Ein Jahr nach einem umstrittenen Polizeieinsatz in Leipzig an einer Tram mit mehreren Verletzten erinnerten Aktivisten an das Geschehen, warfen dem Staat Polizeigewalt und Repression vor. Und: In einer Leipziger Kita kam es zu einem größeren Einsatz, ein böser Anfangsverdacht sollte sich zum Glück nicht bewahrheiten. Die LZ fasst zusammen, was am Dienstag, dem 19. Mai 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.
Die Akte Straßenbahn: Mahnwachen erinnern an umstrittenen Einsatz vor einem Jahr
Jeweils rund ein Dutzend Personen versammelten sich am Dienstagnachmittag im Bereich Eisenbahn-, Ecke Hermann-Liebmann-Straße im Leipziger Osten sowie im Westen der Stadt auf der Sachsenbrücke zu Mahnwachen unter dem Motto „Ihre Repressionen werfen uns nicht aus der Bahn“. Dabei wurden Redebeiträge gehalten, Videos gezeigt, Flyer verteilt und Passanten angesprochen.
Hintergrund ist ein umstrittener Polizeieinsatz, der heute vor genau einem Jahr unweit vom Wintergartenhochhaus stattfand: Polizeikräfte hatten damals mit massivem Aufgebot eine Straßenbahn gestoppt, in der sich viele Teilnehmer einer Demo auf dem Heimweg befanden. Die Versammlung hatte sich zuvor gegen einen angeblichen Völkermord Israels an Palästinensern positioniert. Nach Polizeiangaben sollten fünf mutmaßliche Straftäter, die sich in der Bahn befanden, einer Identitätsfeststellung unterzogen werden.
Fest steht: Der Einsatz lief aus dem Ruder, an seinem Ende standen etliche Verletzte, über 10.000 Euro Sachschaden und mehr als 100 Ermittlungsverfahren. Viele Personen mussten über Stunden hinweg in der stehenden Tram ausharren, Pfefferspray kam seitens der Polizei zum Einsatz, mehrere Personen wurden ambulant versorgt. Unter den Verletzten sollen auch Minderjährige gewesen sein.

Das Bündnis „1. Mai in Leipzig“, das eine Mitteilung zu den Mahnwachen verschickt hatte, wirft dem Staat im Zusammenhang mit dem Demogeschehen Einschüchterungsversuche, Polizeigewalt und eine Kriminalisierung linker Proteste vor. Kritisiert werden auch die Einstellung eines Ermittlungsverfahrens gegen einen Polizisten wegen Verdachts auf Körperverletzung im Amt sowie der Umstand, dass vor Ort befindliche Anwälte trotz Kenntlichmachung attackiert worden seien.
LZ-Recherchen legen nahe, dass die „Einsatzakte Straßenbahn“ auch ein Jahr später zumindest Fragezeichen aufwirft.
Kita in Leipzig: Entwarnung nach Giftverdacht
Ein Massenanfall an Verletzten? Nicht erst seit der entsetzlichen Amokfahrt in Leipzig vom 4. Mai lässt diese Meldung in jeder Notrufzentrale Schlimmstes befürchten. Laut einem Bericht des Portals „Tag24“ soll diese Information auch am Dienstagvormittag aus einer Kita im Leipziger Westen durchgegeben worden sein, woraufhin Rettungsdienst und Feuerwehr mit einem größeren Aufgebot zu Hilfe kamen.
Doch diesmal gab es recht fix Entwarnung: Zwar hatten mehrere Kinder tatsächlich über Beschwerden geklagt, weswegen das Personal vorsorglich den Notruf aktiviert hatte. Der Verdacht, die Kids hätten giftige Beeren konsumiert, bestätigte sich aber nicht. Vielmehr sollen sich die Kleinen eigenmächtig an einem Erbsenstrauch bedient und kräftig „genascht“ haben, woraufhin ihr Körper rebellierte.
Zum Glück ging es den Betroffenen rasch besser und der Einsatz konnte nach weniger als einer Stunde enden.
Worüber die LZ heute berichtet hat:
Leipzig-Grünau wird 50 und der Platz vor dem PEP wird aufgehübscht
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Gastkommentar von Christian Wolff: Höchste Zeit
Medizinischer Fachaustausch: Leipzig erwartet Delegationen aus Vietnam und der Ukraine
Was sonst noch so los war:
Im Norden Leipzigs sitzen viele Haushalte wegen einer Vodafone-Störung im Trockenen.
Unweit vom Völkerschlachtdenkmal gab es am Dienstag zwei Unfälle.
Der Vorfall mit einem Tiger am Sonntag in Dölzig führte nun zu Ermittlungen gegen die „Tigerkönigin“ Carmen Zander wegen Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung durch Unterlassen.
Nach einem durch Explosion ausgelösten Einsturz eines Wohnhauses in Görlitz geht die Suche nach Vermissten auch am Dienstag weiter.
Trauer um Alexander Held: Der Schauspieler („München Mord“, „Sophie Scholl – Die letzten Tage“, „Der Schuh des Manitu“, „Der Untergang“ …) starb, wie erst heute publik wurde, bereits vergangenen Dienstag überraschend im Alter von 67 Jahren.
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