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Filme, die die Welt anders zeigen: GEGENkino Festival startet am 25. August

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    Manche Leute wollen im Kino eigentlich immer nur die Filme nach dem bekannten Action-Strickmuster sehen. Andere aber machen um die Blockbuster-Kinos einen riesigen Bogen, weil ihnen das Ungewöhnliche, Besondere fehlt. Denn Kinofilme können auch ganz anders sein. Das ist ab dem 25. August auch wieder in Leipziger Kinos zu erleben. Dann gibt es die 7. Ausgabe des GEGENkino-Filmfestivals.

    Vom 26. August bis zum 5. September zeigen die Veranstalter neben Festivalperlen der letzten Jahre – „The Twentieth Century“, „Ham On Rye“, „This Is Not A Burial, It’s A Resurrection“, „Krabi, 2562“ – eine Deutschlandpremiere mit der Vertonung des Weimarer Horrorklassikers durch die kolumbianische Soundkünstlerin Lucrecia Dalt. Zudem erwarten die Besucher/-innen drei thematisch angelegte Programmschwerpunkte.

    Natürlich ist GEGENkino eigentlich kein Protest gegen Kino selbst, sondern gegen die üblichen Strickmuster der Mainstream-Filme, die immer wieder nach ähnlichen Stereotypen ablaufen, aber die Chancen des filmischen Sehens meistens auf „Effekte“ reduzieren.

    Das GEGENkino-Festival ist ein seit 2014 jährlich stattfindendes, internationales Filmfestival in Leipzig, dessen Anliegen die Veranstalter so beschreiben: „Kollektiv arbeitend und von cinephiler Leidenschaft getrieben, haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, Film auf seine ästhetischen Ausdrucksmöglichkeiten hin zu befragen, übersehene Schätze des Weltkinos nach Leipzig zu bringen, widerständigen Positionen und marginalisierten Narrativen oder Projekten Raum auf der Leinwand zu bieten. Unser Ziel ist es festgefahrene Sehgewohnheiten mit ungewöhnlichen Wahrnehmungen herauszufordern.“

    Das versuchen auch die drei Themenschwerpunkte im diesjährigen Festival.

    Made in Hongkong

    Historische wie aktuelle Filme (analog und digital), die der Entstehung und Erschütterung einer nationalen Identität nachspüren – in vier exemplarischen Werken der vergangenen vier Dekaden. Mit von der Partie sind u. a. die zeitgenössisch einflussreichen Genrefilmer Tsui Hark und Johnnie To. Das Ganze wird von dem Sinologen/Filmwissenschaftler Clemens von Haselberg (Universität Köln) kontextualisiert.

    A Contraluz – Im Gegenlicht

    Eine Reihe zum gegenwärtigen, spanischen Independent-/Experimentalfilm (mit Gästen), kuratiert in Zusammenarbeit mit Ricardo Apilanez. Wir zeigen etwa die intime Inszenierung von Oliver Laxes „O Que Arde“, die bei den Festspielen von Cannes Premiere feierte und prämiert wurde: die Geschichte einer Mutter-Sohn-Beziehung inmitten einer feindseligen Umgebung.

    Dazu die kraftvolle Inszenierung von Eloy Encisos hochpolitischem „Longe Noite“, die mit literarischen Texten und Aussagen von Zeitzeug/-innen arbeitet: eine komplexe und unkonventionelle Vision der ersten Jahre der Franco-Diktatur. Darüber hinaus präsentieren wir mit „De Los Nombres DE Las Cabras“ und „My Mexican Bretzel“ Filme, die den Pfad in Richtung Essay einschlagen.

    Erstgenannter, von Silvia Navarro und Miguel Morales inszenierter Film stellt ein bezwingendes filmisches Argument dar, das sich Film- und Tondokumente unterschiedlicher Herkunft zunutze macht und Strategien der Repräsentation, Manipulation sowie kultureller Dominanz reflektiert.

    Nuria Giménez‘ „My Mexican Bretzel“, Gewinnerin des Found Footage Award beim Rotterdam Film Festival, kombiniert eigentlich Disparates: ein geschriebenes und ein gefilmtes Tagebuch über die Beziehung eines Paares im erschütternden Wirbelwind sozialer und privater Transformationen der Mitte des 20. Jahrhunderts.

    Zum Abschluss des Programms wird Regisseur Eloy Enciso an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig eine Meisterklasse geben, in der er u. a. über den Entstehungsprozess von „Longa Noite“ spricht.

    Bruchstellen

    Die drei historischen (und dokumentarischen) Positionen werfen den Blick auf Wendeschicksale in der kollabierten DDR, Lettland und Moldawien. Mit dabei u. a. „Is It Easy To Be Young?“ (UdSSR-Kassenschlager: 28 Millionen Zuschauer/-innen), der Aufnahmen eines Rockkonzerts zeigt, in dessen Anschluss jungendliche Delinquenten einen Zug demolieren und dafür in einem Schauprozess abgeurteilt werden. Kontextualisiert werden die Filme von der Filmwisschenschaftlerin und -kritikerin Elina Reitere.

    Das GEGENkino Festival kann man vom 25. August bis zum 5. September im UT Connewitz, im Luru Kino in der Spinnerei, in der Schaubühne Lindenfels, im Sommerkino auf Conne Island und in der Plagwitzer Markthalle erleben. Das Programm findet man auf der Homepage von GEGENkino.

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