Linie 912: Eine Busfahrt mit zehn Geschichten, jeder Menge Muffins und einem Weltmeister am Steuer

Für alle LeserDie Buchmesse naht und damit das große Lesefest „Leipzig liest“. Und wer aufpasst in den Bussen und Bahnen, der sieht jetzt schon die Einladung – zur Buslesung. Eine Lesung im Bus – gar noch mit einem richtigen Bus-Buch. Gibt es. Das Buch dazu ist gerade im Klett Kinderbuch Verlag erschienen. Geschrieben hat es Thilo Reffert. Das ist der Bursche mit der Brotbüchse. Das Vater-Buch mit der Brotbüchse hat er vor zwei Jahren veröffentlicht. Jetzt geht es um Bus-Abenteuer.

Und alle Kinder, die irgendwo da draußen leben in den ländlichen Regionen, wo die Schule zehn Dörfer weiter ist, oder am Stadtrand, die wissen, wie das ist, wenn man morgens zum Bus muss. Und was für ein Elend, wenn man dann auch noch stundenlang durch noch abgelegenere Nester fährt, bevor man an der Schule in der Stadt abgekippt wird.

Na gut: So eine Geschichte ist das hier nicht. Die müssen wohl die armen Betroffenen schreiben.

Thilo Reffert lebt in Magdeburg und hat es da eher mit gemütlichen Stadtrandbussen zu tun. Was man so gemütlich nennt. Denn für eine Erzählung ist eine halbe Stunde ja nix. Die vergeht im Flug. Aber auch sein Bus Nr. 912 braucht eine halbe Stunde von der Poststraße bis zur Schule am Stern. Es ist ein ganz normaler Bus. Auch Ansgar sitzt drin, das ist der junge Mann, der als Wachdienst Nachtschichten schrubbt und morgens, wenn er mit dem Bus nach Hause fährt, natürlich hundemüde ist.

Nuno sitzt auch schon drin, eigentlich Leons bester Freund. Aber das hat nur bis zum Ende der Grundschule geklappt, dann kamen die beiden auf verschiedene Schulen. Nur im Bus treffen sie sich noch, reden aber nicht miteinander. So etwas kann ganz schön kompliziert sein. Darf man da noch befreundet sein oder ist man jetzt wieder fremd miteinander und darf nicht miteinander reden?

Komisch: Das kennt man irgendwie. Das Leben ist voll davon. Und es fällt uns kaum noch auf, weil wir längst denken, dass das so sein muss. Nicht nur im Bus. Aber im Bus kann man das auserzählen. Das macht Thilo Reffert nämlich. Denn was an diesem Morgen zwischen 7:30 und 8 Uhr im 912er-Bus passiert, erlebt jeder einzelne Mitfahrer aus seiner eigenen Perspektive. Und deshalb anders. Mitsamt den Gedanken, die einem im Kopf herumgehen.

Mit Leon geht es los, der extra Muffins gebacken hat, denn er hat Geburtstag und will allen seinen Klassenkameraden einen selbst gebackenen Muffin spendieren. Nur passiert mit den Muffins im Bus ein Malheur. Woran nicht mal Tami schuld ist, das Mädchen aus der Parallelklasse, das Leon sich gar nicht traut anzusprechen, auch weil sie zum ersten Mal im Bus mitfährt. Dass Tami ihr Frühstücksbrot vergessen hat, weil sie es heute besonders eilig hatte, kann er natürlich nicht ahnen.

Und Reffert belässt es nicht bei den Geschichten der Kinder, die in die Schule fahren. Denn auch Karoline mit ihren beiden Kindern Rubi und Uland erlebt ja diese Busfahrt mit eigenen Augen und Sorgen. Uland hat eigentlich beschlossen, die Erde zu verlassen und sich nicht mehr allzu lange anzugucken, was hier geschieht. Dabei ist er ein gewitzter Kindergartenjunge, der mit Mama und Schwesterchen zum Arzt fährt, damit ihm der Gips abgenommen wird. Und Ansgar schläft eigentlich, auch wenn er bei der Vollbremsung des Busses vom Sitz rutscht. Und bremsen muss der Bus, weil noch drei Persönlichkeiten bei dieser Fahrt eine Rolle spielen, die gar nicht mit im Bus sind. Auch deren Geschichten werden erzählt und erst sie machen klar, warum im Bus lauter kleine Wunder passieren, in deren Mittelpunkt natürlich Enno, der bärtige Busfahrer sitzt, der gerade am Vortag bei der Weltmeisterschaft der Busfahrer gewonnen hat.

Und irgendwie mausert sich gerade bei ihm die Geschichte zu einer kleinen Dankbarkeitsgeschichte für die Busfahrer, deren Perspektive wir als Fahrgäste meist nicht wahrnehmen. Wir sehen ja nicht, wer oder was alles vor den Bus springt, wie oft aus lauter Geigelei der „Fahrgastwunsch“ betätigt wird, wie ärgerlich verschmutzte Fahrzeuge sind oder trödelnde Fahrgäste, die den Fahrplan durcheinanderbringen. Wie viel Geduld und Verständnis so ein Fahrer oft aufbringen muss. Und der 7:30-Uhr-Bus ist wirklich kein voller Bus. Da erleben ja Leipziger Busfahrer ganz andere Sachen und es kommt einem sehr vertraut vor, wenn Enno ins Mikro grummelt: „Ich habe ja jede Menge Geduld …“ Er merkt schon selbst, dass er sich selbst eine Falle baut, als er dann fordert, irgendjemand solle jetzt den Bus verlassen …

Es steigt auch wirklich einer aus und ist auch noch dankbar für die Ermahnung. Auf einmal berühren sich die Geschichten, merkt man, dass man eigentlich die ganze Zeit das Gegenteil erwartet, weil man das mittlerweile so als Erfahrung verbucht hat, dass alle Menschen immer kurz davor sind zu explodieren, sich anzugiften, herunterzumachen und zu beleidigen. Als wären wir mittlerweile alle darauf konditioniert, uns wie Rüpel zu benehmen und die Welt mit mieser Laune zu füllen. Und Refferts Heldinnen und Helden in diesem Bus sind durchaus auch alle dicht dran – die ganzen negativen Erwartungen, mit denen wir abgefüllt sind, hängen in der Luft.

Nur Rubi lässt ihre Emotionen noch ungehemmt heraus. Aber sie ist es nicht, die die Stimmung verwandelt. Vielleicht auch nicht einmal die fliegende Schüssel mit den Muffins. Eher sind es die Gedanken, die jeder so für sich denkt. Manchmal braucht man ein bisschen Zeit und viele Gedanken – und vielleicht noch einen kleinen erlösenden Moment dazu, und dann kann man das fette Muss, das einen die ganze Zeit hindert, die ganze Verbissenheit abzulegen, einfach beiseite schieben.

Und eigentlich geht es auch Enno so, der seine Persönlichkeit hinter einer dicken Sonnenbrille versteckt, sodass auch keiner sieht, wenn er blinzelt oder lächelt.

Eigentlich ist es eine Aufmerksamkeitsgeschichte, mit der Reffert seinen kleinen und großen Lesern sichtbar macht, wie wir alle mit unseren Denkschablonen durch den Tag laufen – und dass es diese Schablonen sind, die uns daran hindern, die anderen in unsere Welt zu lassen. Weiß man eigentlich. Jeder kennt die Erleichterung, die durch so einen Bus schwappen kann, wenn Menschen einander einfach helfen und aufgeschlossen sind für die Nöte der anderen. Vielleicht hat Thilo Reffert die Geschichte ja gerade deshalb geschrieben, weil er in Magdeburg auch solche Busse erlebt hat, in denen alle einander nur grimmig angeschaut haben und der Groll vor sich hinkochte. Und auch der Busfahrer scheinbar immer ruppiger fuhr.

Man interpretiert ja immer und steckt die andere Leute in die eigene Schablone. Da braucht man schon so ein kleines Talent, sich rauszudenken aus dem eigenen Kopf und sich vorzustellen, was für verrückte Gedanken eigentlich in den Köpfen der anderen rumoren müssen. Und jeder hat eine Geschichte. Und jeder eine ganz andere, selbst wenn alle scheinbar dasselbe erleben. Ein richtig schönes Zündfunkenbuch für junge Leser, mit dem sie erfahren können, dass Gedanken nur Gedanken sind und wir in Wirklichkeit über die anderen gar nichts wissen, wenn wir nicht anfangen, sie kennenlernen zu wollen.

Emotional geht es auch hübsch zur Sache. Was anfangs überrascht, weil man doch denkt, dass menschliche Begegnungen doch eigentlich normal sind. Sind sie aber nicht. Sie sind die größte Sehnsucht und die größte Angst unserer Zeit. Und dass es so ist, merkt man, wenn die Freude hochbrodelt, wenn sich in diesen Geschichten auf einmal alle so liebenswert überraschend wie Menschen benehmen.

Termintipp: Zum Lesefest „Leipzig liest“ ist auch Thilo Reffert zu mehreren Lesungen in Leipzig. Und am Samstag, 23. März, gibt es drei Buslesungen mit ihm im Bushof in Lindenau: um 10, 13 und 15:30 Uhr natürlich im Bus und mit anschließender Führung durch den Busbahnhof Lindenau. Um Anmeldung unter www.l.de/leipzig-liest wird gebeten.

Thilo Reffert Linie 912, Klett Kinderbuch Verlag, Leipzig 2019, 13 Euro.

Das abenteuerliche Leben einer Brotdose und die beiläufige Frage nach dem Wert der Dinge

 

RezensionenKinderbuch
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

SFV-Präsident Hermann Winkler: „Die Attraktivität des Spielbetriebs aufrechterhalten.“
Hermann Winkler - Präsident des Sächsischen Fußball-Verbandes (SFV). Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 77, seit 27. März im HandelDas Fußballmagazin Kicker schlägt Alarm. Unter der Schlagzeile „Deutschland verliert 3.450 Nachwuchsteams in einem Jahr!“ wird ein dramatischer Rückgang der Anzahl junger Fußballerinnen und Fußballer beschrieben. Die LEIPZIGER ZEITUNG (LZ) nahm dies zum Anlass, beim Sächsischen Fußball-Verband (SFV) nachzufragen, wie sich die Situation im Freistaat darstellt. Ein Interview mit SFV-Präsident Hermann Winkler.
Herausforderungen der Coronakrise müssen europäisch angegangen werden!
Constanze Krehl. Foto: Susie Knoll

Foto: Susie Knoll

Die Gruppe der SPD-Abgeordneten im Europäischen Parlament hat am Mittwoch, den 1. April, ein wirtschafts- und finanzpolitisches Positionspapier veröffentlicht, in welchem sie zur Zusammenarbeit und europäischen Solidarität in der aktuellen Krise aufrufen.
Auszüge aus Francis Neniks „Tagebuch eines Hilflosen“ #25
Die Corona-Krise beschleunigt das Sterben der Lokalzeitungen in den USA. Grafik: L-IZ

Grafik: L-IZ

Für alle LeserDer Teufel scheißt auf den größten Haufen, auch wenn es ein Haufen Viren ist. Scheißegal. Der Teufel sagt sich: Geschäft ist Geschäft – und legt los. In diesem Fall plumpsen die Goldtaler, die aus der Berichterstattung über die Coronakrise entspringen, auf Google, Facebook und die großen Medienhäuser darnieder, derweil Lokalzeitungen nur ein paar Spritzer abkriegen.
Was die Corona-Krise die Leipziger Messe kosten wird, ist noch lange nicht bezifferbar
Glashalle der Neuen Messe mit Planschbecken. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas wirkt jetzt schon fast wie eine Geschichte aus dem letzten Jahr, obwohl es erst am 3. März passiert ist: Da sagte die Leipziger Messegesellschaft nach langen und heftigen Diskussionen die Buchmesse ab und sorgte damit sofort für ein Erdbeben bei Verlagen und Autor/-innen. Denn viele von ihnen bekamen sofort wirtschaftliche Probleme. Da war noch gar nicht absehbar, dass bald eine ganze Wirtschaft in den Stillstands-Modus geschickt werden würde. Damals stellte die Linksfraktion ein paar nur zu berechtigte Fragen.
Was sind triftige Gründe, um das Haus verlassen zu dürfen?
Alle schön verteilt am Cospudener See. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserKennt Ihr dieses alte Kinderspiel, das manche für rassistisch halten? Wen die Diskussion darüber, ob es das tatsächlich ist, interessiert, dem empfehle ich folgende Internet-Seite: „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann: Herkunft & Alternativen“ auf Giga.de.
Der NABU Sachsen kritisiert die Enthaltung des Freistaats bei der Abstimmung zur Düngeverordnung im Bundesrat
Acker bis zum Horizont – und ein paar Gänse. Foto: Matthias Weidemann

Foto: Matthias Weidemann

Für alle LeserWenn sich Regierungskoalitionen nicht auf ein einheitliches Abstimmungsverhalten im Bundesrat einigen können, dann enthält sich der jeweilige Minister in der Abstimmung des Bundesrates in der Regel. So geschehen auch am Freitag, 27. März, als sich Sachsen bei der Abstimmung zur neuen Düngeverordnung im Bundesrat enthielt. Obwohl Sachsens Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) eigentlich für eine strengere Verordnung ist.
März-Arbeitslosenzahlen sind eine Momentaufnahme genau zum Beginn der Corona-Ausgangsbeschränkungen
Entwicklung der Arbeitslosenzahlen in SGB II und SGB III. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Für alle LeserSeit zwei Wochen steckt zwar auch Sachsen im Lockdown aufgrund der Corona-Pandemie. Aber das bildet sich noch nicht in den Arbeitsmarktzahlen für Ende März ab. Der Grund ist simpel: Der Stichtag der Statistik liegt in der Monatsmitte, in diesem Fall also am 12. März. Deshalb werden die Auswirkungen der Corona-Krise in den Märzzahlen noch nicht sichtbar, teilt die Arbeitsagentur Leipzig mit.
Meine große Naturapotheke: Was an gesunden Kräutern alles wächst, wie man es zubereitet und anwendet
Sieglinde Leibner: Meine große Naturapotheke. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNoch wächst da draußen vor unserer Haustür allerlei, was gesund und hilfreich ist. Auch wenn wir mit unserer Art zu wirtschaften auch die pflanzliche Artenvielfalt angreifen. Der Gegentrend sind natürlich all die Menschen, die die Kräuterapotheke der Natur wieder für sich entdecken. Sieglinde Leibner tut das seit Jahren systematisch. Sie hat es etwas einfacher als wir Großstädter: Sie wohnt in Haidenfeld in Thüringen, hat also Wald und Wiesen direkt vor der Tür.
These #17: Funktionierender Wettbewerb bedeutet nicht: „Hauptsache billig.“
Kalender-These #17 – April 2020. Foto: MJA Leipzig e.V.

Foto: MJA Leipzig e.V.

Für alle LeserDamit Wettbewerb im sozialen Bereich nicht zu Monopoleismus und unsozialem Handeln führt, braucht es tragfähige Rahmenbedingungen. Geiz ist geil! Leanmanagement, Input – Output, Transformation, Globalisierungsprozesse, Controlling, Marktorientierung, Konkurrenz, Digitalisierung, Gewinn und Rentabilität. Was haben diese Begriffe mit der Sozialen Arbeit zu tun? Was sind Ihre ersten Gedanken, wenn Sie an Soziale Arbeit denken? Etwa an das Primat der Effizienz, an Marktanalysen oder gar an Wettbewerb?
Dienstag, der 31. März 2020: Wer ohne „triftigen Grund“ rausgeht, muss bis zu 150 Euro zahlen
Hinsetzen ist kurz erlaubt, Buchlesen wohl eher nicht. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserIn Sachsen ist zwar weiterhin nicht klar geregelt, wo genau man sich außerhalb der eigenen Wohnung aufhalten darf, doch dafür steht nun fest, was man zahlen muss, wenn man gegen die neue Rechtsverordnung verstößt. Diese gilt bis zum Ende der übernächsten Woche. Das diesjährige „Courage“-Konzert sollte zwar erst danach stattfinden, wurde aber bereits jetzt verschoben. Die L-IZ fasst zusammen, was am Dienstag, den 31. März 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Vier Corona-Fälle in den eigenen Reihen: Wie ist die Leipziger Polizei derzeit aufgestellt?
Polizeieinsatz. Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

Für alle LeserDie Covid-19-Pandemie fordert das Gemeinwesen massiv. Manche Kommentare sehen im Angesicht der unsichtbaren Gefahr auch die Stunde des Staats gekommen, der seinen Bürgern hilft und zugleich Ausgangsbeschränkungen zur Not per Zwang durchsetzt. Doch wie ist die Situation bei denen, die mit der Ausübung des Gewaltmonopols betraut sind? Sind die intern auf eine Häufung von Corona-Infektionen vorbereitet? Die L-IZ hat bei der Polizeidirektion Leipzig nachgefragt.
Saisonabbruch und neuer Vorstand: Viel in Bewegung bei den L. E. Volleys
Der neue L.E. Volleys-Vorstand (von links): Thomas Bauch, Stefan Roßbach, Martin Ivenz, Katja Weiße, Thomas Nicklisch und Stefan Schulze. Foto: L.E. Volleys

Foto: L.E. Volleys

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 77, seit 27. März im HandelSeit dem 12. März steht es fest: Für die L.E. Volleys ist die Saison in der 2. Bundesliga vorzeitig beendet. Als Maßnahme zur Eindämmung des Coronavirus sah sich die Volleyball Bundesliga (VBL) gezwungen, erstmals in ihrer Historie eine Saison abzubrechen. Nur sechs Tage später beschloss die VBL, dass die gesamte Saison 2019/20 in der 2. Bundesliga nicht gewertet wird.
Engpässe bei Atemmasken: Leipzigs Kliniken warten auf „Erkrankungswelle“
Momentan hält das St. Georg etwa 300 Betten für Corona-Patienten frei. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserNoch immer steigen die Zahlen der mit Corona infizierten Personen in Deutschland, noch immer bereiten sich Kliniken intensiv auf die „Erkrankungswelle“ vor. In Sachsen sind inzwischen 2.084 Infektions- und 13 Todesfälle bestätigt, wie Gesundheitsministerin Petra Köpping mitteilte. Leipzig zählt insgesamt 320 (Stand 31.03.). Der Peak, so sagte es Oberbürgermeister Burkhard Jung (62, SPD) am Montag in einer Online-Bürgersprechstunde von Leipzig Fernsehen, werde in Leipzig für die Zeit um Ende April/Anfang Mai erwartet. Währenddessen ist die Rede von Versorgungsengpässen in deutschen Krankenhäusern. Atemmasken und ausreichend Schutzkleidung fehlen an allen Ecken und Enden, Lieferungen kommen verspätet oder gar nicht an. Wie sieht es in den hiesigen Krankenhäusern aus?
Am 3. April erscheint das neue Album von Dota: „Kaléko“
Dota: Kaléko. Cover: Dota

Cover: Dota

Für alle LeserAm 21. März begrüßte ein Gedicht von Mascha Kaléko die Besucher des Rewe-Supermarkts am Connewitzer Kreuz und wir nutzten die Gelegenheit, auch einen Videoclip von Dota Kehr und Felix Meyer zu empfehlen, in dem sie das Gedicht „Zum Trost“ von Mascha Kaléko interpretieren. Die 1907 geborene Dichterin spielt auf dem neuen Album von Dota eine ganz zentrale Rolle. Und wenn alles gut geht, gastiert Dota am 15. August open air auf der Bühne des Geyserhauses mit den Liedern des neuen Albums „Kaléko“, das am 3. April erscheint.
Stadtbezirksbeirat Ost fordert Schutz für den Radstreifen vor der Sparkasse in der Dresdner Straße
Die Dresdner Straße kurz vor der Kurve. Archivfoto: Ralf Julke

Archivfoto: Ralf Julke

Für alle LeserWie schwer es ist, wichtige Verbesserungen im Leipziger Verkehr auch gegen die Bequemlichkeit einiger Zeitgenossen durchzusetzen, zeigt die Geschichte um die Radfahrstreifen in der Dresdner Straße. 2017 wurde hier die erste Hälfte auf der Südseite aufgetragen. Dann entfachten die Leipziger Autolobbyisten einen veritablen Mediensturm. Das Aufmalen auf der Nordseite wurde ausgesetzt und erst auf Druck aus dem Stadtrat 2019 umgesetzt. Aber einige Autofahrer ignorieren den Radstreifen bis heute, kritisiert der Stadtbezirksbeirat Ost.