Der Bambusspross wird zum Bambusstamm: Erstaunlich lebendige Spruchweisheiten aus Kambodscha

Für alle LeserManchmal ist es wirklich nur die Sprache, die uns daran hindert, in den Kulturen fremder Völker uns selbst wiederzufinden, das Vertraute, das allen Völkern gemeinsam ist. Denn alle Menschen müssen für ihren Lebensunterhalt arbeiten, mussten Land urbar machen und miteinander klarzukommen lernen. Wären da nicht ein paar Tiere, die es nur in Südostasien gibt, die Sprichwörter, die Gabriele und Ngen Yos jetzt veröffentlicht haben, könnten manchmal auch aus deutschen Sammlungen stammen.

Aber sie stammen aus dem Sprichwortschatz der Khmer, jenem Volk, das auf eine 4.000-jährige Kulturgeschichte im heutigen Kambodscha zurückblicken kann. Bekanntestes Symbol dieser Geschichte ist die eindrucksvolle Tempelanlage Angkor Wat. In ihren Vorbemerkungen gehen Gabriele und Ngen Yos auf die große Geschichte der Khmer ein, erzählen von den Wurzeln der hier gesammelten Redewendungen, von der Symbolik der Tiere und dem Einfluss des Buddhismus auf die Kultur des Landes.

Eigentlich hätte das Buch schon 1989 erscheinen sollen. Der Kiepenheuer-Verlag hatte alles vorbereitet, auch die notwendigen Gutachten eingeholt, die man in DDR-Zeiten brauchte. Aber dann kam jene umwerfende Zeitenwende, die 1990 auch darin kulminierte, dass ein großer Teil der Jahresproduktion aus DDR-Verlagen in Containern landete.

Denn die mit der D-Mark beglückten DDR-Bürger nutzten die Gelegenheit, endlich all jene Sehnsuchtstitel aus Westverlagen zu kaufen, die vorher fast unerreichbar waren. Das Schicksal blieb diesem Buch erspart – der Verlag brachte es vorsichtshalber gar nicht erst in den Druck. Denn wer hätte in so turbulenten Zeiten die Muße gefunden, in die Weisheit alter Sprichwörter einzutauchen?

Damit aber landeten zehn Jahre Vorarbeit von Ngen Yos erst einmal in der Ablage, denn auch andere Verlage winkten ab. Seit 1970 lebt der gebürtige Kambodschaner in Leipzig, hat hier deutsche Sprache studiert und ein Diplom als Germanist erworben. Und im Grunde hat sich an dem Befund aus dem Jahr 1980 nicht viel geändert: Hierzulande weiß man fast gar nichts über die Kultur und Literatur Kambodschas.

Also setzte er sich zusammen mit Gabriele Yos nun noch einmal über das Material und brachte es in der Borsdorfer Edition Winterwork zum Druck. Über 1.000 Sprichwörter und Spruchweisheiten sind im Buch enthalten, alle in kleine Kapitel geordnet, die im Grunde das ganz normale Leben von Menschen spiegeln – sie erzählen von Mut und Feigheit, Achtsamkeit und Arbeit, Habgier, Geiz und Eigennutz, Güte, Liebe, Familie, dem Umgang mit Frauen, Männern, Mächtigen und Armen, Lügnern und Mönchen. Das volle Spektrum, möchte man meinen.

Und natürlich staunt man. Denn das alles findet man ganz ähnlich auch in deutschen Sprichwortsammlungen. Sammlungen, die zuweilen sehr einfach wirken, ganz so, als seien sie nichts besonderes – jedenfalls keine zugespitzten Aphorismen und Geistesblitze.

Aber die Menschen, die diese Redewendungen benutzt haben (und manchmal noch heute benutzen) wollten niemanden beeindrucken, auch nicht ihre intellektuelle Brillanz ausstellen. Es sind Sprüche, wie sie aus der ganz alltäglichen Erfahrung erwachsen, Teil jener Volksklugheit, wie sie über Generationen entstand, weil schon die Großeltern ihre Erfahrungen gemacht hatten und das, was sie dabei gelernt haben, in eine kurze, handfeste Formel gepackt haben, die man auch Kindern immer wieder sagen kann.

Hoffend, sie übernehmen die Erfahrung einfach und machen nicht dieselben Fehler, aus denen schon die Vorfahren gelernt haben. Lernen mussten, denn zum Erbe des arbeitenden Volkes gehört überall auf der Welt die Machtlosigkeit. „… der Könige Reichtum ist das Heer.“

Aber was ist der Reichtum des einfachen Mannes? – Wissen, heißt es in mehreren Sprichwörtern. Die auch eine sehr patriarchalische Gesellschaft widerspiegeln, obwohl Gabriele und Ngen Yos im Vorwort daran erinnern, dass die ursprüngliche Welt der Khmer eine matriarchalische war: Die Frauen entschieden, wer wen heiraten darf. In den jüngeren Sprichwörtern aber werden Frauen sehr reduziert – jedenfalls auf den ersten Blick – auf ihre Schönheit.

Erst wenn man genauer hinschaut, dorthin, wo es um die Verwaltung des Hauses, der Vorräte und der Familie geht, wird klar, dass auch die kambodschanischen Männer nicht anders sind als die deutschen. Sie wissen ganz genau, dass es die Frauen sind, die die Fäden zusammenhalten und jeder Mann gut beraten ist, auf seine Frau zu hören, wenn es ums Planen, Verwalten und Bewahren geht. Was auch an der ganz traditionellen Arbeitsteilung liegt, die im noch ländlich geprägten Kambodscha auch noch in der Zeit dominierte, als die zugrunde liegenden Sprichwortsammlungen entstanden – in den 1950er und 1960er Jahren.

Männer tun also gut daran, ihre Frauen zu achten und sich eben keine Lieb- und Buhlschaften zuzulegen und damit alles zu riskieren, nicht nur den Hausfrieden. Und sie tun gut daran, die alten Warnungen vor Lügnern, Aufschneidern und Betrügern zu beherzigen und eben nicht einfach denen nachzulaufen, die große Reichtümer und Macht versprechen. Gar ihr kärglich Verdientes zu verspielen.

Um diese Klugheit geht es immer wieder, gerade im Umgang mit anderen Menschen – die Klugheit, private Konflikte nicht nach außen zu tragen, lieber zu schweigen und sich Zeit zum Nachdenken zu lassen, wenn man gefragt ist, und schon gar nicht die Zunge unbehütet reden zu lassen. Denn verletzende Worte sind tödlicher als ein Speer. Sie sorgen nicht nur für Unfrieden – sie zerstören auch Nachbarschaften und Freundschaften. Und machen einsam.

So gelesen werden die Sprichwörter wie eine Mahnung in einer geradezu entfesselten Gegenwart, in der die Menschen sich – auch und gerade mit Worten – gehen lassen. Und vielleicht gerade deshalb einsam sind. Als wenn die uralten Regeln eines auskömmlichen Miteinanders nicht mehr gelten würden.

Aber sie gelten noch immer. Es steckt – auch wenn die Sprüche oft simpel klingen, so, als hätte man das alles schon tausendmal selbst so gesagt – jede Menge Weisheit darin. Ganz einfache Weisheit – jene Weisheit, die noch im kleinsten Dorf das Zusammenleben möglich macht und hilft, das Gesicht zu bewahren. Denn der Mensch ist fehlerhaft. Auch wenn nicht jeder zum Dieb oder Faulpelz wird. Aber ein einziges losgelassenes Wort des vorschnellen Urteils – und die Atmosphäre im Dorf ist vergiftet, ein Mensch ist gebrandmarkt und wird auf einmal gemieden. Und: Die Sprüche zeigen auch die ganze Widersprüchlichkeit des Lebens.

Denn alles kann auch umschlagen. Auf den Verleumder zum Beispiel. Die Welt der Khmer kennt nicht die Respektlosigkeit unserer entfesselten Zeitgenossen, die glauben, auch noch stolz darauf sein zu dürfen, wenn sie andere Menschen aburteilen und beleidigen. Auf einmal wird in diesen scheinbar so simplen Sprüchen das ganze Dilemma der heutigen Zeit sichtbar, in der so viele von uns glauben, schon Gutes zu tun, wenn sie nichts tun.

„Es ist besser, zu handeln und aus den Fehlern zu lernen, als untätig zu sein und recht zu behalten.“

Es steckt eine Menge Gelassenheit aus Erfahrung darin, manchmal bildhaft gemacht mit Bezügen zu den großen und gefährlichen Tieren – die es ja in Kambodscha wirklich gibt: versuche nicht, dem Krokodil das Schwimmen beizubringen, lass den Elefanten nicht das Zuckerrohrfeld bewachen …

Wahrscheinlich wird jeder Reisende in Kambodscha sich erst einmal wundern, dass sein Gegenüber nicht gleich antwortet, sondern erst einmal überlegt. Vor allem deshalb, weil er es verinnerlicht hat, dass man sich selber Gutes tut, wenn man den anderen nicht beleidigt: „Wer noch nicht genau verstanden hat, sollte nicht die Brauen hochziehen!“

Das klingt so vertraut, auch wenn es gute Mütter und Großväter vielleicht etwas anders gesagt haben. Die Natur gibt andere Bilder. Die Erfahrungen sind überall dieselben. Wer nicht reich ist, lernt frühzeitig, achtsam zu sein – mit dem Werkzeug, dem Küchengeschirr, dem Feld, den Tieren und all den Menschen, denen er jeden Tag in die Augen sehen muss. Aber wie wappnet man sich gegen Fakenews und falsche Gerüchte? „Glaube niemals mehr als das, was ist.“

Und so begegnet einem auch diese uralte Warnung: „Wer hoch hinaus will, fällt tief hinab …“ ein Spruch, der gleich weitergeführt wird: „… wer unbesonnen redet, schadet seinem Ansehen.“ So fremd ist einem dieses Leben gar nicht. Es geht um Achtsamkeit und Maßhalten, oder auch: das richtige Maß finden für sein eigenes Leben. Denn wer langsam geht, kommt nach Hause. „Rennen ist vergeblich, bedächtig gehen ist besser.“

Es ist die Weisheit der Armen, der Menschen, die genau wissen, dass das Wohlergehen der Familie davon abhängt, dass man sein Feld bestellt, die Ernte einbringt und mit den Nachbarn auf gutem Fuß steht. Und natürlich eine Frau daheim hat, auf deren Rat man hören kann. Da und dort gibt es auch Sprüche zum Reichtum. Aber so richtig attraktiv erscheint pekuniärer Reichtum gar nicht. Viel wertvoller sind der Reichtum an Güte und der Reichtum an Wissen. Das, was einen Menschen tatsächlich zum Herrn seines Tuns macht und ihm Achtung verschafft vor den Mitmenschen, weil er Rat zu geben weiß. „Was wir den anderen antun, dasselbe tun die anderen uns an.“

Vielleicht sollten wir uns wieder bewusst werden, dass all unser Wohlstand uns nicht wirklich reich macht. Eher gaukelt er uns eine Macht vor, die wir nicht haben. „Einen guten Freund erkennt man erst in der Not.“

Das gilt in Kambodscha genauso wie im besorgten Sachsen. Es tut gut, wieder diesem nur auf den ersten Blick scheinbar einfachen Wissen zu begegnen, von dem unsere Eltern und Großeltern noch so vieles parat hatten. Es hat seine Gültigkeit nicht verloren. Im Gegenteil. Es glänzt wie ein Schatz, wenn man es neben das wilde Gelärme der heutigen Zeit legt.

Und es erinnert einen daran, wie sehr gerade die Mühseligen und Beladenen über Jahrtausende bemüht sein mussten, sich aus dem Zoff der Mächtigen herauszuhalten und wenigstens in der Welt, in der sie lebten, den Frieden zu bewahren, wissend, wie wertvoll ein friedliches Miteinander ist.

Man lernt ein wenig die Seele Kambodschas kennen. Und bekommt gleichzeitig ein Buch in die Hand, in dem man immer wieder blättern und sich erden kann.

Und man stolpert, egal, wo man blättert, über so einfache wie erhellende Einsichten: „Die beste Erziehung ist die Erziehung zur Selbstkritik.“

So kann man anfangen. Es dämpft den eigenen Hochmut. Und man hat einen offeneren Blick für die Weisheit der anderen.

Na gut: Den Mächtigen von 1989 hätte das auch nichts genutzt, so wenig wie den Übermütigen von heute. Aber es gibt mehrere Kapitel zu Weisheit und Klugheit, in denen die uralte und stets vergessene Warnung steckt: Wähle nicht den Prahlhans zum Herrn, sondern lieber den Nachdenklichen, der auch seine Mitmenschen achtet: „Wie klug du auch sein magst, achte die Klugheit anderer!“

Vieles klingt so erstaunlich aktuell. Und ist es auch. Man merkt es freilich nur, wenn man sich auch nur für ein paar Momente aus dem Geplapper der Gegenwart ausklinkt und vergegenwärtigt, wie viel Weisheit in den Sprichwörtern der Völker steckt.

Gabriele und Ngen Yos Der Bambusspross wird zum Bambusstamm, Edition Winterwork, Borsdorf 2020, 11,90 Euro.

Die neue Leipziger Zeitung Nr. 81: Von verwirrten Männern, richtigem Kaffee und dem Schrei der Prachthirsche nach Liebe

Hinweis der Redaktion in eigener Sache

Seit der „Coronakrise“ haben wir unser Archiv für alle Leser geöffnet. Es gibt also seither auch für Nichtabonnenten unter anderem alle Artikel der LEIPZIGER ZEITUNG aus den letzten Jahren zusätzlich auf L-IZ.de über die tagesaktuellen Berichte hinaus ganz ohne Paywall zu entdecken.

Unterstützen Sie lokalen/regionalen Journalismus und so unsere tägliche Arbeit vor Ort in Leipzig. Mit dem Abschluss eines Freikäufer-Abonnements (zur Abonnentenseite) sichern Sie den täglichen, frei verfügbaren Zugang zu wichtigen Informationen in Leipzig und unsere Arbeit für Sie.

Vielen Dank dafür.

SprichwörterKambodscha
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Freitag, der 18. September 2020: Parkplätze zum Abhängen und abgelehnte Anträge zu Geflüchteten in Moria
Auch in diesem Jahr wurden Parkplätze in Leipzig in Kleingärten, Spielplätze und Sitzecken verwandelt. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserGut gewählt, wer das Auto in der Garage hat stehen lassen: Auf Leipzigs Straßen oder vielmehr auf den Parkspuren entstanden am heutigen PARK(ing) Day kleine Sitzecken, Spielwiesen und Mini-Gärten. Im Bundestag wurden derweil jeweils ein Antrag von Linke und Grünen zu den Konsequenzen aus dem Brand von Moria abgestimmt. Beide wurden abgelehnt. Was sonst noch wichtig war (und sein wird) ...
Ticketverlosung: Hälfte des Lebens. Poesie & Narrheit – Lesung und Musik zu Ehren von Friedrich Hölderlin

Foto: Karin Thomas

VerlosungAm Samstag, 26. September, gibt es um 15 Uhr im Garten des Leipziger Schillerhauses zu Ehren von Friedrich Hölderlin Lesung und Musik mit Steffi Böttger, Anna Fey, Ralph Grüneberger und dem Gitarrenduo Karin Leo und Thomas Heyn. Zu Gehör gebracht werden ausgewählte Gedichte und Notate aus der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Poesiealbum neu“, die Friedrich Hölderlin gewidmet ist. Freikäufer haben die Möglichkeit, 1 x 2 Freikarten zu gewinnen.
Neue Studie: Atomkraft hat Deutschland bis heute bereits mehr als eine Billion Euro gekostet
Wie die Atomkraft in Deutschland mit Milliarden gefördert wurde. Grafik: Greenpeace Energy

Grafik: Greenpeace Energy

Für alle LeserEines der am häufigsten gebrauchten Argumente gegen die Erneuerbaren Energien ist immer wieder: „Das kostet zu viel. Die Verbraucher werden unzumutbar belastet.“ Die alten Riesenkraftwerke werden dann meist so hingestellt, als würden sie sich nicht nur rechnen, sondern auch noch enorme gesellschaftliche Gewinne beitragen. Das Gegenteil ist wahr, rechnet Greenpeace Energy jetzt einmal für die Atomkraft vor.
Bundesverband Windenergie Sachsen befürchtet für den Windkraftausbau in Sachsen jahrelangen Stillstand
Einsames Windrad in der Lausitz. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserDie „Verspargelungs“-Kampagnen vor zehn Jahren haben einen kaum reparablen Schaden beim Windkraftausbau in Sachsen zur Folge gehabt. Der Freistaat ist Schlusslicht beim Ausbau der Windenergieanlagen. Doch Bund und EU haben gerade ihre Ziele für die Erneuerbaren Energien erhöht. Und das zu einem Zeitpunkt, da Sachsen praktisch handlungsunfähig ist, weil die verfügbaren Flächen für Windkraftanlagen fehlen.
Verschoben: In The Ä Tonight – Die Tour von und mit DIE ÄRZTE
Die Ärzte. Quelle: Semmel Concerts

Quelle: Semmel Concerts

Aufgrund des Beschlusses der Bundesregierung von Ende September 2020, Großveranstaltungen bundesweit bis Ende Dezember 2020 weiter auszusetzen, müssen die geplanten Termine der „In The Ä Tonight - Die Tour von und mit DIE ÄRZTE“ leider auch auf Ende 2021 verschoben werden.
Schottergärten: Leipzig muss künftig kontrollieren, dass es keine Verstöße gegen die Vorgartensatzung gibt + Video
Ein völlig zugeschotterter Vorgarten. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserEin bisschen hin und her ging es im Sommer zwischen Grünen-Fraktion und Verwaltung. Die Grünen hatten beantragt, rechtliche Regelungen gegen die toten Schottergärten zu erlassen, die überall im Stadtgebiet entstehen und für Pflanzen und Tiere überhaupt keinen Raum mehr lassen. Das Amt für Bauordnung und Denkmalpflege meinte, das stünde doch alles schon in der Vorgartensatzung von 1996. Aber tatsächlich nicht wirklich rechtssicher. Am 16. September stimmte die Ratsversammlung also auch über diesen Grünen-Antrag ab.
Leipziger Lichtfest am 9. Oktober 2020: Zu Hause dabei sein und ein Licht ins Fenster stellen
Vorstellung Lichtfest 2020 mit Bernhard Stief, Marit Schulz, Burkhard Jung und Michael Koelsch. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserCorona verändert alles – auch das Lichtfest. Seit 20 Jahren wurde es in Leipzig an jedem 9. Oktober gefeiert. Es fällt 2020 nicht aus. Aber 25.000 bis 30.000 Menschen auf dem Augustusplatz, das wäre ein Ding der Unmöglichkeit, so Oberbürgermeister Burkhard Jung. Aber ganz fällt es nicht aus. Die drei zentralen Ereignisse werden alle im Livestream gezeigt. Wir sind also alle zu Hause und zumindest virtuell dabei.
Kirschen essen: Wenn man nur genau hinschaut, ist die Bibel voller lebendiger Liebesgeschichten
Susanne Niemeyer: Kirschen essen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSchon mit ihrem Buch „Fliegen lernen“ hatte Susanne Niemeyer gezeigt, dass man die weltberühmten Geschichten aus der Bibel auch völlig anders lesen kann. Nämlich mit den Augen einer modernen, emanzipierten Frau. Mit „Kirschen essen“ zeigt sie erst recht, wie sehr die Bibelgeschichten immer noch aus Männer- und Machoperspektive interpretiert werden. 3.000 Jahre Männerignoranz sind einfach so zählebig, dass man das eigentliche Leben vor lauter Brettern nicht mehr sieht.
Donnerstag, der 17. September 2020: Abgespecktes Lichtfest und eine Entscheidung des EU-Parlaments
Auch in diesem Jahr wird das Leipziger Lichtfest stattfinden, allerdings unter Corona-Bedingungen. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDie Stadtverwaltung gab am heutigen Donnerstag die Pläne für das diesjährige Leipziger Lichtfest bekannt. Auch in diesem Jahr soll an die Friedliche Revolution erinnert werden – allerdings sehen die Festivitäten unter Corona-Bedingungen etwas anders aus als gewohnt. Statt sich auf dem Augustusplatz und den Straßen in der Innenstadt zu begegnen, kommt das Lichtfest im Vorfeld „zu Besuch“. Außerdem können die Leipziger/-innen online an der Veranstaltung teilhaben. Die L-IZ fasst zusammen, was sonst noch wichtig war in Leipzig und Sachsen und weltweit.
Die LVB setzen bei Fahrausweiskontrollen auch künftig auf Deeskalation
Wenn alles nichts hilft, wird die Polizei gerufen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIm Juli sorgte ja bekanntlich die rabiate Vorgehensweise von Fahrkartenkontrolleuren der LVB für Schlagzeilen. Indem sie einen Fahrgast ohne Fahrschein zu Boden drückten, überschritten sie eindeutig ihre Kompetenzen. Und während sich die einen über die Gewalt in dem Vorgang aufregten, sah die CDU-Fraktion eher wieder das Problem der aggressiven Schwarzfahrer, die sich gegen eine Kontrolle wehren. Das Verkehrs- und Tiefbauamt hat jetzt auf die CDU-Anfrage geantwortet.
Leipziger FKK gibt es nur am Kulkwitzer See
Am Kulkwitzer See. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserCorona hat auch viele Leipziger/-innen gezwungen, ihren Urlaub daheim zu verbringen. War ja eigentlich nicht so schlimm: Badestrände gibt es direkt vor den Toren der Stadt. Und heiß war es auch. Und wenn es richtig knackig heiß wird, zieht der Mensch natürlich am liebsten alles aus. Was die Linksfraktion im Stadtrat auf die Idee brachte, mal wieder nach den FKK-Stränden in der Stadt zu fragen. Gibt es überhaupt welche?
Sumpfwald-Biotop in der Rietzschke-Aue soll erhalten bleiben, Wiesen werden extensiv gepflegt
Blühende Landschaft östlich der neuen Schule an der Ihmelsstraße. Foto: Alexander John

Foto: Alexander John

Für alle LeserAm 20. Juli berichteten wir über das blühende Biotop, das nach dem Auflösen der Kleingartenanlage in der Rietzschke-Aue in Sellerhausen entstanden ist. Die Frage dabei stand im Raum, ob bei der von der Stadt geplanten Grünflächengestaltung dieser Artenreichtum wieder verloren geht. Die Frage bewegte auch Tobias Peter, der die Stadtverwaltung deshalb anfragte. Das Amt für Stadtgrün und Gewässer erklärt jetzt, wie man sich die Umgestaltung genauer vorstellt.
Am 19. September belebt sich der Kubus auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz: Dürremonitor, Umwelttracker und der Sound von Tschernobyl
Der Kubus auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSeit dem 5. September laufen die Menschen am Leipziger Wilhelm-Leuschner-Platz direkt durch einen geheimnisvollen Kubus aus schwarzem Gitter – das „Sperrgebiet“. Es ist eine Installation der Schaubühne über Umweltzerstörung, Klimawandel und menschengemachte Sperrgebiete in Natur und Gesellschaft. Am Samstag, 19. September, laden die Schaubühne, das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung und das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung nun ein zum Forschungstag im „Sperrgebiet“.
Ökolöwe mahnt: Das Verkehrsdezernat verbaut die Zukunft der Luppe-Aue
Nahlebrücke. Quelle: Ökolöwe - Umweltbund Leipzig e.V.

Quelle: Ökolöwe - Umweltbund Leipzig e.V.

Es war zu erwarten, dass def Stadtrat diese Vorlage am Mittwoch, 16. September nicht mehr schaffen würde: "Ersatzneubau Leutzsch-Wahrener Brücke (II/5) im Zuge der Gustav-Esche-Straße über die Nahle - Bestätigung der Vorzugsvariante". Die Vorlage kam knapp vor den Sommerferien erst ins Verfahren. Und erst am Mittwoch konnte auch der Ökolöwe seine Position formulieren.
Linke Antrag abgelehnt: Regierungskoalition findet keine Position zu Mühlrose
Mühlrose am Tagebau Nochten in der Oberlausitz. Bild: Google Maps

Bild: Google Maps

Für alle LeserEs war eigentlich zu erwarten, dass Antonia Mertsching und Marco Böhme am Dienstag enttäuscht sein würden. Am Dienstag, 15. September, hat der Wirtschaftsausschuss des Sächsischen Landtages den Antrag der Linksfraktion „Klarheit herstellen: Kohle-Kompromiss entsprechend den Empfehlungen der Kommission einhalten bedeutet Erhalt von Mühlrose, Pödelwitz und Obertitz“ (Drucksache 7/2099) abgelehnt. Ein Schicksal, das schon hunderte Anträge der Opposition erlebten.