Alfred Weidinger erklärt schon mal, wie er Leipzigs Bildermuseum umkrempeln wird

Für alle LeserAm Anfang sagte Alfred Weidinger selbst: "Es geht um eine Weiterentwicklung." Weidinger ist seit Dienstag, 1. August, neuer Direktor im Museum der bildenden Künste, Nachfolger von Hans-Werner Schmidt, der im Frühjahr in den Ruhestand ging und die Neustartphase des Leipziger Bildermuseums im Neubau ab 2004 geprägt und gestaltet hat. Auch Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke betonte am Mittwoch, dass es um eine Weiterentwicklung gehe. Nicht um einen Neubeginn.

Aber am Ende rutschte es Dr. Alfred Weidinger selbst heraus. Da hatte er die Pressevertreter schon eine Stunde bestens unterhalten mit seinen Plänen, was er im Bildermuseum alles ändern will. Und wie gut die Vorarbeit von Schmidt war. Das Haus steht stabil da, steht in einer attraktiven Stadt, hat einen spannenden Neubau. „Sonst hätte ich mich gar nicht erst beworben“, sagt Weidinger.

Außerdem habe er in Leipzig eine Willkommenskultur erlebt, die er so noch nirgends erlebt habe. Eine weltoffene Stadt. Ein Ort, der den Wiener reizt.

Am 12. April 2017 hat der Leipziger Stadtrat den aus Österreich stammenden Kunsthistoriker Dr. Alfred Weidinger für zunächst sechs Jahre zum Direktor des Museums der bildenden Künste Leipzig bestellt. Der Stadtrat folgte damit dem Vorschlag der Auswahlkommission, die Dr. Weidinger in einem mehrstufigen Auswahlverfahren aus 29 Bewerbungen ausgewählt hatte. Dr. Alfred Weidinger, Jahrgang 1961, promovierte an der Universität Wien über das Frühwerk von Oskar Kokoschka und war lange Jahre in leitender Position in Wien an der Albertina und am dortigen Belvedere Museum tätig. Er kennt also den Museumsbetrieb und weiß, wie man mit kleinen Budgets trotzdem Aufmerksamkeit erregt.

Die Leipziger haben ihn schon mal kennengelernt, als sich Wien und Leipzig um eine Klinger-Leihgabe beinah heftig zerstritten. Nicht nur, dass das Werk wohl so gut vertraglich gesichert ist, dass es aus Leipzig nicht mehr fortkommt (zum Glück für den neuen Museumsdirektor Weidinger). Die Wiener kämpften um das Stück auch deshalb, weil Klinger in Wien einen besonderen Ruf hat. Wahrscheinlich sogar einen größeren als in Leipzig. Denn in Wien gilt der Maler auch als Pionier, als Beginn einer neuen Kunstepoche. Ein Künstler, der wohl als einziger in der bildenden Kunst das Thema „Gesamtkunstwerk“ auf den Punkt brachte, wie Weidinger sagt. Vergleichbar nur noch Richard Wagner, der das in der Musik getan hatte.

Und Weidingers Gang durch den Bildertempel auf dem einstigen Sachsenplatz hat auch gezeigt, dass es die Leipziger nicht wirklich verstanden haben. Der Beethoven-Raum kam ihm vor wie ein Eistempel.

Trotz Klinger-Saal steht das Werk des Leipziger Malers und Bildhauers sehr beziehungslos da – in enger Nachbarschaft zur Moderne zwar. Aber damit wird dem Besucher überhaupt nicht klar, in welchem Umfeld dieser Klinger arbeitete.

Museumsdirektor Dr. Alfred Weidinger und Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke. Foto: Ralf Julke

Museumsdirektor Dr. Alfred Weidinger und Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke. Foto: Ralf Julke

Und obwohl Weidinger angekündigt hatte, dass er noch nicht viel von seinen Ausstellungsplänen berichten wolle („Darüber habe ich gestern überhaupt zum ersten Mal mit den Mitarbeitern gesprochen …“), stellt sich schnell heraus, dass er die vergangenen neun Monate, seit er sich auf die Direktorenstelle beworben hatte, sehr wohl Gedanken gemacht hat, wie er das Leipziger Haus umkrempeln würde. Andere Leute hätten von einer Revolution geredet.

Weidinger blieb bescheidener und hatte sich wohl auch mit der Kulturbürgermeisterin auf das Wort „Weiterentwicklung“ geeinigt, verbunden mit der hübschen Vokabel „Veränderungsprozess“.

Mal so gesagt: Wenn deutsche Automanager so beim Start in einen Direktorenposten ein bisschen „weiterentwickeln“ würden, hätten wir heute längst lauter Elektroautos auf den Straßen und die letzten Dieselmodelle würden als Oldtimer unter Schutz stehen.

Der Vorteil für Weidinger: Die Vorarbeit von Schmidt war tatsächlich gut. Darauf kann er aufbauen. Er hat eine neugierige Mannschaft, die es ebenfalls gewohnt ist, sich auch mal mit Experimenten in die Öffentlichkeit zu wagen. Er hat zumindest die Kunstinteressierten in Leipzig daran gewöhnt, dass ein Museum kein Museum mehr sein muss, sondern ein Ort zum Entdecken, Anecken, Verunsichern. Und zur Kommunikation. Mit bieder hingehängten Bildern lockt man keinen Menschen mehr ins Museum. „Interaktion“ heißt das Stichwort bei Weidinger.

Ach ja: Und umkrempeln wird er das Haus auch. Öfter und regelmäßiger. „Nach sechs Jahren setzt jede Ausstellung Staub an.“

Aber das ganze mit Konzept. Der Leipziger ist überrascht. Denn sein Grundkonzept heißt tatsächlich Leipzig und nicht Wien.

Deswegen wird erst einmal Klinger ganz neu positioniert. Dafür muss die Moderne umziehen. Denn zu Klinger gehört das 19. Jahrhundert – das biedere, bürgerliche, romantische 19. Jahrhundert des Wilhelminischen Reiches. Das hängt heute ein Stockwerk höher. Deswegen sieht es der Besucher, der Klinger sucht, nicht. Beckmann hängt auf derselben Etage. Aber Beckmann ist erst das Ergebnis jener Revolution, in der Leute wie Klinger und Klimt die Maßstäbe setzten – Klinger in Leipzig, Klimt in Wien. Deswegen das tiefe Verständnis der Wiener für Klinger.

Weidinger wird das Bildermuseum tatsächlich auf den Kopf stellen. Mit Überlegung. Denn Klinger ist nur eine von sechs Säulen, die er für seine Arbeit definiert hat und die alle mit Leipzig zu tun haben. Die zweite ist genauso überraschend wie selbstverständlich: die Leipziger Schule, all das, was in der Leipziger Malerei und Grafik seit den 1960er Jahren passiert ist. Es ist zwar zentral im zweiten Obergeschoss ausgestellt. Aber eigentlich arbeitet das Haus nur sporadisch mit diesem Label.

Obwohl es das dickste Label ist, das eine Stadt in der Kunstwelt haben kann. „Ich kenne keine andere Stadt mit einer solchen Dichte von Künstlern“, sagt Weidinger, der die ersten Tage in Leipzig schon dazu genutzt hat, mit allerlei Kunstwissenschaftlern, Galeristen und Künstlern zu reden und sich auch mental auf das hiesige Künstlervölkchen und die Atmosphäre dieser Stadt einzustellen.

Deswegen wird es künftig auch eine Dauerpräsenz von Leipziger Schule (Tübke, Matteuer, Heisig und Schüler) und Neuer Leipziger Schule (Neo Rauch und Nachfolger) und der aktuellen Leipziger Kunstszene geben. Als Dauerhingucker für alle, die in Leipzig die Leipziger Schule von Grund auf kennenlernen wollen. Und als sich ständig änderndes Kontinuum. Denn die jungen Künstler der Gegenwart dürfen eine ganze Galerie allein bespielen – auf Bewerbung und einen ganzen Monat lang.

Man merkt schon: Weidinger will, dass die Leipziger öfter ins Museum kommen. Und auch andere Leute sich ins Museum verirren. Auch für die Leipziger Schule. Ein erstes Ergebnis seiner Berufung zum Direktor war, dass er das starke Bedürfnis hatte „irgendjemanden in Leipzig anzurufen“, erzählt er. Zuerst dachte er an Neo Rauch. „Aber das wäre zu einfach gewesen.“ Also rief er bei einem der Berühmten aus der zweiten Generation an – bei Arno Rink.

2018 wird es deshalb als einen der ersten großen Hingucker eine Arno-Rink-Ausstellung geben. Nicht im Untergeschoss, wo das Museum bislang seine Sonderausstellungen veranstaltete. Da soll ja künftig die Leipziger Schule dauerhaft untergebracht werden.

Und die Sonderausstellungen? Die wandern unters Glasdach. Sie vertragen das Sonnenlicht besser als die ältere Kunst.

Das wäre also Säule Nr. 2. Und die dritte Säule?

 

Viel Platz für Yoko Ono: Foyer im Museum der bildenden Künste. Foto: Ralf Julke

Viel Platz für Yoko Ono: Foyer im Museum der bildenden Künste. Foto: Ralf Julke

 

„Volumina“, sagt Weidinger, der auch schon Zeit gefunden hat, sich mit den Architekten des Bildermuseums an einen Tisch zu setzen. „Um das Gebäude zu begreifen“, sagt er. Denn eigentlich ist es ein sehr großes Haus – „mit erstaunlich wenig Ausstellungsfläche“. 2.500 Quadratmeter sind sogar ungenutzt, weil sie für ein klassisches Museum völlig ungewöhnlich sind: Das sind die bis zu 16 Meter hohen Hallen und Foyers, in denen sich normale Ausstellungen völlig verlieren.

Was tun? Berühmte zeitgenössische Künstler einladen, die sich mit großer, raumfüllender Kunst beschäftigen, sagt Weidinger. Mit einigen habe er schon gesprochen. Die seien richtig neugierig auf Leipzig.

Da fällt dann schon der Name für eine weitere aufsehenerregende Ausstellung: Weidinger will Yoko Ono nach Leipzig holen. Jawohl, John Lennons Yoko Ono, die sich auch mit großer Konzeptkunst beschäftigt. Ihre neueren Arbeiten werden für Leipzigs riesige Hallen gerade richtig sein.

Nichts verraten über große Ausstellungsideen?

Weidinger ist einer, der kann nicht wirklich mit allem hinterm Berg halten. Denn auch bei Max Klinger deutet sich schon an, dass der Berühmte eine richtig große Ausstellung bekommen wird – 2020 nämlich, zu seinem 100. Todestag.

Man ahnt: Auf die Museumsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter kommt eine Menge Arbeit zu.

Und dabei müssen sie noch alles Mögliche umräumen. Das 19. Jahrhundert wandert eine Etage tiefer, die Leipziger Schule kommt dauerhaft ins Souterrain, die Sonderausstellungen kommen unters Dach. Und dort werden auch die Fotografen dauerhaft ein Plätzchen finden. Das ist die vierte Säule. Denn seit nach 1990 die vielen beeindruckenden Fotobände erschienen (u. a. bei Lehmstedt in Leipzig), weiß die Welt auch, dass sich in Leipzig parallel zur Leipziger Malerschule eine ebenso hochkarätige Leipziger Fotografenschule herausgebildet hat. Das muss im Museum auch gezeigt werden. Das ist Säule Nr. 4.

Säule 5 wird das Leipziger Ur-Thema Messe sein. Was für Weidinger heißt, dass er auf die großen Publikumsmessen (wie die Buchmesse) mit entsprechenden Ausstellungen reagiert.

Und noch eine Säule fand Weidinger zumindest in der Literatur: Leipzig als Geburtsort der Frauenbewegung. Das Problem: Beim Gang durch die Stadt und durch „sein“ Museum sah er davon nicht viel. Da muss also erst ein Wiener kommen, um den Leipzigern zu sagen, dass sie die Frauen einfach wieder aus der Öffentlichkeit verdrängt haben.

Nun, dann glauben wir auch den vorletzten Satz des neuen Direktors: „Wir machen hier keinen Neubeginn. Wir entwickeln etwas weiter.“

Im letzten kam dann das Wort Neubeginn trotzdem wieder vor.

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Alfred Weidinger
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