Kein Freiheits- und Einheitsdenkmal: Die Geschichte einer großen Leipziger Blamage

Für alle LeserDa steckt man nun mitten im Corona-Shutdown, scheinbar gibt es nur noch dieses eine Thema. Und da erinnert einen ein handliches Buch daran, dass sich einige Leipziger vor acht Jahren einmal gewaltig echauffierten über einen Denkmalsentwurf. Es war das klassische Beispiel eines Shitstorms. Und wenn man die damaligen Forumbeiträge so liest, verstärkt sich der Eindruck wieder: Das war ein konzertiertes Niederbrüllen. Und wie die Ouvertüre für das, was ab 2015 in Sachsen anschwoll.

Marc Weis und Martin De Mattia aus München, die als Künstlerduo M+M arbeiten, hatten damals die erste Runde des Wettbewerbs um das Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal gewonnen. So überzeugend, dass nach der Siegervorstellung fast schon klar schien, dass ihr Entwurf der „Siebzigtausend“ dann auch umgesetzt werden würde auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz. Vielleicht etwas abgewandelt. Denn die Stadt hatte auch ganz bewusst ein Online-Forum installiert, damit die Leipziger die drei besten Entwürfe aus dem Wettbewerb diskutieren und Verbesserungsvorschläge machen konnten.

Ein Vorhaben, das gründlich in die Hose ging. Wie so manches, was dann folgte.

Alles begann damit, dass die LVZ das Thema gleich am 13. Juli, als die Entwürfe auch in einer großen Ausstellung in der Wandelhalle des Neuen Rathauses vorgestellt wurden, okkupierte, den Siegerentwurf regelrecht zerriss und lautstark dafür trommelte, dass nur der drittplatzierte Entwurf „Herbstgarten“ für „uns Leipziger“ und die, die 1989 auf die Straße gegangen waren, akzeptabel sei.

Der Wink mit dem Zaunpfahl wirkte: Schon am 13. Juli begannen im „Dialog zum Denkmal“ die wütenden Kommentare, die scheinbar vielstimmig und aus unterschiedlichsten Perspektiven nicht nur das von der LVZ gesetzte Thema von den bunten Lego-Würfeln aufnahmen, sondern fast unisono behaupteten, „die Leipziger“ wollten das nicht. Einen Teil dieser Kommentare haben Marc Weis und Martin De Mattia mit aufgenommen in diesen Band, mit dem sie nun noch einmal, sechs Jahre nach Abbruch des Wettbewerbs durch den Leipziger Stadtrat, Bilanz ziehen aus ihrer Sicht.

Schon die künstlerische Gestaltung des Bandes zeigt, dass sie sich bis heute wundern darüber, wie das damals in Leipzig gelaufen ist, wie nach diesem regelrechten Shitstorm im Forum die Leipziger Verwaltungsspitze regelrecht einknickte und den Wettbewerb trickreich verdrehte, sodass auf einmal in der Folgerunde der drittplatzierte „Herbstgarten“ zum Sieger gekürt wurde, was ohne einige undurchschaubare Tricksereien in der zweiten Jury (die mit der ersten nur in Teilen identisch war) nicht hätte funktionieren können.

Dass die Suche nach einem Denkmalsentwurf, der tatsächlich der Dimension solcher Begriffe wie Einheit und Freiheit gerecht werden sollte und zusätzlich auch noch Akzeptanz in der Bevölkerung finden könnte, nicht leicht werden würde, war von Anfang an klar. Deswegen eröffnen die beiden den Band auch mit dem klugen Einführungsvortrag des Kunstkritikers und -soziologen Walter Grasskamp zum Bürgerforum am 7. April 2009, in dem er auf alle bekannten Schwierigkeiten bei modernen Denkmalsprojekten einging.

Der Vortrag war eigentlich auch eine Warnung an die Verantwortlichen, die Sache von Anfang an klug zu moderieren, die Ausschreibung nicht zu verkopfen, damit die Künstler wirklich Spielraum für gute Ideen haben, und vor allem sich nicht vom entfachten Volkszorn ins Bockshorn jagen zu lassen, der sich in der Regel meistens in Form echauffierter Journalisten meldet. Welche ihre Zeitungsspalten dazu nutzen, gnadenlos ihre Meinung über das Gesehene nicht nur zu verkünden, sondern auch gleich mal als allgemeingültige Meinung zu verkaufen.

Wer Grasskamps nachdenkenswerte Zeilen gelesen hat, weiß, dass Leipzigs Verwaltung dann wirklich alles falsch gemacht hat, was man nur falsch machen konnte. Auf die Ausschreibung gehen M+M nicht dezidiert ein. Selbst in der Forums-Diskussion wurde deutlich, dass auch die aufgeregten Bürger bis zum Schluss nicht begriffen, was die Stadt mit dieser Ausschreibung eigentlich hatte bezwecken wollen, die ja geradezu erzwang, dass es keine plastischen oder figürlichen Entwürfe geben durfte. Da war das, was die drei Preisträger in diesem engen Rahmen am Ende zustande brachten, tatsächlich hochprofessionell.

Die Jury gab nach der ersten Runde übrigens keine Umsetzungsempfehlung ab. Leipzig hätte also die erste Runde ganz stilvoll beenden können, indem man akzeptierte, dass man so keinen Denkmalsentwurf bekommen würde, der wirklich den Erwartungen genügt, den Preisträgern ihre Preisgelder übergeben und ihnen für die Teilnahme danken können. Das wäre ehrlich und anständig gewesen.

Hätte aber auch ein bisschen Selbstkritik gebraucht, die es von den Verantwortlichen in der Stadtverwaltung bis heute nicht gab. Selbst als M+M die Vergabekammer anrief, weil die Stadt Leipzig mit ihrem Rumgemurkse nach dem 14. Juli 2012 auch noch die Wettbewerbsregeln nach ihrem Gutdünken veränderte, gab sich die Stadtspitze selbst in amtlichen Schreiben nur zutiefst beleidigt, tat gar so, als hätte nun gerade M+M mit seiner Anrufung der Vergabekammer den ganzen Wettbewerb torpediert.

Man spürt es beim Lesen der Texte, wie überrascht die Stadtspitze von der Wucht des Shitstorms war, der im Online-Forum über sie hereinbrach. Und da das Ganze parallel mit anfeuernden Beiträgen in diversen (nicht nur Leipziger) Medien flankiert wurde, konnte so aus Rathausperspektive schon der Eindruck entstehen, dass hier „das Volk“ aufsteht und der Sturm losbricht.

Wer freilich die im Buch abgedruckten Forums-Beiträge liest, merkt, dass dieser Shitstorm so ganz von allein nicht kam. Der größte Fehler war von Anfang an, anonyme Kommentare zuzulassen. Das öffnete gerade all jenen Tür und Tor, die in der Erzeugung von Shitstorms Erfahrung haben und die wissen, wie man eine Diskussion von Anfang an kapert und entgleisen lässt. Die Stadt hat zwar die Forumsbeiträge dann noch von einer Berliner Agentur auswerten lassen. Aber die hat augenscheinlich nicht einmal gemerkt, was sie da vor sich hatte. Der Ton und die Wortwahl verraten es an vielen Stellen.

Und auch die Haltung, die die Kommentierenden einnahmen, verrät es. Denn wenn sich Menschen eine Meinung bilden – auch über einen Denkmalentwurf, der ihnen nicht gefällt – dann versuchen sie in der Regel zu erklären, was ihnen daran nicht gefällt und warum nicht. Sie schlüpfen eben nicht in die – in diesem Forum stereotyp auftauchenden – Rollen von „wir Leipziger“, „als wir damals um den Ring marschierten“ oder „dafür sind wir nicht auf die Straße gegangen“.

Da half auch die verzweifelte Moderation des Forums nicht: Wer sich so äußert, überhöht sich. Ohne dass nachprüfbar wird, ob an diesen stereotypen Behauptungen auch nur das geringste dran ist. Gut möglich, dass manche Wortmeldungen tatsächlich von Menschen stammten, die ihr Engagement von 1989 in den Denkmalentwürfen nicht wiederfanden.

Aber die meisten Beiträge klingen ganz und gar nicht danach – weder nach Reflexion, noch nach historischer Einordnung. Sie klingen eher so, als hätte sich eine hochengagierte Truppe von Leuten, die das Projekt Freiheitsdenkmal in Leipzig unbedingt abschießen wollten, zusammengetan und in hoher Taktzahl lauter anonyme Gast-Beiträge abgefeuert, in denen sie es schafften, eine überwältigende Menge zu suggerieren. Was auch untermauert wird durch einige Sätze, die später auftauchen, in denen es dann immer wieder aufdringlich heißt: Sie sehen doch, dass die Mehrheit der Leipziger das nicht will.

Die Ergebnisse des Forums waren – als Bürgerdialog – am Ende nichts wert. Und trotzdem knickte die Stadtspitze ein, ließ die Entwürfe „nach den Anregungen aus dem Bürgerdialog“ überarbeiten und veranstaltete dann eine weitere Jurysitzung, in der zumindest ein Jury-Mitglied, der Stadtrat Roland Quester, hörbar protestierte. Hier wurde das Ergebnis regelrecht in die (von der LVZ gewünschte) Richtung getrickst, der „Herbstgarten“ mit einem völlig neuen Punktesystem zum Sieger gekürt. Und damit das ganze Wettbewerbsverfahren endgültig ad absurdum geführt.

Ein paar amtliche Dokumente und Presseartikel (meist stark verfremdet), ergänzen den Band, der gerade in dieser unkommentierten Zusammenstellung zeigt, wie man Denkmal-Wettbewerbe nicht organisieren sollte und welche Macht jene Gruppen „besorgter Bürger“ entfalten können, wenn sie den Ansatz für einen richtigen Shitstorm finden und die andere Seite nicht mal merkt, mit wem sie es tatsächlich zu tun hat.

Die „besorgten Bürger“ haben seither große Teile des digitalen Raumes okkupiert und viele wichtige Diskussionen regelrecht abgewürgt. Das Buch erzählt also auch von einer erstaunlichen Sprachlosigkeit, die heute in digitalen Räumen herrscht, weil kaum jemand weiß, wie man noch einen Dialog auf Augenhöhe organisieren kann, ohne dass die Wüteriche in den Netzwerken sofort ihre Kampagnen draufsetzen.

Hier war es einmal kein privates Netzwerk, wo die Diskussion völlig entgleiste, sondern ein Forum der Stadt Leipzig. Und zu Recht stellen Marc Weis und Martin De Mattia am Ende fest: „Vielleicht erstmals in der bundesdeutschen Geschichte stellte ein Shitstorm im Internet einen Kunstwettbewerb dieser Größenordnung auf den Kopf, indem die Verantwortlichen verängstigt oder im vorauseilenden Gehorsam möglichen Wählerinnen und Wählern gegenüber das Projekt aus dem Verkehr ziehen wollten.“

Der Idee eines Freiheits-Denkmals erwiesen sie damit einen Bärendienst. Und wer nicht gerade zu den renitenten „besorgten Bürgern“ gehörte, die das Forum dazu nutzten, ihre Verachtung auch noch über „Wessis“ auszukübeln, der schaute dieser Katastrophe nur mit wachsendem Entsetzen zu. Denn so, wie es hier praktiziert wurde, funktioniert Kommunikation nicht. Das Büchlein legt einiges offen, was im Leipziger Selbstverständnis in dieser Beziehung gründlich schiefläuft seit Jahren. Darüber sollte man eigentlich reden, bevor sich Leipzig in eine neue Wettbewerbsrunde wirft.

Die noch verfügbaren Informationen der Stadt zum Wettbewerb findet man hier.

Eine kleine Auswahl unserer Artikel zum Scheitern des Wettbewerbs haben wir wieder unterm Text verlinkt.

M+ M (Hrsg.) Kein Freiheits- und Einheitsdenkmal, Edition Metzel, München 2020, 12,80 Euro.

Hinweis der Redaktion in eigener Sache

Natürlich werden auch die L-IZ.de und die LEIPZIGER ZEITUNG in den kommenden Tagen und Wochen von den anstehenden Entwicklungen nicht unberührt bleiben. Ausfälle wegen Erkrankungen, Werbekunden, die keine Anzeigen mehr schalten, allgemeine Unsicherheiten bis hin zu Steuerlasten bei zurückgehenden Einnahmen sind auch bei unseren Zeitungen L-IZ.de und LZ zu befürchten.

Doch Aufgeben oder Bangemachen gilt nicht ;-) Selbstverständlich werden wir weiter für Sie berichten. Und wir haben bereits vor Tagen unser gesamtes Archiv für alle Leser geöffnet – es gibt also derzeit auch für Nichtabonnenten unter anderem alle Artikel der LEIPZIGER ZEITUNG aus den letzten Jahren zusätzlich auf L-IZ.de ganz ohne Paywall zu entdecken.

Unterstützen Sie lokalen/regionalen Journalismus und so unsere selbstverständlich weitergehende Arbeit vor Ort in Leipzig. Mit dem Abschluss eines Freikäufer-Abonnements (zur Abonnentenseite) sichern Sie den täglichen, frei verfügbaren Zugang zu wichtigen Informationen in Leipzig und unsere Arbeit für Sie.

Vielen Dank dafür.

RezensionenFreiheits-und-Einheitsdenkmal
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Kunstraum D21 öffnet wieder: Eine Ausstellung zum menschlichen Körper als Medium und Inszenierung
Corpo. Foto: Melissa Leander Lücking

Foto: Melissa Leander Lücking

Für alle LeserStück für Stück kehrt das gewohnte Leben zurück, wenn auch noch auf längere Zeit unter Auflagen, denn das Coronavirus ist nach wie vor unterwegs. Also gelten nicht nur in Gaststätten und Kabaretts die wichtigen Hygiene-Regeln. Sie gelten auch in Galerien. Doch wenigstens dürfen sie wieder öffnen, auch die kleineren wie der Kunstraum D21 in der Demmeringstraße 21, wo am Freitag, 29. Mai, eine höchst aktuelle Ausstellung eröffnet.
Ein Insbrucker Architekturbüro entwirft neue Kita und Musikakademie am Dösner Weg
So sollen Kita und Musikakademie auf dem Gelände von Gurken-Schumann aussehen. Visualisierung: Snøhetta, Innsbruck, Österreich

Visualisierung: Snøhetta, Innsbruck, Österreich

Für alle LeserSo langsam nimmt das künftige Baugebiet am Bayerischen Bahnhof Gestalt an. Nachdem die ersten Architekturentwürfe zur geplanten Wohnbebauung an der Kohlenstraße schon gezeigt wurden, bekommt jetzt auch die künftige Kindertagesstätte auf dem einstigen Gelände von Gurken-Schumann ein Gesicht. Diesmal hat ein norwegisches Architekturbüro mit Sitz in Österreich den Wettbewerb gewonnen.
Sachverständigenanhörung zum Volksantrag Gemeinschaftsschule bleibt voller Widersprüche
Nicht nur Knaben haben so ihre Probleme mit Sachsens Schulen. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserEs war noch nicht die Entscheidung, auch wenn Sabine Friedel, bildungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag, sich nach der am Montag, 25. Mai, durchgeführten Sachverständigenanhörung zum Volksantrag „Längeres gemeinsames Lernen in Sachsen“ sicher war: „Schulfrieden wird endlich hergestellt“. Tatsächlich konnte sie ja selbst beobachten, dass es nach wie vor große Widersprüche gibt – auch zwischen Volksantrag und Regierungskoalition.
Massive Umsatzeinbrüche bei sächsischen Einzelhändlern und deutliche Zuwächse bei Supermärkten und Online-Handel
Wegen Corona geschlossen: Restaurants, Gaststätten und Hotels sind seit Wochen zu. Die Beschäftigten haben nun mit enormen Lohneinbußen zu kämpfen, warnt die Gewerkschaft NGG. Foto: NGG

Foto: NGG

Für alle LeserAm Montag, 25. Mai, veröffentlichte nicht nur das Bundesamt für Statistik Zahlen zur Wirtschaftsentwicklung im ersten Quartal – und animierte Medien wie den „Spiegel“ wieder zu Klamaukmeldungen wie „Coronakrise trifft deutsche Wirtschaft mit Wucht“ – mit Vergleichen, bei denen die überschwänglichen Verfasser gleich mal auf die Weltfinanzkrise von 2008/2009 zurückgriffen. Aber tatsächlich weiß noch niemand, wie heftig die Auswirkungen des Corona-Shutdown wirklich werden.
Stadtwerke Leipzig und Abfallverband gründen neue Projektentwicklungsgesellschaft für erneuerbare Energieerzeugung
Selbst vom Völkerschlachtdenkmal aus zu sehen: die Deponie Seehausen. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserAngekündigt hatten es die Stadtwerke Leipzig schon länger, dass sie ihre Anteile an Windkraft- und Solaranlagen ausbauen wollen, um ihren Strommix weiter umweltverträglich zu machen. Manchmal gibt es besondere Gelegenheiten, mit denen ein großer Schritt dazu möglich wird. So wie jetzt, da die Westsächsische Entsorgungs- und Verwertungsgesellschaft mbH (WEV) darangeht, die künftige Nutzung der Deponie Seehausen im Leipziger Norden zu planen.
Auch die Verluste sind drin: Der erste gesamtdeutsche Atlas der Tagfalter und Widderchen ist erschienen
Verbreitungsatlas der Tagfalter und Widderchen Deutschlands. Foto: UFZ

Foto: UFZ

Für alle LeserSeit 2017, seit der Veröffentlichung der sogenannten Krefeld-Studie, sind die deutschen Umweltforscher hellwach. Sie wussten zwar schon vorher, dass es überall Verluste an Insekten gab, massive Rückgänge und Totalverluste. Aber seit der medialen Berichterstattung zur Krefeld-Studie wissen sie auch, dass sie mit ihren Erkenntnissen nicht hinter dem Berg halten dürfen. Sie brauchen die Öffentlichkeit, um die Politik endlich zu echten Reformen zu bringen. Dazu gehört auch ein neuer Schmetterlingsatlas, den es so vorher nicht gab.
Montag, der 25. Mai 2020: Kretschmer will Kontaktverbote und Maskenpflicht in Sachsen fortsetzen
Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Foto (Archiv): Michael Freitag

Foto (Archiv): Michael Freitag

Für alle LeserFolgt Sachsen bald dem Beispiel von Thüringen und verabschiedet sich von Kontaktverboten und Maskenpflicht? Wohl nicht, sagt zumindest Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Unabhängig davon gibt‘s weiterhin ausreichend Corona-bezogenen Diskussionsstoff: zu Demos, Gestaltung des Schulunterrichts und Unterbringung in Asyleinrichtungen. Die L-IZ fasst zusammen, was am Montag, den 25. Mai 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Broilers Open Airs verlegt auf 2021
Quelle: Semmel Concerts

Quelle: Semmel Concerts

Die wegen der COVID-19-Pandemie durch behördliche Auflagen abgesagten Termine der BROILERS OPEN AIRS 2020 konnten komplett auf das nächste Jahr verschoben werden. Die Band freut sich, nun endlich die Termine für 2021 bekannt geben zu können.
Für eingezäunte Hundewiesen ist einfach kein Platz mehr in Leipzigs Parks
Nur mit Leine: Mit Wuff im Park. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserDie Idee war eigentlich ganz vernünftig, so aus Hundehalterperspektive: Wenn es umzäunte Hundewiesen gäbe, könnte man den Hund dort einfach von der Leine lassen, der könnte sich austoben und käme dabei spielenden Kindern, Picknickern und Radfahrern nicht in die Quere. Doch dieser Petition abzuhelfen sieht das Dezernat Umwelt, Ordnung, Sport keine Chance. Es gibt einfach zu wenig Platz in Leipzigs Parks.
Sachsens Justiz gerät mitten hinein in einen selbst organisierten Schweinezyklus
Die Altersstruktur der Richterinnen und Richter in Sachsen (Dezember 2019). Grafik: Freistaat Sachsen /SMJus

Grafik: Freistaat Sachsen /SMJus

Für alle LeserDass es in Sachsens Justiz einen derartigen Rückstau an Verfahren gibt, hat vor allem zwei Gründe: Den Personalmangel, der ab 2009 auch die sächsischen Gerichte erfasste, nachdem CDU und FDP ein resolutes Personalsparprogramm aufgelegt hatten, und die Überalterung vieler Richter. Die ist zumindest für den rechtspolitischen Sprecher der Fraktion Die Linke im Sächsischen Landtag, Rico Gebhardt, ein deutlicher Grund zur Polemik. Denn 1990 gab es ja einen umfassenden Elitenwechsel.
Stadtverwaltung will jetzt doch RBL Media mit dem Putzen der Spritzschutzgeländer beauftragen
„Alle nach Halle“ am Connewitzer Kreuz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDa hatte sich Leipzigs Verwaltung einiges vorgenommen, als sie die Werbekonzession für die Leipziger Haltestellenhäuschen neu ausschrieb und die Spritzschutzgeländer gleichzeitig extra ausschreiben musste. Seit knapp einem Jahr ist zu beobachten, was passiert, wenn man keine Anschlussregelung findet: Sie werden zunehmend mit Graffiti verschmiert und niemand scheint Kraft und Zeit zu haben, sie zu schrubben. Jetzt soll der neue Werbepartner RBL die Pflege der Geländer doch noch übernehmen.
Grüne beantragen eine echte Reduktion der Lichtverschmutzung als Zielstellung im Leipziger Lichtmasterplan
Nächtlich erleuchtetes Naturkundemuseum an der Lortzingstraße. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserEine Lichtschutzsatzung für Leipzig gibt es nicht, das sei auch rechtlich nicht möglich, hatte Leipzigs Verwaltung im vergangenen Jahr betont, als sie ihre neue Strategie zum Umbau der Leipziger Stadtbeleuchtung vorstellte. Dabei ging es vor allem um den Ersatz der alten, energieaufwendigen Leuchtkörper durch sparsamere LED-Lampen, aber weniger um eine Minderung der Lichtlast. Auch wenn der Stadtverwaltung schon so ein bisschen bewusst ist, wie sehr Lichtverschmutzung besonders die Insektenvielfalt beeinträchtigt.
Leipzig soll ein viertes Frauenschutzhaus mit einer Clearingstelle bekommen
Feministischer Aktionstag am 16. Mai in Leipzig. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDie Ausgangsbeschränkungen zum Corona-Shutdown haben auch ein Problem wieder sichtbar gemacht, das sonst im Alltagsgeschehen kaum Beachtung findet: die Gewalt an Frauen. Denn am häufigsten erleben Frauen Gewalt in ihrer Partnerschaft, die zur Hölle werden kann, wenn der Partner seine Probleme nur noch mit Gewalt auslebt. Dann braucht es Zufluchtsorte für die Schwächeren. Aber die reichen in Leipzig schon lange nicht mehr.
Kulturbetrieb des Budde-Hauses startet am 27. Mai mit Kabarettabend
Plakatausschnitt TrennDich. Quelle: Budde-Haus

Quelle: Budde-Haus

Am Mittwoch, dem 27. Mai nimmt das Budde-Haus den Kulturbetrieb wieder auf. Zu Gast sind um 20.00 Uhr die Ensemblemitglieder des Kabaetts academixer Carolin Fischer, Ralf Bärwolff und Jörg Leistner am Klavier, mit ihrem Programm „Trenn Dich – Oder: Wenn Du aus der Mode kommst, dann geh ich mit!“
Bitte setzen Sie sich für nächtliche Betriebsbeschränkungen am Flughafen Leipzig/Halle ein!
Flugzeug beim Flug übers Leipziger Stadtgebiet. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNatürlich protestieren Menschen in Deutschland nicht nur, um ihr „Großes Nein“ (Armin Nassehi) in die Welt zu schreien. Manchmal fordern sie auch nur, dass Versprechen und Beschlüsse von den gewählten Politikern auch umgesetzt werden. Denn unsere Demokratie ist nicht nur kleinteilig. Sie ist auch verzerrt. Und wenn es um Profite und Arbeitsplätze geht, sind die Verzerrungen besonders groß. Deshalb bekommt Marian Wendt nun binnen kurzer Zeit seinen zweiten Offenen Brief.