Amanda Kochs vierter Fantasy-Roman

Ildathach oder Die Suche nach dem, was das Leben tatsächlich ausmacht

Für alle LeserEs ist wieder ein dickes Buch geworden, nachdem schon die drei Bände der „Wächter von Avalon“ den Freunden von (weiblicher) Fantasy eine Menge Lesestoff gegeben haben. Weiblich deshalb, weil es vor allem Autorinnen sind, die die Möglichkeit der Fantasy nutzen, um die Ratlosigkeit der Bewohner einer zunehmend technisierten Welt zu thematisieren und nach dem zu fragen, was dabei verloren geht. Und das ist nicht nur die „weibliche“ Seite.

Auch wenn die Heldin wieder eine junge Frau ist: Étain, aufgewachsen auf der Insel Man, wo ihre Eltern ein altes Anwesen gekauft und restauriert haben. Vollgestopft mit alten Büchern, von denen die meisten uralte Erbstücke sind und von alten Mythen, Bräuchen, Kräutern, Steinen und Beschwörungen erzählen. Denn Étains Mutter war eine Wicca. Womit man schon mittendrin ist in dieser ganz speziellen Welt, die Amanda Koch hier aus alten – zumeist keltischen – Legenden gewoben hat, die Fantasy-Leserinnen und -Lesern auch aus den Büchern von Marion Zimmer Bradley bekannt sein dürften. Vertraut sein dürfte sie ihnen sowieso.

Doch der jungen Autorin aus Leipzig geht es sichtlich um mehr als um die Wiedererweckung der Weiblichkeit und die Gewinnung eines weiblichen Blicks auf die Welt. Auch wenn das mit diesem Zugriff auf alte keltische Mythen naheliegt. Man kann so viel hineininterpretieren. Wir spiegeln uns selbst in den alten Mythen. Aber dass die (aus christlicher Sicht) heidnische Welt noch keine einzig männliche Dominanz kannte, ist unübersehbar. Die Welt war noch beseelt, jedes Element hatte seine eigenen Götter und Göttinnen, deren Namen zumeist auch überliefert sind. In Einklang mit dem Kosmos der Natur kam man augenscheinlich nur, wenn man wirklich mit allen Elementen in Einklang kam. Dazu gab es Kulte, Priester und Priesterinnen.

Scheinbar ging es in dieser alten vorchristlichen Götterwelt gleichberechtigter zu.

Und mystischer. Aus heutiger, rationaler Sicht, unfassbar mystisch. Und das ist der Konflikt, der sich in Amanda Kochs neuem Buch auftut (und der Lesern der „Wächter von Avalon“ schon ein wenig vertraut vorkommt): Eigentlich ist für die alte, mythische Beziehung zur Welt kein Platz mehr in unserer Zeit. Dafür steht Étains Vater, der vom Tod seiner Frau regelrecht aus der Bahn geworfen ist, aber überweltliche Erklärungen für ihren Tod nicht akzeptieren will. Er hadert zutiefst damit, dass er sie nicht aus ihrem Wahn geholt hat, in den sie ihm verstrickt schien. Er fand ihre innige Beschäftigung mit Kräutern und Heilkräften faszinierend, aber dass dabei Mächte aus der Anderswelt eine Rolle spielen sollten, wies er zutiefst von sich. Verständlich. Auch wenn es auch mit seiner Tochter zum Konflikt führt. Die ganz wie ihre Mutter Gaben besitzt, die sie mit einem Reich jenseits dieser Welt verbinden – jenem fernen Ildathach, das im Titel steht und das sie später auch betritt.

Die schwierige Stelle für Rationalisten: Es ist tatsächlich Fantasy. Und wer Angst davor hat, hier auf schwankenden Grund zu kommen, der kann die kleinen Nachsatz-Texte am Ende des Buches lesen. Vielleicht beruhigt das. Ein Zitat von Haruki Murakami zum Beispiel: „Es gibt Räume in uns. Die meisten haben wir noch nicht besucht. Vergessene Räume.“

Die meisten sind sogar mit fetten Brettern und Schlössern verrammelt. Denn wir leben in einer Gesellschaft, in der wir unsere Sensibilität und Verletzlichkeit tief verstecken müssen. Wir leben in einer Dampfwalzen- und Siegergesellschaft, die wirkliche menschliche Nähe mit Tabus versehen hat. Sex and Crime ja, aber bitte keine Nähe. Auch nicht zu uns selbst.

Und ein Zitat von Amanda Koch selbst: „Menschen werden sich immer Mythen und Legenden erzählen. Geschichten, die helfen, das Verborgene in unserer Welt zu sehen, um es letztendlich zu verstehen.“

Das Verborgenste sind wir uns selbst. Man ahnt es, auch wenn einem Étains Vater anfangs zutiefst ruppig und wortkarg vorkommt. Und damit bestimmt dem Einen oder der Anderen recht vertraut. So ein echter Vertreter einer Vätergeneration, die nie gelernt hat, Gefühle auszusprechen, sich verletzlich zu zeigen. Da darf jetzt jede und jeder den Arm heben, die so etwas schon erlebt haben. Vielleicht eher die etwas älteren Leserinnen, deren Väter zumeist aus der sogenannten Flakhelfer-Generation stammen. Deren Väter waren ja bekanntlich noch unfähiger, über ihre Verletzungen und Abgründe zu sprechen. Die Erkenntnis seit Christa Wolf lautet ja auch für die Flakhelfer- und BdM-Generation: Man darf nicht drüber reden. Oder mit einem Buchtitel von Alice Miller: „Das verbannte Wissen“.

Wobei nicht alle Verletzungen immer aus Kindheitserfahrungen kommen. Und nicht alle Sprechverbote aus elterlicher Erziehung. Auch ganze Gesellschaften erschaffen sich ihre Tabus. Manchmal bewusst und in böser Absicht. Manchmal unbewusst, weil der Verlust ganzer Lebensbereiche natürlich wehtut, wenn man sich dessen bewusst wird. Denn hierarchische und unerbittliche Gesellschaften wie die heutige erzeugen Zwänge. Nicht ohne Grund hatten Zimmer Bradleys Romane so einen Erfolg. Sie sprachen etwas an, was im modernen Wettbewerb mit seinem Leistungsdruck und seiner Konsumorientierung keinen Platz mehr hatte.

Der Mythos steht für mehr als nur Geschichten über eine andere Welt. Er steht auch für das, was wir als „Beherrscher der Welt“ überhaupt nicht beherrschen, was uns auch nicht gehorcht, weil wir es nicht kaufen, bauen oder erzwingen können. Die Meisten merken es, wenn sie alt geworden sind und ihr Leben bilanzieren und merken, was daran wirklich wichtig und aufregend und erfüllend gewesen war. Und es waren niemals das Haus, das Auto und der teure technische Schnickschnack. Was wirklich berührt hat, waren immer die Begegnungen mit Menschen, denen man sich öffnen konnte.

Vielleicht noch die Momente in der Welt, in der wir uns eins fühlten mit diesem Kosmos. Selten gewordene Momente, weil es kaum noch Orte gibt, die von schrillen Clowns nicht vermarktet, verlärmt oder in Golfplätze verwandelt wurden.

Deswegen kommt einem grüne Politik oft so esoterisch vor, obwohl sie es gar nicht ist. Denn sie fordert im Grunde das, was wir für uns selbst und unsere Mitmenschen kaum noch aufbringen: Verständnis und Respekt. Auch den Respekt, die Dinge nicht vergewaltigen und zwingen zu wollen. Wissend darum, dass wir nicht alles wissen.

Die Verteidigungsposition von Étains Vater ist bröckelig. Auch deshalb kapselt er sich ein und bricht lieber das noch gar nicht angefangene Gespräch mit seiner Tochter ab. Die es aber auch nicht anders kennt. Im Grunde lernt sie bei den immer bedrängenderen Begegnungen mit der anderen Welt und der eisigen, von dort her kommenden Bedrohung auch erst, über ihre Gefühle und Ungewissheiten zu reden. Weil nebenbei auch noch die ihr bis dahin unbekannte Welt jenseits des Übergangs erklärt werden muss, wird das in vielen Passagen recht lang und bedrängend.

Denn andererseits steht die junge Frau, die ihr Vater gern in seinen rationalen Fußstapfen gesehen hätte, auch unter Erkenntnisdruck. Sie spürt, wie die Angriffe von etwas, was sie anfangs nicht fassen kann, immer heftiger werden. Sie hat anfangs nur den Verdacht, dass da in ihrer eigenen Geschichte etwas mächtig schiefgelaufen sein muss, weiß aber nicht, was genau. Deswegen geht sie anfangs ganz wie ihr Vater an die Sache heran und durchstöbert die riesige Bibliothek, um vielleicht über die richtigen Informationen zu stolpern. Dann beginnt sie die kleine Lebenswelt ihrer Mutter zu erkunden und dort nach Spuren zu suchen. Denn wer keine Fragen stellt, findet die Ursachen für das Leiden im Jetzt nicht heraus. Wobei es die Fantasy-Geschichte in diesem Punkt bildhafter macht. Denn für Vater wie Tochter ist der Tod der Mutter in ihrem Atelier genauso ein Rätsel.

Und man merkt schnell, dass es eigentlich eher nicht um die andere Welt geht, auch wenn dieser Grenzsprung das Tragende für die Fantasy-Geschichte ist, sondern um Étains Umgang mit ihren Gefühlen, ihren Erinnerungen und sich selbst. Denn dadurch, dass ihre Mutter ihr ihre Begabung nicht erschlossen hat, weiß sie über sich selbst vieles nicht, was wichtig ist, um auch in so einer Krise lebendig zu bleiben, stark und bereit, sich den Alpträumen zu stellen.

Es ist nämlich vor allem auch eine (mehrfache) Geschichte über das Weglaufen – und welche langwierigen und tragischen Folgen es hat. Eingekleidet in märchenhaftes Gewand – mit Wächtern und Windgeistern, Seelenbegleitern und Göttern, die tatsächlich in Aktion treten. So wie bei Homer: als mythische Elemente, die unser Leben beeinflussen. Aber auch als Spiegel unserer eigenen Gefühle. Denn natürlich spüren wir es, ob wir im Einklang mit unserer Umwelt sind und vor allem mit uns selbst.

Und die meisten sind es nicht. Sie rennen den Vorstellungen anderer Leute hinterher, lernen früh, sich „cool“ zu geben, und können mit Gefühlen nicht mehr umgehen. Und gehen dann so – wie Étains Vater – falsch damit um, verwandeln Trauer in Wut, Ratlosigkeit in Rücksichtslosigkeit, Überforderung in rigide Forderungen. Man glaubt schon gar nicht daran, dass Étain es bei ihrer eigentlich auf ein paar Tage komprimierten Reise zu sich selbst auch noch schafft, mit ihrem Vater wieder ein gutes Verhältnis zu finden.

Am Ende fühlt man so als männlicher Leser auch mit diesem Vater mit, weil man letztlich auch weiß, wie hilflos Mann sich fühlen kann, wenn er dazu erzogen wurde, immer die Gewalt über die Dinge zu haben und das Loslassenkönnen nie gelernt hat. Weshalb viele Männer zu alten Grantlern werden, mit denen man nicht mehr über das Leben und seine Verwirrungen reden kann.

Vielleicht ändert sich das ja langsam. Étains Freund Nate, der nicht ganz zufällig in die Geschichte geschwemmt wird, steht schon für eine andere Generation.

Aber gerade deshalb werden die Momente, wo dieser scheinbar so rationale Vater für Étain eine warme Suppe kocht, so berührend. Weil man auch diese Gesten kennt: Aussprechen können sie es nicht. Aber die ganze unaussprechliche Liebe zum Kind legen sie dann in so menschliche Gesten. Wobei man als Leser auch darauf wartet, denn zur Wahrheit gehört auch, dass die junge Dame in ihrer Jagd nach Erkenntnis tagelang vergisst, etwas Ordentliches zu essen. Sie steht einfach auf, von einem Traum geweckt, und stürzt sich – kaum hat sie die Stiefel geschnürt – ins nächste kräftezehrende Abenteuer.

Man wünscht sich fast ein kleines „Kochbuch für besorgte Väter, wenn ihrer Töchter außer Rand und Band sind“.

Am Ende stellt sich nicht nur Étain ihrer Angst und findet dabei ihre eigene Stärke und vor allem das Vertrauen in all die Wesen, die um sie sind. Selbst die Götter merken, dass Weglaufen und das Verweigern der Auseinandersetzung nichts bringen. Man muss sich seinen Herausforderungen stellen. Anders lernt man nicht, seine eigene Kraft zu finden und einzuschätzen – und fühlt sich machtlos, nur weil das Böse in all seiner Aggression triumphiert. Auch das steckt in der Geschichte, die voller irischer Seeluft ist, voller Mondstrahlenknistern und nur scheinbar voller Magie.

Womit man beim Untertitel wäre, diesem „Jenseits des Vergessens“, um das es im Leben immer geht. Erst wenn wir unsere Wurzeln kennen, kennen wir auch uns selbst und wissen, warum wir so denken, fühlen und handeln, wie wir es tun. Noch ein Schritt weiter: Erst so werden wir in unserem eigenen Leben erst souverän, oder authentisch. Egal, wie man es nennt. Und darum geht es – sehr phantasiereich – in dieser Geschichte um Étain mit ihren mythischen Gaben. Jeder hat solche Gaben. Sie müssen gar nicht mythisch sein. Aber wer sie sich nicht erschließt und meint, das passe nicht mehr in die Zeit, der verpasst tatsächlich das Wichtigste im Leben: die Begegnung mit sich selbst.

Amanda Koch Ildathach. Jenseits des Vergessens, fehu, Familia Verlag, Leipzig 2017, 18,95 Euro.

In eigener Sache: Abo-Sommerauktion & Spendenaktion „Zahl doch, was Du willst“

RezensionenFantasy
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 
2 Kommentare


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Poggenburg will immer noch nach Connewitz
André Poggenburg und Egbert Ermer auf dem Simsonplatz in Leipzig. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDer ehemalige ADPM-Vorsitzende André Poggenburg hält offenbar an seinem Vorhaben fest, am Mittwoch, den 21. August, in Connewitz zu demonstrieren. Aktuell liegt dem Ordnungsamt eine entsprechende Anzeige vor. Ob die Kundgebung tatsächlich in Connewitz stattfinden darf, ist noch nicht entschieden. Das Aktionsbündnis „Leipzig nimmt Platz“ ruft ab 17 Uhr zum Gegenprotest am Connewitzer Kreuz auf.
Nachdenken über … Robinson Crusoe
Einsam wie ein Marienkäfer ... Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNoch so ein Datum, das kaum jemand auf dem Schirm hat. Ein bärtiger Bursche mit Sklavenhaltermentalität wird in diesem Jahr 300 Jahre alt. Der Bursche heißt Robinson Kreutzner. Den Mitmenschen, die noch Bücher lesen, besser bekannt als Robinson Crusoe. Der Roman „The life and strange surprizing adventures of Robinson Crusoe“ erschien 1719.
Rechtsradikaler Angriff auf Connewitz: Landgericht hebt Haftstrafen auf
Wollen nicht erkannt werden: Martin K. (27, l.) und Dennis W. (27) mit ihren Verteidigern Katrin Stärk und Veiko Rabe. Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

Für alle LeserVor fast genau einem Jahr sorgte das Amtsgericht für einen Paukenschlag, indem es gleich im ersten Prozess zum rechtsradikalen Angriff auf Connewitz zwei junge Männer in Haft schickte. Das Landgericht jedoch hob dieses Urteil nun auf - gegen den Willen des Staatsanwalts, der in seinem Plädoyer ungewohnt deutliche Worte fand.
Mach mal Pause! Leipziger Forschung zeigt jetzt, wie wichtig Pausen beim Lernen sind
Der Kollege Roboter braucht keinen Schlaf. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserFrüher dröhnte es in unseren Ohren: „Lernen! Lernen! Nochmals lernen!“ Die Leute, die das predigten, waren zwar meist selbst keine Geistesgrößen, aber zutiefst überzeugt davon, dass Stoffpauken Menschen bildet. Was nicht der Fall ist. Wir lernen nur, wenn uns Abläufe wirklich bewusst werden. Und dazu müssen wir auch bewusste Pausen machen zwischen den Übungen. Unser Gehirn braucht die Zeit, um sich auf Neues einstellen zu können. Eine nicht ganz unwichtige Studie aus Leipzig.
Warum kommt es auf der Strecke Leipzig–Chemnitz zu so vielen Zugausfällen?
Die Regionalbahn nach Chemnitz steht bereit. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserKürzlich berichteten wir an dieser Stelle über die massiv vermehrten Zugausfälle auf der Strecke zwischen Leipzig und Chemnitz. Nur ein kleiner Teil davon aber entfällt auf die Materialprobleme der Mitteldeutschen Regiobahn, die die Strecke befährt. Immer deutlicher wird spürbar, welch ein Versäumnis es ist, dass die Strecke nach 1990 noch nicht ausgebaut und elektrifiziert wurde.
Die Krise des Patriarchats: Warum Wachstumswahn nicht einmal Männer glücklich macht
Vandana Shiva, Lionel Astruc: Eine andere Welt ist möglich. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDass ausgerechnet Männer so eine Politik der weltweiten Ressourcenplünderung betreiben, ist natürlich auch Thema in Vadana Shivas Buch „Eine andere Welt ist möglich“. Da geht es um die verlorene Verbindung zur Natur. Sie haben weder das Wissen noch ein Gefühl dafür, wie im natürlichen Kreislauf alles mit allem zusammenhängt.
Landwirtschaft in der Krise: Warum in Indien sichtbar wird, was wir in Europa nicht wahrnehmen können
Vandana Shiva, Lionel Astruc: Eine andere Welt ist möglich. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWahrscheinlich muss man wirklich in einem Land wie Indien leben, um die Dinge klarer zu sehen, in all ihrer Nacktheit. Aus dem noch immer im Konsumwohlstand lebenden Westen heraus ist das fast unmöglich. Nicht nur das billige Nahrungsangebot macht uns blind. Wir sehen nicht mehr, wie auch unsere Nahrungsgrundlage zerstört wird, wenn wir so weitermachen. Das Buch ist mehr als ein Aufruf zum Ungehorsam.
Union Berlin vs. RB Leipzig 0:4 – Rasenballer lassen Bundesliga-Neuling keine Chance
Freude nach dem Treffer von Nkunku in der 69. Minute. Foto: Gepa Pictures

Foto: Gepa Pictures

Für alle Leser15 Minuten dauerte der „Stimmungsboykott“ der Union-Fans gegen das „Konstrukt“ aus Leipzig – und 15 Minuten dauerte es auch, bis die Gäste für den ersten Stimmungskiller sorgten und in Führung gingen. Am Ende folgten drei weitere Tore. Union blieb fast über die komplette Dauer ungefährlich. Die Rasenballer starten damit auf dem 2. Platz in die neue Saison.
Rückblende 2018: Der deutsche Preis für politische Fotografie und Karikatur
Sieger des Fotopreises „Rückblende 2018“. Foto: Daniel Chatard

Foto: Daniel Chatard

Für alle LeserAlle Jahre wieder gibt es die „Rückblende“, den höchstdotierten gemeinsamen Wettbewerb für politische Karikatur und Fotografie in Deutschland. Er fand jetzt zum 35. Mal statt und am Dienstag, 20. August, wird die zugehörige Ausstellung mit den Preisträgerarbeiten im Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig eröffnet.
Nachdenken über … Anstand im Staatsdienst
Ist der Mensch das Maß aller Dinge oder ist es die Macht? Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs ist schon erstaunlich, woran in diesem Jahr alles nicht erinnert wird. Neben einigen Staatsgründungen ist das auch ein Jahr, das Demokraten zumindest etwas sagen sollte: das Jahr 1819, das Jahr, in dem die „Karlsbader Beschlüsse“ gefasst wurden und die Demagogenverfolgungen begannen. Aber so etwas ist ja gepflegte deutsche Tradition.
Kann man mit Insektenbiomasse Futtermittel und Erdölprodukte in der Industrie ersetzen?
Schwarze Soldatenfliegen bei der Paarung. Foto: Hermetia Baruth GmbH

Foto: Hermetia Baruth GmbH

Für alle LeserSind eiweißreiche Insekten die Lösung für die Rohstoffprobleme der Zukunft? Zumindest geht man am Deutschen Biomasseforschungszentrum in Leipzig davon aus, dass man auch so eine Lösung braucht, wenn das mit der heutigen Art von industrieller Landwirtschaft so weitergeht. Denn dort entstehen Probleme. Nicht nur das stetige Bevölkerungswachstum führt zu einem zunehmenden Bedarf an Nahrungs- und Futtermitteln.
Für 5 Millionen Euro soll bis 2021 auch die neue Zwei-Feld-Sporthalle entstehen
Die alte Sporthalle der 3. Grundschule an der Arthur-Hoffmann-Straße. Foto. Ralf Julke

Foto. Ralf Julke

Für alle LeserIm Frühjahr wurde die gründlich sanierte 3. Grundschule in der Südvorstadt wieder von Schülern und Lehrern in Nutzung genommen. Fast vergessen die Zeit vor 15 Jahren, als der alte Plattenbau sogar zum Abriss gedacht war. Was jetzt wirklich abgerissen wird, ist die alte Sporthalle. Sie soll einer deutlich größeren Zwei-Feld-Sporthalle weichen.
Eine Lichtsatzung für Leipzig ist rechtlich nicht möglich, aber einen Lichtmasterplan soll es geben
Georg-Schumann-Straße bei Nacht. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas Insektensterben, das wir weltweit erleben, hat viele Ursachen. Auch die immense Flutung der modernen Städte und Straßen mit Unmengen von Licht gehört dazu. Selbst Menschen kommen aus dem Rhythmus, wenn es in ihrer Stadt nie dunkel wird. Lichtverschmutzung nennt man das Phänomen. Und selbst private Hausbesitzer rüsten ihre Häuser mit blendenden LED-Lampen auf. Leipzig braucht eine Lichtsatzung! Nö, sagt die Stadt zu einem Antrag von Stadträtin Ute Elisabeth Gabelmann (Piraten).
Child in Time: Josef Haslingers Spurensuche in den Erinnerungswelten seiner Jugend
Josef Haslinger: Child in Time. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs ist mutig, was Michael Faber mit dem Neustart des Verlags Faber & Faber unternommen hat. In einer Zeit, da immer mehr Menschen sich im Geschnatter der neuen Medien verlieren, bringt er wieder Bücher für Bücherfreunde heraus. Bücher für Menschen, die wissen, dass Zeit etwas sehr Variables ist. Ein Ort zum Aufblättern. Bei Haslinger sowieso.
Protest in der Leipziger Innenstadt: Jugendliche wollen wählen dürfen
Jugendliche mit verklebten Mündern fordern ein Wahlrecht für Menschen unter 18. Foto: Tobias Möritz

Foto: Tobias Möritz

Für alle LeserWer einmal im Jahr die Tagesschau guckt und sich ansonsten nicht für Politik interessiert, darf in Sachsen wählen. Wer regelmäßig bei „Fridays for Future“ demonstriert und das politische Geschehen verfolgt, aber minderjährig ist, darf es nicht. Das wirkt ungerecht. Rund 40 Jugendliche sind am Samstag, den 17. August, in Leipzig auf die Straße gegangen, um ein Wahlrecht für Menschen unter 18 Jahren zu fordern.