Medien machen in Fakenews-Zeiten, Teil 32

Wenn sich Druckereien nicht mehr rechnen

Für alle LeserEs ist Showtime im Blätterwald. In immer kürzeren Abständen wechseln beim Magazin „Der Spiegel“ die Chefredakteure. Anderswo sitzen sie zwar länger im Chefsessel, haben aber immer weniger zu bestimmen. Und seit geraumer Weile steht die Ankündigung zur „taz“ im Raum, dass es die Zeitung ab 2022 nicht mehr in gedruckter Form geben soll. Was sogar Klaus Staeck ins Grübeln bringt, denn das geruhsame Lesen einer gedruckten Zeitung findet er wichtig.

„Das ist eine fatale Entwicklung, weil Zeitunglesen für mich immer Informations- und Kulturbedürfnis war. Hintergründe entdeckt man beim Kreuz-und-quer-Lesen auf den Papierseiten und beim Blättern, ich streiche an und schneide aus, kann verweilen und werde nicht minütlich mit immer neuen Informationen plus Werbung zugeschüttet“, schreibt der bekannte Grafiker in der Kolumne, die er seit geraumer Zeit in der „Frankfurter Rundschau“ betreut.

„Papierlesen entschleunigt, das Lesen von digitalen Angeboten treibt in einen Sog, außer dem Wesentlichen auch noch das x-Beliebige anzuklicken, um am Ende in den Kommentaren AfD-naher Trolle oder wichtigtuerischer Blödsinnverzapfer zu landen.“

Dass ausgerechnet die „tageszeitung“ jetzt ihre Leser aufrief, gemeinsam die Digital-Zeitung der Zukunft zu erfinden, hat natürlich weniger damit zu tun, dass die Berliner jetzt auch hipp sein wollen. Lange galt ja bedrucktes Papier regelrecht als uncool. Old school gewissermaßen. Etwas für Leute vom Jahr 1938 wie Klaus Staeck, die noch in Zeiten aufgewachsen sind, als die großen politischen Debatten alle in großen Tageszeitungen stattfanden und das Fernsehen so behäbig das Laufen lernte, dass man sich 50 Jahre später immer noch fragt: Wollen die nicht langsam loslaufen?

Na ja, und dann schaut man in die Aufsichtgremien, wo die Vertreter der üblichen Parteien dicht gedrängt wie die Heringe sitzen, weil sie die Kontrolle über diesen Supersprinter einfach nicht aus der Hand geben wollen. Etwa im MDR-Rundfunkrat, wo einer aus der kampferprobten Jungsriege der sächsischen CDU sich den Vorsitzendenstuhl erobert hat: Steffen Flath.

Und was macht so ein Rundfunkrat? – „Der Rundfunkrat vertritt die Interessen der Allgemeinheit auf dem Gebiet des Rundfunks. Er überwacht die Einhaltung des im Staatsvertrag festgelegten Programmauftrages, wählt die Intendantin sowie die Direktoren und berät die Intendantin in allgemeinen Programmangelegenheiten.“

Da könnte man so zynisch werden wie die bekannten Kabarettisten im Spätprogramm der Sendeanstalten.

Kein politischer Einfluss aufs Programm?

Da kichern die Hamster auf dem Felde.

Nur dass sich das nicht so auswirkt, wie die cleveren LKA-Mitarbeiter bei Dresdner PEGIDA-Tummeleien glauben. Denn gerade „Frontal 21“, dessen Fernsehteam der Bursche mit dem Deutschlandhütchen so dreist angemacht hat, steht ja für die dahingeschmolzenen Reste dessen, was öffentlich-rechtliches Fernsehen machen müsste, wenn sich seine Rundfunkräte wirklich mal um die Einhaltung des Rundfunkauftrags kümmern würden: Die Republik transparent machen mit journalistischen Erzählformen.

Aber das ist sichtlich nicht gewollt. Denn augenscheinlich kommt bei den netten Beratungen zu „allgemeinen Programmangelegenheiten“ immer wieder das heraus, was das öffentlich-rechtlich Ausgestrahlte in ein Regal voller ungesunder und völlig überzuckerter Süßigkeiten verwandelt. Es sind wohl nicht die Intendanten, die glauben, sie würden das Zuschauervolk überfordern, wenn sie mal anspruchsvollere Formate auflegen würden, sondern die freundlichen Kontrolleure aus den Rundfunkräten.

Was natürlich schon seit Jahren die Chance für die großen alten Zeitungen im Land gewesen wäre, sich selbst neu zu erfinden und gegenzuhalten. Und damit meine ich mal nicht die neuen Spielereien mit Videos und animierten Grafiken, Online-Abstimmungen und dämlichen Fragen wie – schnell mal nachgeschaut, ja: „Leipzig geht mit Hundehaltern vergleichsweise großzügig um. Sollten mehr Kontrollen stattfinden?“

Natürlich ist das die LVZ, die solche völlig sinnfreien Fragen stellt. Die nächste Steigerung ist dann eine Hundepolizei.

Aber das genau ist das Problem: Die LVZ hat die Chancen jedenfalls nicht genutzt. Denn wenn der Landessender schlecht ist, tut sich ja eigentlich die Gelegenheit auf, die Zeitung endlich einmal zu renovieren und Papier nicht einfach als zu füllende Masse zu betrachten. Bunt bebildert, irgendwie dümpelnd zwischen wohlwollender Hofberichterstattung, aufgeblasenen Skandalen und netten Kinderparty-News. So verliert man seine Leser.

Auch die alten. Die jungen bekommt man gar nicht erst, weil eigentlich seit zehn Jahren auch dem kleinsten Kreisblattredakteur bekannt ist, dass zwar all die Leute mit ihren Kuchenbasaren und Feuerwehrfesten gern groß und breit ins Blatt wollen – aber das interessiert eigentlich niemanden wirklich. Es schafft keine Bindungen. Schon gar nicht in einer Gesellschaft, wo immer mehr Menschen das Gefühl haben, die Orientierung in der Welt und selbst in ihrer heimischen Umgebung zu verlieren.

Dass die Werbekunden zu einem amerikanischen, steuervermeidenden Großkonzern abgewandert sind, gehört zwar auch in diese Geschichte. Aber selbst darüber würde man anders diskutieren, wenn Werbung in deutschen Medien nicht derart billig geworden wäre. Die meisten deutschen Regionalzeitungen haben selbst eifrigst mitgewirkt daran, ihre Auftritte zu einem Billigbasar zu machen – im Internet übrigens auch.

Und da tut sich so langsam ein gewaltiges Problem auf. Denn mittlerweile schält sich sehr klar heraus, dass als seriös wahrgenommene Medienangebote nicht jene gelten, die mit allen Mitteln und angetriggerten Meldungen um Reichweite gebuhlt und ihre Seiten mit flippernder Werbung vollgeknallt haben – sondern eher solche Zeitungen wie die „Süddeutsche“, die ihre Leser auch im Internet ernst genommen hat und beharrlich am Aufbau einer Comunity gearbeitet hat, die bereit ist, den von Klaus Staeck beschworenen Lesegenuss auch auf der Website zu suchen – gegen ein vernünftig kalkuliertes Abonnement. Kein verschenktes und den Leuten nachgeworfenes, sondern eines, hinter dem das Bemühen sichtbar ist, die gewonnenen Leser auch wirklich ernsthaft mit Informationen, Hintergründen und gutem Lesestoff zu versorgen.

Also so wie früher.

Nur dass man eben auch in großen Häusern begreifen muss, dass sich die Leser auch aus vernünftigen Gründen lieber doch keine dicke Zeitung mehr in die Tasche packen, sondern lieber ihr jeweiliges elektronisches Gerät nutzen, um die Lieblingszeitung zu lesen. Sie bekommen ja anspruchsvolle Inhalte fürs Geld. Und müssen am Wochenende kein schlechtes Gewissen mehr haben, weil sie den Riesenstapel an Zeitungen nicht „geschafft“ haben.

Was aber passiert mit Zeitungen, die diesen anspruchsvollen Weg nicht gegangen sind?

Darüber berichtete kürzlich das „Hamburger Abendblatt“. Mal nicht aus Hamburg, sondern aus Sachsen. Denn man hat dort gehört, dass die LVZ emsig in Gesprächen ist, wo sie künftig ihre Zeitungen drucken lassen möchte. Wobei es wohl so aussieht, dass die 20.000er-Auflage der „Dresdner Neuesten Nachrichten“ bei der DDV Mediengruppe in Dresden („Sächsische Zeitung“) gedruckt werden könnte und die 180.000er-Auflage der LVZ in Halle in der Druckerei der „Mitteldeutschen Zeitung“.

Auslöser dieser Entwicklung ist wohl die Tatsache, dass auch die „Bild“ sich nicht mehr ganz so millionenfach verkauft wie in früheren Zeiten. „Doch ein Ende dieses höchst lukrativen Auftrags ist absehbar: Springer will spätestens zum Jahreswechsel 2019/2020, höchstwahrscheinlich aber schon Mitte 2019, die bisher in Leipzig gedruckten Exemplare von ‚Bild‘ und ‚BamS‘ in der verlagseigenen Druckerei in Berlin-Spandau produzieren lassen“, schrieb das „Hamburger Abendblatt“. Das waren immerhin noch 270.000 Exemplare am Tag.

Und das hat natürlich Folgen. Denn damit halbiert sich die Druckmenge in der LVZ-eigenen Druckerei in Stahmeln. Auch wenn dann noch die ganzen Gratisblätter übrig bleiben, die die LVZ regelmäßig in die Hausflure schmeißt. Aber auch Druckhäuser brauchen Mindestauftragsvolumina, damit sich der Betrieb rechnet. Und dazu kommt auch: Selbst das 1992/1993 für 350 Millionen DM neu gebaute Druckhaus in der Druckereistraße in Stahmeln kommt technisch in die Jahre. Irgendwann muss der Maschinenpark erneuert werden. Rechnet sich das noch, wenn ausgerechnet der Druckauftrag für die „Bild“ weg ist?

Logisch, dass dann nach Möglichkeiten gesucht wird, die Zeitung in anderen Druckhäusern drucken zu lassen.

Was aber am Grundproblem der schwindenden Abonnenten nichts ändert. Denn darunter leidet die LVZ noch stärker als die „Sächsische Zeitung“ oder die „Freie Presse“ in Chemnitz, die den sächsischen Markt quasi unter sich aufgeteilt haben. Aber die Zeiten, dass jeder auf seine Grenzgemarkung achtete, sind vorbei. Der wirtschaftliche Druck zwingt zur Kooperation.

Oder – wie man im Hause Madsack in Hannover felsenfest glaubt: zur Konzentration. Wesentliche Inhalte der LVZ werden schon längst zentral in Hannover produziert. Womit die LVZ eine jener vielen Regionalzeitungen in Deutschland ist, die durch die radikalen Konzentrationsprozesse im Zeitungsmarkt ihren regionalen Charakter verwässert, stellenweise auch schon eingebüßt haben.

Die großen Verlagshäuser versuchen damit zwar irgendwie noch die Marktabdeckung zu sichern. Aber sie verlieren etwas Wichtiges: Die markante Erkennbarkeit unterschiedlicher journalistischer und regional differierender Stimmen.

Einheitsbrei für alle Leser funktioniert nicht. Und das Gelärme mit seiner meist unterirdischen Faktenbasiertheit ersetzt das nicht. Aber es sieht auch ganz so aus, dass der Zeitpunkt, die Profile der alten Regionalzeitungen wieder zu schärfen und sie auch für Noch-Nicht-Leser wieder wahrnehmbarer zu machen, verpasst wurde. Wir haben zwar in den letzten Jahren einige wirklich flippige Vorträge erlebt, in denen Chefredakteure diverser Medien zeigten, wie schick der neue Webauftritt werden würde.

Aber was nutzt ein flippiger Auftritt ohne bissfeste Inhalte?

Das lasse ich einfach mal so stehen als berechtigte Frage. Denn genau daran werden sich die Geister scheiden

Der bunte Kiosk der Presselandschaft – Die Anstalt vom 22. Mai 2018 | ZDF

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Die Prießnitzmündung, Foto: BUND Dresden

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