Schwarwel zieht eine bittere Bilanz für das Jahr der erfolgreichen Größenwahnsinnigen und Tabu-Brecher

Für alle LeserMan merkt es Schwarwels neuem Buch mit politischen Karikaturen aus einem irre gewordenen Jahr an: Er ist mit dieser Entwicklung unglücklich. Es macht ihn ratlos, wie erwachsene Menschen mit Schulabschluss und Lebenserfahrung so viele schreckliche und sichtlich durchgeknallte Politiker in Spitzenämter und Parlamente wählen können. Die ganze Welt starrt ja wie gebannt auf das Monster im Weißen Haus: Welches Unheil richtet es morgen an?

Aber anderswo haben sich ja die Menschen, denen man nichts Arges zutraut, genauso fatale Ergebnisse zusammengewählt – von der Brexit-Truppe über die Rechtsnationalen in Österreich und Ungarn bis zu denen im deutschen Parlament. Und ein Faktor, der ganz bestimmt zur Irritation beiträgt, ist das ganze Gerede über Populismus. Als wenn die Methoden dieser neuen Emporkömmlinge so neu wären, nur weil sie keine Skrupel kennen, sie anzuwenden.

Und wer bis hierher gelesen hat, dem traue ich auch zu, dass er sich die Cicero-Trilogie von Robert Harris holt und nachliest, wie das im alten Rom war, als Typen wie Catilina, Pompejus, Clodius und Cäsar ihren Ehrgeiz daran setzten, die alte Republik systematisch zu zerstören, als Korruption, Lüge und Gewalt binnen weniger Jahre aus einer lebendigen Republik eine von Bürgerkriegen zerfetzte Diktatur machten. Man erfährt, wie käuflich, leichtgläubig und wetterwendisch „das Volk“ ist. Und man kann zusehen, wie dem einen „Populisten“ der nächste folgt, dessen Methoden kopiert werden und die Dinge immer mehr eskalieren.

Ohne Grund hat ja Harris diese Trilogie nicht geschrieben, auch wenn er wahrscheinlich eher die Diadochenkämpfe in England im Sinn hat. Aber man sieht dieselben Vorgänge ja überall in der westlichen Welt. Die Nachrichten sind voll davon. Narzissten, Menschenhasser und emotionale Blindgänger beherrschen die Kanäle.

Wobei …

Darüber wundert sich wahrscheinlich nur, wer den Großteil seines Lebens außerhalb der TV-Kanäle zubringt. Denn etliche dieser grinsenden Monster kommen ja aus dieser Welt, in der Macht und Arroganz mit Heiligenscheinen umhüllt werden. Man kennt die Monster aus Film und TV.

Drei davon hat Schwarwel gleich aufs Cover seiner neuen Sammlung politischer Karikaturen geknallt. Ein Bild, das im Grunde schon alles zusammenbringt, was die Sache so verwirrend macht. Da ist das „neue Medium“ (Twitter), das die Wirkmächtigen aus dem Showbusiness der Politik perfekt zu bedienen wissen. Wo alle nachdenklichen Demokraten berechtigte Scheu hatten, die Emotionen in den „social media“ zu schüren, haben Typen wie diese drei Heilsrufer voll draufgehauen. Allen voran Donald Trump, der die Wirkung blanker und unverhüllt boshafter Emotion in diesen Netzwerken von Anfang an nutze.

Auch auf einen zweiten Faktor kalkulierend, der dieser Art Poli-Clowns immer entgegenkommt: die Aufmerksamkeit der Medien auf jeden Tabubruch. Wer den Tabubruch zum System macht, der ist sich nicht nur der permanenten Aufmerksamkeit der Medien sicher, der sorgt auch dafür, dass genau dieser Tabu-Bruch die Schlagzeilen dominiert. Aufmerksamkeit zieht Deutungshoheit nach sich.

Und genau so war es auch im deutschen Bundestagswahlkampf, als die tabubrechende Truppe in Blau keine Gelegenheit ausließ, zu provozieren, mit ungehobeltem Verhalten auf sich aufmerksam zu machen und mit immer neuen Tabubrüchen die eigenen Themen ins Zentrum des Wahlkampfs zu drücken. Was übrigens bis heute so ist. Die Bühne Bundestag nutzen diese Schwarmgeister des jubelnden Nationalismus genauso zur Provokation und zur Produktion immer neuer Nachrichten über ihre verqueren Sichten auf die Welt.

Logisch, dass sich ein nüchterner Mensch wie Schwarwel vorkommt wie im Irrenhaus. Kein Tag verging, an dem nicht eines dieser Monster die Titelseiten und die Nachrichten beherrschte, an dem nicht der verunsicherte Zuschauer gezwungen war, sich über Obergrenzen, scheinbar steigende Kriminalität und sächsische Geisterumzüge Gedanken zu machen. Als wenn das alles wichtig wäre …

© Schwarwel

© Schwarwel

Da passt das zähe Verhandeln um eine Regierungskoalition ins Bild – überfrachtet mit Hoffnungen und Erwartungen, inszeniert wie die Kür eines neuen Beischläfers. Telegen halt. Man merkt gar nicht mehr, wie sich die Erzählformen dem Narrenformat TV angepasst haben und wie die Leute, über die berichtet wird, sich diesem Format fügen und regelrecht freiwillig in Clowns verwandeln.

Als hätten sie alle kein Rückgrat mehr, kein Format, keine Seele.

Wenn dann aber die inszenierte Debatte nur noch so geht, dann wundert man sich über diese Zirkusnachrichten gar nicht mehr. Eher darüber, dass sich Schwarwel davon immer noch gepeinigt fühlt. Jede Hoffnung, morgen könnte vielleicht ein wenig Vernunft einziehen, wird immer wieder enttäuscht. Im Gegenteil. Meist betritt dann der nächste Maulheld die Bühne, um den Unfug des Vortages durch eine neue Steigerung noch weiter ins Irre zu treiben.

Aber das merkt man schon, wenn man sich so von Frühjahr 2017 an (da war gerade die Verhaftungswelle von Journalisten in der Türkei auf ihrem Höhepunkt) durchblättert durch dieses Jahr, wie es Schwarwel sah. Und man merkt mit Beklemmung, dass das alles gar nicht vorbei ist. In früheren Bänden aus Schwarwels Werkstatt hatte man immer noch das beruhigende Gefühl, dass sich die Ereignisse vor einem Jahr mittlerweile in Geschichte verwandelt haben und damit vorbei sind.

Aber das Schreckliche am Jahr 2017 ist augenscheinlich, dass davon gar nichts vorbei ist. Weil diese Leute, die da mittlerweile die Geisterbahn besetzt haben, gar nicht lern- und veränderungsfähig oder gar -willig sind. Sie machen immer weiter. Die politische Bühne ist zu einer Reproduktionsmaschine der immer gleichen, schrillen Tabubrüche geworden. Es hört nicht auf.

Im Gegenteil: Der schrille Ton verdrängt immer mehr die klügeren und sachlichen Töne. Das ist sein Triumph. Es drängelt, nörgelt, hämt und heult, bis es überall Gehör bekommt und auch die anderen diesen Ton übernehmen. Die Gereiztheit steckt an und vervielfältigt sich.

Sie hat sich längst in einer Verächtlichmachung all der Leidensprozesse manifestiert, die die SPD durchmacht, seit sie gezwungenermaßen in eine GroKo soll, in die sie nicht mehr will. Denn von der in Alternativlosigkeit erstarrten Kanzlerin trennen sie eigentlich größere Abgründe als von jeder anderen Partei im Parlament. Doch statt Mitleid erntet diese mit sich selbst ringende SPD eine Häme, die noch vor kurzer Zeit nur bei den Hämischen von rechts zu finden war. Heute gehört das zum Schlagzeilenton der großen Medien.

Zwei aktuelle Schwarwel-Karikaturen (Jahr 2018)

Man sieht gewissermaßen die Welt natürlich durch die Medien gespiegelt, die Schwarwel konsumiert, weil er nicht anders kann. Weil er als lebendiger Mensch jeden Tag mitleidet mit dieser Welt und immer darauf hofft, dass die Vernunft doch wieder ein wenig Raum gewinnt.

Das Jahr 2017 war nicht wirklich ein Jahr, in dem auch nur der Zipfel einer solchen Hoffnung sichtbar wurde. Und dass Schwarwel das Problem auch in der heutigen Medienlandschaft sieht, die all diese Tendenzen immer mehr verstärkt hat, zeigt die Karikatur für das Magazin „Funkturm“, die er dem Band beigegeben hat und die die wichtigsten sächsischen Medien so überzeichnet zeigt, wie Schwarwel sie sieht.

Wäre diese Landschaft ein Stück weit anders, sähe es auch bei den irritierten Sachsen im Kopf etwas anders aus. Vielen dieser Medien ist gar nicht bewusst, wie sehr sie mit ihrer Art der Verstärkung dazu beitragen, dass die irren Provokationen die Nachrichten beherrschen und die Wirklichkeit hinter einer inszenierten Krachmacherei verschwindet.

Also für Liebhaber von Schwarwels Karikaturen wieder heftige Kost. Und für jene, die aus dem anderen Kosmos kommen, eine Ernüchterungskur auf die harte Art. So, wie geborene Satiriker nun einmal ihre Patienten versuchen, wieder gesund zu machen. Denn wenn die Vernünftigen irre werden, bleiben nur noch die satirischen Tierdoktoren mit ihren brennenden Tinkturen.

Schwarwel „Das Unbuch des Jahres“, Glücklicher Montag, Leipzig 2018, 12,90 Euro. Schwarwel selbst findet man hier im Netz.

Warum so eilig oder Wie wird man wieder Herr seiner Zeit? – Die neue LZ Nr. 52 ist da

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Einmal ein etwas geharnischter Kommentar zum Benennungs-Wirrwarr im Leipziger „Stadtgedächtnis“
2014 in Plagwitz entdeckt: Edward-Snowden-Platz. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

KommentarNatürlich staunten auch wir bei der L-IZ, als der Stadtrat im Januar plitzplauz und aus heiterem Himmel dem Antrag von Stadtrat Thomas Kunmbernuß (Die PARTEI) zustimmte, die Arndtstraße in der Leipziger Südvorstadt in Hannah-Arendt-Straße umzubenennen. Was dann, wie es aussah, einen ganzen Schwanz von Petitionen zu weiteren Straßenumbenennungen nach sich zog, weil ja auch andere griesgrämige Männer mit verqueren Ansichten im Leipziger Straßenraum gewürdigt wurden und werden.
Bilden Leipziger Straßennamen tatsächlich nur ein öffentliches Stadtgedächtnis?
Die viel befahrene Jahnallee. Foto: LZ

Foto: LZ

Für alle LeserMittlerweile beschäftigen ja eine ganze Reihe Anträge zu Straßenumbenennungen den Leipziger Stadtrat, nachdem der Anfang des Jahres schon der Umbenennung der Arndtstraße zustimmte. Zu jedem dieser Anträge verfasst das Dezernat Allgemeine Verwaltung in der Regel eine Stellungnahme – in der Regel ablehnend, weil seit 1999 so eine Art Stillhalteabkommen gilt, nachdem Verwaltung und Stadtrat eine Kompromissformel gefunden hatten, um die Umbenennungswelle der 1990er Jahre zu beenden.