menschen. Kaum ein Genre erfasst die nur scheinbar beängstigende Gegenwart so genau und vielschichtig wie der Kriminalroman. Jedenfalls dann, wenn der Autor auch einen Sinn hat für die menschlichen Schwächen, Nöte, Ängste und Wünsche seiner Helden. Und für ihren Alltag, den Ziebula ebenfalls kenntnisreich malt.

Er gehört zu jenen Autoren, die tatsächlich erst einmal so viel wie möglich recherchieren, um ihren Romanen ein möglichst authentisches Flair und historische Stimmigkeit zu verleihen. Nur die Leipziger werden sich über einige topographische Kühnheiten wundern. Aber spätestens wenn sie nach den ersten Kapiteln drinstecken in dieser Atmosphäre des Jahres 1920, den Geruch der Kohleheizungen in der Nase, das Klappern der Pferdegespanne, das Klingeln der Straßenbahnen und das Brummen der Kraftdroschken im Ohr, werden sie mitgerissen.

Denn dieser Stainer ist keiner, der sich aufhalten lässt oder der erst lange grübelt, auch wenn er mitten in seinem Fall fast verzweifeln will und sich tatsächlich Hilfe sucht, seiner Albträume Herr zu werden. Und er lässt sich erst recht nicht aufhalten, als die Fememörder auch seine Nächsten treffen. Da wird er erst richtig wütend, während der Leser mit Rosa mitfiebert, die von den Mördern gefangen wurde. Es wird zu einem Wettlauf gegen die Zeit. Am Ende quietschen auch die Reifen und der Leser wird das Buch ganz bestimmt nicht mehr zur Seite legen, um es am nächsten Tag zu Ende zu lesen.

Und das hat nicht nur mit der aufgebauten Spannung zu tun, sondern längst auch mit dem Gefühl, den Helden und Heldinnen in dieser Geschichte sehr nahe zu sein. Als genügte ein Seitenumblättern, und schon steht man unverhofft vor dem Haus in der Salomonstraße, in dem „Tante Fine“ und und die selbstbewusste Cousine von Max, Monika, wohnen. Oder vor der „Wächterburg“ in der Wächterstraße, wo Stainer sein Büro hat und jeden Moment die „Mannschaftsdroschke“ aus dem Torweg brettern kann, um eiligst die zusammengetrommelten Polizisten zum nächsten Tatort zu bringen.

Ein atmosphärischer und hochemotionaler Roman, der so beiläufig auch zeigt, wie spannend Leipziger und deutsche Geschichte sein kann, wenn ein hochinteressierter Autor sich ihrer annimmt.

Thomas Ziebula Der rote Judas, Wunderlich, Hamburg 2020, 20 Euro.

Uwe Schimuneks neuer Krimi entführt die Leser ins Leipzig des Jahres 1907

Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 24. Januar 2020): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen. Doch eben das ist unser Ziel.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen und ein Freikäufer-Abonnement abschließen (zur Abonnentenseite).

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Aufrechterhaltung und den Ausbau unserer Arbeit zu unterstützen.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 350 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

 

RezensionenKrimiWeimarer Republik
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Ausstellung: PLAKATIERT! Reflexionen des indigenen Nordamerika
Mit Unterstützung des Karl May Museums Radebeul und des GRASSI Museums für Völkerkunde zu Leipzig präsentiert die galerie KUB die Ausstellung „Plakatiert! Reflexionen des indigenen Nordamerika“. Die Ausstellung wurde von Studierenden der Ethnologie und der Museologie an der Goethe-Universität Frankfurt kuratiert.
SV Lichentberg vs. 1. FC Lok Leipzig 3:2 – Premiere mit Problemen
Denis Jäpel sucht den Abschluss gegen David Hollwitz. Foto: Thomas Gorlt

Foto: Thomas Gorlt

Für alle LeserDer 1. FC Lok Leipzig hat das erste Regionalliga-Pflichtspiel in der Hans-Zoschke-Arena in Lichtenberg mit 2:3 (0:1) verloren. Vor 966 Zuschauern liefen die Blau-Gelben gegen Lichtenberg 47 ab der 2. Minute einem Rückstand hinterher, nach 28 Minuten auch nur noch zu zehnt. Auf den Ausgleich antwortete Lichtenberg postwendend mit einem Doppelschlag. Abderrahmanes Anschlusstreffer 23 Minuten vor Schluss sollte trotz hochkarätiger Chancen auf beiden Seiten der letzte Treffer in einem unterhaltsamen Spiel bleiben.
GlobaLE: Pandemie, Fluchthilfe und Weltwirtschaftsforum
Plakat zum GlobaLE Filmfestival 2020. Grafik: GlobaLE

Grafik: GlobaLE

Am Montag, Mittwoch und am Donnerstag lädt das GlobaLE Filmfestival die Leipzigerinnen und Leipziger wieder zu Film und Diskussion ein. Am Montag, 26. Oktober macht die GlobaLE um 20 Uhr im Neues Schauspiel (Lützner Straße 29) Station und zeigt den Dokumentarfilm "Words of Bandits" (Italien, Frankreich 2019, engl. UT) von Jean Boiron-Lajous. Seit 2015 ist die italienisch-französischen Grenze geschlossen um die Reise von Migrantinnen und Migranten zu verhindern. Im französischen Roya-Tal leisten einige Einwohner Widerstand und helfen den Reisenden. Ein Film über Solidarität und Widerstand im Sommer 2015.
Factory of Art begeht Dienstjubiläum: Warum 30 Jahre Rock N‘Roll noch nicht genug sind
Factory Of Art will es 2020 noch enmal wissen und begeht im Herbst/Winter in neuer Besetzung noch einige Jubiläumsauftritte zum 30-jährigen Bestehen. Foto: Factory Of Art Management

Foto: Factory Of Art Management

Für alle LeserDie Leipziger Musikerszene ist schon von jeher vielfältig und wegweisend gewesen. Wenn wir an die Leipziger Beatbewegung zurückdenken, dann gilt Leipzig als ein Zentrum der neuen Popmusikwelle. Mit der Klaus Renft Combo und ihrer zwischenzeitlichen Neubenennung in „The Butlers“ waren ihre Mitstreiter zentrale Figuren, die Leipzigs Weg in die Pop-Welt zeigten.
Corona-Folgen trafen Soloselbstständige und marginal Beschäftigte sofort
Entwicklung der Erwerbstätigenzahl in Sachsen. Grafik: Freistaat Sachsen, Statistisches Landesamt

Grafik: Freistaat Sachsen, Statistisches Landesamt

Für alle LeserKrisen machen sichtbar, wer in einer Gesellschaft eigentlich besonders bedroht ist und besonders schnell sein Einkommen und seine Existenz verliert. Und es sind nicht die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst, auch wenn der Streik dort für höhere Einkommen partiell berechtigt ist. Obwohl völlig andere Streikthemen dran wären, denn nicht die Löhne sind das Schlimmste, sondern die zusammengesparten Personalausstattungen. Aber andere wurden vom Corona-Shutdown noch heftiger getroffen.
Pestizidprozess in Bozen: Oekom-Verleger thematisiert die Anklage als direkten Angriff auf die Meinungsfreiheit
Traktor im Vinschgau. Foto: Jörg Farys, Umweltinstitut München

Foto: Jörg Farys, Umweltinstitut München

Für alle LeserAm Donnerstag, 22. Oktober, gab es noch keine Entscheidung. Nach der Verhandlung über eine mögliche Anklageerhebung zu „Wunder von Mals“ gegen den Geschäftsführer des oekom Verlags Jacob Radloff sowie mehrere Vorstandsmitglieder des Umweltinstituts München steht das Ergebnis noch aus. Aber sollte nun auch noch der Geschäftsführer des oekom-Verlages angeklagt werden, ufert der Bozener Prozess endgültig in eine Verhandlung gegen die Meinungsfreiheit aus. Dazu wurde Radloff am Donnerstag sehr deutlich.
Figurentheaterlegende Neville Tranter im Westflügel Leipzig
Foto: Wim Sitvast

Foto: Wim Sitvast

Ein einsamer Strand in Nordafrika. Das letzte Boot ist auf dem Weg nach Babylon, dem Gelobten Land. Ein nervöser Kapitän wartet ungeduldig auf seine letzten Passagiere, alles Flüchtlinge. Doch für den Teufel, der ebenfalls am Strand steht, ist längst klar, dass das Schiff sein Ziel nie erreichen wird. Gott versucht, das Schlimmste zu verhindern, denn unter den Reisenden befindet sich auch sein eigener Sohn …
Eutritzscher Freiladebahnhof: Neue Vorlage für den Stadtrat und Grüne-Antrag zum Grundstückserwerb
Gelände des Eutritzscher Freiladebahnhofs. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserWie weiter am Eutritzscher Freiladebahnhof? Das ist nach wie vor völlig offen. Denn augenscheinlich hat auch der neue Eigentümer der Fläche die „Ergänzungsvereinbarung zum Städtebaulichen Vertrag Freiladebahnhof Eutritzscher Straße/Delitzscher Straße (Planungs- und Entwicklungsvereinbarung, PEV)“ vom 26. April 2017 noch nicht unterzeichnet. Jedenfalls wünscht sich das Stadtplanungsdezernat noch einmal eine Beauftragung durch den Stadtrat, das nun durchzusetzen. Während die Grünen in Erwägung ziehen, dass der aktuelle Besitzer überhaupt nicht bauen will.
Rund 1.000 Menschen erinnern in Leipzig an Todesopfer rechter Gewalt + Video
Am 2013 auf Initiative von NGOs errichteten Gedenkstein an Kamal K. wurden Blumen und Kerzen aufgestellt. Luise Mosig

Foto: Luise Mosig

Für alle LeserVor zehn Jahren erstachen Neonazis den Iraker Kamal Kilade in der Nähe des Leipziger Hauptbahnhofs. Seit seinem Tod – Kamal K. ist das bisher letzte bekannte Todesopfer rechter Gewalt in Leipzig – rufen zivilgesellschaftliche Bündnisse jährlich zu Gedenkdemonstrationen Ende Oktober auf.
Dreistellige Millionenausfälle im Stadthaushalt Leipzig für 2021 und 2022 prognostiziert: Erste Prüfliste des Finanzdezernats im Finanzausschuss
Neues Rathaus bei Nacht. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserWirklich klar ist ja noch lange nicht, wie sehr die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Leipziger Haushalt durchschlagen und was alles im Doppelhaushalt 2021/2022 nicht möglich sein wird, weil das Geld fehlt. Eine erste Liste von zu vertagenden Ausgabeposten gab Finanzbürgermeister Torsten Bonew am 16. Oktober in den Finanzausschuss. Meistens sind es nur eher kleine Beträge, die erst einmal vertagt werden sollen. Sie decken die prognostizierten Einnahmeausfälle nicht wirklich.
Ökolöwe zum Stadtratsbeschluss: Leipziger Aue bleibt weiter Werbeaushang für den Massentourismus
Boote auf der Weißen Elster. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs war ein Kompromiss, den der Stadtrat am 14. Oktober beschloss: Das Umweltdezernat darf an die Erarbeitung eines neuen Wassertouristischen Nutzungskonzepts (WTNK) gehen – aber unter Beachtung des Auenrevitalisierungsprogramms. Und Michael Neuhaus (Die Linke) wurde sogar recht deutlich, was alles nicht im neuen WTNK auftauchen dürfte, wenn sich die Verwaltung dran hält. Trotzdem findet der Leipziger Ökolöwe: Diese Fortschreibung hätte es nicht geben dürfen.
Umbruch, Aufbruch: Die Deutsche Nationalbibliothek gibt eine Broschüre mit Texten zu 30 Jahren Zusammenwachsen heraus
Umbruch, Aufbruch. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser30 Jahre Deutsche Einheit sind natürlich auch allerlei 30jährige Jubiläen. Vieles startete damals, manches wuchs tatsächlich zusammen. So, wie es Willy Brandt damals gemeint hatte. Aber das Zusammenwachsen war die Ausnahme. Denn das hatte immer Respekt und Augenhöhe zur Voraussetzung. Die beiden Deutschen Büchereien haben es vorgemacht und sind tatsächlich zur Deutschen Nationalbibliothek mit zwei Standorten zusammengewachsen.
„Sport vor Ort“ – die anderen Sporttipps für den November
"Sport vor Ort" ist wieder da.

Sport vor Ort.

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 84, seit 23. Oktober im Handel„Sport vor Ort“ zeigt, dass spannender Sport in Leipzig nicht nur in den großen Arenen, sondern überall stattfindet. Ob in Schulsporthallen oder auf Ascheplätzen, ob Ringen, Rugby oder Rollhockey, Bundesliga oder Kreisliga – Sport vor Ort hat die Höhepunkte auf dem Schirm, die nicht im großen Rampenlicht stattfinden. Ehrlichen, erdigen Sport – in Leipzig – vor eurer Haustür.
Roger Melis – In einem stillen Land. Fotografien aus drei Jahrzehnten DDR
Roger Melis, Kinder in der Kollwitzstraße, Berlin 1974 © Nachlass Roger Melis

© Nachlass Roger Melis

Kaum ein zweiter Fotograf hat die Ostdeutschen und ihre Lebenswelt so lange, so intensiv und in so vielen Facetten beleuchtet wie Roger Melis (1940 – 2009). Drei Jahrzehnte lang bereiste der Mitbegründer und Meister des ostdeutschen Fotorealismus von Berlin aus die DDR als ein Land, das er unter der Herrschaft der SED oft als „still“ und erstarrt empfand.
Kreativ gegen Corona
Quelle: Nadine Felgentreff

Quelle: Nadine Felgentreff

Mit einem umfangreichen Hygienekonzept wird am 7. November die siebte Auflage des TKH (Tag des Kreativen Hofes) in Leipzig-Miltitz über die Bühne gehen. Ab 11 Uhr öffnen Künstler, Kunsthandwerker und kreative Menschen jedweder Couleur ihre Stände im Felgentreff-Hof und dem „Schärdschher“, dem neuen Veranstaltungsraum der Mittelstraße 13.