Der Katalog zum kurzen und doppelt unvollendeten Leben des Albert von Zahn

Wer Entdeckungen mag, dem kann man nicht nur die Kabinettausstellung „Albert von Zahn. Grenzgänger zwischen Kunst und Wissenschaft“ empfehlen, die am Mittwoch, 7. September, im Museum der bildenden Künste eröffnet wurde. Es gibt auch einen schönen handlichen Katalog, der die Entdeckungsreise von Marcus Andrew Hurttig ins Leben des Albert von Zahn nachvollziehbar macht.

Immerhin ist es ein ganzes persönliches Schicksal, das da aus den Tiefen der Geschichte und der Grafischen Sammlung des Bildermuseums auftaucht, wo die Mappe mit Zeichnungen des 1836 in Leipzig geborenen Albert von Zahn jahrzehntelang schlummerte. Nicht immer ganz vergessen. Aber die letzte Ausstellung einiger seiner Zeichnungen ist auch schon fast 80 Jahre her. So gesehen sind diese Bilder natürlich eine Wiederentdeckung, die gerade deshalb spannend ist, weil man mit Albert von Zahn einen der ersten deutschen Kunsthistoriker vor sich hat, der sein Wissen um Techniken und Kunstmarkt zur Profession machte. Gar nicht erst mit dem berühmten Holbein-Streit, zu dessen Klärung sein Wirken in den Dresdner Kunstsammlungen am Ende entscheidend beitrug.

Auf den Weg vom Künstler, als der er sich anfangs sah, zum Kunstwissenschaftler machte sich von Zahn nach einem Kunststudium in Dresden. Er kehrte an die Uni Leipzig zurück und studierte hier Ästhetik und Philosophie. Kunstwissenschaftliche Vorlesungsangebote musste er sich da schon wie Rosinen herauspicken. Aber schon in dieser Zeit galt der 23-Jährige in Leipzig als Koryphäe. Er wurde Mitglied im Leipziger Künstlerverein und 1860 Kustos des Leipziger Kunstvereins und damit auch der Bildersammlung im Städtischen Museum, also irgendwie auch der erste Museumsdirektor.

In einem etwas längeren Essay versucht der Kunsthistoriker Heinrich Dilly, diese frühe Entwicklungsetappe der Kunstgeschichte und ihrer prägenden Vertreter zu schildern. An vielen Stellen sehr essayistisch, man merkt schon, dass er gern zehn Geschichten auf einmal erzählen möchte, weil sie bis heute nicht erzählt sind. Denn selbst die heutige Kunstgeschichte hat sich noch nicht wirklich mit ihrer Entstehungszeit beschäftigt – mit der speziellen deutschen Ausprägung auch nicht. Und Dilly nennt Dutzende Namen von Leuten, die ganz ähnlich wie von Zahn in das Fach und in die Expertenposition kamen. Und die dann auch die Künstler ablösten, die bis dahin in der Regel die Direktorenposten in den frühen Kunstsammlungen innehatten.

Was der Holbein-Streit um 1870 dann im Grunde auf den Punkt brachte: Die Zeit der rein ästhetischen Betrachtung von Kunst (die auch diese unsäglichen Bestenlisten hervorgebracht hat, nach denen heute oft genug noch die Kunstgenies der Geschichte sortiert werden, auch wenn Raffael seinen 1. Platz inzwischen eingebüßt hat) ging zu Ende, echtes Fachwissen, Wissen um Handschriften und Techniken der Künstler, um die Herkunft von Bildern und die Kunst einer professionellen Restauration erwiesen sich als wichtiger und tragfähiger. Die Museen und Sammlungen professionalisierten sich und die neuen Professionellen erschufen auch die ersten maßgeblichen Übersichtswerke über die großen Kunstepochen.

Das alles berührte auch das Leben Albert von Zahns, wobei sich Dr. Marcus Andrew Hurttig nicht immer sicher ist, wo er den Zeitpunkt setzen kann, an dem von Zahn sich entschloss, die Künstlerkarriere an den Nagel zu hängen und sich in die Kunstgeschichte zu knien. Vor dem Leipziger Studium? Oder erst nach seiner von Leipzig 1866 gestarteten Italien-Reise, von der die meisten Zeichnungen stammen, die jetzt in Ausstellung und Katalog zu sehen sind.

Man hat zwar die Veröffentlichungen seiner Abschlussarbeiten, der von ihm herausgegebenen kunstwissenschaftlichen Periodika und seiner wissenschaftlichen Beiträge. Aber das Persönliche fehlt, liegt – möglicherweise – noch in Weimar oder Dresden, den beiden Stationen seiner Laufbahn als Sammlungsleiter nach den fruchtbaren Jahren in Leipzig am Städtischen Museum. Aber um diese Archive zu erkunden braucht es natürlich eigene Expeditionen. Und schon die Arbeit in der Grafischen Sammlung des Museums der bildenden Künste war eine Expedition, bei der Hurttig nicht nur akribisch die Stationen der Italien-Reise recherchieren konnte. Er fand auch die Spuren zu Maler- und Wissenschaftlerkollegen von Zahns. Der Mann war – so jung er war – bestens vernetzt mit den wichtigsten Vertretern seiner Zunft. Was auf Heinrich Dillys Beitrag verweist und den unbearbeiteten Acker, den dieser zeigt: Diese kunstgeschichtliche Geisteswelt mit ihren Vernetzungen und vor allem ihrer Rollen im Gründungsgeschehen der wichtigsten Sammlungen und Kunstmuseen der Zeit hat noch niemand erzählt.

Und es ließe sich etwas erzählen, denn diese Leute prägten nicht nur das Sammlungsgeschehen, sondern auch das Kunstverständnis der Zeit. Und es fällt auf, wie lange sich die Kunstrichtung der Nazarener- und Deutsch-Römer-Zeit in Deutschland hielt – nämlich weit über das Jahr 1870 hinaus, fast ein Jahrhundert. Von Zahns Italien-Zeichnungen stehen ziemlich symptomatisch dafür, zeigen aber auch, dass auch die Kunstvermittlung in den Akademien ihren Anteil hat daran, dass dieser Spät-Raffaelismus sich in Deutschland praktisch ein ganzes Jahrhundert hielt, dann in eine späte Spät-Romantik abkippte, als in anderen Ländern eine Welle der Moderne nach der andern für Furore sorgte.

Das Deutschland des 19. Jahrhunderts war in mancher Beziehung ein zurückbleibendes Deutschland mit seltsamen Eigensichten auf die Größe und Besonderheit seiner Kunst und seiner Literatur. Neben der romantischen Schwärmerei ist der Drang zur verklärenden Idylle unübersehbar. Auch in Albert von Zahns Italienbildern von 1866. Als hätte die geistige Elite eines kompletten Landes beschlossen, die qualmenden Veränderungen der neuen Zeit einfach zu ignorieren. Dabei wissen wir gar nicht, was Albert von Zahn sich dabei dachte, als er in Italien noch einmal dieselben Landschaften zeichnete, die auch seine Ausbilder und Malerfreunde schon gezeichnet hatten. Vielleicht – so vermutet es zumindest Marcus Andrew Hurttig – hat er dort für sich gemerkt, dass er zwar seine Freude an der Benutzung des Bleistifts hatte. Aber dass es zu einem eigenständigen künstlerischen Werk nicht reichte.

Was wahrscheinlich gar nicht seine Schuld war. Denn die Welt, in der er lebte, regte nicht wirklich zu diesem furiosen Drang nach Ent-Äußerung an, wie er der Kunst in Frankreich oder England damals regelrecht Feuer machte. Das deutsche Genie war mehr Eigenbrötler als Neu-Schöpfer. So ein bisschen wie Faust II, der eigentlich über das epigonale Nachahmen des Antiken nie hinauskam. Bis heute glauben die Deutschen ja, Faust sei ein rebellischer Geist.

Deswegen ist es schade, dass beim jetzigen Stand der Forschung über die persönlichen Motive und Einsichten Albert von Zahns nichts bekannt ist. Wie war sein Dialog mit den berühmten Kollegen in München, Berlin, Dresden und Köln? Gab es den? Schlugen sich ihre Debatten auch in ihren Briefen nieder? Und wie standen sie zur Kunstszene ihrer Zeit? Oder hatten sie alle das Gefühl, dass in diesem kleinteiligen Flickenteppich Großes weder zu denken noch zu malen war? Weil es die emsig sich ins Kleine fügenden Bürger und Fürsten verschreckt hätte?

Das Akribische fällt natürlich auf bei von Zahn. Er hat gelernt, das Gesehene sauber und detailgetreu aufs Papier zu bannen. Dazu war die aufs Ab-Zeichnen fixierte Malerausbildung in Dresden gut gewesen. Man ahnt aber schon bei der Schilderung, dass so eine Art Kunstausbildung, wie sie da in Dresden betrieben wurde, die wirklich kreativen Anwärter entweder vertreiben oder zerstören musste.

Man muss sich also auch die deutschen Kunstakademien anschauen, wenn man sehen will, warum Deutschland in der Kunst auf Jahrzehnte ins Epigonale verfiel. Und warum Albert von Zahn nach der Italien-Reise wohl endgültig die Nase voll hatte. Denn wenn er sich seine Zeichnungen anschaute, musste er ja sehen, dass daran nicht Eigenes, nichts Frappierendes war, nur das Wiederholen des Antrainierten. Dass er diese Vergleiche anstellte, legen die vorhandenen Zeichnungen älterer Maler nahe, die sich mit dem Von-Zahn-Konvolut in den Grafischen Sammlungen befunden haben.

Man weiß natürlich nicht, ob er diese Erkenntnis dann als tragisch empfand und als Ansporn, sich nun erst recht ganz der Kunstwissenschaft zu widmen. Die letzten rastlosen Jahre deuten zumindest darauf hin, dass von Zahn sich jetzt lieber ganz der Grundlagenarbeit einer noch jungen Wissenschaft widmete, die voller Entdeckungen war. Und wo man vor allem kritisch sein durfte und Fälschungen von Originalen trennen durfte. Und auch in die Tiefe der Geschichte ausweichen durfte – erlaubterweise, weil alles Große schon vor 300 Jahren geschaffen wurde. Oder vor 3.000, wenn man sich gleich der Antike widmete. Auch das kann man als eine Flucht aus einer in ihrer Epigonalität nicht mehr aushaltbaren Gegenwart deuten. Wenn man will.

Widerspruch gibt es erst einmal nicht – es sei denn, Marcus Andrew Hurttig gräbt solche Selbstzeugnisse von von Zahn noch irgendwo aus.

Im Katalog schildert er jetzt erst einmal den Forschungsstand, wie er mit dem Leipziger Konvolut möglich wurde. Italien-Aufenthalt und Holbein-Streit spielen naturgemäß eine wichtige Rolle, da Hurttig sich vor allem auf die Leipziger Jahre beschränkt, die Zeit, in der der begabte Mann einfach die Pinsel fallen ließ und sich in die Theorie stürzte, die auf ihn richtig aufregend gewirkt haben muss. Auch das ist deutsch: Die wirklichen Diskussionen haben die Deutschen immer nur in der hohen Theorie geführt – da dann gern auch mit scharfer Klinge. Die Wohnzimmer hat man sich dann mit Idyllen vollgehängt und mit hübsch gemalten italienischen Ruinen.

Da wollte von Zahn sichtlich nicht landen. Aber dann ist er so jung gestorben, dass man nicht weiß: Was hätte er noch geschrieben zu diesem epigonalen Kunstzeitalter? Hätte er überhaupt?

Man weiß es nicht. So hat man mit dem Katalog neben vielen schönen Reproduktionen seiner Zeichnungen auch eine Menge Fragezeichen in der Hand. Aber genau aus denen besteht ja die deutsche Geistesgeschichte, gerade da, wo man wirklich klare Worte lieber nicht benutzt hat – des lieben Geistesfriedens willen.

„Albert von Zahn. Grenzgänger zwischen Kunst und Wissenschaft“, Museum der bildenden Künste Leipzig, Leipzig 2016, 12 Euro.

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