Lützen: Die große Stadtchronik zum Jubiläum der kleinen Stadt mit dem berühmten Namen

Für alle LeserIm vergangenem Jahr feierte die kleine Stadt Lützen ein großes Jubiläum – auch wenn es in Leipzig fast keiner gemerkt hat. Zum 750. Mal jährte sich die Ersterwähnung der Stadt, die durch zwei große Schlachten in die Geschichtsbücher einging. Über die Schlachten ist schon viel geschrieben worden, aber wer schreibt über so ein kleines, aber geschichtsträchtiges Ackerbürgerstädtchen? Auch Stadtgeschichte ist spannend. Ein dicker, reich bebilderter Band macht es sichtbar.

Natürlich hat die Stadt Lützen diesen Band beauftragt, die heute – nach vielen Eingemeindungen – natürlich viel größer ist als die historische Stadt an der Via Regia. Zum heutigen Stadtgebiet gehören Orte, die ihrerseits fast genauso berühmt sind – Poserna zum Beispiel, wo 1763 der Dichter und Wanderer Johann Gottfried Seume geboren wurde, oder Röcken, wo 1844 der Philosoph Friedrich Nietzsche geboren wurde und 1900 auch beerdigt wurde.

Ganz zu schweigen von Großgörschen, wo im Mai 1813 eine der letzten entscheidenden Schlachten der Befreiungskriege gegen Napoleon stattfand, eine jener Schlachten, die dann die Entscheidungsschlacht im Oktober bei Leipzig vorbereiteten. Und weil Napoleon der Meinung war, die Schlacht gewonnen zu haben, steht der Name dieser Schlacht auch am Triumphbogen in Paris: Lützen.

Denn Napoleon kannte ja das historisches Vorbild, soll auch die Gedenkstätte für den 1632 bei Lützen getöteten König Gustav Adolf besucht haben. Und wer sich bis zum betreffenden Kapitel in diesem Buch durchblättert, erfährt auch, dass die beiden Schlachtfelder tatsächlich aneinandergrenzten. Der Elsterfloßgraben fließt mitten hindurch. Aber dass hier gleich zwei berühmte Schlachten stattfanden, hat seinen Grund ja nicht in der Attraktion der Stadt, sondern in der Logistik. Schlachten finden meist an gut ausgebauten Heerwegen statt. Und die Via Regia war immer ein solcher. Wenn Krieg war, wälzten sich die Trosse der Armeen über diese Straße.

Und natürlich war die Straße auch der Grund, warum sich die Merseburger Bischöfe hier engagierten und den kleinen Flecken zur Stadt ausbauten – samt Schloss und Marktrecht. Denn wer die Städte an den großen Straßen hat, der hat auch die Zoll- und Markteinnahmen. Und so, wie die Armeen hier all die Jahrhunderte durchzogen (oder auch mal kampierten, die Scheuern leer fraßen und – wie die Truppen Wallensteins – auch mal die halbe Stadt in Brand steckten), mussten auch all die Händler hier durch, die auf die Leipziger Messen wollten. Das speiste die Stadtkasse und den Beutel des Bischofs. Und es nährte auch die Gastwirte, die große Gasthöfe unterhielten wie den Zum roten Löwen.

Aber so eine Stadtchronik ist natürlich die ideale Gelegenheit, endlich einmal so tief in die Archive zu steigen, wie man das ehrenamtlich und nebenbei für gewöhnlich nicht schafft. Denn die Akten und Urkunden liegen ja nicht nur in Lützen oder Merseburg. Wer an die Quellen will, muss auch nach Dresden, Leipzig, Magdeburg oder Wernigerode. Denn Lützen war zwar jahrhundertelang eine sächsische Stadt, aber 1816 kam die Stadt zu Preußen, in die Provinz Sachsen. Also wurde nun auch preußisch verwaltet und beurkundet. Und dabei ist es auch geblieben, bis heute, wo die Landesgrenze zwischen Sachsen und Sachsen-Anhalt zwischen Markranstädt und Lützen verläuft.

Wobei das ja keine Entfernung ist. Man schwingt sich einfach aufs Rad und fährt – ab Kulkwitzer See – auf der einstigen Bahnstrecke Leipzig-Lützen-Pörsten – in das Nachbarstädtchen. Bis 1997 fuhren ja hier noch die Züge, bevor die Bahn den Betrieb wegen zu weniger Fahrgäste einstellte. Nur auf Leipziger Gebiet ist die Strecke noch nicht als Radweg ausgebaut. Man hat es in Leipzig nicht so mit dem Blick über die Stadtgrenze hinaus.

Dabei lohnt es sich in alle Richtungen. Radfahrer wissen es. Man fährt nach Lützen ja nicht nur wegen der Gustav-Adolf-Gedenkstätte und dem Blick über das einstige Schlachtfeld, dem Stadtmuseum im Schloss oder dem Martzschpark mit seinen Tieren und dem abenteuerlichen Kletterwald. Wobei sich das künftig noch viel mehr lohnen wird, wenn die Ausgrabungsergebnisse der jüngeren Schlachtfeldarchäologie gleich neben der Gedenkstätte einen eigenen Ausstellungspavillon bekommen.

Selbst das zum großen Teil erhaltene Ackerbürgerstädtchen lohnt die Fahrt. Die Sehenswürdigkeiten bekommen in diesem Band eigene Kapitel, das Rathaus genauso wie die Kirche St. Viti und das Schloss, das zeitweilig auch die fehlenden Schulgebäude in Lützen ersetzen musste.

Aber natürlich beleuchten gerade die historischen Teile erstmals auch Kapitel in der Lützner Geschichte, die so zuvor nie aufgearbeitet wurden. Denn mit der Untersuchung von Feldfluren und Wüstungen wird auch sichtbar, wie eine typische sächsische Stadtgründung vonstatten ging, wie Dörfer aus der Flur verschwinden, weil deren Bewohner in die Stadt ziehen oder nach verheerenden Seuchen nicht mehr genug Menschen da sind, das Dorf zu erhalten. Besitz- und Lehnsverhältnise ändern sich. Und große Territorialfürsten verstärken ihre Macht, indem sie den Einfluss der Landadligen zurückdrängen.

Gleichzeitig entwickelt sich hinter den Mauern der Stadt ein eigenes städtisches Selbstbewusstsein, gibt es einen gewählten Rat, der sich die Rechte der Stadt vom Bischof in Merseburg bestätigen lässt. Wobei ja im gesamten Raum westlich von Leipzig dieses über Jahrhunderte existierende Nebeneinander der Einflussspähren der Merseburger Bischöfe und der wettinischen Landesherren zu beobachten ist. Ein zähes Ringen um Einfluss, das erst mit der Reformation endete.

Schloss Lützen Reinhard Schmitt Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt

So schält sich Stück für Stück die durchaus nicht langweilige Geschichte der Stadt heraus, die man auf den alten Kupferstichen Merians noch mit Mauer umbaut und mit markanten Stadttoren sieht. Die alle verschwunden sind, genauso wie die Wasser- und Windmühlen. Die Historiker, die sich für diesen Band mit Autor/-innen aus der Stadt zusammengetan haben, verweisen immer wieder auf den jetzt durchaus sichtbar werdenden Forschungsbedarf.

So eine Stadtchronik, wie sie für Lützen hier ja erstmals so umfangreich vorgelegt wurde, ist im Grunde immer erst der Beginn: Sie zeigt, was in kurzer Zeit alles zugänglich gemacht werden kann – und damit auch, was alles an Fragen endlich konkret gestellt werden kann. Und sie zeigt auch, wie schnell Geschichte jagt.

Relativ leicht nachvollziehen lässt sich da immer noch die Veränderung der Amtsverwaltung. Auch zu den großen Schlachten und den zumeist auch verheerenden Folgen für die Stadtbewohner gibt es zahlreiche Quellen. Schwieriger wird es, die Entwicklung der Wirtschaft zu rekonstruieren oder gar die Entwicklung der Stadtpolitik.

Die Lützner Regionalzeitungen „Tagblatt“ und „Volksbote“ werden zwar als hilfreich gewürdigt. Aber man erfährt nicht mal, wer sie herausgab. Was stand alles drin? Und was nicht? Denn: In Zeitungen steht nie alles. Das war dann im 20. Jahrhundert nicht anders, das dann schon sehr flott durch die Buchseiten flattert mit Kapiteln wie „Lützen zwischen den Weltkriegen“ oder „Lützen zwischen Kriegsende und Friedlicher Revolution“.

Immerhin fallen in Letzteres die Enteignungswellen, die Kollektivierung der Landwirtschaft (mit der Flucht der großen Bauern), der drohende Tagebau vor der Tür, der Kampf um die eigenen Schulen, der Verfall wertvoller Gebäude und natürlich all das, was 1989 auch die Lützner nach Leipzig fahren ließ, um an den Montagsdemonstrationen teilzunehmen. An ihre Bürgermeister haben die Lützner augenscheinlich gute Erinnerungen. Noch ist dieses vergangene Jahrhundert nicht zu der Dichte geronnen, in der Geschichte greifbar wird.

Da nennen zwar manche Regierungen ihr Handeln historisch. Aber was wirklich wichtig war und bleibende Spuren in einer Stadtgeschichte hinterlässt, das stellt sich erst Generationen später heraus. Oder das stellen emsige Forscher fest, wenn sie sich einzelne Kapitel genauer vorknöpfen. Etwa die Lützner Eisenbahngeschichte (die nur ganz kurz gestreift wird) oder die Geschichte des Lützner Bürgertums, das jahrhundertelang ja ein von Handwerk und Landwirtschaft geprägtes war. Aber das ist in kleinen Orten oft so: Die Namen der alten Familien sind immerfort präsent – aber niemand kommt auf die Idee, einmal die Wirkungsgeschichte solcher Familien aufzuschreiben, die ja immer wieder Bürgermeister und Richter stellten. Auch die Lützner Gerichtsgeschichte wird nur knapp gestreift.

Dafür stellt der Band einige der wichtigen Persönlichkeiten aus der Lützner Geschichte vor, blättert die Vereinsgeschichte auf und bietet am Ende auch noch die wichtigsten Dokumente zur frühen Geschichte der Stadt. Es ist ja wirklich so: Erst wenn man einmal so gebündelt in der Hand hat, was man zur Geschichte einer solchen Stadt erzählen kann, merkt man, was man noch gern alles so wissen wollte.

Aber manches erfährt man dabei trotzdem ganz nebenbei – so wie die symbiotische Beziehung der kleinen Stadt an der Via Regia zur großen Marktstadt Leipzig, mit der man sich durchaus schon mal streiten konnte, aber nie so, dass das Verhältnis gestört wurde. Denn man wusste beiderseits, dass man – gerade im Interesse eines sicheren Handels auf der Via Regia – gut miteinander umgehen musste. Man erfährt Spannendes über Zucker- und Fenchelfabriken, die Gründung der Gustav-Adolf-Gesellschaft, den jahrhundertelangen Kampf gegen Feuer und die engen Beziehungen nach Schweden, die Lützen auch heute noch pflegt.

Selbst für Reisende, die schon einmal in Lützen waren, ist das Buch eine intensive Bekanntschaft mit einer kleinen Stadt, von der man nun ziemlich genau weiß, warum sie da steht.

Maik Reichel; Katja Rosenbaum; Hans-Georg Walther Lützen, Sax Verlag, Beucha und Markkleeberg 2019, 24,80 Euro.

Hinweis der Redaktion in eigener Sache

Natürlich werden auch die L-IZ.de und die LEIPZIGER ZEITUNG in den kommenden Tagen und Wochen von den anstehenden Entwicklungen nicht unberührt bleiben. Ausfälle wegen Erkrankungen, Werbekunden, die keine Anzeigen mehr schalten, allgemeine Unsicherheiten bis hin zu Steuerlasten bei zurückgehenden Einnahmen sind auch bei unseren Zeitungen L-IZ.de und LZ zu befürchten.

Doch Aufgeben oder Bangemachen gilt nicht ;-) Selbstverständlich werden wir weiter für Sie berichten. Und wir haben bereits vor Tagen unser gesamtes Archiv für alle Leser geöffnet – es gibt also derzeit auch für Nichtabonnenten unter anderem alle Artikel der LEIPZIGER ZEITUNG aus den letzten Jahren zusätzlich auf L-IZ.de ganz ohne Paywall zu entdecken.

Unterstützen Sie lokalen/regionalen Journalismus und so unsere selbstverständlich weitergehende Arbeit vor Ort in Leipzig. Mit dem Abschluss eines Freikäufer-Abonnements (zur Abonnentenseite) sichern Sie den täglichen, frei verfügbaren Zugang zu wichtigen Informationen in Leipzig und unsere Arbeit für Sie.

Vielen Dank dafür.

RezensionenRegionalgeschichteLützen
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Ohne strenge Schutzauflagen wird ein Hochfahren des öffentlichen Lebens in Deutschland nicht zu machen sein
Lieber Abstand halten -auch am Cospudener See. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDer Umgang mit der Covid-19-Pandemie hat auch in Deutschland einige negative Seiten der Globalisierung offengelegt. So die durchaus beängstigende Tatsache, dass die Produktion wichtiger medizinischer Güter wie Schutzkleidung und Schutzmasken seit Jahren ausgelagert wurden nach Asien. Dabei ist gerade bei der Bewältigung einer Epidemie nationale Handlungsfähigkeit überlebenswichtig. Forscher der Leopoldina haben jetzt ihre zweite Einschätzung zu den Maßnahmen in Deutschland geschrieben.
Blinder Fleck: Solo-Selbstständige fallen bei Bund und Freistaat einfach durchs Raster
Wie lange reicht das noch? Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Corona-Krise zeigt nicht nur, welche Berufsgruppen tatsächlich systemrelevant und nicht ersetzlich sind. Sie zeigt auch, wer sofort in Nöte gerät, wenn alle öffentlichen Veranstaltungen abgesagt werden. Und wie unfähig heutige Politiker inzwischen sind, all jene Selbstständigen überhaupt mitzudenken, die das ganze Risiko der Selbstvermarktung tragen und in den vergangen Jahrzehnten erlebt haben, wie ihre Arbeit immer mehr prekarisiert wurde. Das thematisieren jetzt ein Offener Brief an Leipzigs OBM und eine Forderung der Gewerkschaft ver.di.
Auszüge aus Francis Neniks „Tagebuch eines Hilflosen“ #26
Wer Epidemien verhindern möchte, forscht vorsorgend. Grafik: L-IZ

Grafik: L-IZ

Für alle LeserUnd weiter geht's in der großen Ironie namens Geschichte, die wir gerade unsere Gegenwart nennen ... Die Trump-Regierung hat zwei Monate vor Ausbruch des Coronavirus heimlich, still und leise ein USAID-Hilfsprogramm zur Pandemiebekämpfung beendet. Das Programm war 2009 als Reaktion auf Ausbreitung der Vogelgrippe entstanden und trug den Titel „predict“ („vorhersagen“).
Zahl der privaten Pkw in Leipzig auch 2019 weiter gestiegen
Privatbesitz an Pkw in Leipzig 2019. Grafik: Stadt Leipzig

Grafik: Stadt Leipzig

Für alle LeserZurzeit sind zwar Straßenbahnen und Busse in Leipzig relativ leer. Fast hat man schon wieder vergessen, wie vollgestopft sie noch vor vier Wochen im Berufsverkehr waren. Und das trotz stagnierender Fahrgastzahlen. Dass Leipzig die Stärkung seines ÖPNV über Jahre viel zu sehr vertrödelt hat, macht noch eine andere Zahl sichtbar, die das Amt für Statistik und Wahlen am 1. April veröffentlicht hat.
Leckerland ist abgebrannt: Warum unsere Esskultur keine Kultur mehr ist und Großkonzerne alles nur noch schlimmer machen
Manfred Kriener: Leckerland ist abgebrannt. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserGanz so schlimm, wie es der Titel suggeriert, ist es nicht. Wir müssen nicht verhungern. Auch wenn das Buch pünktlich zum Ausbruch der Covid-19-Epidemie auch in Deutschland erschien. Geschrieben von einem, den das Thema als freien Journalisten seit Jahrzehnten umtreibt. Und zwar in der ganzen Breite: Klima, Essen, Trinken, Umwelt. So langsam spricht es sich auch an deutschen Mittagstischen herum, dass unser Essen eine Katastrophe ist. Auch für die Welt.
Leipzigs Umweltdezernat legt Umsetzungsbericht zum Klimaschutzprogramm vor, Stand 2016
Entwicklung der Treibhausgas-Emissionen in Leipzig. Grafik: Stadt Leipzig

Grafik: Stadt Leipzig

Für alle LeserNicht nur die vielen Aktionsgruppen von Fridays for Future befürchten, dass die Anstrengungen, endlich etwas gegen die Klimaerwärmung zu tun, in Zeiten der Corona-Krise einfach vergessen werden. Gerade hatte man ja so viel Aufmerksamkeit geschaffen, dass Regierungen sich wenigstens zum üblichen theatralischen Handeln gezwungen sahen. Aber die Wirklichkeit – auch in Leipzig – sieht nach wie vor so aus, dass es nur in Millimeterschritten vorangeht. Auch im Energie- und Klimaschutzprogramm der Stadt Leipzig.
Die Johannes-Passion gibt es am Karfreitag als Live-Stream direkt aus der Thomaskirche
Blick zum Altar der Thomaskirche. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserOstern ohne Besuch der Kirche ist für viele Familien kaum denkbar. Aber schon in den vergangenen Tagen erlebten viele Menschen, wie die Kirchen umdachten und Gottesdienste per Live-Stream anboten. Und die Corona-Pandemie zwingt jetzt auch die Thomaskirche und das Bachfest zum umdenken. Eine öffentlich besuchte Bach-Passion ist derzeit unmöglich. Was tun? Auch die Passionsmusik gibt es in diesem Jahr am Karfreitag im Internet.
In der Holbeinstraße 58 wird ab Herbst endlich eine Kindertagesstätte für 200 Kinder entstehen
Der Garagenkomplex in der Holbeinstraße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMan kann ja die Schnecke auf der Klinke des Neuen Rathauses bewundern. Sie kommt langsam voran. Aber sie kommt voran. 2014 war das, als erstmals auf Vorschlag der Grünen über einen neuen Kita-Standort in der Holbeinstraße 58 in Schleußig diskutiert wurde. Jetzt endlich hat die Schnecke die ersten Runden hinter sich gebracht und das Dezernat Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule meldet: „In der Holbeinstraße 58 in Leipzig-Schleußig soll eine neue Kindertageseinrichtung mit 200 Plätzen entstehen.“
Biberzählung im Landkreis Leipzig: Zwischen 200 und 300 Elbebiber leben an Mulde und Weißer Elster
Der Elbebiber fühlt sich an der Mulde wohl. Im Landkreis Leipzig haben sich zwischen 200 und 300 Nager angesiedelt. Foto: Sven Möhring, Untere Naturschutzbehörde Landkreis Leipzig

Foto: Sven Möhring, Untere Naturschutzbehörde Landkreis Leipzig

Für alle LeserAuch in Leipzig wurden ihre Spuren mittlerweile gesichtet – am Elsterbecken zum Beispiel und an der Paußnitz. Im Landkreis Leipzig werden die emsigen Wasserburgenbauer seit einigen Jahren systematisch gezählt. Zwischen 200 und 300 Elbebiber leben im Landkreis Leipzig. Diese Einschätzung basiert auf einer Zählung, die von ehrenamtlichen Naturschutzhelfern und -helferinnen im vergangenen Winter vorgenommen wurde.
Very British: Eine herzhafte Liebeserklärung an die hierzulande kaum bekannte englische Küche
Carola Ruff: Very british. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEigentlich wäre ja derzeit die große Medienberichterstattung darüber fällig, wie der britische Premier Boris Johnson es nun schaffen will, Großbritannien aus der EU zu führen. Denn bis auf die feste Absicht auszutreten, liegt ja bislang immer noch kein einziger Umsetzungsvorschlag vor. Aber nun hat der Bursche selbst eine Corona-Infektion. Und ein kleines Büchlein macht jetzt – so völlig gegen den Trend – neugierig auf die so gern belächelte englische Küche.
Gastkommentar von Christian Wolff: Krise und Angst – Wir müssen aufpassen
Was ist das Wesentliche? Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserWir müssen aufpassen. Nicht nur, um einer möglichen Infektion durch das Coronavirus im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Weg zu gehen. Wir müssen vor allem aufpassen, dass wir in dieser Krise Haltung bewahren. Als einzelne Bürger, als Gesellschaft, als Demokraten. Denn in krisenhaften Zeiten gehen die Maßstäbe schnell verloren. Vor allem dann, wenn sich Krise und Angst paaren und zu einem in uns wild wuchernden Gestrüpp zusammenwachsen.
Heiko Rosenthal: „Optimistisch, dass es noch in diesem Jahr Sport vor vollen Rängen gibt.“
Sportbürgermeister Heiko Rosenthal ist optimistisch, dass es bald wieder mit Sportveranstaltungen weitergehen kann. Foto: Jan Kaefer (Archiv)

Foto: Jan Kaefer (Archiv)

Für alle LeserIn der zweiten Auflage des großen Lokruf-Wunschkonzerts am Freitagabend haben die beiden Fanradio-Moderatoren Marko Hofmann und Thomas Franzky unter anderem ein Interview mit Heiko Rosenthal über den Äther geschickt. Die L-IZ hat es aufgeschrieben. Lesen Sie also hier, wie es Leipzigs Bürgermeister für Umwelt, Ordnung und Sport in der Corona-Krise ergeht, wie die Stadt den aktuell arg angeschlagenen Sportvereinen helfen kann und wie Rosenthal über Geisterspiele denkt.
Häusliche Gewalt: In Leipzig ein Problem, nicht erst durch Corona
Fast ausschließlich weibliche Gewaltopfer suchen Unterstützung. Symbolfoto: Pixabay/Counselling

Symbolfoto: Pixabay/Counselling

Für alle LeserIn Leipzig ist der Beratungsbedarf bei häuslicher Gewalt bisher nicht angestiegen. Er war schon vorher hoch und das Personal knapp. Lynn Huber ist seit 2006 Mitarbeiterin in der Koordinierungs- und Interventionsstelle gegen häusliche Gewalt und Stalking und im Vorstand des Vereins Frauen für Frauen e.V. Wann die Fälle häuslicher Gewalt in Leipzig zuletzt am höchsten waren, wie man Hilfe bekommt und was zu häuslicher Gewalt führt, erklärt sie im Interview.
Freitag, der 3. April 2020: Anstieg der neuen Coronafälle in Sachsen seit Tagen unter zehn Prozent
Auch das Leipziger Uniklinikum behandelt Coronafälle. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserAnders als in der Vorwoche, als sich binnen eines Tages die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen in Sachsen teilweise um 18 Prozent erhöhte, liegt der Anstieg in dieser Woche seit Tagen bei unter zehn Prozent. Es gibt aber dramatische Situationen – beispielsweise in einem Altenpflegeheim im Erzgebirge, in dem 77 Personen infiziert sind. Die L-IZ fasst zusammen, was am Freitag, den 3. April 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Corona-Krise: 725 Millionen Euro Soforteinsatz, 6 Milliarden Euro neue Schulden bis 2022
Auch Sachsen kommt nicht ohne Schuldenaufnahme durch die Corona-Krise. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIn der vergangenen Woche wurde noch emsig diskutiert, auch wenn sich schon abzeichnete, dass auch Sachsen nicht umhinkommen würde, sich aufgrund der Corona-Pandemie neu zu verschulden. Am Freitag, 3. April, gab die Staatsregierung nun bekannt, dass genau das passieren wird und dass bis 2022 wohl eine Neuverschuldung von 6 Milliarden Euro notwendig sein wird. Die Schuldenbremse ist damit bis auf Weiteres ausgesetzt.