„Die Schwarzenberg-Legende“: Die endgültige Beräumung eines Mythos

Für alle LeserVier verschiedene Versionen zur Schwarzenberg-Legende gibt es, stellt Lenore Lobeck fest, die 2004 zum ersten Mal ihr Buch zum „Schwarzenberg-Mythos“ veröffentlichte. Schwarzenberg, das ist die kleine 17.000-Einwohner-Stadt im Erzgebirge, die 1945 für 42 Tage ohne Besatzung blieb. Und über die Stefan Heym sein berühmtes, 1984 erschienenes Buch „Schwarzenberg“ schrieb. Er machte aus dem Mythos eine Utopie. Eine ganz verzwickte Sache, wie Lenore Lobeck feststellt.
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Denn Mythen, Legenden und Utopien haben die Eigenart, sich zu verselbständigen. Sie gewinnen ein Eigenleben, verändern die Sicht auf Geschichte, verwandeln sie in ein schönes Märchen und dann wird eine ganze Stadt damit vermarktet. Mit einer Geschichte, die hinten und vorne nicht stimmt.

Na gut: Die Stadt selbst rückt die Legende um die „Freie Republik Schwarzenberg“ nicht mehr so in den Vordergrund. Stattdessen setzt man wieder auf die „Perle im Erzgebirge“, Trachten, Volksmusik und Bergmannskapellen – ob diese Heimat-Idylle besser ist?

Aber auch das erzählt davon, wie die kleinen, so gern übersehenen Städte in Sachsen nach einer Identität suchen, nach etwas, was sie von anderen unterscheidet und für Reisende interessant macht. Eine Weile punktete da Schwarzenberg mit dieser Legende um das scheinbare Niemandsland, das die Alliierten im Mai 1945 nicht gleich besetzten und wo die Einheimischen ein Aktionskomitee gründeten und die Verwaltung selbst in die Hand nahmen.

Der Erste, der daraus eine Legende strickte, war der DDR-Historiker Werner Groß, der so unberühmt ist, dass es über ihn nicht einmal einen Wikipedia-Artikel gibt. Er arbeitete nicht nur die Ereignisse im Mai und Juni in Schwarzenberg für seine Diplomarbeit auf, er schuf daraus auch die Legende, die in der DDR gepflegt wurde.

Eine Legende, die ein wenig die Tatsache verschleiern sollte, dass die Kommunisten in Ostberlin eben nicht durch eine Revolution oder überhaupt aus eigener Kraft in die Regierung gekommen waren, sondern durch die sowjetische Armee erst eingesetzt wurden. Natürlich waren sie bemüht, ihrer Regierung ein Mäntelchen aus Legitimität umzuhängen und vor allem das Märchen in die Welt zu setzen, dass die Kommunisten im Osten auch ohne die neuen „Freunde“ die Macht übernommen und den Sozialismus aufgebaut hätten.

Dafür diente die Legende um Schwarzenberg, wo im Mai 1945 ein tatsächlich von Kommunisten dominiertes Aktionskomitee die Macht übernahm und auch schaltete und waltete, bis die neue Besatzungsmacht auch in dieses Gebiet marschierte. Groß machte daraus eine kommunistische Idylle. Die Hauptakteure machten fast alle auch unter der neuen Besatzung und in der DDR Karriere. Die Legende war nützlich. Aber sie war auch vom stalinistischen Geist geprägt. So nach dem Motto: Wenn Kommunisten erst mal die Macht haben, wird alles gut. Auch ohne Sowjetarmee.

Und dann ist da die zweite Legende, die Stefan Heym erst schuf. Denn er war es, der den Mythos einer Republik Schwarzenberg in die Welt setze. Als Gegenentwurf zum verknöcherten Stalinismus, der in Ostberlin regierte. Deswegen erschien sein Buch auch nur im Westen – löste aber auch im Osten seine Wellen aus.

Denn damit wurde es zu einem der vielen Bücher, die die Macht der Stalinisten in Ostberlin infrage stellten und einen Gegenentwurf präsentierten. So nebenbei aber erzeugte sein Buch (viele Leser nehmen ja Romane für die bare Wirklichkeit) den Mythos, die Schwarzenberger hätten 1945 tatsächlich die Chance ergriffen und im Niemandsland eine eigene, zukunftsweisende Republik gegründet.

Eine Geschichte, die nach 1990 wieder aufgegriffen wurde – und zwar in der Heym-Variante. Manch ein Schwarzenbeger sah in der Geschichte eine herrliche Gelegenheit, das Städtchen mit einem besonderen Nimbus zu umgeben.

Und entsprechend konsterniert reagierte man 2004, als Lenore Lobeck die erste Ausgabe dieses Büchleins vorlegte, die von der imganinierten Republik Schwarzenberg nichts übrig ließ. Es gab sie nie. Und was sie über das Wirken des Aktionskomitees herausfand, das erinnerte leider nur fatal an das Wirken der Kommunisten überall dort, wo schon die Sowjetarmee einmarschiert war.

Eher war es noch eine Spur willkürlicher. Denn das Agieren der Schwarzenberger Gruppe hatte seine Wurzeln sichtlich in den 1920er Jahren, als große Teile der KPD tatsächlich davon träumten, mit einem Aufstand in Deutschland die Revolution auslösen und die Macht übernehmen zu können. Auch im erzgebirgischen Industrierevier. Alle Akteure haben ihre Vorgeschichte in dieser Zeit, hatten sich bei Streiks, Demonstrationen und gewalttätigen Konfrontationen mit der Polizei hervorgetan.

Man kommt mitten hinein in eine Epoche, in der sich die KPD tatsächlich als militante Vorhut der Arbeiter begriff und auch entsprechend radikal agitierte. Es war eine radikale Partei, die beim Umgang mit der politischen Konkurrenz wenig bis gar nicht differenzierte. Und schon die Aktionen in dieser Zeit zeigten, wie leicht diese Radikalität auch in Gewalt umschlug.

Denn wenn man selbst die bürgerlichen Amtsträger zu Faschisten erklärt und die Polizei zum Feind macht, der bekämpft werden muss, dann ist da kein Spielraum mehr für Toleranz. Da zerfällt eine ganze Gesellschaft – und am Ende gewinnen die Radikalsten. Zumindstens für zwölf finstere Jahre, die einige der Akteure aus dem Schwarzenberger Aktionskomitee auch im KZ und im Zuchthaus verbrachten.

Was sie nicht nachsichtiger machte. Im Gegenteil. Sie nutzten die Zeit nach dem 8. Mai 1945 nicht dafür, eine ideale Republik aufzubauen, in der alle gleichberechtigt beteiligt waren. Sie ließen willkürliche Verhaftungen, Beschlagnahmungen und Enteignungen vornehmen. Zu den Verhafteten gehört auch Ernst Rietzsch, der langjährige Bürgermeister von Schwarzenberg, der schon in seiner frühen Amtszeit in den 1920er Jahren unter den Händeln im Schwarzenberger Stadtrat gelitten hatte, den gerade die Kommunisten immer wieder missbrauchten, um den Bürgermeister unter Druck zu setzen.

Denn goldene Jahre waren das für die kleine Bergbaustadt nicht. Sie litt fast die gesamte Weimarer Republik über unter extremer Finanznot. Am Ende war Rietzsch sogar froh, dass mit der Machtübernahme der Nazis kurzzeitig Ruhe einzukehren schien. Aber die Nazis machten es dann genauso wie die Kommunisten.

… was einen durchaus nachdenklich macht an dieser Stelle …

Denn das, was einige Leute ja so gern als Totalitarismus bezeichnen, hat ja seine Wurzeln darin, dass eine Gruppe Menschen glaubt, im Besitz der allein selig machenden Wahrheit zu sein und deshalb allen anderen Menschen jegliche Schikane antun zu dürfen, bis alle parieren. Es ist eine engherzige, boshafte, rücksichtslose Art, die Gesellschaft als Machtraum zu betrachten, den es komplett zu beherrschen und zum Gehorsam zu zwingen gilt.

Eine Art zu Denken, die heute bei einigen Leuten wieder modern zu werden scheint. Man will die Vielfalt einer freien Gesellschaft nicht aushalten, sondern allen anderen den eigenen Willen aufzwingen. Mit Gewalt. Unbedingt mit Gewalt.

Wahrscheinlich wäre es tatsächlich gut gewesen, sich mit diesem Ur-Mythos der DDR gleich 1990 intensiv auseinanderzusetzen. Nicht nur in der PDS, die ja irgendwie mit ihren vielen alten Mitgliedern umgehen musste, die zumeist vom Stalinismus geprägt waren.

Wobei in Schwarzenberg das Besondere war, dass es hier keine aus Moskau entsandten „geschulten Parteikader“ waren, die ihr Regime entfalteten, sondern einheimische Kommunisten, die sich aber genauso rücksichtslos benahmen. Was dann im Juni mit dem Einmarsch der Sowjetarmee bruchlos weiterging. Hier wurde kein kühnes Republik-Experiment beendet. Im Gegenteil. Die Mitglieder der Aktionskomitees blieben zumeist in ihren Ämtern.

Dafür verschwanden hunderte Menschen – oft willkürlich verhaftet – in sowjetischen Straflagern. Nicht nur Ernst Rietzsch kam vor einem sowjetischen Erschießungskommando ums Leben. Etliche der im Mai 1945 gegründeten Aktionskomitees haben augenscheinlich alte Rechnungen beglichen. Und mit dem Einmarsch der Sowjetarmee endete die Willkür nicht – wovon zumindest all jene erzählen konnten, die Straflager, Zuchthaus oder Sibirien überlebt hatten und nach 1990 noch am Leben waren.

Seither suchen ambitionierte Historiker nach Spuren und Namen. Die Liste der willkürlich Verhafteten, die man in alten Akten verzeichnet findet, wird immer länger. Vom Schwarzenberg-Mythos blieb schon 2004 nicht viel übrig. Und eigentlich hätte Lenore Lobeck erwartet, dass damit auch der Kult um die „Freie Republik Schwarzenberg“ ein Ende findet. Aber so recht wollte man sich von diesem schönen Märchen nicht trennen.

Es ist ja ein schönes Märchen: Menschen, die gerade von der furchtbaren Fuchtel der Nazis befreit wurden, nahmen das Ruder selbst in die Hand und schufen in einem unbesetzten Stück Erzgebirge eine freie Republik freier Menschen …

Das passte so gut auch zu 1989.

Aber es ist nie passiert. Und weil augenscheinlich immer noch gern von dieser mythischen Republik geschrieben und berichtet wurde, hat Lenore Lobeck weitergeforscht, hat sich auch mit den Abtransporten von Geflüchteten beschäftigt, die damals auch im Kreis Schwarzenberg untergekommen waren.

Ein Kapitel, das fatal an einige Erscheinungen von heute erinnert, obwohl die Versorgungsprobleme im Mai 1945 völlig andere waren und es vor allem Geflüchtete aus den zerstörten Großstädten (Chemnitz, Berlin, Dresden) oder aus den vom Krieg überrollten Ostgebieten waren, die im Landkreis Zuflucht gefunden hatten. Viele wurden auf völlig irrwitzige Zugfahrten zurück in die Gegenden geschickt, aus denen sie kamen – auch wenn diese Züge nirgendwo mehr durchkamen und die Menschen unterwegs erst recht keine Versorgung mehr fanden.

Ein sehr düsteres Kapitel, das um das ebenso bedrückende Kapitel der willkürlichen Verhaftungen ergänzt ist, eine etwas ausführlichere Beschreibung der letzten Tage von Ernst Rietzsch und um die Selbstverwaltungen in den anderen Orten des Landkreises. Denn Schwarzenberg war gar nicht der einzige Ort, in dem ein Aktionskomitee das Machtvakuum füllte. Es gab solche Komitees praktisch in allen Gemeinden des Landkreises – aber nicht alle benahmen sich so ruppig und rücksichtslos wie das Schwarzenberger.

Und mit Hilfe eines Kenners der amerikanischen Militärgeschichte konnte Lobeck jetzt auch die Frage klären, warum der Landkreis für 42 Tage ohne Besatzung blieb. Auch dahinter steckt kein Märchen und keine „geheimnisvolle Geschichte“, sondern ein simpler Effekt, der mit der Kapitulation der Wehrmacht vom 7. Mai und den Festlegungen zur Aufteilung der Besatzungszonen in Jalta zusammenhängt. Die Amerikaner rückten zwar nicht weiter vor, patrouillierten aber im Gebiet.

Zum Mythos beigetragen hat wohl auch die miserable Aktenlage aus diesen Tagen. Und nach Sichtung der Akten geht Lobeck auch vorsichtig davon aus, dass in viele Akten manipulativ eingegriffen wurde. Ein Mythos funktioniert halt nicht so gut, wenn seine Grausamkeiten schwarz auf weiß nachlesbar sind.

Nach Lesen des Buches ist man natürlich enttäuscht. Es wäre ein zu schönes Märchen über das Gute im Menschen gewesen, wenn an der Republik Schwarzenberg auch nur ein wahrer Kern gewesen wäre …

Aber ein Machtvakuum lockt nicht die Guten und Verständnisvollen an, sondern die Machtgierigen. Die greifen nur zu gern nach all den Mitteln, mit denen sie anderen Leuten jetzt ihre Sicht auf die Welt aufzwingen können. Schwarzenberg ist also eher eine Warnung als ein Traum.

Und die Geschichte endet ja nicht 1945, sondern ging dann – ganz im SED-Muster – 1946 und 1949 weiter, als die neu installierte Einheitspartei dafür sorgte, dass auch in den verbliebenen anderen Parteien jeder Widerspruch erstickt wurde und aufmüpfige Menschen entfernt wurden. Es ist dieser glatte und problemlose Übergang, der eigentlich am stärksten ernüchtert. Hätte es eine „Republik Schwarzenberg“ gegeben, sie hätte nicht die Spur anders ausgesehen als die DDR.

Da ist auch rückwirkend nichts mehr zu retten. Diese Legende ist mausetot.

Lenore Lobeck Die Schwarzenberg-Legende, 5., vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage, Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2018, 10 Euro.

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