Eine reich illustrierte Spurensuche in der Leipziger Wirtschaftsgeschichte des frühen 20. Jahrhunderts

Noch ist das große Buch über die jüdische Kultur in Leipzig bis 1933 nicht geschrieben. Mit Bernd-Lutz Langes Büchern ist das Thema vor Jahren ja überhaupt erst einmal wieder öffentlich geworden. Und seitdem ist Vieles emsige Nachhol-Arbeit. Denn aus dem Leipziger Stadtbild sind die einstigen jüdischen Nachbarn fast völlig verschwunden. Jane Wegewitz und Tom Pürschel waren in Schleußig auf Spurensuche.

Und ihr Buch ist im Grunde auch wieder ein Beginn – diesmal einer etwas abseits der Leipziger Stolperstein-Projekte, auch wenn die drei Unternehmerfamilien, die die beiden hier aus dem Dunkel des Vergessens holen, ebenfalls Tribut an die Mordmaschinerie der Nazis gezahlt haben. Auch sie konnten sich dem Zugriff der Mörder nicht komplett entziehen. Am allerwenigsten dem gewaltigen Raubzug, den die Nationalsozialisten mit ihrer „Arisierung“ vollzogen, als sie die jüdischen Eigentümer von Unternehmen zum Komplettverkauf an „arische“ Eigentümer zwangen – weit unter Wert der Unternehmen, das Geld wurde auf Konten verwahrt. Der Name der Unternehmen verschwand aus Grundbüchern und Stadtbild.

Manchmal so nachhaltig, dass selbst nach 1990 mit den Grundstücken und Betriebsarchiven so rücksichtslos umgegangen wurde, dass man nur betroffen sein kann über die Geschichtslosigkeit vieler Menschen. Auch heute noch. Noch 1996 ging „ein Großteil der Firmenunterlagen von Dr. Löbl & Co. beim Abriss des Gebäudes in der Holbeinstraße verloren“.

Das betraf nicht nur einst jüdisches Eigentum, das betraf auch viele andere Betriebe, die im Goldrausch der 1990er Jahre verkauft und abgerissen wurden. In dieser Zeit hat Leipzig einen Großteil seines wirtschaftlichen Gedächtnisses verloren. Bis weit in die wirtschaftliche Frühzeit hinein. Entsprechend lückenhaft ist das, was heutige Spurensucher noch finden. Löbl & Co. war eine Rauchwaren-Färberei, einer von über 200 Leipziger Betrieben, die in der einst gewinnträchtigen Pelzfabrikation tätig waren und den Weltruf des Leipziger Brühl begründeten.

Der natürlich fast zur Hälfte durch jüdische Kaufleute, Unternehmensinhaber und Angestellte geprägt war. Egon Erwin Kisch war es, der das wohl eindrucksvollste Bild vom Leipziger Brühl gezeichnet hat, als hier noch ein Pelzkontor neben dem anderen zu finden war und die Geschäfte noch bis in die 1920er Jahre teilweise auf offener Straße abgewickelt wurden. Zu dieser Zeit machte der Pelzhandel Leipzig reich. Und es war ein Politikum, als mit der Oktoberrevolution 1917 die Lieferungen aus Russland auszubleiben begannen. Da machte sich bemerkbar, dass und warum Juden den Pelzhandel seit Jahrhunderten dominierten. Denn sie hatten die weitreichenden Handelskontakte in den Osten. Und sie knüpften auch die neuen Verträge, die Leipzig wieder zum Umschlagplatz der nun sowjetischen Pelze machte.

Ein Thema, das natürlich eine Rolle spielt, wenn die Geschichte von Dr. Emmo Löbl und seiner Familie erzählt wird. Er war studierter Chemiker, der 1905 nach Leipzig kam und die Färberei für Pelze systematisch aufbaute und zu einem der führenden Betriebe in Leipzig machte. Rauchwarenfärberei – das war zu Jahrhundertbeginn ein riesiger Modernisierungsschritt im Pelzhandel, denn jetzt konnten Pelze in den gewünschten Modefarben der Zeit gefärbt werden – was auch weniger gefragte Felle auf einmal absatzfähig machte.

Die Judenverfolgung und die Enteignung durch die Nazis erlebte Emmo Löbl nicht mehr mit. Er starb 1929. Aber seine Frau Lucie, geborene Chamizer, wurde Opfer dieser Verfolgung, genau wie seine Tochter Agnes.

Das Buch ist voller Fotos. Fotos, wie man sie in alten Familienalben findet, stille, manchmal sehr steife Momente. Aber wenn man die Schicksale der Abgebildeten erfährt, werden sie lebendig, lassen eine ganze Lebenswelt lebendig werden, erst recht, wenn es den beiden Autoren gelungen ist, auch die Erinnerungen der überlebenden Kinder zitieren zu können, die einen Blick in Alltag und Firmenklima erlauben. Viel zu wenig, sagt man sich beim Lesen. Gerade weil die beiden Autoren sich auf Schleußig konzentrieren, einen für gewöhnlich eher beschaulichen Ortsteil. Quasi das Wohnviertel mitten im Industrierevier, das gleich an der Weißen Elster begann. Löbls Rauchwaren-Färberei lag direkt am Fluss.

Und für Moses Broders Rohproduktenhandlung, die sich später zur Metallverwertung M. Broder & Söhne mauserte, gibt es gleich mehrere Firmenadressen. Denn was mit Broders Ein-Mann-Sammelunternehmen für Alt- und Buntmetalle begann, entwickelte sich im Lauf weniger Jahre zu einem der wichtigsten metallverwertenden Unternehmen im Leipziger Westen. Auch hier verschwanden die letzte Reste des Unternehmens an der Industriestraße, wenige Mauerreste gegenüber der Konsum-Zentrale erinnern an des Unternehmen, aber natürlich nicht an die Enteignung und daran, dass Moses’ Frau Anna Hane Broder und die Schwiegertochter Esther Elsa Broder mit ihrem Sohn Manfred in Bergen-Belsen bzw. Auschwitz umgebracht wurden.

Dass diese Familien Stoff für große Geschichten bieten, wird zumindest spürbar, wenn von Jakob Broders Begeisterung für schnelle Autos erzählt wird und von der Husarenaktion seine Bruders Elias, der sich 1938, als Jakob im KZ Sachsenhausen inhaftiert war, in den vollen Offizierswichs aus dem 1. Weltkrieg warf und den Bruder aus dem KZ holte.

Mit der Familie Cerf begegnet man dann einer renommierten Leipziger Anwaltsfamilie, deren Oberhaupt – Erich Cerf – schon 1934 durch die Leipziger Nazi-Nomenklatura aus seinem Beruf gedrängt wurde. Fast legendär ist die Liebe seines Bruders Paul Cerf, der eine Fabrik für Felle, Häute und Rauchwaren gründet und sich in die Schauspielerin Jenny Falk verliebt, die er auch heiratet – gegen den stillen Widerstand seiner Familie.

Denn auch das wird in diesem Buch deutlich: Wie sehr sich die jüdischen Familien in das Leipziger Bürgertum integrierten – bis hin zu dessen hohen Kultur- und Standesansprüchen.

Aus der Ehe von Paul und Jenny ging dann die selbstbewusste Ruth Cerf hervor, die dem Leser in Paris als Fotomodel begegnet und als Freundin von Gerta Pohorylle, die sie mit einem ungarischen Flüchtling namens André Friedmann zusammenbringt – unter ihren Künstlernamen Gerda Taro und Robert Capa werden beide berühmt. Und Ruth Cerf? Sie geht frühzeitig in den Widerstand gegen die Nazis. Ihr Bruder Kurth wurde – wie die Mutter Jenny – Schauspieler, aber in den USA, wo er seine Erfolge feierte.

Es sind drei aus vielen Puzzle-Teilen zusammengesetzte Familiengeschichten, die zumindest skizzenhaft ein Bild zeichnen von einer lebendigen Stadt, in der sich auch für Menschen mit jüdischen Wurzeln jede Gelegenheit ergab, mit Fleiß und Ausdauer etwas auf die Beine zu stellen und den Reichtum der Stadt zu mehren. Sie waren Teil einer kulturvollen Welt, wohnten gleich nebenan. Und mussten, wenn ihnen denn die Flucht gelang, fast alles zurücklassen. Leipzig ist dadurch ärmer geworden. Aus Familien, die Anfang des 20. Jahrhunderts dazu beitrugen, Leipzig zu einer prosperierenden Stadt zu machen, wurden Vertriebene.

Eigentlich hat sich Leipzig von diesem Kulturbruch bis heute nicht wieder erholt. Und so eine kleine Ahnung schwingt mit, dass mit dem Hass der Nazis auf „die Juden“ auch das alte, selbstverständliche Unternehmertum in dieser Stadt zerstört wurde. Eines, das stolz seinen Namen an Fabrikwände schrieb.

Das Titelbild zeigt übrigens keine banale Leipziger Szene, sondern einen Betriebsausflug der Firma „M. Broder & Söhne“ im Jahr 1922 im damals modernen Autobus mit Zwischenstopp am Völkerschlachtdenkmal.

Das Buch liest sich wie das Grundmuster dreier großer Leipziger Familienromane – voller markanter Figuren, großer Träume und einem dunklen Finale, das viele der Handelnden in alle Welt zerstreute – bis nach Australien, wie man gleich im Vorwort erfährt. Was die Spurensuche nicht leichter macht. Aber nicht vergeblich, wie man sieht. Denn die Erinnerung an Leipzig haben auch die Kinder und Enkel nicht vergessen, die die Recherche der beiden Autoren mit vielen Bildern und Erinnerungen bereichert haben. So konnte ein Buch entstehen, das am Beispiel der Familien sichtbar macht, wie fest verwurzelt diese jüdischen Familien in der Leipziger Gesellschaft waren, wie sie hier heimisch waren und sich als Leipziger fühlten. Am Ende nur Nachbarn auf Zeit. Deren Geschichten aber geradezu darauf warten, erzählt zu werden.

Jane Wegewitz, Tom Pürschel Broder, Cerf & Löbl, Hentrich & Hentrich, Berlin 2017, 19,90 Euro.

In eigener Sache: Abo-Sommerauktion & Spendenaktion „Zahl doch, was Du willst“

BiografieStadtgeschichte
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Freitag, der 18. September 2020: Parkplätze zum Abhängen und abgelehnte Anträge zu Geflüchteten in Moria
Auch in diesem Jahr wurden Parkplätze in Leipzig in Kleingärten, Spielplätze und Sitzecken verwandelt. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserGut gewählt, wer das Auto in der Garage hat stehen lassen: Auf Leipzigs Straßen oder vielmehr auf den Parkspuren entstanden am heutigen PARK(ing) Day kleine Sitzecken, Spielwiesen und Mini-Gärten. Im Bundestag wurden derweil jeweils ein Antrag von Linke und Grünen zu den Konsequenzen aus dem Brand von Moria abgestimmt. Beide wurden abgelehnt. Was sonst noch wichtig war (und sein wird) ...
Ticketverlosung: Hälfte des Lebens. Poesie & Narrheit – Lesung und Musik zu Ehren von Friedrich Hölderlin

Foto: Karin Thomas

VerlosungAm Samstag, 26. September, gibt es um 15 Uhr im Garten des Leipziger Schillerhauses zu Ehren von Friedrich Hölderlin Lesung und Musik mit Steffi Böttger, Anna Fey, Ralph Grüneberger und dem Gitarrenduo Karin Leo und Thomas Heyn. Zu Gehör gebracht werden ausgewählte Gedichte und Notate aus der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Poesiealbum neu“, die Friedrich Hölderlin gewidmet ist. Freikäufer haben die Möglichkeit, 1 x 2 Freikarten zu gewinnen.
Neue Studie: Atomkraft hat Deutschland bis heute bereits mehr als eine Billion Euro gekostet
Wie die Atomkraft in Deutschland mit Milliarden gefördert wurde. Grafik: Greenpeace Energy

Grafik: Greenpeace Energy

Für alle LeserEines der am häufigsten gebrauchten Argumente gegen die Erneuerbaren Energien ist immer wieder: „Das kostet zu viel. Die Verbraucher werden unzumutbar belastet.“ Die alten Riesenkraftwerke werden dann meist so hingestellt, als würden sie sich nicht nur rechnen, sondern auch noch enorme gesellschaftliche Gewinne beitragen. Das Gegenteil ist wahr, rechnet Greenpeace Energy jetzt einmal für die Atomkraft vor.
Bundesverband Windenergie Sachsen befürchtet für den Windkraftausbau in Sachsen jahrelangen Stillstand
Einsames Windrad in der Lausitz. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserDie „Verspargelungs“-Kampagnen vor zehn Jahren haben einen kaum reparablen Schaden beim Windkraftausbau in Sachsen zur Folge gehabt. Der Freistaat ist Schlusslicht beim Ausbau der Windenergieanlagen. Doch Bund und EU haben gerade ihre Ziele für die Erneuerbaren Energien erhöht. Und das zu einem Zeitpunkt, da Sachsen praktisch handlungsunfähig ist, weil die verfügbaren Flächen für Windkraftanlagen fehlen.
Verschoben: In The Ä Tonight – Die Tour von und mit DIE ÄRZTE
Die Ärzte. Quelle: Semmel Concerts

Quelle: Semmel Concerts

Aufgrund des Beschlusses der Bundesregierung von Ende September 2020, Großveranstaltungen bundesweit bis Ende Dezember 2020 weiter auszusetzen, müssen die geplanten Termine der „In The Ä Tonight - Die Tour von und mit DIE ÄRZTE“ leider auch auf Ende 2021 verschoben werden.
Schottergärten: Leipzig muss künftig kontrollieren, dass es keine Verstöße gegen die Vorgartensatzung gibt + Video
Ein völlig zugeschotterter Vorgarten. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserEin bisschen hin und her ging es im Sommer zwischen Grünen-Fraktion und Verwaltung. Die Grünen hatten beantragt, rechtliche Regelungen gegen die toten Schottergärten zu erlassen, die überall im Stadtgebiet entstehen und für Pflanzen und Tiere überhaupt keinen Raum mehr lassen. Das Amt für Bauordnung und Denkmalpflege meinte, das stünde doch alles schon in der Vorgartensatzung von 1996. Aber tatsächlich nicht wirklich rechtssicher. Am 16. September stimmte die Ratsversammlung also auch über diesen Grünen-Antrag ab.
Leipziger Lichtfest am 9. Oktober 2020: Zu Hause dabei sein und ein Licht ins Fenster stellen
Vorstellung Lichtfest 2020 mit Bernhard Stief, Marit Schulz, Burkhard Jung und Michael Koelsch. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserCorona verändert alles – auch das Lichtfest. Seit 20 Jahren wurde es in Leipzig an jedem 9. Oktober gefeiert. Es fällt 2020 nicht aus. Aber 25.000 bis 30.000 Menschen auf dem Augustusplatz, das wäre ein Ding der Unmöglichkeit, so Oberbürgermeister Burkhard Jung. Aber ganz fällt es nicht aus. Die drei zentralen Ereignisse werden alle im Livestream gezeigt. Wir sind also alle zu Hause und zumindest virtuell dabei.
Kirschen essen: Wenn man nur genau hinschaut, ist die Bibel voller lebendiger Liebesgeschichten
Susanne Niemeyer: Kirschen essen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSchon mit ihrem Buch „Fliegen lernen“ hatte Susanne Niemeyer gezeigt, dass man die weltberühmten Geschichten aus der Bibel auch völlig anders lesen kann. Nämlich mit den Augen einer modernen, emanzipierten Frau. Mit „Kirschen essen“ zeigt sie erst recht, wie sehr die Bibelgeschichten immer noch aus Männer- und Machoperspektive interpretiert werden. 3.000 Jahre Männerignoranz sind einfach so zählebig, dass man das eigentliche Leben vor lauter Brettern nicht mehr sieht.
Donnerstag, der 17. September 2020: Abgespecktes Lichtfest und eine Entscheidung des EU-Parlaments
Auch in diesem Jahr wird das Leipziger Lichtfest stattfinden, allerdings unter Corona-Bedingungen. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDie Stadtverwaltung gab am heutigen Donnerstag die Pläne für das diesjährige Leipziger Lichtfest bekannt. Auch in diesem Jahr soll an die Friedliche Revolution erinnert werden – allerdings sehen die Festivitäten unter Corona-Bedingungen etwas anders aus als gewohnt. Statt sich auf dem Augustusplatz und den Straßen in der Innenstadt zu begegnen, kommt das Lichtfest im Vorfeld „zu Besuch“. Außerdem können die Leipziger/-innen online an der Veranstaltung teilhaben. Die L-IZ fasst zusammen, was sonst noch wichtig war in Leipzig und Sachsen und weltweit.
Die LVB setzen bei Fahrausweiskontrollen auch künftig auf Deeskalation
Wenn alles nichts hilft, wird die Polizei gerufen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIm Juli sorgte ja bekanntlich die rabiate Vorgehensweise von Fahrkartenkontrolleuren der LVB für Schlagzeilen. Indem sie einen Fahrgast ohne Fahrschein zu Boden drückten, überschritten sie eindeutig ihre Kompetenzen. Und während sich die einen über die Gewalt in dem Vorgang aufregten, sah die CDU-Fraktion eher wieder das Problem der aggressiven Schwarzfahrer, die sich gegen eine Kontrolle wehren. Das Verkehrs- und Tiefbauamt hat jetzt auf die CDU-Anfrage geantwortet.
Leipziger FKK gibt es nur am Kulkwitzer See
Am Kulkwitzer See. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserCorona hat auch viele Leipziger/-innen gezwungen, ihren Urlaub daheim zu verbringen. War ja eigentlich nicht so schlimm: Badestrände gibt es direkt vor den Toren der Stadt. Und heiß war es auch. Und wenn es richtig knackig heiß wird, zieht der Mensch natürlich am liebsten alles aus. Was die Linksfraktion im Stadtrat auf die Idee brachte, mal wieder nach den FKK-Stränden in der Stadt zu fragen. Gibt es überhaupt welche?
Sumpfwald-Biotop in der Rietzschke-Aue soll erhalten bleiben, Wiesen werden extensiv gepflegt
Blühende Landschaft östlich der neuen Schule an der Ihmelsstraße. Foto: Alexander John

Foto: Alexander John

Für alle LeserAm 20. Juli berichteten wir über das blühende Biotop, das nach dem Auflösen der Kleingartenanlage in der Rietzschke-Aue in Sellerhausen entstanden ist. Die Frage dabei stand im Raum, ob bei der von der Stadt geplanten Grünflächengestaltung dieser Artenreichtum wieder verloren geht. Die Frage bewegte auch Tobias Peter, der die Stadtverwaltung deshalb anfragte. Das Amt für Stadtgrün und Gewässer erklärt jetzt, wie man sich die Umgestaltung genauer vorstellt.
Am 19. September belebt sich der Kubus auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz: Dürremonitor, Umwelttracker und der Sound von Tschernobyl
Der Kubus auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSeit dem 5. September laufen die Menschen am Leipziger Wilhelm-Leuschner-Platz direkt durch einen geheimnisvollen Kubus aus schwarzem Gitter – das „Sperrgebiet“. Es ist eine Installation der Schaubühne über Umweltzerstörung, Klimawandel und menschengemachte Sperrgebiete in Natur und Gesellschaft. Am Samstag, 19. September, laden die Schaubühne, das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung und das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung nun ein zum Forschungstag im „Sperrgebiet“.
Ökolöwe mahnt: Das Verkehrsdezernat verbaut die Zukunft der Luppe-Aue
Nahlebrücke. Quelle: Ökolöwe - Umweltbund Leipzig e.V.

Quelle: Ökolöwe - Umweltbund Leipzig e.V.

Es war zu erwarten, dass def Stadtrat diese Vorlage am Mittwoch, 16. September nicht mehr schaffen würde: "Ersatzneubau Leutzsch-Wahrener Brücke (II/5) im Zuge der Gustav-Esche-Straße über die Nahle - Bestätigung der Vorzugsvariante". Die Vorlage kam knapp vor den Sommerferien erst ins Verfahren. Und erst am Mittwoch konnte auch der Ökolöwe seine Position formulieren.
Linke Antrag abgelehnt: Regierungskoalition findet keine Position zu Mühlrose
Mühlrose am Tagebau Nochten in der Oberlausitz. Bild: Google Maps

Bild: Google Maps

Für alle LeserEs war eigentlich zu erwarten, dass Antonia Mertsching und Marco Böhme am Dienstag enttäuscht sein würden. Am Dienstag, 15. September, hat der Wirtschaftsausschuss des Sächsischen Landtages den Antrag der Linksfraktion „Klarheit herstellen: Kohle-Kompromiss entsprechend den Empfehlungen der Kommission einhalten bedeutet Erhalt von Mühlrose, Pödelwitz und Obertitz“ (Drucksache 7/2099) abgelehnt. Ein Schicksal, das schon hunderte Anträge der Opposition erlebten.