Ein Manager im Himmel: Saladins viele Versuche, endlich den Frieden mit sich selbst zu finden

Für alle LeserManager kommen nicht in den Himmel. Und ihr Humor ist irgendwie gewöhnungsbedürftig. Der Schweizer Peter Beeler-Scheidegger war selbst „Jahrzehnte lang im Topmanagement“ tätig. Er kennt also die Kollegen, die Welt, in der sie leben, und ihre Denkweise. Und er hat so eine Ahnung, was dieses Denken in der Welt anrichtet. Und mit den Menschen. Sind Manager noch zu retten? Wenigstens einer? Ein gewisser Saladin, der tatsächlich im Himmel landet?

Oder vielmehr: Den der Autor dort landen lässt, etwas verwirrt, weil Manager mit so viel unproduktiver Untätigkeit nichts anfangen können. Denn wenn man es recht bedenkt, landen im Himmel genau die Leute, die von knallharten Managern am liebsten gefeuert, fertiggemacht und ausgebeutet werden. All jene, die sich nach 30, 40, 50 Jahren Schinderei danach sehnen, endlich in Ruhe gelassen zu werden, nicht mehr funktionieren zu müssen wie ein Hamster im Laufrad.

Und weil Saladin nie gelernt hat, einfach mal loszulassen, schlägt er jetzt Gott und Petrus vor, im Himmel mal ein bisschen aufzuräumen, den Himmel quasi wettbewerbsfähiger zu machen. Nur geht das halt mit dem vorhandenen Personal nicht. Weder die Seelen der Verstorbenen noch die Engel haben die mindeste Lust, dem Mann in seiner Optimierungs- und Sanierungswut zu helfen.

Weshalb er sich nach Verbündeten umschaut, wo seine Berufskollegen alle gelandet sind: beim Teufel. Der natürlich nur zu bereit ist, mit Saladin ein ordentliches Geschäft zu machen. Was auch beinah zustande kommt, würden nicht Gott und Petrus dazwischenfunken. So war das nicht gedacht, als sie Saladin die Organisationsgeschäfte im Himmel anvertrauten.

Aber was macht man mit dem Manne? Sie geben ihm eine Chance. Er darf noch einmal auf die Erde. Nicht nur einmal, sondern vielmals. Bis er all die Dinge gelernt hat, die einen Menschen befähigen, gut zu sein. Denn darum geht es eigentlich. Auch wenn es Beeler-Scheidegger am Ende als „himmlischen Frieden“ begreift, was seinen Saladin endlich ins Reine kommen lässt mit sich und der Welt.

Denn das merkt man bald. Und es klingt wie selbst erlebt, wenn Beeler-Scheidegger erzählt, wie Manager tatsächlich ticken – nicht nur die in der Wirtschaft. Es kommen auch einige aus der Kirche, der Politik und dem Militär vor. Und Saladin schlüpft auch in ihre Haut, um darin im Grunde dasselbe zu erleben, was er auch schon in seinem tatsächlichen Job als Manager erlebt hat: Man landet in solchen Hierarchien nicht ganz oben, wenn man ein ganzer Mensch ist, der mit sich im Reinen ist, der jene Gelassenheit hat, die Saladin erst nach seinem sechsten oder siebenten Tod so langsam findet – typischerweise in einem tibetanischen Kloster, so einem, in das auch reale Manager gern fliehen, wenn sie meinen, ihre Batterie wieder aufladen zu müssen, weil sie sich ausgebrannt fühlen. Um danach dann wieder weiterzumachen in einem Job, in dem sie wieder nur Getriebene sind.

Nein, so lustig, wie Beeler-Scheidegger es ankündigt, wird das Buch nicht. Es sei denn, Menschen in solchen Führungspositionen hätten tatsächlich so einen etwas zynischen Humor. Was man sich gut vorstellen kann. Denn eines merkt man bald: Manager sind einsam, verdammt einsam. Denn sie leben in einer Welt, in der ihnen stets jemand den Job und die tolle Bonifikation streitig macht. Von unten drücken lauter Gleichartige nach, die der festen Überzeugung sind, es genauso gut, wenn nicht gar besser zu machen.

Und die alles tun, die Arbeit des Alten in Misskredit zu bringen. Und über jedem Manager sitzen die eigentlichen Chefs – die Aufsichtsräte und Aktionäre, die die Führungsmannschaft nur nach einem bewerten: Wirft das Unternehmen Gewinne ab? Und steigen sie bittesehr? Und da sie das aller Vierteljahre erwarten, werden Manager zu Getriebenen und sind permanent auf der Suche nach Lösungen, noch mehr Geld aus der Firma zu pressen.

Die Rezepte kennen wir alle. Sie gehen so gut wie alle auf Kosten der Umwelt und der Angestellten, die als entbehrlich gelten. Oder der Gemeinschaft, die man dann gern auch noch um ehrliche Steuern bescheißt. Es wird outgesourct und verschlankt. Und so ganz beiläufig gibt Beeler-Scheidegger einen tiefen Einblick in das Seelenleben seines Managers. Denn dieser Saladin ist typisch, wahrscheinlich viel typischer, als selbst der Autor glaubt. Denn er hat verinnerlicht, wie man als Manager in hohe Positionen kommt. Und das war nicht nur ein Lernprozess. Es hat seinen Charakter geformt.

Er hat all die Managersprüche verinnerlicht, die man alle schon mal irgendwo gehört hat, aber nicht unbedingt mit Managerkursen und Karriereseminaren in Verbindung bringt. Diese hier zum Beispiel: „Die Großen fressen die Kleinen, die Schnellen die Langsamen.“ Oder: „Wir müssen uns auf das Kerngeschäft konzentrieren.“ Oder „Abläufe verkürzen, Auswahlverfahren vereinfachen, Synergien bündeln“, wie es der Teufel vorschlägt. Manager grübeln nicht, Manager machen. Und wenn sie die ganze zweite Führungsebene entlassen, „um neuen Schwung in den Laden zu bringen“.

Saladins Aufenthalte auf der Erde werden regelrecht zu einem Chrashkurs in Selbsterkenntnis. Denn gelernt hat er vor allem eins: Chefs zeigen keine Schwäche, sie müssen immer und überall den Macher zeigen, eine glänzende Performance hinlegen. Sie lernen vor allem, hart zu sich selbst zu sein und auch beim Survival-Kurs über ihre Grenzen zu gehen.

Das kennt man irgendwie. Das kommt einem sehr vertraut vor. Das sind die Typen, die in unserer Gesellschaft den Ton angeben und jenes Klima erzeugen, in dem „Minderleister“ verachtet werden und selbst die kleinsten Angestellten lernen, dass sie bei aller Schikane stets zu lächeln haben. Es entsteht ein Klima, in dem der Manager ständig in Angst lebt, seinen Job loszuwerden, weil er nicht genug leistet, weil ihm nichts mehr einfällt, den Laden aufzumischen, weil der Aufsichtsrat das Gefühl haben könnte, er könnte zu weich geworden sein, nicht mehr gut genug „performen“.

Und so eilt auch Saladin Tag für Tag zur Arbeit mit dem Druck im Bauch, jetzt schnellstens wieder eine Aktion starten zu müssen, Tatkraft und Durchsetzungsvermögen zu zeigen und allen zu beweisen, was für ein knallharter Macher er ist. Wirklich zufrieden ist er nie, denn das gnädige Wohlwollen des Aufsichtsrates kann schon morgen wieder verscherzt sein. Wer liest, wie Saladin immer wieder in seine angelernten Gewohnheiten zurückfällt, der ahnt so ein wenig, warum die Manager der großen Konzerne so kopflos in immer neue Katastrophen steuern, faule Deals eingehen und auch immer weniger Risiko zulassen. Denn wer etwas Neues wagt, das nicht gleich morgen Früchte trägt, riskiert seinen Job. Dem wird „das Vertrauen“ entzogen.

Auch diese Stelle gibt es im Buch, an der Saladin (noch) zufrieden darüber nachdenkt, wie schön es ist, das Vertrauen der Aktionäre zu genießen. Nur eins hat er nicht: Urvertrauen. In der Hülle des durch großes Ego und blendendes Selbstvertrauen schillernden Machers steckt ein Mensch, der weder seinen Mitarbeitern noch der Welt vertraut. Und sich selbst auch nicht. Die knallharten Sprüche sind Durchhalteparolen. Deswegen ähneln militärische Karrieristen so auffällig Wirtschaftskarrieristen und politischen Karrieristen, die alle von der blendenden Show des Kerls leben, der „ohne Rücksicht auf Verluste“ regiert und agiert. Machertypen. Führerfiguren.

Und die dafür auch jede Menge Aufmerksamkeit von willfährigen Medien bekommen. Oder sollte man nicht lieber schreiben: opportunistischen Medien? Denn so nach dem dritten oder vierten Tod beginnt auch Saladin zu begreifen, dass er sich die ganze Zeit wie ein Opportunist verhalten hat. Er hat geliebedienert nach oben und nach unten getreten. Und er weiß, dass es alle seine anderen Mitkarrieristen genauso gemacht haben. Und genauso machen. Denn keiner von ihnen ist sein eigener Herr. Sie kaschieren ihre Rolle des funktionierenden Angestellten nur durch große Show. Eine Show, in der ihr enges Gedankenkorsett geradezu als heilige Weisheit verkauft wird. Wirklich zum Lachen wird das Büchlein nicht, auch wenn es sich Beeler-Scheidegger wünscht. Dazu zeigt es zu viel aus dieser Welt der Männer, die auch noch Weib und Kind an den Teufel verkaufen würden, wenn es ihnen nur den kleinsten geschäftlichen Vorteil bringt.

Es ist diese fast schon zynische Analyse der Gedankenwelt der heute so typischen Manager, die das Buch auch ein wenig zum Erkenntnisbuch macht: Man lernt mit diesem Saladin, wie all die Kerle ticken, die heute in verantwortlichen Positionen sitzen und alles dafür tun, dass alles so (weiter-)läuft wie es läuft. Dass die Maschine ja nicht ins Stottern kommt oder die Menschen gar zur Besinnung kommen.

Eigentlich schickt ihn Gott immer wieder hinunter auf die Erde, damit Saladin seine Manager-Kolleg/-innen dazu bringt, von diesem rücksichtslosen Agieren abzulassen, gelassener zu werden, wieder Humor und Menschlichkeit in die Welt zu bringen. Also zu lernen, dass die Welt nicht untergeht, wenn man gelassener, nachdenklicher und rücksichtsvoller wirtschaftet.

Auch wenn die letzte Geschichte darauf hindeutet, dass es Saladin doch noch gelingt, indem er wirklich gegen jede angelernte Regel der Vermarktung verstößt und damit Riesenerfolg hat, bleibt die Skepsis. Dazu bleiben die Menschen um Saladin zu schemenhaft, werden nicht greifbar. Nur er selbst gewinnt tatsächlich die Gelassenheit, die ihm endlich den Frieden mit sich selbst bringt. Er muss sich nicht mehr rechtfertigen. Nichts mehr erklären.

Er hat sich also quasi selbst erlöst.

Auch vom „wichtigen Managerwissen“, das der Umschlagtext verspricht. Wie Unternehmensführung anders sein könnte – kooperativer zum Beispiel, solidarischer und einfühlsamer – das deutet Peter Beeler-Scheidegger bestenfalls an. Wohl auch deshalb, weil es dafür kaum positive Beispiele gibt, unter den großen Konzernen schon gar nicht. Gerade dort ist der Druck auf die Manager besonders hoch und gnadenlos.

Auch das Lösungsangebot in der letzten Geschichte stellt „Wettbewerb“ und „Erfolg“ in den Mittelpunkt, eigentlich so ähnlich, wie in den großen „Spaßkonzernen“, die sich gern als jung und kreativ verkaufen, in wirtschaftlichen Entscheidungen aber genauso rücksichtslos sind wie die „alten“ Konzerne.

Der Leser fühlt sich also keineswegs miterlöst. Und so ganz lustig ist ihm auch nicht zumute. Denn dass die knallharten Entscheider keineswegs dabei sind, sich in freundliche Saladine zu verwandeln, das ist ja nun leider unübersehbar. Eher werden sie noch bissiger und rücksichtsloser, denn sie merken ja ebenfalls, dass ihre Art des Wirtschaftens gerade unsere Lebensgrundlagen zerstört.

Während ihre Aktionäre immer weiter schöne satte Gewinne und Dividenden erwarten. Da verengt sich der Fokus, da wird Panik zum Dauerzustand. Eine Panik, die die überbezahlten Zampanos ja gerade mit all ihrer Macht in die Gesellschaften des Westens drücken. Sirenen im Nadelstreifenanzug, könnte man sagen. Nur einer ist gerettet: Saladin.

Peter Beeler-Scheidegger „Ein Manager im Himmel“, Einbuch Buch- und Literaturverlag, Leipzig 2019, 13,90 Euro.

Rezensionen
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Wie weiter mit der Fußballsaison? Wieso Abbruch und „Weiter so“ nicht so einfach sind
Die Leidenschaft in der Leidenszeit - kluge Lösungen dringend gesucht. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserEgal ob Bundesliga oder Kreisklasse: Der Ball ruht bis auf Weiteres. Niemand weiß, wann es weitergeht und vor allem weiß niemand, was passiert, wenn es nicht weitergehen kann. Eine solche Situation kennt der deutsche Fußball nicht, die Unwissenheit quält auch die Fußballklubs in Sachsen und in Leipzig. Was wird aus den Früchten der bisherigen Arbeit? Verschiedene Möglichkeiten sind denkbar, aber bei allen würden die Beteiligten gegen Wände laufen.
Montag, der 6. April 2020: Ordnungsamt registrierte mehr als 1.000 Verstöße gegen Corona-Regeln
Das Ordnungsamt kontrolliert, ob die Corona-Regeln eingehalten werden. Archivfoto: L-IZ.de

Archivfoto: L-IZ.de

Für alle LeserPolizei und Ordnungsamt kontrollieren weiterhin eifrig, ob sich die Leipziger/-innen an die strengen Ausgangsregeln halten. Das Ordnungsamt hat heute eine Zwischenbilanz veröffentlicht. Außerdem gibt es neue Regeln für den Wochenmarkt, ein abgesagtes Bachfest und einen gescheiterten Eilantrag gegen die sächsische Allgemeinverfügung. Die L-IZ fasst zusammen, was am Montag, den 6. April 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Vorwürfe gegen Asylunterkunft nahe Leipzig: Fehlende Hygiene und „Bestrafung“ für Bewohner
Erstaufnahmeeinrichtung in Dölzig im Sommer 2015. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserBewohner/-innen der Asylunterkunft in Dölzig nahe Leipzig haben in den vergangenen Wochen mehrmals die hygienischen Zustände vor Ort kritisiert. Ein Wortführer wurde mittlerweile nach Chemnitz verlegt – angeblich aus medizinischen Gründen. Er selbst fühlt sich dafür „bestraft“, Missstände angesprochen zu haben. Zudem wurde ein MDR-Team, das vor Ort drehte, von der Security bedrängt und festgehalten. Die zuständige Landesdirektion will den Vorfall prüfen.
Sachsens Ermittler werten die Beweismitel zum rechtsradikalen Versandhandel aus Leipzig noch aus
Werbung für „Mein Kampf“ von Adolf Hitler im Nachdruck. Screenshot Schelm Verlag 2016

Screenshot Schelm Verlag 2016

Für alle LeserIm Februar machte die NDR-Reportage „STRG_F“ einmal wieder darauf aufmerksam, dass seit einigen Jahren ein Leipziger Kleinversand die Welt mit rassistischem und nationalistischem Schriftgut versorgt. „Der Schelm“ nennt sich dieser nationalsozialistische Versandhandel, der seit seiner Gründung antisemitische und den Nationalsozialismus verherrlichende Literatur versendet. In der Reportage wird als einer der Vertriebsmitarbeiter der ehemalige NPD-Stadtrat Enrico Böhm ausgemacht, stellte die Landtagsabgeordnete Juliane Nagel in ihrer Anfrage an die Staatsregierung dazu fest.
Wenn Wasservögel sich in Haken und Angelschnüren verfangen
Der gerettete Höckerschwan. Foto: NABU Leipzig

Foto: NABU Leipzig

Für alle LeserEigentlich denkt man sich ja, wenn man so vorbeiradelt an den Anglern an Fluss und See, dass sie wissen, was sie tun und dass sie ihr Besteck nach dem Angeln wieder einräumen und mitnehmen. Aber das ist bei einigen Zeitgenossen wohl nicht der Fall, wie der NABU Leipzig jetzt feststellen muss. Denn er findet immer wieder Angelhaken und Angelschnüre – und immer wieder verletzen sich auch die Wasservögel daran. Der Naturschutzbund appelliert an die Angler.
Wegen Corona: Bachfest 2020 in Leipzig abgesagt
Bachfest Leipzig 2017: Eröffnungskonzert mit dem Thomanerchor in der Leipziger Thomaskirche. Foto: Bachfest Leipzig/www.malzkornfoto.de

Foto: Bachfest Leipzig/www.malzkornfoto.de

Für alle LeserDas war dann nur folgerichtig, denn auch im Juni werden die Folgen der Corona-Pandemie noch nicht ausgestanden sein. Am Montag, 6. April, wurde das Bachfest 2020 abgesagt. Und weitere Feste auch in Leipzig werden folgen. Denn auch das Ende der rigiden Ausgangsbeschränkungen bedeutet nicht das Ende der Epidemie. Das Bachfest Leipzig 2020 entfällt aufgrund der COVID-19-Pandemie, teilte das Bach-Archiv Leipzig am Montag mit.
Die lakonischen Antworten des Oliver Schenk auf die Mutmaßungen eines Meißener AfD-Abgeordneten
Pegida Dresden am 1. Juli 2019 am Hauptbahnhof. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDie sächsische AfD nimmt zwar auch gern an diversen Demonstrationen und Kundgebungen teil, gern auch an den PEGIDA-Spaziergängen in Dresden. Aber nur zu gern unterstellt die rechtslastige Partei den Gegendemonstranten dieser Veranstaltungen, sie wären gekauft. Gar von der sächsischen Staatsregierung. Eine Unterstellung, gegen die sich jetzt Oliver Schenk, Chef der sächsischen Staatskanzlei, mit sehr lakonischen Worten verwahrt.
Leipzig wäre bereit, 20 Kinder aus griechischen Flüchtlingslagern aufzunehmen
Refugees Welcome. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDas Herz sitzt nun einmal links. Egal, was die neuen politischen Krawallmacher so erzählen, die so gern den Linksterrorismus beschwören und gleich mal alles, was aus ihrer harten und egozentrischen Sicht „links“ ist, mit verteufeln. Aber links bedeutet nun einmal auch Empathie mit den Schwächeren. Auch mit den Menschen, die in griechischen Flüchtlingslagern gestrandet sind. Den Kindern erst recht. Der Leipziger Stadtrat hat sich Ende März mit einer Resolution zur Aufnahme von Kindern und Jugendlichen bekannt. Aber wie steht die Stadtverwaltung dazu?
Philharmonie Leipzig erinnert mit Orchester-Video daran, wie überlebenswichtig Musik ist in dieser Zeit
Blick zum Turm der Peterskirche. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm Freitag, 3. April, hätte es in der Peterskirche eigentlich das große Carmina-Burana-Konzert der Philharmonie Leipzig zusammen mit dem Philharmonischen Chor, Solisten und MDR Kinderchor geben sollen. Das war – wie jedes dieser Konzerte – fast ausverkauft. Und musste natürlich aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen abgesagt werden. Doch wie so viele Orchestermusiker in dieser Zeit wandten sich auch die Mitglieder der Philharmonie Leipzig mit einem berührenden Video an die Öffentlichkeit. Und es ging viral.
Wegbereiter. Wegbegleiter: Wie Paten, Stifter und Festivalintendanten begabten Musikern helfen beim Start
Heide Schwarzweller (Hrsg.): Wegbereiter. Wegbegleiter. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser„Wir alle erleben momentan surreale Zeiten, deren wirtschaftliche Folgen vor allem für eine Berufsgruppe spürbar real sind: Musiker“, schreibt uns Heide Schwarzweller, die nach Ende ihres Berufslebens einen innigen Wunsch in die Tat umsetzte: Sie hob einen Konzeptpreis für Musiknachwuchstalente ins Leben und benannte ihn nach Felix Mendelssohn Bartholdys begabter Schwester Fanny, die zu Lebzeiten nie die Chancen erhielt, die ihr Bruder hatte. Das Buch erzählt nicht nur von diesem Förderpreis.
Corona-Hilfe made in Leipzig: Initiativen, Ideen und Hilfsangebote aus der Zivilgesellschaft zur Milderung der Coronakrise + Update
Alles dicht im Einkaufsmekka Bahnhofspromenaden - nur Apotheken, Lebensmittelhändler und Drogerien haben noch geöffnet. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserIn den vergangenen Tagen ist nach dem atemlosen Zuschauen der hereinprasselnden Verfügungen und Veränderungen seitens des Freistaates Sachsen eine erste Welle von Ideen und Initiativen entstanden. Alle sollen dazu dienen, über die staatlichen Lösungsangebote hinaus, erste Auswirkungen der Corona-Krise abzufedern. Die LZ hat die besten Initiativen herausgesucht und hofft, dass sich je nach eigenen Prioritäten auch die Leser unserer Zeitung an der einen oder anderen gelungenen Idee beteiligen.
Ohne strenge Schutzauflagen wird ein Hochfahren des öffentlichen Lebens in Deutschland nicht zu machen sein
Lieber Abstand halten -auch am Cospudener See. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDer Umgang mit der Covid-19-Pandemie hat auch in Deutschland einige negative Seiten der Globalisierung offengelegt. So die durchaus beängstigende Tatsache, dass die Produktion wichtiger medizinischer Güter wie Schutzkleidung und Schutzmasken seit Jahren ausgelagert wurden nach Asien. Dabei ist gerade bei der Bewältigung einer Epidemie nationale Handlungsfähigkeit überlebenswichtig. Forscher der Leopoldina haben jetzt ihre zweite Einschätzung zu den Maßnahmen in Deutschland geschrieben.
Blinder Fleck: Solo-Selbstständige fallen bei Bund und Freistaat einfach durchs Raster
Wie lange reicht das noch? Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Corona-Krise zeigt nicht nur, welche Berufsgruppen tatsächlich systemrelevant und nicht ersetzlich sind. Sie zeigt auch, wer sofort in Nöte gerät, wenn alle öffentlichen Veranstaltungen abgesagt werden. Und wie unfähig heutige Politiker inzwischen sind, all jene Selbstständigen überhaupt mitzudenken, die das ganze Risiko der Selbstvermarktung tragen und in den vergangen Jahrzehnten erlebt haben, wie ihre Arbeit immer mehr prekarisiert wurde. Das thematisieren jetzt ein Offener Brief an Leipzigs OBM und eine Forderung der Gewerkschaft ver.di.
Auszüge aus Francis Neniks „Tagebuch eines Hilflosen“ #26
Wer Epidemien verhindern möchte, forscht vorsorgend. Grafik: L-IZ

Grafik: L-IZ

Für alle LeserUnd weiter geht's in der großen Ironie namens Geschichte, die wir gerade unsere Gegenwart nennen ... Die Trump-Regierung hat zwei Monate vor Ausbruch des Coronavirus heimlich, still und leise ein USAID-Hilfsprogramm zur Pandemiebekämpfung beendet. Das Programm war 2009 als Reaktion auf Ausbreitung der Vogelgrippe entstanden und trug den Titel „predict“ („vorhersagen“).
Zahl der privaten Pkw in Leipzig auch 2019 weiter gestiegen
Privatbesitz an Pkw in Leipzig 2019. Grafik: Stadt Leipzig

Grafik: Stadt Leipzig

Für alle LeserZurzeit sind zwar Straßenbahnen und Busse in Leipzig relativ leer. Fast hat man schon wieder vergessen, wie vollgestopft sie noch vor vier Wochen im Berufsverkehr waren. Und das trotz stagnierender Fahrgastzahlen. Dass Leipzig die Stärkung seines ÖPNV über Jahre viel zu sehr vertrödelt hat, macht noch eine andere Zahl sichtbar, die das Amt für Statistik und Wahlen am 1. April veröffentlicht hat.