Das Ende: Ian Kershaw analysiert, warum die Deutschen 1945 bis in den Untergang kämpften

Für das Sachbuch des letzten Herbstes erhält der renommierte britische Historiker Ian Kershaw den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2012. In "Das Ende" zeichnet Kershaw nach, wie und warum die Deutschen in ihrer Mehrheit 1944/45 die "Fahrt in die allumfassende nationale Katastrophe" tätig mitmachten.
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Es ist wieder Februar. Dresden bereitet sich auf das Gedenken an die Opfer und Zerstörungen des 13. Februar 1945 vor. An diesem und dem Folgetag brachten britische und amerikanische Piloten ihre todbringende Last in die Stadt.

Durch Dresden wollen wieder Neonazis ziehen, die in Fortsetzung der damaligen NS-Propaganda von „Bomben-Holocaust“ und anderem schwadronieren. Erneut wird die Zivilgesellschaft in ihrem Bemühen um Erinnern und demokratische Gegenwehr ein Bild der Zerrissenheit bieten. Die Kontroversen im Landtag in der Vorwoche, aber auch – beispielsweise – unter evangelischen Christen geben einen Vorgeschmack darauf.

So lange das so ist, braucht es Bücher wie das hier zu besprechende. In „Das Ende. Kampf bis in den Untergang“ geht Ian Kershaw, 2008 emeritiert, der Frage nach, warum so viele Deutsche der NS-Führung auf dem Weg der Selbstzerstörung tätig folgten. Dieser, jedenfalls zumindest nicht aktiv verweigerte Weg in den Untergang entsprach und entspricht nicht den gängigen Mustern rationalen Handelns von Militär und Politik. Warum dies so geschah, ist die zentrale erkenntnisleitende Frage des Buches. Der ausgewiesene NS-Forscher und Hitler-Biograph Kershaw sucht nach den Mentalitäten und Strukturen, die die Handlungsfähigkeit des Regimes bis zuletzt – wenn auch räumlich immer mehr eingeschränkt – im Großen und Ganzen erhalten haben.Der Tod war allgegenwärtig

So gut wie keine Dokumentation über den gescheiterten Aufstandsversuch gegen Hitler am 20. Juli 1944 kommt ohne diesen Hinweis aus: Seine ganze Zerstörungswucht habe der Zweite Weltkrieg in Mitteleuropa erst ab dem Sommer 1944 entfaltet, von Sommer 1944 bis Mai 1945 seien mehr deutsche Soldaten gefallen und mehr deutsche Städte zerstört worden als zuvor. In diesem letzten Kriegsjahr konnte der Terrorapparat der Nazis sein Tötungswerk wie im finalen Rausch fortsetzen: gegen die europäischen Juden, gegen Zwangsarbeiter, gegen Menschen in den noch besetzten Ländern und gegen jeden anderen, der willkürlich zum Volksfeind erklärt wurde.

Kershaw schreibt von einem „totalen Gemetzel“ an den Fronten, dem ab Sommer 1944 monatlich allein etwa 350.000 deutsche Soldaten zum Opfer fielen. „Auch im Kerngebiet Deutschlands war der Tod allgegenwärtig“, so der Autor weiter, „der größte Teil der etwa eine halbe Millionen zivilen Opfer der alliierten Bombardements kam bei Angriffen auf deutsche Städte in den allerletzten Kriegsmonaten um“. Daneben starben Hunderttausende von Flüchtlingen aus den östlichen Provinzen. Die Todesmärsche der KZ-Insassen forderten laut Kershaw 250.000 Todesopfer. „Das Ausmaß, in dem sich Deutschland in den letzten Monaten des Dritten Reiches in ein riesiges Leichenhaus verwandelt hatte, lässt sich kaum vorstellen“, schätzt Kershaw ein.

Dabei war der Krieg im Sommer 1944 militärisch faktisch entschieden. Die Rote Armee hatte im Osten die Heeresgruppe Mitte so gut wie zerschlagen und stand in Polen. Die westlichen Alliierten hatten sich nach der Landung in der Normandie in Frankreich festgesetzt und große Teile Italiens befreit. Darüber hinaus gerieten immer mehr deutsche Städte, Verkehrswege und Rüstungsfabriken in die Reichweite alliierter Bomber, die aus der Luft im Wesentlichen ungehindert agieren konnten.

Doch anders als 1917/18 gab es 1944/45 in Deutschland weder ein Aufbäumen von unten gegen die drohende Selbstzerstörung, noch suchten Teile der Elite ernsthaft nach einem Kriegsende auf dem Verhandlungswege.

Deshalb rückte immer näher, was Hitler im Falles eines entschlossenen Eingreifens des Westmächte bei Kriegsbeginn im Spätsommer 1939 kurzzeitig befürchtete: Finis Germaniae, das Ende Deutschlands. In der sozialdarwinistischen Logik des größten Verderbers aller Zeiten war diese kollektive Selbstzerstörung nur folgerichtig. Auch Kershaw erinnert an jene Sentenzen des Gröfaz, wonach das deutsche Volk, sollte es die Weltherrschaft nicht erringen können, den Untergang geradezu verdient habe. Auf dieser Grundlage ergingen dann auch immer neue Zerstörungsbefehle und Terroranordnungen. Dies entfaltete bekanntermaßen nur deshalb seine katastrophale Wirkung, weil diese Anordnungen von sehr vielen beflissentlich umgesetzt wurden.

Der ausgewiesene NS-Forscher und Hitler-Biograph wählte zur Annäherung an das Phänomen die narrative Methode, will erzählend erklären. Kershaws Einstieg gerät entsprechend anschaulich. Er berichtet das Geschehen in der fränkischen Kleinstadt Ansbach am 18. April 1945, unmittelbar vor dem Einrücken der Amerikaner. Der 19jährige Theologiestudent Robert Limpert bemühte sich um die kampflose Übergabe der Stadt. Er wurde von Hitlerjungen denunziert, von der Polizei verhaftet, von einem Standgericht zum Tode verurteilt und unter tätiger Mithilfe von Anwohnern nach mehreren vergeblichen Anläufen öffentlich stranguliert.

Das ist der Tag, an dem amerikanische Einheiten von Westen und Osten bis in die Leipziger Innenstadt vorrücken. Auf vollmundig angekündigte Verteidigungsaktionen verzichtete die örtliche NS-Führung bekanntermaßen. Das ersparte der Messestadt das Schicksal Magdeburgs und Eilenburgs. Beide Städte gerieten nach der Verweigerung der Kapitulation unter schwerstes amerikanisches Bombardement.

So findet Leipzig in Kershaws Buch neben der kurzen Erwähnung im Rahmen der mitteldeutschen Operation der US Army vom April 1945 nur noch an einer anderen, äußerst symbolischen Stelle Erwähnung.

Volkssturm-Aufstellung am Jahrestag der VölkerschlachtDenn ganz bewusst am 18. Oktober 1944, dem Jahrestag der Leipziger Völkerschlacht von 1813, verkündete SS- und Polizeichef Heinrich Himmler im ostpreußischen Bartenstein die Aufstellung des Volkssturmes. Für Kershaw „ein großer Schritt zur völligen Militarisierung der Gesellschaft“.

Hier trat Himmler in seiner noch relativ neuen Eigenschaft als Oberbefehlshaber des Ersatzheeres auf. Einheiten aus Jugendlichen und alten Männern sollten als Volkssturm die Heimat verteidigen, zuallererst gegen die Rote Armee im Osten. Das wendete den Kriegsausgang nicht mehr, erhöhte aber die Zahl der Opfer zusätzlich. Auch dieses Faktum gehört zur Rezeptionsgeschichte von Völkerschlacht und hiesigem Denkmal.

Aus Ehr- und Pflichtgefühl hätten viele bis buchstäblich fünf nach Zwölf mitgemacht, bilanziert Kershaw nach seiner kenntnisreichen und einprägsam erzählten Reise durch das „Leichenhaus“ Deutschland jener Monate. Auch sei vielen, gerade unter den Eliten, eine alternative Option nicht vorstellbar gewesen. Der sich rasant steigernde Terror, dessen Rolle sich laut Kershaw kaum überschätzen ließe, habe sein Übriges getan: „Als die Herrschaft der Nationalsozialisten zerfiel, lief das Regime Amok.“

Die Furcht vor der Roten Armee – teils Produkt der NS-Propaganda, teils Antizipieren der voraus gegangenen deutschen Verbrechen im Osten – stachelte den Durchhaltewillen bei Vielen zusätzlich an. Auch die westalliierte Bombardierung der sächsischen Landeshauptstadt fand als „Massenmord von Dresden“ in den letzten Wochen Eingang in die NS-Propaganda.

Gleichwohl konzediert Kershaw, „dass die Bevölkerung, anders als manchmal behauptet, nicht bis zum Ende hinter Hitler und dem NS-Regime gestanden hat“. Die Minderheit, bei der Hitler noch immer populär war, hatte freilich die Macht.

„Doch so lange die Deutschen bereit waren, bis zum Äußersten zu kämpfen, um nicht vom Feind überrannt zu werden, halfen sie, ganz unabhängig von ihren eigenen Motiven und Wünschen, dem Regime weiter zu funktionieren“, so der Historiker. Die Deutschen seien in dieser Zeit nach Kershaw so unterdrückt, eingeschüchtert und so folgsam wie nie zuvor gewesen.

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Das Ende
Ian Kershaw, DVA München 2011, 29,99 Euro

Die Strukturen nationalsozialistischer Herrschaft und die ihnen zugrunde liegenden Einstellungen sind für Kershaw die wichtigsten Gründe für Deutschlands Fähigkeit und Bereitschaft, bis zum absoluten Ende zu kämpfen. Alle anderen Faktoren seien untergeordnet gewesen.

„So uneins wie die herrschenden Eliten waren, besaßen sie weder den gemeinsamen Willen, noch verfügten sie über die Mechanismen der Macht, um Hitler daran zu hindern, Deutschland ins Verderben zu stürzen“, heißt es am Schluss des Buches, „das war das Entscheidende.“

Ein durch und durch lesenswertes, erhellendes und preiswürdiges Buch.


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