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Genießt den Herbst, denn bald wird´s trübe. Ein zu erwartender Stau gibt dazu heute beste Gelegenheit. Gruselig gibt sich hingegen schon jetzt die Südvorstadt: Vorhang auf für den kleinen Horror zwischendurch. Die Jazztage werden heute zu echten Weltfestspielen und präsentieren einen Urvater des Ost-Jazz. Politisch bietet am Abend Rückmarsdorf eine spannende Runde. Daher kommt der Pate auch höchstselbst.

Schön und schlau um den Stau

Auf der Autobahn A72 müssen sich Autofahrer ab heute auf Einschränkungen zwischen den Anschlussstellen Borna-Nord und Rochlitz einstellen. In Fahrtrichtung Chemnitz wird der rechte Fahrstreifen wegen einer mehrtägigen Baustelle gesperrt. Staugefahr! Die Arbeiten sind bis einschließlich Freitag, 23. Oktober, jeweils von 7 bis 14 Uhr vorgesehen. Das geht aus den offiziellen Verkehrswarnmeldungen der Polizei Sachsen hervor. Eine vollständige Sperrung der Autobahn ist nicht angekündigt. Der Verkehr wird während der Arbeiten über den verbleibenden Fahrstreifen geführt.

Zusätzlich müssen Verkehrsteilnehmer auf der A72 mit weiteren Einschränkungen rechnen. Zwischen den Anschlussstellen Borna-Süd und Rötha sind seit gestern bis 30. Oktober tagsüber zeitweise Arbeiten zur Fahrbahninstandsetzung vorgesehen. Nach Angaben der Autobahn GmbH können davon beide Fahrtrichtungen betroffen sein. Für Autofahrer bedeutet dies, dass sie insbesondere während der Tagesstunden mit wechselnden Verkehrsführungen und  Verzögerungen rechnen sollten.

Weiter ist und länger dauert (bei flüssigem Verkehr) die Fahrt nach Chemnitz über die Landstraße über Borna, Geithain, Penig und Burgstädt. Vorteil: während der Zeit, die man im Stau steht, bekommt man bei dieser Variante eine herrliche Herbstlandschaft präsentiert.

Auf der A72 besteht ab heute Staugefahr in Richtung Chemnitz.

Horror in der Südvorstadt

In der Cinémathèque Leipzig beginnt heute eine fünftägige Ausstellung mit experimentellen Horror-Kurzfilmen. Unter dem Titel „LOOP LOOP I: SURREAL, PSYCHEDELIC, DISORIENTING“ werden bis einschließlich Samstag, 24. Oktober, täglich von 11 bis 17 Uhr außergewöhnliche filmische Arbeiten gezeigt. Der Eintritt ist an allen Ausstellungstagen frei.

Das Programm stammt aus dem Archiv des internationalen Final Girls Berlin Film Festivals und wurde von dessen Team zusammengestellt. Im Mittelpunkt stehen Kurzfilme, die mit surrealen Bildwelten,  und ungewohnten Erzählweisen experimentieren. Die Cinémathèque charakterisiert die Auswahl als surreal, psychedelisch, verwirrend, höllisch und visuell opulent.

Auch die Präsentation unterscheidet sich von einer herkömmlichen Kinovorführung. Die Filme werden auf zwei einander gegenüberliegenden Leinwänden gezeigt. Dadurch entstehen wechselnde Beziehungen zwischen den Bildern und Geschichten, die sich ergänzen, widersprechen oder gegenseitig kommentieren können. Sessel ermöglichen es dem Publikum, die Arbeiten in Ruhe zu betrachten.

Gezeigt werden folgende Filme: „GHOUL LOG“ (2:59 Minuten) von Christine Pfister aus den USA aus dem Jahr 2021. Der handgefertigte Stop-Motion-Film erzählt von einem okkulten Festmahl, das außer Kontrolle gerät. In „TOKUM AMA YERIM (I’m Full But I’ll Eat Anyway)“ (5:00 Minuten) der türkischen Regisseurin Bilge Olcay Yılmaz aus dem Jahr 2025 treffen sich fünf Frauen mittleren Alters zu einem traditionellen „Goldtag“ (altın günü). Dabei wird die 17-jährige Leyla wegen ihres Aussehens auf brutale Weise herabgesetzt. Mit zunehmender Eskalation der Situation verändern sich auch die Grenzen der Wirklichkeit.

Um zwischenmenschliche Beziehungen, körperliches Verlangen und gesellschaftliche Scham geht es in „I AM ALWAYS HUNGRY“ (3:33 Minuten) von Sophie Ansell aus Großbritannien. Der Film aus dem Jahr 2024 betrachtet enttäuschende Verabredungen als vampirischen Energieaustausch und verbindet Fragen nach Essen und Intimität mit dem Motiv des monströsen Weiblichen.

Eine andere Form familiären und zwischenmenschlichen Horrors zeigt „FCK’N NUTS“ (11:55 Minuten) von Sam Fox aus den USA. In der Produktion von 2023 steht Sandy vor der schmerzhaften Entscheidung, sich von ihrem Traummann zu trennen, damit dieser ihren exzentrischen Eltern nicht begegnet. Eine düstere, von religiösen Vorstellungen geprägte Welt entwirft „MADDER ISLE“ (7:39 Minuten) von Laura Spark aus Großbritannien. In dem 2017 entstandenen Film versucht eine heilige Sekte auf einem verlassenen Felsen inmitten eines vergifteten Meeres, den Beginn einer neuen Ära herbeizuführen. Morgan entdeckt jedoch, dass die Gemeinschaft keineswegs ausschließlich ehrenhafte Ziele verfolgt.

Den sechsten Beitrag bildet „AMANITA MUSCARIA“ (8:47 Minuten) von Hajdi Đukić aus Serbien aus dem Jahr 2021. Darin wird das bisher friedliche Leben eines jungen Biologen durch das Auftreten dunkler Mächte bedroht. Zusammen ergeben die sechs Filme eine reine Laufzeit von gut 40 Minuten.

Die Ausstellung kann bis Samstag jeweils zwischen 11 und 17 Uhr kostenlos besucht werden. Weitere Informationen zum Projekt und dem sonstigen Programm des Hauses gibt es HIER ONLINE. Zu finden ist der Veranstaltungsort ganz einfach: Die Cinémathèque befindet sich im Erdgeschoss des großen Wohnhochhauses am Alexis-Schumann-Platz, Eingang auf der Karl-Liebknecht-Straße.

In GHOUL LOG läuft ein okkultes Festmahl aus dem Ruder. Still: Christine Pfister

Jazz verbindet die Welt

Zwei außergewöhnliche Konzertereignisse stehen heute auf dem Programm der 50. Leipziger Jazztage. Im Horns Erben (Arndtstraße 33) treffen um 19 und 21 Uhr Musiker aus Polen, Leipzig und Weimar zu zwei improvisierten Begegnungen unter dem Titel „First Date“ zusammen. Das polnische Trio AJAKS mit Saxofonist Marek Pospieszalski, Kontrabassist Max Mucha und Schlagzeuger Qba Janicki musiziert erstmals in dieser Besetzung mit Tara Sarter und Fridolin Krön. Die deutsch-polnische Kooperation setzt auf musikalischen Austausch ohne vorgegebenen Verlauf. AJAKS beschäftigt sich in seiner Arbeit unter anderem mit dem Thema Vaterschaft. Karten kosten an der Abendkasse 23 beziehungsweise 18 Euro.

Ebenfalls heute, um 20:30 Uhr, lädt die Schaubühne Lindenfels (Karl-Heine-Straße 50) zu einem internationalen Doppelkonzert. Der deutsche Posaunist Conny Bauer, der bereits 1976 mit der Formation FEZ bei den ersten Leipziger Jazztagen auftrat, bildet mit dem finnischen Gitarristen Kalle Kalima und dem US-amerikanischen Schlagzeuger Hamid Drake ein Trio.

Anschließend widmet sich das Projekt „serenatas disponibles“ um den New Yorker Kontrabassisten Brandon López einer experimentellen Verbindung lateinamerikanischer Serenadentraditionen mit freier Improvisation, komplexen Rhythmen und mikrotonalen Klangfarben. Eintrittskarten kosten an der Abendkasse 36 und ermäßigt 29 Euro. Das ganze Programm der Leipziger Jazztage gibt es HIER ONLINE, mit allen Informationen zu den Konzerten, Spielstätten und Preisen.

Jazz-Legende Conny Bauer bleibt heute mit seiner Posaune nicht allein. Foto: Georg Krause

Besuch vom Paten von Rückmarsdorf

Der Leipziger Baubürgermeister Thomas Dienberg wird heute zur öffentlichen Sitzung des Ortschaftsrates Rückmarsdorf erwartet. Beginn ist um 19 Uhr im Ortsteilzentrum an der Ehrenberger Straße 5a. Auf der Tagesordnung findet sich unter Punkt 5 ein „Patenbesuch Herr Dienberg“. Klingt nach einem gemütlichen Abend mit dem netten Onkel…

Gemeint ist damit aber Thomas Dienbergs Funktion als sogenannter Patenbürgermeister für Rückmarsdorf. Das Leipziger Patenschaftsmodell wurde 2020 eingeführt, um die Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und örtlichen Gremien zu verbessern. Den sieben Fachbürgermeistern wurden dafür bestimmte Stadt- und Ortsteile zugeordnet. Sie sollen Anliegen der Ortschaftsräte aufnehmen, bei deren Bearbeitung innerhalb der Verwaltung vermitteln und regelmäßig den direkten Austausch suchen. Vorgesehen ist auch eine halbjährliche Teilnahme an Sitzungen der örtlichen Vertretungen. Persönliche oder finanzielle Patenschaften für einzelne Einwohner oder Einrichtungen sind damit ausdrücklich nicht verbunden.

Dienbergs Kontakte nach Rückmarsdorf reichen mehrere Jahre zurück. Bereits im Dezember 2022 erläuterte er dem Ortschaftsrat Verzögerungen beim geplanten Kreisverkehr an der Miltitzer Straße. Bei weiteren Besuchen standen unter anderem Gewerbeansiedlungen und der Schulneubau im Mittelpunkt. Letzterer dürfte heute Abend im Gespräch mit dem Patenbürgermeister eine gewichtige Rolle spielen, denn auch der kam nicht so voran wie geplant und sorgt derzeit für Unmut.

Die heutige Sitzung bietet Gelegenheit, kommunale Anliegen unmittelbar mit dem Baubürgermeister zu besprechen. Darüber hinaus beschäftigt sich der Ortschaftsrat u.a. mit einer geplanten Park-and-Ride-Fläche samt Fahrradabstellanlage am Bahnhof Rückmarsdorf und der Wiederaufstellung der Löwenskulptur am Ortseingang. Außerdem stehen Organisatorisches zu Feiern und Festen und eine Fragestunde auf dem Programm. Die Sitzung ist öffentlich. Die vollständige Tagesordnung ist unter www.or-rueckmarsdorf.de/tagesordnung.htm abrufbar.

Hat als „quasi Patenonkel“ von Rückmarsdorf heute wenig Grund zur Freude: Baubürgermeister Thomas Dienberg. Foto: Michael Freitag

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