Gleich neben der Fernbushaltestelle zeigt der Obelisk, welchem Transportmittel wirklich die Zukunft gehört

Jetzt haben die Busreisenden, die in der Goethestraße auf ihre Fernbusse warten, wieder ein paar Sitzmöglichkeiten mehr. Am Freitag, 4. Dezember, wurde der neu aufgestellte Eisenbahnobelisk in der Schwanenteichanlage hinter der Oper Leipzig wieder der Öffentlichkeit übergeben. Jetzt steht er wieder da, wo er ursprünglich 1878 hingestellt worden war.
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„Nach der denkmalpflegerischen Sanierung eines weiteren Bereiches der Promenaden nimmt das Denkmal nun wieder seinen historischen Standort in der verlängerten Achse der Richard-Wagner-Straße ein“, sagte Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal am Freitag, 4. Dezember, beim Pressetermin auf dem neu gepflasterten kleinen Platz. „Die Sanierung dieses Abschnitts steht im Zusammenhang mit der Wiederherstellung des gesamten Ringgrüns, zuletzt der Wiederherstellung der westlichen Promenadenanlage vom Neuen Rathaus bis zum Richard-Wagner-Platz, der Errichtung der monumentalen Treppenanlage von Max Klinger neben der ,Runden Ecke‘ sowie der Sanierung der südlichen Promenadenanlage.“

Aber den 4. Dezember hat man auch deshalb gewählt, weil am 4. Dezember 1915 der Hauptbahnhof feierlich eingeweiht wurde. Den sieht man ja im Hintergrund. Friedrich List hätte gestaunt, wäre begeistert gewesen – und hätte sich nur über den seltsamen Fernbus-Betrieb auf der Goethestraße gewundert. Man kann kluge Konzepte auch mit politischer Unvernunft demolieren. Und er hatte ja eins, als er 1833 nach Leipzig kam. Und er setzte auf die schwerreichen Leipziger Kaufleute. Da lag er nicht ganz falsch.

Auch wenn auch Leipzigs Kulturbürgermeister Michael Faber den eigentlich mit diesem Denkmal besonders geehrten Mann nicht so recht auf dem Kieker hatte, als er am Freitag sagte: „Ich freue mich sehr darüber, dass der Obelisk wieder an seinen ursprünglichen Standort zurückgekehrt ist. Auch damals, zur Errichtung der Leipzig-Dresdner-Eisenbahn 1878, war der Standort bereits ein wichtiges Thema. Wohl wegen der höchst anspruchsvollen Querung der Elbe bei Riesa wäre er beinahe auf einem Hügel bei Riesa aufgestellt worden. Doch zum Glück konnte der Rat zu Leipzig den Initiator, Wilhelm Seyfferth, von einer Aufstellung in Leipzig überzeugen.“

Über den Bankier Wilhelm Seyfferth haben wir an dieser Stelle schon mehrfach berichtet. Er war der menschenfreundlichste unter allen Mitgliedern im Direktorium der Leipzig-Dresdner Eisenbahngesellschaft, in der sich alle zusammengefunden hatten, die damals in Leipzig über ordentlich Geld verfügten und auch begriffen, was eine schnelle Fernverbindung nach Dresden fürs Geschäft bedeutete – die Herren Harkort, Dufour, Lampe und wie sie alle heißen. Mittendrin Wilhelm Seyfferth, der später den Leipzigern den Johannapark vermachen sollte.

Und der eben diesen Obelisk initiiert hat, auf dem zwar das tatkräftige Direktorium der L.D.E. gewürdigt wird – aber den besten Platz hat der Hinweis auf diesen kleinen, streitbaren Professor Friedrich List bekommen, der damals nicht nur einfach eine Ferneisenbahn nach Dresden anregte, sondern ein ganzes deutsches Eisenbahnnetz, wohl wissend, dass er sich an den Landesfürsten wund reiben würde. Die wenigsten von denen hatten den wirtschaftlichen Sachverstand überhaupt zu begreifen, was ein dichtes Eisenbahnnetz für das immer noch zersplitterte Deutschland bedeuten würde.

Deswegen ging List auch in Frankreich und Belgien auf Mission. Und als er bei den Leipziger Großkaufleuten auf echte Neugier traf, biss er natürlich zu. Denn in Sachsen gab es zwar einen König, der am liebsten alles beim Alten gelassen hätte. Aber am Dresdner Königshof wusste man genau, dass man das Geld nicht an der Elbe verdiente, sondern auf den Messen in Leipzig. Man schröpfte Leipzig zwar gern, wenn es um die königliche Schatulle ging. Aber wenn die Leipziger mit Ideen ankamen, den Handel wieder eine Ecke einträchtiger zu machen, dann öffnete selbst die königliche Bürokratie ihre Türen.

Zumindest, wenn alles im Rahmen blieb. Das wussten auch die Leipziger Kaufleute, gründeten in kaufmännischer Unterkühltheit ihre Compagnie und sorgten schon 1834 dafür, dass Friedrich List bei den Entscheidungen nicht mit dabei war. Der Mann, der 1825 in die USA gegangen war und dort sah, was für Dampf dort hinter den Eisenbahnprojekten steckte, war ihnen zu rauflustig und zu quecksilbrig. Auch wenn seine Idee nach Eröffnung der Leipzig-Dresdner-Eisenbahn 1839 ruckzuck Nachahmer in allen Himmelsrichtungen fand. Das neue Verkehrsmittel zeigte, was höheres Tempo und größere Tonnagen für eine Wirtschaft bedeuteten.

Wieder am Originalplatz: der Eisenbahnobelisk mit seinem kleinen Steinplatz drumherum. Foto: Ralf Julke

Wieder am Originalplatz: der Eisenbahnobelisk mit seinem kleinen Steinplatz drumherum. Foto: Ralf Julke

Es würde auch im 21. Jahrhundert alle seine Vorzüge ausspielen können, wenn denn einige Politiker nicht von den wilden Gedanken besessen gewesen wären, man müsse die Bahn unbedingt wieder privatisieren und ihr von allen Seiten eine deftige Konkurrenz verschaffen, beim Güterverkehr genauso wie beim Personenverkehr. Der Versuch, die Bahn in eine Privatgesellschaft zu verwandeln und an die Börse zu bringen, war der Höhepunkt dieser Narretei, die „Liberalisierung“ des Fernbusmarktes dann das Sahnehäubchen. Friedrich List würde sich wahrscheinlich an den Kopf fassen, bei soviel Unverstand, mit dem ein Land seine zukunftsfähigste Verkehrsstruktur mehrfach geschwächt hat. Über die Kommentatoren in den großen Zeitungen, die über die „Verluste“ des Staatsunternehmens jammern, wohl erst recht. Man kann nicht beides zugleich haben: einen „liberalisierten“ Transportmarkt und ein Staatsunternehmen, das keine Verluste einfährt.

Auch daran darf man denken, wenn man an der Goethestraße am Obelisk auf seinen Fernbus wartet.

Der nach dem Entwurf von Carl Gustav Aeckerlein geschaffene Obelisk war im Jahr 1878 zu Ehren der Initiatoren der ersten deutschen Ferneisenbahnstrecke „Leipzig-Dresden“ errichtet worden. Im Rahmen der Verbreiterung der Goethestraße im Jahr 1966 musste er auf eine wenig repräsentative Rasenfläche am Straßenrand verlagert werden, teilt die Stadt noch mit. Musste er aber eigentlich nicht. Aber in DDR-Zeiten sah man das Queren von geschützten Parkanlagen mit Wärmeleitungen nicht so eng. Man baute einfach um und stellte alles beiseite, was störte.

Der jetzt wieder neu gestaltete Platz um den Obelisken ist noch nicht wieder ganz „wie früher“: Rund um das Denkmal ist, wie beim originalen Vorbild, eine gepflasterte Fläche entstanden, auf der einige Bänke aufgestellt wurden. Der Obelisk selbst erhielt wieder das kreisrunde Podest aus Beuchaer Granit. Auf die ursprünglich aufgesetzten Poller und Ziergitter muss vorerst aus finanziellen Gründen verzichtet werden, eine Nachrüstung ist aber möglich, betont das Umweltdezernat.

Und da wir gerade bei Friedrich List waren: Er wird auch im Hauptbahnhof geehrt. Auf der Ostseite des Querbahnsteigs steht auch eine Büste des studierten Juristen, der schon zum Ökonomen wurde, bevor es an deutschen Universitäten überhaupt so ein Fach gab. Zumindest erinnern Büste und Obelisk daran, dass die eigentlich treibenden Leute, die mit Leib und Seele für eine Modernisierung ihrer Heimat kämpfen, selten auch die sind, die am Ende auch persönlich etwas davon haben.

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