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Kampfansage ist Kampfansage: „Bild“ macht Leipziger SPD-Chef zum OBM-Kandidaten der CDU

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    Einen besonderen Spaß gönnte sich am Donnerstag, 21. Juni, die "Bild Leipzig": Sie machte kurzerhand den Leipziger SPD-Vorsitzenden Michael Clobes zum Gegenkandidaten von Horst Wawrzynski, der sich von der CDU gern als OBM-Kandidat nominieren lassen möchte. Die "Bild" hatte seine Kandidatur für die Kandidatur schon einmal als "Kampfansage" verkauft. Nur wunderte sich Rechtsanwalt Michael Clobes dann doch sehr, dass ihn die "Bild" nun gar als Volker Lux verkaufte.

    Anlass war seine Wortmeldung auf die Wawrzynski-Kandidatur, die auch die L-IZ am 19. Juni veröffentlichte. Eigentlich eher ein recht spöttischer Beitrag über die doch recht chaotische Kandidatensuche der Leipziger CDU. Der nicht genannte Autor des „Bild“-Beitrages zur Wortmeldung des Leipziger SPD-Vorsitzenden war sich denn auch ganz sicher, dass es gerade der Wawrzynski-Beitrag in der Boulevardzeitung gewesen sei, der nun bei der SPD, die den aktuellen Amtsinhaber Burkhard Jung stellt, als „Kampfansage“ gewirkt hätte.

    Nur scheint irgendwo zwischen Redaktion und Layout-Abteilung der Kommunikationsfaden gerissen zu sein. Man besorgte sich von der Website von Michael Clobes zwar das richtige Bild, nur hatte der Layouter so seine eigene Ansicht, wie man die Sache spannender machen könnte.

    Immerhin ist ja bei der CDU noch längst nicht geklärt, wer tatsächlich für die Truppe ins Rennen geht: der jetzige Mitarbeiter des Rechnungshofes Volker Lux oder eben Polizeipräsident Horst Wawrzynski, den man quasi noch für die interne Abstimmung im Kreisverband nachnominiert hat.
    Nur hat dann wohl niemand mehr dem armen Layouter erklärt, dass der Bursche auf dem Foto eben nicht Volker Lux war, sondern der SPD-Mann Michael Clobes. So war dann in der Ausgabe der Bildzeitung vom 21. Juni das Foto von Michael Clobes abgedruckt aber mit „Volker Lux“ Kandidat Nr.1 betitelt.

    Was dem humorvollen Rechtsanwalt dann gleich den nächsten Spaß wert war. Seinen Brief an die „Bild“ Leipzig hat er gleich am Morgen des 21. Juni abgeschickt. Auch an andere Redaktionen.
    Er ist einfach zu schön. Hier ist er:

    „An: ‚Leipzig@bild.de‘

    Betreff: Ihre Wiedergabe meiner PM vom gestrigen Tage

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    Seit den frühen Morgenstunden bekomme ich Anfragen von Parteimitgliedern, ob es denn stimme, dass ich nun auch noch als CDU-Kandidat zur OB-Wahl antrete. Grund dafür war, dass Sie in Ihrer heutigen Ausgabe mein Konterfei abgedruckt und mich als „Kandidat Nr.1“ bezeichnet haben. Lediglich der Name „Volker Lux“ unter dem Bild passt insoweit nicht ganz ins Gefüge.

    Dazu gebe ich zur Vermeidung weiterer Missverständnisse folgende Erklärung ab: Ich werde im Gegensatz zu Herrn Wawrzynski und Herrn Lux nicht als OB-Kandidat antreten, weder als CDU-Kandidat, noch als Privatperson. Zwar kann ich nicht ausschließen, dass ich wie viele andere Leipziger Bürgerinnen und Bürger auch zum erweiterten Personenkreis gehörte, den der CDU-Vorsitzende Schubert für diese Aufgabe ins Auge gefasst hat, eine konkrete Anfrage erreichte mich jedoch nicht. Eine entsprechende Anfrage hätte ich wie ebenfalls viele andere Leipziger Bürgerinnen und Bürger abschlägig beantworten müssen.

    Ich werde vielmehr, gemäß meiner Überzeugung und meiner Aufgabe als Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes meine Kräfte darauf konzentrieren, unseren hervorragenden Oberbürgermeister Burkhard Jung bei seinem Bemühen um die Wiederwahl zu unterstützen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Michael Clobes
    Vorsitzender des SPD Stadtverbandes Leipzig“

    Und weil wir das zu hübsch fanden, haben wir auch mal nachgeschaut, ob es wirklich der Layouter war. Immerhin stand ja in der gedruckten „Bild“ eindeutig, dass das Foto von „Volker Lux“ von michaelclobes.de stammte. Und siehe da: Auch online lächelt dem Besucher der „Bild“-Website um 13 Uhr noch ein Michael Clobes als Volker Lux entgegen. Da scheint dann doch eher die Bildredaktion der Bildredaktion etwas verwirrt zu sein. Man könnte die Geschichte beinah auch als „Das Verschwinden des Volker Lux“ betiteln. Die „Bild“ jedenfalls hat schon recht deutlich gemacht, welchen Kandidaten sie am 27. Januar 2013 auf dem Wahlzettel sehen will.

    Der Text im Netz ist übrigens erst 9:16 Uhr online gegangen. Und um 13:15 Uhr hieß Michael Clobes noch immer Volker Lux. Nach Veröffentlichung dieses Artikels hat nun (13:50 Uhr) Michael Clobes zumindest im Netz seinen Namen zurück erhalten.

    Und wenn die CDU den Leipziger Polizeipräsidenten nicht als Kandidaten haben will, kann er ja für die „Bild“ an den Start gehen.

    Zur Bild.de
    Der Text auf „Bild Online“.

    Nachtrag 22. Juni: Mittlerweile hat „Bild“ die Bilduntetrschriften auf der Website korrigiert.

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