Für die Kürzung des Sportunterrichts bekommt Christian Piwarz heftigste Kritik

Für alle LeserSelbst die Bildungspolitiker im Wilhelminischen Reich wussten es noch: Nur in einem gesunden Körper wohnt auch ein gesunder Geist. Das hatten sie von den alten Griechen übernommen. Und eigentlich spielt Sport in unserer heutigen Zeit, wo immer mehr Kinder schon mit Bewegungs- und Haltungsschäden in die Schule kommen, eine noch größere Rolle. Da grenzt es schon an Fahrlässigkeit, wenn Sachsens Kultusminister ausgerechnet an den eh schon zu wenigen Sportstunden den Rotstift ansetzt.

Verena Meiwald, sportpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Landtag, erklärt es zu einer regelrecht unsportlichen Haltung, was CDU-Kultusminister Christian Piwarz da zur Kürzung der Stundentafel am Dienstag, 26. Juni, bekanntgegeben hatte.

„Die Linke ist sich der angespannten Lage im sächsischen Schulwesen bewusst, und es soll nur am Rande darauf hingewiesen werden, dass wir vor über zehn Jahren vor der Situation gewarnt haben, die nun auch zur Kürzung des Sportunterrichts geführt hat. Dieser ist eben nicht nur Dauerlauf und Weitsprung, sondern auch Wissen über den Körper und dessen Gesunderhaltung. Grundlegende motorische Fähigkeiten werden vermittelt; es wird gezeigt, wie man sich ausreichend und richtig sportlich betätigt“, geht Meiwald auf die wichtige Rolle des Sportunterrichts als Ausgleich zum Sitz-Unterricht ein.

„Es ist bekannt – die Motorik vieler Kinder ist mangelhaft, Diabetes und Übergewicht nehmen zu. Auch wenn die Petition des Sächsischen Sportlehrerverbandes Schlimmeres verhindern konnte, so ist die Kürzung der Stundentafel trotzdem das Eingeständnis der Konzeptlosigkeit im Kultusministerium. Innovative Ideen zu Möglichkeiten der Kompensation dieser Kürzungen wären hier angezeigt, Schulsport aber durch Ganztagsangebote und den Vereinssport ersetzen zu wollen, ist Augenauswischerei!“

Kinder brauchen Sport: für die Motorik, die Kognition, das soziale Training

Sie deutet es nur an. Aber hier geht es auch um Gleichberechtigung. Denn die Streichung der Sportstunden trifft vor allem Kinder, deren Eltern ihren Kindern keine zusätzliche Vereinsmitgliedschaft bezahlen können. Die Zeit, die Christian Piwarz ihnen so freigiebig zum Lernen freigeräumt hat, werden sie wieder vor irgendwelchen ruhigstellenden Medien verbringen.

Auch der Landessportbund Sachsen als Interessenvertreter des organisierten Sports im Freistaat nimmt die vom sächsischen Kultusministerium geplanten Änderung der Stundentafeln mit großem Bedauern zur Kenntnis. Der Schulsport habe einen unschätzbaren Wert für die Gesundheit von Kindern und Jugendlichen – einen für die Schülerinnen und Schüler so wichtigen Reiz aus der Stundentafel zu nehmen, müsse demzufolge kritisch betrachtet werden.

„Sachsen ist im Bildungssektor führend und soll das auch bleiben“, betont der Präsident des Landessportbundes (LSB), Ulrich Franzen. „Dazu gehört auch eine umfassende sportliche Ausbildung der Schüler. Die Kürzung von Wochenstunden im Schulsport kann und darf demnach nicht das Ziel der sächsischen Bildungspolitik sein.“

Vor allem in der Grundschule profitieren Kinder vom Schulsport

„Auch, wenn es gelungen ist, die Streichung der dritten Sportstunde über alle Klassenstufen hinweg zu verhindern, sind wir mit dem jetzigen Ergebnis nicht zufrieden“, resümiert Franzen. „Eigentlich muss es das Ziel sein, zumindest im Grundschulbereich die Anzahl der Sportstunden zu erhöhen.“

Gerade in diesem Alter sei die Entwicklung der motorischen Fähigkeiten bei Kindern mit anderen sensiblen Lernphasen verknüpft. So hängen sowohl Fähigkeiten im Bereich der Wahrnehmung und Kognition als auch die Ausbildung grundlegender sozialer Kompetenzen nicht zuletzt auch am Sportunterricht. Vor allem der Wegfall der dritten Sportstunde in der vierten Klassenstufe ist somit nicht nachvollziehbar.

Nur mit Schulsport werden auch alle Kinder erreicht

Was Piwarz da entschieden hat, hat mit modernen Erkenntnissen zum Lernerfolg also nichts zu tun. Eher scheint er dem Lobbydruck der IT-Giganten und „Wirtschaftexperten“ nachgegeben zu haben, die glauben, ihre Ansinnen müssten unbedingt Platz im Lehrplan finden.

Die Entscheidung widerspricht außerdem dem Gesundheitsziel des Freistaates Sachsen: „Gesund aufwachsen“. „Mit dem Schulsport wird nun das einzige Fach gekürzt, dessen sportliches Angebot alle Kinder und Jugendlichen erreicht“, kritisiert der Landessportbund. „Er diene eben nicht nur der sportlichen Ausbildung, sondern stärke grundlegende motorische und kognitive Fähigkeiten und beugt somit Haltungsschäden, Unfällen und weiteren Erkrankungen vor. Zudem fördere Bewegung im Sportunterricht den Stressabbau und stärkt den Zusammenhalt und Teamgeist im Klassenverband.“

Der LSB will den übereifrigen Minister nicht so einfach davonkommen lassen

Zu begrüßen sei das schulformübergreifende Festhalten an den drei Sportstunden in den Klassenstufen 5 und 6. Im Gegensatz zu den ersten Überlegungen im März gewährleiste das sächsische Kultusministerium somit, dass alle Schüler in diesem Altersbereich mindestens zweimal in der Woche Sport treiben.

Aber dann ist da ja noch der Abweichpassus: Die den einzelnen Schulen eingeräumte Möglichkeit, unter Einhaltung bestimmter Rahmenbedingungen von den Vorgaben der Stundentafeln abzuweichen, darf aus Sicht des Sportbunds nicht dazu führen, dass aus den zwei Stunden Sport nur noch eine wird, oder aus den drei Stunden nur noch zwei. Dies führt aus Sicht des LSB nicht zu einer umfassenden Bildung und Erziehung und somit zu keiner nachhaltigen Sicherung der Bildungsqualität im Freistaat Sachsen.

Die Aufstockung der finanziellen Förderung für Ganztagesangebote sieht der Landessportbund Sachsen zwiespältig. Auf der einen Seite bestehe die Chance der Kooperation von Sportvereinen und Schulen, auf der anderen Seite sei der organisierte Sport aber nicht in der Lage, flächendeckend Angebote zu unterbreiten. Auch würden durch die Ganztagesangebote nicht alle Schüler erreicht. Ein Ersatz für den Schulsport könne der Vereinssport somit nicht sein. Darüber und insbesondere über die Anpassung der Förderrichtlinie werde der LSB Sachsen mit dem Sächsischen Staatsministerium für Kultus noch intensiv diskutieren, kündigt er an.

Heftige Kritik vom Sportlehrerverband Sachsens

Clever vor den Ferien platziert, um die zu erwartende Entrüstung abzufedern, habe Christian Piwarz seinen Vorschlag zur Kürzung der Stundentafel, kommentiert der Sportlehrerverband die Kürzung der Sportstunden. Die vom Kultusministerium öffentlich verkündeten Stundentafelkürzungen zum Schuljahr 2019/2020 ließen alle Befürchtungen wahr werden.

Trotz eines parlamentarisch laufenden Petitionsverfahrens schaffe das Kultusministerium vollendete Tatsachen. Mit dem Hintergrund unserer Petition „Für eine bewegte Schulzukunft unserer Kinder und Jugendlichen“ gegen eine Kürzung im Fach Sport, müsse die nun dargestellte Stundentafelüberarbeitung als eine politische Missachtung von fast 30.000 Unterstützern empfunden werden, so die frustrierten Sportlehrer.

Auch wenn die Petition und damit auch unsere aktive Verbandsarbeit wenigstens einen vollständigen „Sichelschnitt“ von 13 angedachten Sportstundenkürzungen auf nunmehr 6 als „Kompromiss“ erreichen konnte, bleibe es bei einer überdurchschnittlichen Streichung im Fach Sport, was sowohl schulisch als auch gesellschaftlich eine Abwertung des Faches zur Folge hat.

Besonders der massive Einschnitt in der Oberschule zeuge von bildungspolitischer Kurzsichtigkeit, denn gerade das Fach Sport hat hier auch noch eine besonders soziale Ausgleichsfunktion. Zudem führt die als „Stärkung der Eigenverantwortung der Schulen“ formulierte Öffnung der Stundentafel in der Praxis eher zur Abwälzung der Verantwortung des Lehrermangels in die Schulen, die nun diesen Notstand vor Ort verwalten müssen.

Und dann geht der Sportlehrerverband auf den eigentlichen Unfug im Vorgehen des Kultusministeriums ein: „Erst die Stundentafelkürzung (Quantität) und dann die Lehrplanüberarbeitung (Qualität) anzugehen, ist der falsche Weg!“

„Auch wenn uns in den Gesprächen die Abfederung dieser Kürzungen durch ein breites Ganztagesangebot in Aussicht gestellt wird, bleibt es in der schulpraktischen Wirklichkeit eine Einschränkung des motorischen Lernens unserer Schüler*innen mit nicht absehbaren Langzeitfolgen“, warnt der Sportlehrerverband. Zudem bleibe eine entscheidende Frage bisher unbeantwortet: „Wie soll dieses Ganztagesangebot quantitativ, qualitativ sowie personell ausgestaltet werden?“ Denn nach Aussage des SMK sind die freiwerdenden Lehrerstunden in erster Linie zur Absicherung der Unterrichtsversorgung (auch fachfremd) vorgesehen.

Sachsen kürzt die Stundentafel ausgerechnet um Deutsch und Sport

 


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