Artikel zum Schlagwort Biografie

Der Mann, den Silbermann verklagte

Das fast vergessene Schicksal des sächsischen Orgelbauers Johann Ernst Hähnel

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserGlaube keiner Geschichte, die einem als einzig gültige erzählt wird. Wer sich wirklich einmal mit nur einem einzigen historischen Forschungsfeld beschäftigt hat, weiß, welches Unheil oft die ersten Biografen und „Standardwerk“-Verfasser angerichtet haben. Sie haben verknappt, zugespitzt, ihr eigenes Urteil zum Maßstab gemacht und einfach mal alles weggelassen, was in ihre Heldengeschichte nicht gepasst hat. So ist es auch mit den berühmten sächsischen Orgelbauern. Da war ja nur Silbermann, oder? Denkste. Weiterlesen

Jetzt mit Nachwort und CD

Das aberwitzige und kantige Leben des Überlebenden und Schriftstellers Hasso Grabner

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Für alle LeserFrancis Nenik wird wohl noch eine Weile der große geheimnisvolle Schriftsteller aus Leipzig bleiben, der unter Pseudonym sehr eigenwillige Bücher veröffentlicht. Und eigentlich sollte sein 2016 bei Spector Books erschienenes „Doppelte Biografieführung“ noch viel eigenwilliger sein: Es sollte ein Buch über vergessene Schriftsteller werden. Aber wie findet man vergessene Schriftsteller? Und wie kommt man dann auf Hasso Grabner? Weiterlesen

Bibliophil wieder aufgelegt

Martin Gumperts Hahnemann-Roman aus dem Jahr 1934 im Südverlag

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Für alle LeserDies ist ein Buch aus einer anderen Zeit. Es erschien zum ersten Mal 1949 im Südverlag. Davor 1934 bei Samuel Fischer in Berlin, zwei Jahre, bevor der Berliner Mediziner und Autor Martin Gumpert in die USA emigrierte. Sein „Hahnemann“ war schon das Ergebnis seines praktischen Berufsverbotes durch die Nazis 1933. Denn fortan schrieb er vor allem über große Forscher, Mediziner und Wohltäter. Weiterlesen

Liebe als Kapital

„Jenny und Karl Marx“ – Die beeindruckende Liebe der Landratstochter Jenny zum unermüdlichen Dr. Karl Marx

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Für alle LeserSteht sie wirklich noch da im Garten des Hauses Jenny-Marx-Straße 20? Sie steht noch da: die von Heinrich Apel geschaffene Skulptur einer jungen Frau im Kostüm ihrer Zeit: Jenny von Westphalen, Tochter des preußischen Landrats Wilhelm von Westphalen. 1968 haben die Salzwedeler ihr hier ein kleines Museum eingerichtet. Auch wenn sich Jennys große Liebe ganz woanders abspielte – im fernen Trier, wohin ihr Vater als Regierungsrat versetzt wurde. Weiterlesen

Die Wiederentdeckung eines eindrucksvollen Maltalents

Ausstellung und Buch würdigen erstmals das impressionistische Werk des Malers Charles Vetter

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Für alle LeserAuch wenn man Charles Vetter noch nicht kennt, lohnt sich die Reise nach Merseburg bis zum 28. Januar. Denn seit dem 25. November zeigt das dortige Kulturhistorische Museum Schloss Merseburg die Ausstellung „Charles Vetter: Ein Stimmungsmaler zwischen Merseburg und München“. Vom unglücklichen Wort „Stimmungsmaler“ darf man sich nicht täuschen lassen. Bis heute hadert man in Deutschland mit dem eigenen, hochkarätigen Impressionismus. Vetter war einer der ganz großen Impressionisten. Weiterlesen

Die Jungs mit dem hohen C

Ein durchaus pointiertes Erinnerungsbuch von Leipzigs beliebtem Ex-Thomaskantor Georg Christoph Biller

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Für FreikäuferSein Rückzug vom Amt des Thomaskantors war 2015 eine große Überraschung für die meisten Leipziger: Georg Christoph Biller war seit seinem Amtsantritt 1992 fast zum Synonym des Thomanerchores geworden. Er hat nicht nur das christliche Profil des Knabenchores wieder gestärkt und ihn damit wieder zu seinen Wurzeln geführt. Er hat auch um elementare Verbesserungen gekämpft, die heute schon wie selbstverständlich wirken. Ein Mann wie ein Baum. Nun zieht er eine erste Bilanz. Weiterlesen

Die Lebenserinnerungen eines Bildhauers aus Halle

Bernd Göbels freundlich-verschmitzter Blick auf ein Leben als Künstler in Deutschland

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Für FreikäuferDie Leipziger kennen ihn. Zumindest wissen sie, was er getan hat. Denn Bernd Göbel ist der Schöpfer jener ironischen Skulptur, die seit November 1990 in der Grimmaischen Straße steht, die ursprünglich mal „Beginn einer Reihe“ heißen sollte, jetzt aber „Unzeitgemäße Zeitgenossen“ heißt. Und noch heute erzielen die „Pädagogikerin“, der „Stadtgestaltiker“ und die „Rationalisatikerin“ ihre Wirkung. Weiterlesen

Ein SPU packt aus

Lutz W. Hiller lässt das wilde Leben eines DJs in der größten DDR aller Zeiten noch einmal lebendig werden

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Für FreikäuferEs sind solche Bücher, die einem in die Redaktion flattern und einem immer wieder zeigen, was für ein buntgeflecktes Land die DDR eigentlich war und wie viel Leben darin war, meist mit jeder Menge Erfindergeist von Menschen wie Lutz W. Hiller auf die Beine gestellt. Das Wort Schallplattenunterhalter hat er sich schon patentieren lassen. Denn er war ja selber einer. Weiterlesen

Kai-Heinrich Long auf den Spuren seines berühmten Vaters

Ein Buch voller Bilder und Dokumente über den Leipziger Weitspringer Luz Long

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Für FreikäuferIn Leipzig war er nie ganz vergessen: Dr. Carl Ludwig Hermann Long, besser bekannt als Luz Long, der Mann, der bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin nicht nur die Silbermedaille im Weitsprung gewann, sondern dessen Foto Seite an Seite mit dem Sieger Jesse Owens um die Welt ging und bis heute als Ikone für die völkerverbindende Rolle des Sports steht. Und Luz Long, so stellt Kai-Heinrich Long fest, stand in seiner ganzen Sportlerkarriere für diese Haltung. Weiterlesen

Hagen Kunzes „Spioninnen“

Zwölf Frauen in geheimer Mission, mal erfolgreich, mal ungewollt, gern hingerichtet

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Für FreikäuferWas Frauen so alles anstellen. Man traut es ihnen gar nicht zu. Selbst in Domänen tauchen sie auf, wo man eigentlich nur lauter knallharte Typen wie James Bond erwartet hätte. Aber es ist ja wie immer: Frauen können viele Männer-Dinge mindestens genauso gut. Deswegen war der eigentliche Aufhänger dieses Büchleins auch nicht die legendäre Mata Hari. Weiterlesen

Auf den Spuren der berühmtesten Bibel-Gestalt

Wer war dieser Jesus aus Nazareth in Galiläa wirklich?

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Für Freikäufer31 Titel umfasst die Reihe „Biblische Gestalten“ aus der Evangelischen Verlagsanstalt mittlerweile. Jeder Titel ist der Versuch, der historischen Kontur der Gestalt möglichst nahezukommen. Was ist Mythos? Was könnte wirklich passiert sein? Und das ist bei keiner anderen Person noch immer so aktuell wie bei Jesus, dem Prediger aus Galiläa, der mit Nachnamen nicht Christus hieß. Auch wenn das viele glauben. Weiterlesen

Mal in die Rolle der Lutherin schlüpfen

Christiane Dalichow erzählt die Lebensgeschichte der Katharina Luther

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Für alle LeserWenn Autorinnen und Autoren in die Rollen berühmter historischer Persönlichkeiten schlüpfen, dann ist das immer auch ein Versuch des Unmöglichen. Selbst dann, wenn das Leben der Person so gut erforscht ist wie das der Katharina von Bora, die 1525 den berühmten Martin Luther heiratete. Gleich in der Einleitung stellt es Christiane Dalichow ja bedauernd fest: Ihre Briefe an Martin sind nicht überliefert. Weiterlesen

Der Mann, der Martin Luther ist

Bernhard Naumann erzählt seine Variante von Luthers Leben auf Erden

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Für Freikäufer Vielleicht sollte man Martin Luther tatsächlich in seiner Zeit lassen. Was gar nicht so einfach ist. Wenn Menschen Geschichte formulieren, neigen sie dazu, deren Akteure aufzublasen zu einer Größe, die sie nicht hatten. Sie verwechseln die Wirkung mit der Person. Fast beiläufig erzählt es Bernhard Naumann mit, wenn er in die Rolle von Martin Luther schlüpft. Weiterlesen

Die Schicksale dreier jüdischer Familien aus Schleußig

Eine reich illustrierte Spurensuche in der Leipziger Wirtschaftsgeschichte des frühen 20. Jahrhunderts

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Noch ist das große Buch über die jüdische Kultur in Leipzig bis 1933 nicht geschrieben. Mit Bernd-Lutz Langes Büchern ist das Thema vor Jahren ja überhaupt erst einmal wieder öffentlich geworden. Und seitdem ist Vieles emsige Nachhol-Arbeit. Denn aus dem Leipziger Stadtbild sind die einstigen jüdischen Nachbarn fast völlig verschwunden. Jane Wegewitz und Tom Pürschel waren in Schleußig auf Spurensuche. Weiterlesen

Es ist nicht schlimm, ein Mensch zu sein

Die stoffreiche Biografie des lange unterschätzten Hans Fallada

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In Leipzig hat Peter Walther seine Fallada-Biographie schon am 15. Juni vorgestellt. Nicht in der Falladastraße, die es tatsächlich gibt, aber etwas weit ab vom Schuss: in Möckern. Dafür im Haus des Buches. Noch besser wäre ein schöner nobler Saal im Bundesverwaltungsgericht gewesen, denn der Vater des später so berühmten Schriftstellers war Richter am damaligen Reichsgericht. Weiterlesen

Ein Manifest für eine bessere USA

Bernie Sanders’ Programm für eine gerechtere und menschlichere Gesellschaft

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Das mit der Revolution hat Bernie Sanders selbst in den Titel gesetzt. Oder sein Verlag, Thomas Dunne Books, wo dieses dicke Buch schon kurz nach Sanders’ Beendigung seines Wahlkampfs 2016 erschien. Auch wenn es nur die Kandidatenkür der Demokraten war – sogar deutsche Medien barmten ja herum, dass die so lange dauerte und Sanders nicht einfach aufgab. Deutschland hat längst ganz ähnliche Medienprobleme wie die USA. Weiterlesen

Ein passionierter Lehrer erzählt, wie eine Passion dem Leben erst Sinn gibt

Arne Ulbricht macht Maupassants frühe Jahre zu einem mitreißenden Roman

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An Arne Ulbricht ist – zum Glück – kein Lehrer verloren gegangen. Auch wenn der Teilzeitlehrer aus Wuppertal heute wie aus der Zeit gefallen wirkt. Denn dass Lehrer aus dem deutschen Schulwesen „nebenbei“ auch noch schreiben und forschen, das war mal das Ideal im vorvorletzten Jahrhundert. Die heutigen „Bildungsreformer“ ahnen nicht mal, was sie schon alles kaputtgemacht haben. Aber was hat das mit Guy de Maupassant zu tun? Weiterlesen

Wie politische Gewalt im Osten funktionierte

32 beeindruckende Schicksale von Menschen, die das Strafsystem in SBZ und DDR überlebten

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Es ist ein dickes Buch geworden. Ungewöhnlich auch für die Reihe, die der Sächsische Beauftragte für die Aufarbeitung der SED-Diktatur herausgibt. Eigentlich, so schreibt Lutz Rathenow, der Beauftragte, in seinem Vorwort, sollte so ein Buch in die Hosentasche passen, leicht sein und gut geeignet auch als Buch im Schulunterricht. Denn daran, wie Menschen litten, lernt man das Wesen von Diktaturen kennen. Weiterlesen

Erinnerung an ein viel zu früh verstorbenes Genie

Bernhard Riemanns Habilitationsvortrag und die Mannigfaltigkeit im kleinsten Zahlenraum

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Für Mathematik braucht man ein spezielles Köpfchen. Es hilft alles nichts. Es braucht die Fähigkeit, hochgradig abstrakt denken zu können. Das ist nicht Jedem gegeben. Und die Menschen, deren Phantasie tatsächlich so speziell war, dass sie unsere Vorstellung der Welt mit Mathematik veränderten, die waren eh seltene Exemplare. So wie der früh verstorbene Bernhard Riemann. Weiterlesen

Als das Wetter auf einmal europäisch wurde

Eine kleine Biographie über den Erfinder der Wetterkarte

Foto: Ralf Julke

Wer den Brandesweg in Leipzig sucht, muss bis nach Lausen raus fahren. Möglichst bei gutem Wetter, Sonnenschein und so. Der See ist ja nicht weit. Und mit dem Burschen namens Brandes gibt es etwas zu feiern. Aber wer das war, das steht nicht am Wegesschild. Aber in diesem Buch steht es. Und wer die abendliche Wetterschau anschaltet, der hat Brandes' Erfindung vor Augen: Der Mann hat die Wetterkarte erfunden. Weiterlesen