Eine Fotoausstellung der Universität Leipzig zeigt Menschen und Ereignisse der Montagsdemonstrationen im Wende-Herbst 1989. In der Zeit vom 9. Oktober bis zum 5. November 2014 sind im Neuen Augusteum am Augustusplatz rund 400 Fotos aus dieser bewegten Zeit erstmalig zu sehen. Die Aufnahmen stammen aus dem Bildarchiv des Pressefotografen Armin Kühne, das vom Universitätsarchiv angekauft wurde.

“Die Fotoausstellung zeigt die Gesichter der mutigen Montagsdemonstranten. Viele Ereignisse und Details der politischen Forderungen werden beim Betrachten der Bilder wieder wach”, sagt Jens Blecher, der Direktor des Leipziger Universitätsarchivs. “Bei der Ausstellung geht es weniger um eine historisch exakte Aufarbeitung, sondern vielmehr um die Erinnerung an den Mut der Menschen, die auf den Straßen politische Veränderungen einforderten. Den unbekannten Demonstranten ist diese Ausstellung gewidmet. Wir hoffen, dass viele Menschen sich selbst oder ihre Familienangehörigen, Freunde oder Kollegen auf den Fotos wiedererkennen.”

Die Leipziger Massendemonstrationen im Herbst 1989 waren der Ausgangspunkt für politische Veränderungen in der DDR. Nach 40 Jahren sozialistischer Planwirtschaft stand die DDR vor ihrem Ende. Die Unzufriedenheit ihrer Bürger wuchs täglich. Aus den Friedensgebeten in der Nikolaikirche war der Mut zu öffentlichen Demonstrationen in die Leipziger Großbetriebe und die Stadtviertel übergesprungen. Die Stimmung Anfang Oktober 1989 war angespannt, da die Staatsmacht mit einer militärischen Lösung drohte. Die Demonstranten antworteten mit einer Stimme: “Wir sind das Volk.” und “Keine Gewalt”. Unter dem Druck von zehntausenden Menschen verlagerte sich die Macht auf die Straße und zu den Runden Tischen. Der demokratische Aufbruch konnte nicht mehr gestoppt werden. Im März 1990 erzwangen die Montagsdemonstrationen die ersten freien Wahlen in der DDR.Der Leipziger Armin Kühne arbeitete schon in der DDR als freier Fotojournalist. Im Herbst 1989 war er mit den ostdeutschen Demonstranten auf den Straßen unterwegs. Auf diese Weise entstand eine fotografische Chronik der Friedlichen Revolution, die insgesamt rund 5.000 Aufnahmen enthält.

Der Eintritt zur Fotoausstellung “Leipzig im Herbst ’89” ist kostenlos.

www.archiv.uni-leipzig.de

www.uni-leipzig.de

So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:

Redaktion über einen freien Förderbetrag senden.
oder

Keine Kommentare bisher

Schreiben Sie einen Kommentar