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Zauberbücher in der Universitätsbibliothek: Die Leipziger Magica-Sammlung im Schatten der Frühaufklärung

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    Auch Aufklärer waren nicht von Anfang an aufgeklärte Menschen. Es kann auch gar nicht anders sein. Wer in einer Welt groß wird, in der Disziplinen wie Alchemie, Astrologie und Magie noch immer als Mittel gelten, etwas über die Wirklichkeit auszusagen, der muss ja selbst erst lernen, wirklich wissenschaftlich zu denken. Kein Wunder also, dass sich in der Universitätsbibliothek Leipzig aus der Zeit der Frühaufklärung auch Zauberbücher erhalten haben.

    Im Jahr 1710 wurde in Leipzig eine Sammlung von 140 magischen Handschriften für die immense Summe von 4.000 Reichstalern zum Verkauf angeboten. Heute beherbergt die UB Leipzig die „Magica-Sammlung“ als eine einzigartige Kollektion von Manuskripten zu den Themen Magie, Zauber, Alchemie, Hermetik, Kabbala und Astrologie. Es ist die größte einschlägige Textsammlung in einer öffentlichen Bibliothek in Europa, die einen einmaligen Blick in die Welt magischer Rituale erlaubt.

    Bereits seit 2011 digital präsentiert, steckt die wissenschaftliche Erforschung der weitgehend unedierten Sammlung noch in den Anfängen.

    Exponat aus der Ausstellung "Zauberbücher". Foto: UB Leipzig
    Exponat aus der Ausstellung „Zauberbücher“. Foto: UB Leipzig

    Die ab Freitag, 15. November, zu besichtigende Ausstellung der Universitätsbibliothek möchte dies ändern und unternimmt einen Schritt zur historischen Verortung der Schriften im Leipzig des 18. Jahrhunderts. Im Spannungsfeld von Frühaufklärung und Faszination des Geheimnisvollen zeigt sich die Bedeutung der Texte als Formen „magischer“ Welterklärung. Träger dieser Magie war dabei nicht eine ländlich-bäuerliche, sondern eine gebildete und bürgerliche Stadtbevölkerung.

    Magia naturalis, Beschwörungen von Engeln und Astralgeistern, Wahrsagetechniken und „Höllenzwänge“ sind in zahlreichen Beispielen, oft mit faszinierenden Illustrationen, vertreten. Die Ausstellung verfolgt die Traditionslinien hinter den Zaubertexten, die in ihrem kulturellen Umfeld und mit vielen Beispielen vorgestellt werden.

    Die Ausstellungseröffnung findet am 14. November um 18 Uhr statt mit Empfang und anschließendem Rundgang durch die Ausstellung.

    Die Ausstellung ist vom 15. November bis zum 16. Februar 2020 täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

    Veranstaltungen der Universitätsbibliothek:

    1. Dezember 2019 um 15 Uhr, Treffpunkt Foyer der Bibliotheca Albertina: Ausstellungsführung: Zauberbücher. Die Leipziger Magica-Sammlung im Schatten der Frühaufklärung mit Prof. Dr. Marco Frenschkowski, Kurator der Ausstellung

    3. Dezember 2019 um 18 Uhr im Vortragssaal der Bibliotheca Albertina: Lesung: Bibliothekarische Provenienzforschung in der Praxis – Die Thorarollenfunde in der Universitätsbibliothek Leipzig. Beim Wiederaufbau der Universitätsbibliothek Leipzig 1998 wurden in einer Zwischendecke acht Thorarollen gefunden. Schnell wurde publik, dass sie aus Leipziger Synagogen stammen. Durch Provenienzforschung Jahre später wurde diese These widerlegt. Mit Cordula Reuß und Peter König.

    4. Dezember 2019 um 20 Uhr im Café Alibi der Bibliotheca Albertina: Thomasius-Club: Ulrich van der Heyden – Mosambik in der DDR. Vertragsarbeiter aus Mosambik waren in der DDR-Wirtschaft seit 1979 tätig. Der Afrika-, Kolonial- und Missionshistoriker sowie Politikwissenschaftler Ulrich van der Heyden versucht, ihnen nachträglich eine Stimme zu geben. Er rekonstruiert ein bislang wenig bekanntes Kapitel der DDR-Geschichte und will das bis heute schiefe Bild von afrikanischen Arbeitskräften korrigieren.

    10. Dezember 2019 um 18 Uhr im Vortragssaal der Bibliotheca Albertina: Literarischer Abend: Ein Traum von großer Magie. Ein Abend über die Leipziger magischen Handschriften, die Geschichte der Zauberbücher und die Traditionen der europäischen Magie. Im Rahmen der Ausstellung „Zauberbücher. Die Leipziger Magica-Sammlung im Schatten der Frühaufklärung“.

    Alle Ausstellungen und Veranstaltungen sind mit freiem Eintritt.

    Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 1. Oktober 2019): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

    Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen und ein Freikäufer-Abonnement abschließen.

    Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

    Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 450 Abonnenten.

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