Antipasti, Tapas und mehr: Wie die kleinen Speisen aus dem Mittelmeerraum unsere Küche bereichern können

Für alle LeserDie Welt ist voller Entdeckungen. Und wer im Mittelmeerraum unterwegs war, der weiß, dass nicht nur die Hauptgerichte zu diesen Entdeckungen gehören, sondern auch die kleinen Häppchen, die man vor dem Hauptgang angeboten bekommt. Mal heißen sie Antipasti, mal Tapas, mal Mezze. Und das ist nur die große Bezeichnung für die Vielfalt solcher kleinen Kosthappen, die längst auch aus mediterranen Restaurants in Deutschland bekannt sind.

Und natürlich erzählt Ute Scheffler in diesem Büchlein nicht nur, was man unter dieser Tradition der Vor-Speisen eigentlich versteht, woher sie kommen und welche Geschichte sie haben. Natürlich erzählt sie auch, wie man sich diese Köstlichkeiten selbst zubereiten kann, wie man sich diese vielen kleinen Küchenfreuden aus dem Süden also auf den eigenen Tisch holt. Es ist also ein Entdeckungsabenteuer, das für manchen wohl auch eine Überraschung werden wird, weil sich die Welt dieser Antipasti erstens deutlich von dem unterscheidet, was wir in Deutschland meist so als Vorspeisen bezeichnen. Und weil sie einen Erfindungsreichtum zeigt, den man so nicht erwarten würde.

Augenscheinlich haben sich viele Gastgeber und Wirte im Lauf der Zeit viel einfallen lassen, um ihre Gäste glücklich zu machen und sie mit kleinen Essensfreuden im Haus zu halten. Man kann sich weiter gut unterhalten und lernt gleichzeitig exotische kleine Abenteuer kennen, auch solche, die noch nicht so heimisch sind in unseren Breiten. Das beginnt schon in der Welt der Spanischen Tapas, wo man Runzel-Kartoffeln in Salzkruste, scharfe Fleischbällchen, Datteln im Speckmantel und schnelle Feigen-Törtchen kennenlernt.

Die Bruschetta aus dem italienischen Speisenkosmos kennt man meist schon, die Toskanischen Antipasti eher nicht – auch wenn sie knusprig-gemüsig sind und die Wahl schwer machen, wenn gar noch marinierte Erdbeeren zur Auswahl stehen. Man merkt schon, das sind eigentlich alles kleine Gerichte, die relativ leicht zubereitet werden können, die Freuden der Unterhaltung zum Beispiel bei einem guten Wein nicht abreißen lassen und auch dann sättigen, wenn man nicht unbedingt viel auftafeln möchte.

Und mit den Mezze springt man quasi ans südliche Ufer des Mittelmeeres. Hier wird es orientalisch mit libanesischem Bulgursalat, gefüllten Weinblättern und süßem Nussgebäck, ganz zu schweigen von mittlerweile guten Bekannten wie Falafel und Köfte. Mit solchen Köstlichkeiten kann man auch lange Sommerabende zubringen und man lernt Sardellen, Zucchini, Auberginen und Mozzarella von einer neuen Seite kennen. Was nicht heißt, dass sich nicht auch da und dort ein bisschen Fleisch ins Rezept verirrt.

Vieles entsteht als Zutat für Brothappen oder andere krosse Backwaren, etwa der berühmte Hummus, Tsatziki oder Baba Ghanoush, ein Auberginen-Sesam-Püree. Und da solche Dinge auch unterschiedlich gewürzt werden können, eröffnet sich auch wieder eine kleine Welt für schöne Experimente. Die Fotos liefern dann noch anschauliche Beispiele, wie man die Häppchen garnieren kann. Denn auch hier isst das Auge mit. Und ein so mit Antipasti, Tapas oder Mezze bestückter Tisch wirkt ganz von allein farbenfroh, festlich und einladend.

Man kann auf diese Weise auch schnell eine kleine Party oder ein Freundestreffen retten und muss nicht mal ein schlechtes Gewissen haben dabei, denn gerade die schöne Vielfalt erzählt von einem Reichtum, der uns im Alltag oft gar nicht mehr bewusst ist. Und natürlich von einer Speisekultur, die uns seit Jahren schon bereichert. Vielfalt kann so lecker sein und auch Türen öffnen in eine Gelassenheit, von der wir viel mehr brauchen könnten.

Im Büchlein steht, wie es geht. Und so manche und so manchen wird es anregen, einfach mal auszuprobieren, wie es geht. Das Abenteuer beginnt in der Küche.

Ute Scheffler Antipasti, Tapas und mehr, Buchverlag für die Frau, Leipzig 2019, 5 Euro.

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