Eine ziemlich frustrierende Begegnung auf Bahnsteig 7 – aber für wen eigentlich?

LeserclubHat Herr L. einen gewaltigen Fehler begangen? Sah das so aus? Waren zwei eifrige Beamte gerade dabei, ihn beim Frevel seines Lebens zu erwischen? Immerhin lebt er in einer Zeit, in der Flaschensammler genauso hoheitlich unbeliebt sind wie Leute, die seltsame Nachrichten austauschen auf eigenartigen Wegen. Hatte der Mann am Telefon nicht extra betont: „Wenn Sie erwischt werden, dürfen Sie auf mich nicht zählen.“ So liebte Herr L. seinen Beruf.

Aber liebten die wohlgenährten Polizeiwachtmeister Müller und Meier den ihren ebenso? Es sah ganz so aus, wenn man es aus der Perspektive der beiden Tauben betrachtete, die sich in den lichten Hallen so wohlfühlten, dass sie nur die Begegnung mit der Ordnungsmacht fürchteten. Von den eiligen Reisenden wurden sie geliebt und gefüttert. Sie hatten hier Fettlebe und sahen Dinge …

Empörte Damen durchschnittlichen Alters zum Beispiel, die noch in einem anderen Jahrhundert lebten und mit dem Märchen aufgewachsen waren, uniformierte Männer mit gemütlichen Bäuchen seien Freunde und Helfer und würden spornstreichs ihre Beine in die Hand nehmen, wenn man ihnen frisch und übereifrig mitteilte, dann man gerade auf übelste Weise bestohlen worden sei.

Was die zielstrebigen Herren in Uniform natürlich überhaupt nicht beeindruckte, hatten sie doch ein anderes Ziel vor Augen. Ein abgebrühtes und bestimmt rädelführerisches Ziel, wenn man es so aus dem amtlichen Sprachgebrauch heraus betrachtete. Wen kümmerte da ein simpler Diebstahl, von dem es doch nun wahrlich genug gab? Dafür riskiert man doch nun wirklich nicht, dass einem ein höherer Staatsbeamter hinterher die Hölle heiß machte, weil man im entscheidenden Moment keine Prioritäten zu setzen wusste und sich „um so einen blöden, langweiligen, billigen Diebstahl“ gekümmert hatte.

Und so versuchte denn Meier (oder war’s Müller?) die lästige Dame mit einer lässigen Handbewegung fortzuscheuchen.

Was die Dame im blauen Kostüm, die eins dieser hurtigen Rollköfferchen hinter sich her zerrte, nicht zu bemerken schien. Oder einfach ignorierte, weil sie aus den älteren Bundesländern stammte, wo man sich so etwas von staatlich bestallten Ordnungshütern noch nicht gefallen ließ. Und so kurvte sie energisch in die Bahn der zielstrebigen Beamten, so scharf, dass beide mit quietschenden Bremsen zum Halten gekommen wären. Wenn sie denn D-Züge gewesen wären. Was sie aber eindeutig nicht waren und so manchem aufdringlichen Bürger auch schon des Öfteren ausführlich erklärt hatten.

Und so starrten sie das Fräulein (zumindest von der Größe her war’s eins, vom Charakter her hätte es durchaus unsere Schwiegermutter sein können, von der resoluten Haltung her auch) mit amtlicher Empörung unverhofft von oben an, nicht ahnend, dass auch ein, zwei Tauben sich das Vergnügen machten und dabei ein bisschen Notdurft verrichteten. Und siehe da: Sie sahen einen Menschen, zutiefst erzürnt, bebend vor Empörung und nur für den kleinen Moment scheinbar sprachlos, in dem Müller in seiner beliebten und lässigen Art erklärte: „Wennse ‚ne Anzeije aufgeben wolln, dann gehn ‚se aufs Revier. Das ist da hinten, um die Ecke, steht gleich dran: POLIZEI. Extra groß geschrieben, wenn se verstehn …“

Was ja bekanntlich erst der Prolog zu seinen gut bekannten Reden ist, die schon so manche Reisende in verblüffter Durchfahrt auf diesem Bahnhof zu hören bekommen hatten. Nur kam er diesmal nicht weiter, während eine nett gemeinte Botschaft von einer freundlichen Taube ihm ein Sternchen aufs Schulterblatt zauberte und das unbeeindruckte Fräulein ihm erklärte:

„Wenn Sie mir so kommen, Herr Polizeibeamter, dann haben Sie gerade Gelegenheit, sich mit einem großen Rambazamba aus dem Staatsdienst zu verabschieden. Und ich werde Ihnen nicht sagen, wen ich dazu gleich anrufen werde und wie schnell das geht. Aber Sie haben noch eine ganz klitzekleine Gelegenheit, Ihre Versetzung in die Kehrbrigade zu verhindern, in dem Sie auf der Stelle kehrt machen, den schwarzen Schnösel, der mich perfiderweise beraubt hat, festnehmen und mir mein gestohlenes Hab und Gut wiederbeschaffen. Und zwar jetzt.“

Das sagte sie ganz so, als wäre jeder Punkt ein Ausrufezeichen gewesen. Und sie sah dabei Meier ziemlich tief in die Augen, was der durchaus bemerkte, auch wenn er es als übliche Verhaltensweise unzurechenbarer Bürger nicht so recht einzuordnen wusste. Müller (oder hieß er Schulze?) hatte die Ausrufezeichen überhaupt nicht bemerkt und zeigte jetzt erst einmal, wie beeindruckend das ist, wenn ein gut gebauter Ordnungshüter versucht, eine breite Brust zu zeigen, wo doch die Breite eher in Hüfthöhe saß. „Hörnse ma …“, hob er an.

Und kam natürlich nicht weiter, denn resolute Damen im richtigen Alter besitzen auch immer einen gut gepflegten Regenschirm, der natürlich wehtut, wenn man ihn unter die Nase gesteckt bekommt. Erst recht, wenn man gerade ganz tief Luft geholt hat.

„Nein, Sie hören mir jetzt zu, Kollege Neunmalklug. Ich bin hier diejene, die beklaut wurde. Ich bin diejenige, die das Gesetz in und auswendig kennt. Ich bin diejenige, die solche Leute wie Sie vor Gericht blass, ahnungslos und dumm aussehen lässt, wenn sie MIR zu erklären versuchen, Sie hätten sich auch nur die geringste Mühe gegeben, die nötigen Beweise zu beschaffen, um diese Diebe hinter Schloss und Riegel zu bringen. ICH bin diejenige, die diesen ganzen jungen Bubis einen goldenen Freispruch verschafft, weil solche Typen wie Sie, Herr Müllermeierschulze …“

Da ließ sie sogar eine kleine Pause, damit Meier und Lehmann (hießen die denn so?) ihre Ohren spitzen konnten und auch die Pointe mitbekamen.

„… zu faul sind, sich mal zehn Meter im Laufschritt zu bewegen und ihre verdammte Arbeit zu machen.“

Sie musste nicht mal schnauben und auch nicht mit dem Fuß auftreten. Zumindest Schulze, der vor kurzem noch der Ranghöhere von beiden gewesen war, hatte nun eine ziemlich klare und leider sehr dunkle Erinnerung an eine Begegnung mit einer genauso resoluten Dame an einem Ort, an dem es sehr peinlich sein konnte, wenn der Richter dazwischenfragte: „Wissen Sie das wirklich nicht?“

Diese Erfahrung hätte er sich lieber erspart, wusste aber noch immer nicht, wie er das hätte schaffen können.

Aber zumindest jetzt fiel ihm etwas Kluges dazu ein: „Das sind aber mindestens hundert Meter …“

„Na und?“

„Und Sie sagten: Schwarzer.“

„Hab ich gesagt, stimmt.“

Ein hübscher, aber leider auch völlig falscher Moment, einer resoluten Frau zu zeigen, was echter Humor in Männerkreisen ist.

„Meinen Sie vielleicht einen Nordafrikaner?“

„Ich habe Schwarzer gesagt.“

„Vielleicht gar einen Südafri …“

„… oder einen Mittelafri …“, versuchte nun auch Müller seinen Witz zu entfalten. Unterbrach sich aber lieber, als er versuchte, die Schirmspitze unter seiner Nase zu erkennen. Spüren konnte er sie.

„Schwarzer, hab ich gesagt: Schwarze Hose, schwarzes Sweatshirt, schwarze Kapuzenjacke, schwarze Treter, genau solche wie Ihre da, Herr Neunmalklug. Und…“

Neunmalklug verstand das zwar nicht so recht, aber zumindest Meier (wenn er so hieß) hatte einen kleinen Lichtblitz im Kopf, denn das Signalement hatte er ja selbst schon des Öfteren mit unendlicher Geduld in die Tastatur gehämmert.

„… und schwarzgefärbte Haare.“

Und während Neunmalklug noch überlegte, ob er die Dame mit dem Schirm jetzt einfach etwas gröber anfassen sollte, weil Sie ja eindeutig zwei stattliche Beamte an ihrer Arbeit hinderte, sah Meier ein, dass er dazu niemanden aufs Revier schicken musste, sondern tatsächlich den ganzen langen Weg zurück gehen musste. Er seufzte aus tiefster Brust, nahm sich ein Herz und sagte: „Den schnappen wir uns.“

Was ihm einen zweiten Glückstreffer aus himmlischer Höhe ersparte. Der traf den etwas verwirten Müller, der nicht so recht fassen konnte, dass man die ruhestörende Bürgerin nicht auf der Stelle verhaftete und zum Ausnüchtern in die gekachelte Zelle brachte, so dass er sich noch ein gegrunztes „Nun gomm schon, Müller“ einhandelte, während sein energischer Kollege schon von dannen und zur Tat schritt und auch kein Auge hatte für den Burschen im zu kurzen Mäntelchen, der gerade hinten am Brezelkiosk um die Ecke rauschte, als würde ihn ein loderndes Gewissen jagen. Oder etwas anderes. Denn Müller und Meier hatten ihn einfach vergessen über diesem kleinen Techtelmechtel mit einer nicht ganz einfachen Bürgerin. Ja, so ungefähr würde er das nachher protokollieren, falls doch einer wissen wollte, warum sie ihre gute Zeit mit dem Einsacken eines Kleinkriminellen vertrödelt hatten …

Sei’s drum, sagte sich also einer von beiden. Wir verraten aber nicht, welcher von beiden, sehen nur Herrn L., den wir natürlich ganz und gar nicht aus den Augen verloren haben, wie er versucht, sich den verschütteten kalten Kaffee vom Rockschoss zu wischen und dabei das gerollte Päckchen nicht zu verlieren, das er sich in die Tasche gestopft hatte, obwohl es dafür viel zu lang war. Geradezu eine Einladung für begabte Taschenausräumer wie den kleinen, blassen Mann, der hinter der Brezelbude schon wartete. Gespannt wie ein Flitzebogen, was er da wohl in zwei leckeren Augenblicken in die Finger bekommen würde.

Sie haben den Anfang verpasst?

Hier ist Teil 1, in dem Herr L. eine heiße Geschichte vergießt und aufbricht zu einem noch viel heißeren Termin
Warum Herr L. immer wieder aus seiner Arbeit gerissen und eine Geschichte wieder nicht geschrieben wird

In Teil 2 geht es um ein Knappdaneben, über das sich Herr L. gewaltig ärgern dürfte.
Entgleitet Herrn L. auch diese Geschichte wie ein Fisch?

Und in Teil 3 wurde die höchst misstrauische Staatsmacht aufmerksam auf sein Treiben.
Die nicht ganz unwichtige Rolle von Zerstreutheit und Koffein im Leben des Herrn L.

* Leserclub *KaffeeMedienUnd was passiert jetzt?Kleinkriminalität
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