Die Gewinner/-innen des bundesweiten Schreibwettbewerbs „Die Freiheit, die ich meine – Pressefreiheit“ wurden am 20. März auf einer Festveranstaltung im Pfarramt der Nikolaikirche in Leipzig im Rahmen der Buchmesse gekürt. Für die musikalische Umrahmung sorgte Malte Splettstößer am Flügel. Bewerber/-innen aus ganz Deutschland in den Alterskategorien 16 bis 26 Jahre (Jugendliche und junge Erwachsene) sowie über 26 Jahre waren aufgefordert, Texte aller literarischen Gattungen zu dem Thema einzureichen.

Eine dritte Kategorie richtete sich an Schüler/-innen der Sekundarstufe. Initiatorin ist die Initiative „3. Oktober – Deutschland singt und klingt“, die jedes Jahr ein demokratisches Grundrecht als Thema für diesen literarischen Wettbewerb auslobt.

Die Preisverleihung wurde von folgenden Partner/-innen unterstützt: Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte, Stiftung Bildung-Werte-Leben, Postcode Lotterie sowie Stiftung Christliche Medien. Die Preisgelder wurden von der Leipziger Gruppe, der Porsche Leipzig GmbH und der Stiftung Forum Recht gestiftet. Außerdem unterstützt der Deutsche Journalistenverband Sachsen (DJV) den Wettbewerb als neuer Partner. Insgesamt wurden Preise im Gesamtwert von 4.500 Euro vergeben.

Die achtköpfige Jury aus Autor/-innen, Journalist/-innen und Literaturexpert/-innen hatte die Qual der Wahl aus über 400 Einsendungen verschiedenster literarischer Gattungen. 36 Werke schafften es auf die Shortlist. Bis zum 11. März gab es außerdem für Leser/-innen die Möglichkeit, aus den Shortlist-Beiträgen online ihren Publikumsliebling zu wählen. An dieser Abstimmung haben 1.770 Leser/-innen teilgenommen.

„Wir freuen uns über die zahlreichen Einreichungen von jungen Menschen und Schülern aus dem ganzen Land, die wahrnehmen, dass Pressefreiheit keine Selbstverständlichkeit ist und vielfach auch im eigenen Land gefährdet ist. Mit diesem Wettbewerb machen wir auf den Schatz der Freiheitsrechte im Grundgesetz aufmerksam, den wir gerade am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, feiern wollen, auf allen Marktplätzen.

Dankbarkeit für die geschenkte Freiheit und Einheit schweißt zusammen und macht uns nur deutlich, wie notwendig es ist, sich täglich für sie auch im eigenen Alltag einzusetzen“, sagt Bernd Oettinghaus, Vorsitzender des Trägervereins der Initiative „3. Oktober – Deutschland singt und klingt e.V.”.

Die Sieger/-innen in den verschiedenen Kategorien

Kategorie 16 bis 26 Jahre
Platz 1: „Zwischen den Fronten“ von Selina Vale (Pseudonym), aus Augsburg
Platz 2: „Mara und Jonas“ von Laura Mirecki, aus Wien
Platz 3: „Spuk auf dem Lande“ von Viktoria Krischer, München
Kategorie über 26 Jahre
Platz „Kaleidoskop – oder kein Keks vom Ministerium“ von Miriam Sachs, aus Berlin
Platz 2: „Gefangener Nummer eins“ von Katharina Dello, aus Bad Homburg
Platz 3: „Bezeugen“ von Matthias Funk, aus Hamburg
Kategorie Schüler/-in
Platz 1: „Der letzte Artikel“ von Franziska Schneider, aus Burghausen
Kategorie Publikumsvoting
Platz 1: „Art. 5 Abs. 1 S. 2 Var. „1 GG“ von Nilay Güven, aus Preußisch Oldendorf

Stimmen der Preisträger/-innen

Selina Vale (1. Platz in der Kategorie 16 bis 26 Jahre für den Text „Zwischen den Fronten“): „Pressefreiheit bedeutet für mich, dass Wahrheit auch dort erzählt wird, wo sie gefährlich ist. In ‚Zwischen den Fronten‘ versuche ich den Menschen Raum zu geben, die im Kriegsgebiet dokumentieren, was sonst verschwinden würde. Ich freue mich sehr über die Anerkennung der Jury und darüber, dass diese Perspektiven Gehör finden.“

Laura Mirecki (2. Platz in der Kategorie 16 bis 26 Jahre für den Text „Mara und Jonas“): „Vielen Dank für diese Auszeichnung. Ich freue mich sehr über den zweiten Platz. Beim Schreiben über Pressefreiheit ist mir bewusst geworden, wie wichtig freie und unabhängige Medien für unsere Gesellschaft sind. Sie geben Menschen eine Stimme und helfen uns, die Welt besser zu verstehen. Danke an die Jury und an alle, die jungen Autorinnen und Autoren eine Plattform geben.“

Viktoria Krischer (3. Platz in der Kategorie 16 bis 26 Jahre für den Text „Spuk auf dem Lande“): „Gewinnsucht, Bestechung, Irrtum, Erpressung, Schlamperei und Sensationslust sind die Herren einer sich versklavenden Medienwelt, sodass es zur Tollkühnheit wird, ihr zu vertrauen. Wo das Misstrauen gegen den Einen keimt, fällt es auf alle zurück. Doch ohne Vertrauen geht es nicht, und dafür schreibe ich.“

Miriam Sachs (1. Platz in der Kategorie über 26 Jahre für den Text „Kaleidoskop – oder kein Keks vom Ministerium“: „In einer Zeit, in der mir präzise, persönliche Vor-Ort-Berichterstattung im Krieg dringlicher erschien denn je, ihre Bedingungen jedoch zunehmend unmöglich wurden, staune ich erneut über die Aktualität Heinrich von Kleists. Ich bewundere seine Fähigkeit, Schubladen zu sprengen und Wahrheit noch in jedem ‚Splitter danach‘ zu entdecken und neu zusammenzuführen. Über diesen Preis freue ich mich sehr – und über den Sprung zurück in die Wirklichkeit der Fiktion.“

Katharina Dello (2. Platz in der Kategorie über 26 Jahre für den Text „Gefangener Nummer eins“): „Eigentlich hatte ich gehofft, nie wieder einen Text über Pressefreiheit schreiben zu müssen, weil Anstand, Ehrlichkeit und Qualität gesiegt hätten. Aber es sieht anders aus: Oft müssen Menschen kämpfen, weil Zensur ihnen nicht nur die Freiheit der Presse, sondern irgendwann auch die Luft zum Atmen nimmt. Nicht nur in Autokratien, sondern auch mitten in Deutschland. Deswegen brauchen wir solche Schreibwettbewerbe immer wieder.”

Matthias Funk (3. Platz der Kategorie über 26 Jahre für den Text „Bezeugen “): „Freiheit zeigt sich nicht im Lauten, sondern im Wahrhaftigen. Pressefreiheit ist das Versprechen, dass Wirklichkeit nicht gefiltert, sondern sichtbar gemacht werden darf. Mein Text versteht sich als Erinnerung daran.“

Franziska Schneider (1. Platz der Kategorie Schüler/-innen für den Text „Der letzte Artikel“): „Ich freue mich sehr, den Schreibwettbewerb gewonnen zu haben, vor allem bei so einem spannenden Thema. Pressefreiheit ist das Fundament jeder lebendigen Demokratie, denn sie gibt der Wahrheit eine Stimme und der Macht ein Gegengewicht. Ich hoffe meine Kurzgeschichte hat Sie an diesen Wert von Pressefreiheit erinnert!“

Nilay Güven (1. Platz Publikumsvoting für den Text „Art. 5 Abs. 1 S. 2 Var. 1 GG“): „Für mich war der Wettbewerb ‚Die Freiheit, die ich meine‘ eine besondere Erfahrung. Er hat mir die Möglichkeit gegeben, mich kreativ mit dem Thema Freiheit und den Werten unserer Gesellschaft auseinanderzusetzen. Besonders im Vordergrund ist dabei die Pressefreiheit, denn eine Demokratie lebt von freien und unabhängigen Medien. Sie sorgen dafür, dass Informationen offen verbreitet werden und unterschiedliche Meinungen sichtbar bleiben.
Es freut mich sehr, dass ich an diesem Wettbewerb teilnehmen durfte und so viel positives Feedback erhalten habe.”

Der Schreibwettbewerb „Die Freiheit, die ich meine…“

Der bundesweite Schreibwettbewerb „Die Freiheit, die ich meine…“ wurde von der Initiative „3. Oktober – Deutschland singt und klingt“ am 3. Oktober 2022 ins Leben gerufen. Er will kreative Menschen aus vielen Kulturen im Land dafür gewinnen, sich mit den Grundfreiheiten unserer Demokratie intensiver auseinanderzusetzen. Der Wettbewerb thematisiert jedes Jahr ein ausgewähltes Grundrecht. Nach Meinungsfreiheit 2023 stand 2024 das demokratische Grundrecht auf Gewissensfreiheit auf der literarischen Agenda. 2025 richtete sich der Fokus auf die Versammlungsfreiheit.

Zur Jury gehören der Journalist Thomas Datt, die stellvertretende Vorsitzende des DJV Sachsen Anja Mutschler, die Schriftstellerin Anna Kaleri, Dr. Stephan N. Barthelmess, Mitglied des Direktoriums und Stellvertretender Direktor der Stiftung Forum Recht, Bernd Oettinghaus, Vorstandsvorsitzender der Initiative „3. Oktober Deutschland singt und klingt“; Susanne Tenzler-Heusler, Projektleiterin des Schreibwettbewerbs; Robert Dobschütz, Herausgeber der Leipziger Internetzeitung; sowie Annette Baumeister, Bildungsexpertin.

Die acht besten Beiträge aus dem Wettbewerb wird die LZ in den nächsten Tagen an dieser Stelle veröffentlichen.

Die Initiative „3. Oktober – Deutschland singt und klingt“

Seit dem 30-jährigen Jubiläum wird am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, in Dankbarkeit für die Wiedervereinigung jedes Jahr zeitgleich in über 150 Orten im ganzen Land zehn allgemein bekannte verbindende Lieder aus verschiedenen Genres und in verschiedenen Sprachen gesungen. Initiator der Aktion ist der Verein „3. Oktober – Deutschland singt und klingt e.V.“

Sein Anliegen ist es, „das Wunder der Friedlichen Revolution, des Mauerfalls und der Deutschen Einheit sowie den generationsübergreifenden Zusammenhalt mit einer breiten Bürgerschaft überall vor Ort zu feiern und auf den Marktplätzen ein Zeichen der Hoffnung und des Friedens zu setzen“, wie der Vereinsvorsitzende Bernd Oettinghaus erklärt. „Unsere Demokratie ist es wert, mit vielen Ideen gefeiert zu werden.“

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