Ja wen denn nun? – Leo Leu versucht, eine Gratis-Wahl-„Bild“ zu entschlüsseln

Irgendwann, da bekommen alle die "Bild"-Zeitung. Frei Haus. Jedenfalls alle, die nicht so tolle Aufkleber wie meinereiner am Briefkasten haben: "Rechnungen und Gratis-Zeitungen unerwünscht!" Oder "Vorsicht! Bissiger Briefkasten." Irgendsowas. Ich hab ja meine Austräger hier in der Gegend erzogen. Die stecken mir nichts mehr heimlich in die Klappe. Auch keine Sonder-"Bild". Die bekam ich diesmal von Frau Mischke, zwei unter mir. "Soll ich nu oder soll ich nich?" So eine Wahl kann ja schon Bauchschmerzen machen.

Geht man nicht hin, hat man dann vier Jahre lang dieses blöde Gefühl, dass man diesen Murks nun eigentlich hätte verhindern können, indem man gegangen wäre. Sie wissen ja gar nicht, wie schwer das ist, zu seiner Nichtwählerei zu stehen. Geht mir ja selbst im Laden so: Alles, was da steht, ist Mist. Und was ich suche, finde ich nicht. Geht mir ja mittlerweile selbst beim Bäcker so. Da wählt man sich bedächtig einen schönen glitschigen Sonntagskuchen – und was bekommt man? – Trockenen Streusel von vorgestern. Zum vollen Preis.

Ich versuch mich ja anzunähern. Frau Mischke geht’s nicht besser, sie würde ja gern eine richtig gemütliche Oma-Partei wählen, eine mit Herz und Seele. Aber auf dem Wahlzettel ist keine. Wirklich nicht, ich hab nachgeguckt. Bei 12 ist Schluss. Das sind die Piraten. „Gottchen, Herr Leu, das geht nicht“, hat sie gesagt. „Ich in meinem Alter!“ – „Und was ist mit Fluch der Karibik, Frau Mischke?“ – „Den hab ich meinem Enkel zum Geburtstag geschenkt. Mir ist das zu gruslig, Herr Leu.“

Eine 13 gibt’s noch. Für „Die Partei“ hat’s in Leipzig nur zu einem Direktkandidaten gereicht. „Klingt doch gut: Die Partei, Frau Mischke.“ – „Neechen, Herr Leu. Die mussten wir früher immer wählen. Die will ich nich.“ -„Das hier ist ne andere, Frau Mischke: Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative.“ – „Lieber nicht, Herr Leu. Gearbeitet hab ich genug in meinem Leben. Wollen Sie nun oder soll ich sie entsorgen?“ – „Die Partei?“ – „Nedoch, hier, die Zeitung.“ – „Das ist keine Zeitung, Frau Mischke.“ – „Alle sagen Zeitung.“ – „Na nu geben Sie schon. Kriegen Sie auch wieder.“- „Ich hab sie wegen dem Helmut, Sie wissen schon.“

Natürlich. Was wäre eine „Bild“ ohne Kohl? Mal ohne Jux? Oder mal im Ernst: Was ist das eigentlich? Ist auf Papier gedruckt. Man kann’s umblättern. Überschriften hat’s auch. Sogar ein Grußwort: „Geht wählen!“ – Zuweilen staunt man ja, was die Leute bei Diekmann und Springer sich so ausdenken. Diesmal also eine „WahlBILD“ an 41 Millionen Haushalte. Ich guck jetzt nicht nach, was da beim Bundesamt für Statistik steht. Meinen Briefkastenaufkleber jedenfalls haben die Jungs respektiert.

Die „WahlBILD“ hab ich trotzdem nu, kann natürlich überlegen: Mach ich mir einen Pott Kaffee oder lieber eine Tasse? Oder reicht ein Espresso?

Ich hab mir einen Espresso gemacht. Einen großen. Der war gerade fertig, als ich die 22 Seiten durch hab. Es ist immer wieder dasselbe Vergnügen: So viel Papier – und man kann’s mit Genuss wegblättern, als wäre es eine Klickstrecke auf meinem Laptop. Nur dass das Ding zehn mal größer ist und von der Sessellehne flattert, wenn man’s nicht festhält. Die Leute lesen es auch schon lange nicht mehr in der Straßenbahn. Ist Ihnen das auch schon aufgefallen? – Es ist einfach zu groß. Man hat ständig eine Papierwand vor sich und braucht ein Fernrohr, wenn man oben links den Text lesen will. Oder ein umgekehrtes Fernrohr, weil die Buchstaben so fett sind. Da muss eigentlich der erste Mann in der Stuhlreihe die Seite hochhalten, damit meinereiner ganz hinten die Buchstaben lesen kann: „Jetzt mal unter uns…“

Für den Rest braucht man dann wieder die Lupe. Denn auch diesmal haben die Herren und Damen aus der „Bild“-Truppe ihre üblichen Prominenten gefragt. Oder besser – man merkt tatsächlich – dass Herr Diekmann mal kurz in Amerika war und frische Ideen getankt hat – sie haben ihre Prominenten (von denen ich die meisten nun wirklich nicht kenne) mal fragen lassen, was sie die Frau Merkel und den Herrn Steinbrück gern mal gefragt hätten, so unter sich. Auch paar wirklich doofe Fragen darunter. Aber zumindest das wissen sie bei „Bild“: Dass Fragen fragen schon fast die halbe Geschichte ist. Oft auch schon die ganze. Man muss nur fragen.
Was weiß ich nach 1 Minute? – Herr Steinbrück ist tatsächlich ein Mann mit Humor. Und Frau Merkel lässt von ihrer Bibel nicht. Hätte ich also Frau Mischke auch so sagen können: Sie haben die Wahl – zwischen Religion und Humor. Auch ne Wahl.

Umblättern. Drei hübsche Menschen auf dem Dach: die Frau Wagenknecht im roten Kostüm, flankiert von den Herren Rösler und Trittin. So einträchtig hat man die drei wohl noch nie gesehen. Worum geht’s? Um die Kleinen natürlich, von vorn nach hinten durchgefragt. Braucht man die Kleinen überhaupt? Erkenntnis zwei Seiten später: Ohne geht’s nicht. Eigentlich muss man die Kleinen wählen, die bestimmen dann, wo’s lang geht. Außer Frau Wagenknecht. Die will nicht kellnern.

Vielleicht ist sie tatsächlich zu jung und weiß gar nicht, was für eine Macht der Kellner hat. Ich sag nur: „Sie werden platziert!“

Umblättern bei 3:02: Helmut gegen Gerhard? Nicht wirklich. Die beiden alten Herren sind brav und empfehlen nur dringendst, zur Wahl zu gehen. Wenn’s denn hilft.

Umblättern bei 3:24: Jetzt mal das junge Gemüse gefragt: Wo macht ihr beim ersten Mal euer Kreuzchen? Und warum, bitteschönchen? – Stille Erkenntnis nach der Hälfte der Antworten: Die Jungen kloppen genauso blöde Sprüche wie die Alten. Oder sollte mich mein Gefühl nicht trügen, dass hier ein paar eifrige Herren in der Redaktion die Antworten vorgestanzt haben? – Das müssen sie also wohl doch noch lernen bei „BILD“: Gute Fragen sind immer noch besser als dämliche Antworten aus dem Setzkasten. – Meinereiner kriegt da Blätteritis: Nur schnell weiter.

Da haben sie die Wahlaussagen von sieben Parteien auf Mini-Sätze geschrumpft. Wahrscheinlich haben die jetzt in der Redaktion schon einen Berg mit Reklamationen. Oder auch nicht. Die Parteien sind es ja gewohnt, dass ihre edelsten Teile einfach weggeschnitten werden. Kennt man ja auch aus den Nachrichten im Fernsehen. Alles ist kurz und klar – und verstehen tut man’s trotzdem nicht. – Und der Häppchenfresser mit dem Blätterberg in der Hand? – Kann bei 3:56 auch die scheußlichen Kanzler-Porträts wegblättern. Kunstverstand hatten deutsche Kandesbunzler wohl alle nicht. Nächste Seite: Ach ja, die Verlierer. Irgendwer wird ja jedes Mal nur Zweiter. Vielleicht sollte man für die Rolle trainieren? Dann ist der Ärger dann nicht so groß am Ende, wenn die Herren mit den Mikrophonen fragen: Wie fühlen Sie sich?

Ochja, Silber ist doch auch was Feines, oder?

Umblättern: Ein echtes Sinnlos-Quiz mit Sinnlos-Wissen zur Politik. Umblättern bei 4:08: 60 Jahre Wahlkampf. Der ganze Plakatschrott, den man sich in den letzten Jahren angucken musste. Da ging es mir eigentlich immer wie Frau Mischke: Lieber zu Hause bleiben. Denn andersrum wird ja auch ein Schuh draus: Wenn ich nun den Falschen meine Stimme gebe, bin ich ja theoretisch mit schuld an dem Gemurkse, das da die nächsten vier Jahre veranstaltet wird?

Und was wäre eine „Bild“ ohne das alte Hin- und Hergehüpfe zwischen hüben und drüben? – Hüben sind die Verfolgten der DDR, drüben sind Kaiser Franz und noch zwei solche Fußball-Nasen. Warum finde ich Fußball nur immer so krachledern sinnlos? – Umblättern, Espresso ist durchgezischt. Und zum Abschied: Party-Bilder. Ach ja, hätte ich fast vergessen: Politiker sind ja auch nur Menschen.

Was kann ich also Frau Mischke sagen nach diesem Durchgeklicke? Denn was anderes ist es ja nicht. Nie gewesen. Man kauft sich einen Stapel Papier. Aber eine Zeitung ist es nicht. Aber es sieht genauso aus, wie man was aus Papier macht, das eigentlich mal eine Website für News-Junkies werden sollte. Nur hatte vor 60 Jahren noch keiner das Internet und den Laptop erfunden. Durchzapp-Schnipsel. Für Leute, die glauben, das reicht, um alles zu wissen und zu kennen.

Kenn ich, solche Leute. Frau Mischke gehört nicht dazu. Sie will nur keinen Aufkleber an ihren Briefkasten machen und kriegt deshalb auch dieses ganze Gratis-Zeug, das eigentlich keiner braucht.

Was bleibt? – Wie immer so ein flaues Gefühl, wieder mal nach Strich und Faden geneppt worden zu sein. Trockener alter Kuchen von vorgestern, den sie dir für 1,50 das Stück als Sonntagskuchen angedreht haben. Auch wenn das Ding hier mal wieder gratis war. Als ginge es wirklich nur um Bibel oder Humor. Oder beides, wenn die beiden am Ende beide nur Zweiter werden. Kann ja auch passieren.

Hab ich Frau Mischke ihre „Sonderausgabe“ also wieder runtergebracht. War sie immer noch ziemlich aufgedröselt – aber schon im Sonntagskleid, schwarze Lackschuhchen an, Haare auftoupiert, kurz vorm Losgehen ins Wahllokal. „Was soll ich nur tun, Herr Leu? Ich will doch nicht schuld sein …

Mehr zum Thema:

22 Seiten in 12 Minuten: Leo Leu liest eine „Bild“
Da musste durch, Leo, haben die Kollegen gesagt. Einer muss es machen …

Ich hab ihr meinen kleinen Buntstiftkasten gegeben, der Gudsten: „Nehmen Sie die und malen ein paar schöne Blümchen auf den Zettel. Da freun sich wenigstens die Leute, die heute Abend den ganzen Klumpatsch auszählen müssen.“

„Blümchen?“

„Meinetwegen auch schöne Luftballons oder Schmetterlinge.“

Wenn also jemand heute Abend bunte Schmetterlinge auf einem Wahlzettel sieht: Das ist Frau Mischkes Zettel. Was auf meinem zu sehen ist, verrate ich nicht. Manche Pointen sind am schönsten, wenn man sie wirklich nicht verrät.

Euer Leo


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