„Das Ende des Schweigens“ – Der lange Schatten der NVA und ein Neubrandenburger Kommissar voll auf Adrenalin

Für alle LeserDie Vergangenheit ist nicht tot. Das wissen Leser, die sich dem Genre des gesellschaftskritischen Kriminalromans widmen. In diesen Krimis opfern sich Kommissare regelrecht auf, um die uralte Vorgeschichte der Fälle aufzudecken. So wie auch Kommissar Michael Herzberg, den die Leipziger Autorin Claudia Rikl in Neubrandenburg ans Werk gehen lässt. Und dass es tief in die Geschichte geht, zeigt schon der Tote, um den es geht: ein ehemaliger NVA-Offizier.

Und das könnte dann alles wie üblich sehr vorwurfsvoll und schrecklich daherkommen, in der üblichen Verdammungshaltung, die Autoren aus Ost wie West an den Tag legen, wenn es um die Nachwirkungen der DDR-Geschichte geht. Als gäbe es irgendwo ein moralisches Schiedsgericht, dem man mit der Unterwerfungsgeste erst einmal zeigen muss, dass man ein braver und einsichtiger Staatsbürger ist.

Oh, den Heßling in sich werden die meisten Deutschen wohl auf Generationen nicht los. Der Untertan steckt ihnen in den Knochen. Immer sind die anderen schuld und man hat ja immer schon auf der richtigen Seite gestanden. Innerlich.

Aber die Wahrheit sieht meistens eher so aus, wie es Michael Herzberg in diesem Fall geschieht, der keine guten Erinnerungen an seine Armeezeit hat, und auch nicht an die Zeit danach, als er in Bautzen eingesperrt wurde, dem Zuchthaus, in dem die Staatsmacht versuchte, die widerständigen Geister im Land zu zermürben und zu zerbrechen. Und dabei fühlt sich Herzberg auch Jahre später nicht wirklich als Widerstandskämpfer, hat sich auch nie politisch engagiert wie sein Freund Frank Eisenberg. Eher wollte er nur – wie eigentlich die meisten Menschen – heil und unbeschadet durchkommen durch all die Zumutungen, die die DDR für ihre jungen Männer bereithielt. Dass es in der Armee zu „Vorfällen“ kam, war bekannt. Aber kaum ein Forscher beschäftigt sich tatsächlich mit diesem Erbe einer Armee, in der preußischer Drill großgeschrieben wurde und Selbstmorde in vielen Kasernen normal waren, was meist auch vom Klima in der Kaserne abhing, vom Charakter der Offiziere und vom Ausmaß dessen, was man EK-Bewegung nannte. Wer den männlichen Idealen dieser Welt nicht genügte, der hatte Probleme. Und war meist Opfer von Mobbing, Schikanen und gewalttätigen Übergriffen.

Es gibt nur vage Schätzungen zu den Zahlen der Männer, die in dieser ganz und gar nicht friedlichen Armee zu Tode kamen. Und es gibt schon gar keine Untersuchungen dazu, was so eine Art frühe Prägung in Männern anrichtet, die hinterher selten mal in eine psychotherapeutische Behandlung gingen, sondern sich eher als brav funktionierende Rädchen einordneten in ein Leben, in dem andere bestimmten, wo es langging.

Es ist eine nicht ganz unwichtige Facette, wenn man über die heutigen Verwerfungen im Osten nachdenkt.

Und Herzberg wird durch den Fall unversehens hineingezogen in seine eigenen uralten Ängste, all das, was er glaubte, tief in sich verschlossen zu haben. Der Fall regt ihn regelrecht auf und sorgt dafür, dass er in diesem seltsamen April kaum noch herunterkommt von einem viel zu hohen Stresslevel. Was dann auch seine Mitarbeiter zu spüren bekommen. Denn bald tut sich ein ganzes Meer von Spuren und möglichen Tatmotiven auf. So rücksichtslos, wie er in seiner Kaserne regierte, hat der Offizier auch seine Familie regiert. Ein typischer Kommissknochen, der Männer nur anerkennt, wenn sie wie er sind – gefühllos, aggressiv und bereit, für eine militärische Karriere auch über Leichen zu gehen.

Was in diesem Fall besonders sein Sohn zu spüren bekam, der den Alten regelrecht enttäuschte, als er sich weigerte, in seine Stiefelspuren zu treten. Aber da ist auch noch die Wende-Zeit, in der sich der karrieregeile Offizier, der selbst am 10. November 1989 noch bereit war, seine Mannschaften in den Krieg zu schicken, binnen weniger Wochen zum rücksichtslosen Resteverwerter mauserte und mit einem Stasi-Mann gemeinsam Waffenbestände der NVA in die Krisengebiete Süd- und Osteuropas verscherbelte. Da tauchen also auch noch ein paar alte Wende-Gewinner auf, die mit den NVA-Waffenbeständen richtig Kohle gemacht haben, samt möglichen dubiosen Geschäftspartnern aus dem Kriminalmilieu. Zu viele Spuren, zu viele Ansatzpunkte. Und alle möglichen Zeugen, die so viel Dreck am Stecken haben, dass sie nicht wirklich kooperativ sind und Herzbergs Mannschaft extra auf Trab halten, während sich in diesem Team und drumherum lauter kleine menschliche Dramen entfalten.

Auch die Journalistin Susanne Ludwig gehört dazu, die mehr zufällig in diesen Fall gerät und dabei in ihre eigenen unverarbeiteten Traumata gestürzt wird, die sie vorher schon eine Stellung gekostet haben. Der Fund des Toten stürzt sie in die tiefste Krise – stachelt aber am Ende genau das auf, was sie im Leben immer gestärkt hat: Die professionelle Neugier auf eine gute Geschichte. Logisch, dass sie da mit Herzberg zusammenrasselt. Fast scheint der Roman zu ihrem Roman zu werden, so dicht verpackt Claudia Rikl das alles, ohne die üblichen Krimi-Muster der Nerventortur zu ziehen. Ihre Helden und Heldinnen sind tatsächlich beladen mit Vergangenheit und haben bislang alle mehr recht als schlecht versucht, ihr psychologisches Päckchen zu tragen und zu verstecken.

Darunter ist auch ein Polizist, der sich wirklich schuldig gemacht hat, eine Ärztin, die gelernt hat, sich soldatisch im Zaum zu halten und mit Aggressivität ihr Umfeld einzuschüchtern, aber auch Herzbergs Frau, die seit einem Unfall behindert ist und um die sich Herzberg rührend kümmert – eigentlich eine beeindruckend gefühlvolle Beziehung, wie man sie bei Kriminalromankommissaren selten findet. Und am Ende müssen auch diese beiden ihre Wahrheit miteinander klären.

Am Ende erweist sich die Spurensuche im Graufeld von Mobbing, Schikane und brachialen Ritualen, in denen einst junge Männer in der NVA zu rücksichtlosen Befehlsempfängern gedrillt wurden, als Lösung des Falls – auch wenn es lange dauert, die tatsächlich involvierten Personen endlich namhaft zu machen und das Ereignis einzugrenzen, das für den späteren Mörder zum Drama seines Lebens wurde. Wobei ja all diese zumeist systematisch vertuschten Vorfälle eben meist nicht in spätere Rache mündeten. Die meisten Männer, die diese eineinhalbjährige (oder noch längere) Drillzeit durchgestanden haben, haben sie in der Regel so verdrängt wie Herzberg – als verlorene Zeit irgendwo gespeichert. Ohne zu ahnen, dass auch solche sinnlosen und traumatischen Tage sich einbrennen und Emotionen binden, die immer wieder aufbrechen können.

So gesehen ist dieser Krimi natürlich mal einer, der die psychische Versehrtheit vieler DDR-Protagonisten thematisiert – und so beiläufig natürlich auch den albtraumhaften Widerspruch zwischen den Idealen des untergegangenen Staats und der tatsächlich rabiaten und rücksichtslosen Wirklichkeit, die junge Männer spätestens im Wehrdienst erlebten.

Womit Rikls Krimi natürlich einer der wenigen ist, der nicht einfach die üblichen Krimi-Schablonen über frei erfundene Ost-Kommissare legt, sondern einen wie Herzberg in seiner Zerrissenheit zeigt und dem, was ihn eigentlich dazu bewegt hat, Polizist zu werden: nämlich die Suche nach der Wahrheit, dem, was Menschen tatsächlich dazu treibt, Dinge zu tun. Oder Rollen zu spielen.

Und er lässt sich nicht außen vor, im Gegenteil, Emotionen aller Art erwischen ihn immer wieder mit voller Wucht – für seinen Vorgesetzten fast schon ein Anlass, ihn aus dem Fall abzuziehen. Dabei weiß er ganz genau, dass Herzberg gerade dann seine besten Leistungen bringt, wenn er auch richtig wütend ist und die in den Fall Verwickelten ihn mit Schweigen, Tricksen und Ausweichen zur Weißglut treiben.

Am Ende verknoten sich die Ereignisse doch noch in einem furiosen Finale, weil nicht nur Herzberg, sondern auch Susanne Ludwig den Mörder aufgescheucht haben. Wer an der Stelle angelangt ist, sollte den Schlaf in dieser Nacht einfach abschreiben. Dazu ist das alles zu fesselnd. Manch Leser wird auch schon vorher das Gefühl haben, dass er das Buch eigentlich nicht aus der Hand legen kann, weil sich hinter jeder Feldwegkurve und jeder etwas heftigen Begegnung auf einmal neue Spuren, Geschichten und Zusammenhänge auftun. Das Themenfeld muss Claudia Rikl selbst in ihren Bann geschlagen haben. Mitsamt der berechtigten Frage: Was hat so eine Zeit mit ihren martialischen Ritualen eigentlich mit den Betroffenen angerichtet?

Das hätte man auch schon früher fragen können. Aber wie das so ist, wenn es von Großen Brüdern Bananen gibt: Da greift man freudig nach der Banane und verpackt die unaushaltbare Vergangenheit tief im Vergessen.

Aber nicht nur Herzberg weiß am Ende: Die Vergangenheit ist nicht tot …

Claudia Rikl Das Ende des Schweigens, Kindler Verlag, Reinbek bei Hamburg 2018, 14,99 Euro.

Lesetermine zur Buchmesse:

Donnerstag, 15. März, 19:10 Uhr im Rahmen von „Krimi und Klassik“ in der Landesmedienanstalt (Ferdinand-Lassalle-Straße 21), mit Horst Eckert, Hans-Werner Honert und Claudia Rikl. Moderator: Joachim Anlauf

Donnerstag, 15. März, 20:20 Uhr im Rahmen von „Leipzig liest“ und dem „KrimiClub“ im Landgericht (Harkortstr. 9) mit Petra Hammesfahr, Beate Maxian, Alexander Oetker, Claudia Rikl und Anita Terpstra.

 

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