Sächsische Bildungspolitik: Lehrerausbildung soll über den Sommer mit Karacho hochgefahren werden

Das böse Wort "Lehrermangel" geistert seit 2008 durch die politische Diskussion in Sachsen. Der Freistaat freute sich eben gerade wieder über eine gute Platzierung im innerdeutschen PISA-Vergleich. Da musste das Schulsystem ja toll sein. Und die wenigen Kritiker konnten gar nicht recht haben. Und die Sache mit dem 10 Prozent Schulabgängern ohne Abschluss - das würde sich schon geben. Mehr Lehrer? Warum denn?
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Und je beharrlicher ab 2009 die neu zusammengewürfelte Opposition im Sächsischen Landtag das Thema ansprach, um so verbissener wurde das „Nein“ der Staatsregierung. Es gebe keinen Lehrermangel, der Unterrichtsausfall sei im Rahmen und die Zahlen der Opposition seien sowieso übertrieben.

Der zuständige Kultusminister Roland Wöller wusste, dass die Zahlen nicht übertrieben waren. Er hatte sie ja selbst. Original aus seinen Bildungsagenturen. Nur schien er bis zuletzt nicht gegen die eiserne Regel verstoßen zu wollen, die im Kabinett galt: Es wird eisern gespart. Was festgelegt ist, gilt. Die Zahlen werden ignoriert.

Bis er in seiner Verzweiflung ein Notpaket schnürte und die schlimmsten Löcher stopfen wollte. Kurz darauf war er weg, er hatte gegen die Spardisziplin verstoßen. Aber auch für seine Amtsnachfolgerin Brunhild Kurth war nun klar: So geht’s nicht. Eltern und Schüler demonstrierten mit Lehrern gemeinsam. Und das will was heißen: Schüler, die mehr Lehrer und mehr Unterricht verlangen.

Am Dienstag, 5. Juni, hat die sächsische Staatsregierung nun tatsächlich die Weichen gestellt, die Lehrerausbildung in Sachsen auf das notwendige Maß auszuweiten. In den kommenden beiden Studienjahren soll die Zahl der Pädagogik-Studienplätze an den beiden Universitäten Dresden und Leipzig im Bereich Grundschulen auf fast 450, für Mittelschulen und Gymnasium auf zusammen über 850, für Berufsschulen auf 200 und für die Förderschulen auf 200 Studienplätze ansteigen.

Die Kapazitäten werden also tatsächlich auf die notwendigen 1.700 Studienanfänger an sächsischen Hochschulen und damit 700 mehr als bisher ausgeweitet. Und das nicht irgendwann, sondern schon im Wintersemester. Und dazu kommt: Ab sofort können auch rund 200 zusätzliche Lehrkräfte eingestellt werden.“Wir brauchen in Sachsen dringend junge, gut ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer, da in den nächsten Jahren tausende Lehrkräfte in den Ruhestand gehen werden. Die Lösung dieses Problems ist eines der zentralen politischen Themen in unserem Land“, stellt denn auch die Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Sabine von Schorlemer, dazu fest. „Deshalb freue ich mich, dass die Weichen dafür gestellt sind, dass an den sächsischen Hochschulen 700 Studierende mehr als bisher mit dem Lehrerstudium beginnen können.“

An der Universität Leipzig sollen mindestens 1.000 Studienanfänger für das Lehramt immatrikuliert werden. Dafür werden der Universität Leipzig 29 Millionen Euro sowie 114 Stellen und Beschäftigungsmöglichkeiten bereitgestellt. Die TU Dresden wird künftig mindestens 600 Studienanfängerinnen und Studienanfänger für das Lehramt aufnehmen. Dafür werden knapp 13 Millionen Euro und 35 Beschäftigungsmöglichkeiten bereitgestellt. Weitere 110 Musiklehrerstudenten können an der Hochschule für Musik „Carl Maria von Weber Dresden“ und an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy Leipzig“ ein Studium aufnehmen. Die Musikhochschulen erhalten zusammen etwa 4,7 Millionen Euro.

„Dem Standort Leipzig wird künftig die bedeutendste Rolle bei der Lehrerbildung im Freistaat Sachsen zukommen. Die Universität Leipzig bekennt sich nachdrücklich zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung, den Freistaat Sachsen bei der eminent wichtigen Aufgabe zu unterstützen, eine stabile, qualitativ hochwertige und quantitativ nachhaltige Lehrerbildung in Verbindung mit dem Bildungscampus Sachsen anzubieten, die nicht nur die erste grundständige Phase der Lehrerbildung umfasst, sondern auch Lehrerfort- und -weiterbildung sowie die Qualifizierung von Seiteneinsteigern einschließt“, so Sabine von Schorlemer.Die Etablierung dieses interdisziplinär ausgerichteten Bildungscampus Sachsen, der für Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften und weiterem pädagogischen Fachpersonal zur Verfügung steht, sowie einen Standort für forschendes Lernen in Kindheit, Schule, Unterricht und Erwachsenenalter in Kooperation mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen darstellt, werde umgehend beginnen, so Schorlemer. Darüber hinaus werde ab dem Jahr 2013 die Etablierung eines landesweiten Netzwerkes Lehrerbildung unter Einbindung des Zentrums für Lehrerbildung und Schulforschung erfolgen.

Die entsprechenden Zielvereinbarungen mit den Hochschulen seien mit den jeweiligen Leitungen vorbesprochen und sollen in Kürze unterschrieben werden.

Und auch vom Baukasten-Studium wird wieder Abschied genommen: Alle Lehramtsstudiengänge für Grund-, Mittel-, Förder- und Berufsschulen sowie Gymnasien werden ab Wintersemester 2012/2013 vom Bachelor-Master-System wieder auf Staatsexamen umgestellt. Das Lehramtsstudium für Grundschule verkürzt sich so um ein Jahr und das Lehramtsstudium für Mittelschule um sechs Monate. Damit soll vor allem dem großen Mangel an Grund- und Mittelschullehrern begegnet werden.

Die Regelstudienzeit umfasst einschließlich der schulpraktischen Studien für das Lehramt an Grundschulen 8 Semester, für das Lehramt an Mittelschulen 9 Semester, für das Höhere Lehramt an Gymnasien 10 Semester und für das Lehramt Sonderpädagogik 10 Semester.Und was sagt die SPD, die die sächsische Bildungspolitik am kritischsten begleitet hat? – Sie ist noch unzufrieden. Noch ist nicht alle perfekt.

„Die neuen Zielzahlen für das Lehramtsstudium liegen endlich auf dem von uns bereits Anfang 2011 gefordertem Niveau. Auch die Forderung nach einem Seiteneinsteiger-Programm hat Aufnahme gefunden. Das ist erfreulich, aber das Mindeste“, meint Holger Mann, Sprecher für Hochschule und Wissenschaft der SPD-Fraktion im Sächsischen Landtag. „Denn immer noch fehlen die Unterschriften der Hochschulen unter den angekündigten Sonderzielvereinbarungen. Grund dürften die noch ungeklärten Fragen bei der Ausstattung der Universitäten sein – insbesondere bei Raumkapazitäten und der Anzahl der für den Praxistransfer notwendigen Abordnungen von Lehrern.“

Die Staatsregierung habe bereits den Immatrikulationsjahrgang 2011 verschlafen. Jetzt sollte die intensive Werbung für die neuen aufgestockten Studiengänge starten.

„Dabei wird es mit einem Absolventenbrief nicht getan sein“, meint Mann. „So müssen die zwei Werbekampagnen ?Pack dein Studium? und ?Studieren in Fernost? viel stärker dafür genutzt werden. Zudem sollten in den sächsischen Schulen zielgerichtet Praktika angeboten werden, um angehende Studierende für den Schuldienst zu werben.“

Zahlreiche Unsicherheiten wie die noch fehlende Lehramtsprüfungsordnung (LAPO) des Freistaates sowie dadurch nicht vorliegende Studien- und Prüfungsordnungen, wie auch offene Fragen der Anerkennung durch die Reduzierung der Studiensemester im Grund- und Mittelschullehramt seien die Folgen. Das lange Zaudern hat den Freistaat auch bei der Grundlagenarbeit in Rückstand gebracht. „Es wird daher sehr schwer werden, genügend Bewerberinnen und Bewerber zu gewinnen“, meint Holger Mann. „Die neuen Zielvorgaben bedeuten, dass die Immatrikulationszahlen bei Grund-, Mittel- und Förderschullehramt mehr als verdoppelt und binnen weniger Wochen qualifiziertes Personal für die fünf schulartenspezifischen Studiengänge gewonnen werden müssen. Man darf eben nicht bis zum letzten Tag warten, wie es im Kabinett Tillich zu häufig geschieht.“

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Für Annekathrin Giegengack, bildungspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, kommt das jetzige Umsteuern zu spät. „Die heutige Ankündigung von Staatsministerin Sabine von Schorlemer, die Studienplatzkapazitäten für das Lehramt ab dem kommenden Wintersemester 2012/13 auf 1.700 Plätze zu erhöhen, ist, als ob man einen Rettungsring ins Wasser schmeißt, nachdem das Schiff schon fast gesunken ist. Die Erhöhung kommt um Jahre zu spät, wenn man bedenkt, dass ein Lehrerstudium im Durchschnitt sieben Jahre dauert und die jetzt beginnenden Jahrgänge frühestens 2019 als Lehrkräfte zur Verfügung stehen werden“, sagte sie am Dienstag. „Die große Verrentungswelle bei den Lehrern beginnt aber bereits in der Mitte des Jahrzehnts. 1500 Lehrer werden ab 2016 jährlich den Schuldienst verlassen. Angesichts der Tatsache, dass für die Unterrichtsabsicherung des kommenden Schuljahrs bereits alle Reserven mobilisiert werden, droht uns in den kommenden Schuljahren ein Desaster, das auch durch kein noch so ausgefeiltes Seiteneinsteigerprogramm mehr gelöst werden kann.“

Und das Dilemma entfaltet sich mitten in der Zeit der geburtenschwächsten Schülerjahrgänge. Giegengack: „Die Lage wird dadurch verschärft, dass in den kommenden Schuljahren in Sachsen so wenig Abiturienten die Schule verlassen wie noch nie. In diesem Jahr nur noch rund 8.500. Soll der Lehrerbedarf gedeckt werden, müssten 20 Prozent aller sächsischen Abiturienten Lehrer werden wollen. Das ist utopisch. Wäre die Erhöhung der Studienplatzkapazitäten bereits vorausschauend 2006 erfolgt, hätten doppelt so viele Abiturienten zur Verfügung gestanden und als potentielle Lehrer im kommenden Jahr ihr Studium abgeschlossen.“


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