Eine Annährung an Bach mit einem richtigen Böfflamot

Für alle LeserJohann Sebastian Bach, der Genießer. Am Mittwochabend, 23. Mai, war er schon mal in der Harkortstraße 3 zu Gast. Zu seiner Zeit war das noch das Gebiet an der Wasserkunst. Und eine Erlebniskochschule LukullusT gab es da natürlich auch noch nicht. Aber wie platziert man den Thomaskantor als Genießer in sein Bachfest? Man baut zwei Kochkurse ein.

Die werden so auch zum Bachfest 2018 stattfinden: „Bach 2.0.“ Der zweite am 15. Juni ist schon ausgebucht. Für den ersten am 10. Juni gibt es noch Karten. Und wer teilnimmt, kann mit LukullusT-Koch André Kujawa eine Menüfolge kochen, die durchaus auch dem entsprechen könnte, was Johann Sebastian Bach gespeist haben könnte. Wir besitzen ja kein Bach-Kochbuch. Wenn Anna Magdalena eine Rezeptsammlung gehabt haben sollte, ist diese in den Wirren der ganzen Erbschaften verloren gegangen.

Aber man kann sich ja der Sache annähern, meint Kujawa, und hat zum Beispiel eine Böfflamot-Canneloni, Sherry-Jus und Karamellzwiebeln auf der Karte. Was Böfflamot ist, erklärt er auch: „Per Definition handelt es sich hierbei um ‚einen mit Speckstreifen gespickten und in Rotwein und Weinbrand marinierten Schmorbraten vom Rinderschwanzstück.‘ Der Name Böfflamot(t) stammt vom französischen Bœuf à la mode.“

Könnte also sein, dass Johann Sebastian während der mehrtägigen Orgelproben im Land, bei denen ihm ganz offiziell etliche Eimer Wein offeriert wurden, auch ein Böfflamot verspeiste und danach zum Kaffee vielleicht noch ein Brandteigtörtchen mit Marzipankirschen und Zitronencreme. Vielleicht. Was wir wirklich wissen und was Kujawa zum Anlass nahm, sich auch einmal um Bach zu kümmern, ist dessen verbürgte Genießerschaft.

Michael Maul (rechts) beim Koch-Training mit den Canneloni. Foto: Ralf Julke

Michael Maul (rechts) beim Koch-Training mit den Canneloni. Foto: Ralf Julke

Und am am 23. Mai durften die Presseleute schon mal mitkochen und probieren, was sich André Kujawa für Bach-Freunde ausgedacht hat. Es war also ein doppeltes Arbeitsessen, denn tatsächlich war das Kocherlebnis das Rahmenprogramm für die Ankündigung des nächsten Bachfestes, das vom 8. bis 17. Juni Leipzig wieder in Musik taucht. Weshalb auch Viere mitkochten, die zum Bachfest eine zentrale Rolle spielen: Michael Maul, der Programmchef des Bachfestes und ab 1. Juni auch Intendant des Festes, Falk Elstermann, Geschäftsführer von die naTo e. V. (in deren Regie wieder die „BachSpiele“ im Hauptbahnhof stattfinden), Stephan König, Komponist, Jazzpianist und Dirigent, und Tobias Niederschlag, Leiter des Konzertbüros im Gewandhaus zu Leipzig. Etwas später stieß auch noch Prof. Gotthold Schwarz, der Thomaskantor, hinzu – direkt von eine Probe mit den Thomanern kommend, die natürlich im Bachfest wieder eine tragende Rolle spielen.

Sie haben auch im „Leipziger Kantaten Ring“ ihren Platz. Aber sie bestreiten auch das Eröffnungskonzert in der Thomaskirche am 8. Juni mit, bei dem nicht nur Bach und Mendelssohn zu hören sein werden, sondern auch Johann Hermann Schein, von 1616 bis 1630 selbst Thomaskantor. Für das Gewandhausorchester, das natürlich auch in das Eröffnungskonzert eingebunden ist, ein lange nicht gespielter Komponist, bestätigt Tobias Niederschlag. Vielleicht sogar ein Novum?

„Das müsste ich erst mal nachschauen“, sagt er.

Aber die Aufnahme von Schein in das Festprogramm zeigt natürlich, wie dieses Bachfest auch immer neue Beziehungen knüpft. Mendelssohn und der Mendelssohn-Zyklus im Gewandhaus gehören ja nun schon seit Jahren dazu. Mit den Bachfesten vergangener Jahrzehnte, die praktisch nur für ein hochinteressiertes Kennerpublikum veranstaltet wurden, hat das Bachfest längst nichts mehr zu tun. Es ist als Festival auch längst einer der größten Tourismusmagnete der Stadt. Und es wird sich 2018 noch selbst übertreffen, ist sich Michael Maul sicher.

„Wir haben – mutig wie wie waren – das Kartenangebot um 60 Prozent gesteigert. Aber die Nachfrage ist noch viel stärker gestiegen.“

Ein besseres Argument gegen die 2017 aufkommende Debatte, das Bachfest in einem größeren Leipziger Musikfest aufgehen zu lassen, gibt es kaum. Besondere Resonanz hat der im Herbst 2018 in die Vermarktung gegangene „Kantaten-Ring“, etwas, was es beim Bachfest noch nie gab. Und was so vor Jahren auch noch undenkbar war, denn die Kantaten hat Bach ja für verschiedene Sonntage im Leipziger Kirchenjahr geschrieben.

Das Programmheft verrät dazu: „Am Anfang stand eine Idee von Sir John Eliot Gardiner: die zyklische Aufführung der ‚besten‘ Kantaten Bachs in seinen Leipziger Kirchen, präsentiert von der crème de la crème der Bach­Interpreten. Gardiner und die Experten am Bach­Archiv haben hart ‚verhandelt‘, welche denn die ›besten‹ Bach­Kantaten sind. Herausgekommen ist der Leipziger ‚Kantaten­Ring‘: 30 geistliche Kantaten, zyklisch aufgeführt in neun Konzerten und einer Motette an einem Wochenende, wechselweise in Thomas­ und Nikolaikirche und angeordnet nach ihrer Bestimmung im Kirchenjahr – vom 1. Advent bis zum 27. Sonntag nach Trinitatis. Präsentiert wird der ‚Kantaten­Ring‘ von den führenden Bach­Interpreten unserer Zeit: Ton Koopman mit seinem Amsterdam Baroque Orchestra & Choir, Masaaki Suzuki mit seinem Bach Collegium Japan, die Gaechinger Cantorey unter ihrem neuen Leiter Hans­Christoph Rademann und natürlich Gardiner mit seinem Monteverdi Choir sowie Bachs eigener Chor, die Thomaner, mit dem Gewandhausorchester unter Thomaskantor Gotthold Schwarz.“

 

Stephan König (rechts) und Tobias Niederschlag (Mitte) in Kochaktion. Foto: Ralf Julke

Stephan König (rechts) und Tobias Niederschlag (Mitte) in Kochaktion. Foto: Ralf Julke

Und am 23. Mai durften die Presseleute schon mal mitkochen und probieren, was sich André Kujawa für Bach-Freunde ausgedacht hat. Es war also ein doppeltes Arbeitsessen, denn tatsächlich war das Kocherlebnis das Rahmenprogramm für die Ankündigung des nächsten Bachfestes, das vom 8. bis 17. Juni Leipzig wieder in Musik taucht.

Weshalb auch Viere mitkochten, die zum Bachfest eine zentrale Rolle spielen: Michael Maul, der Programmchef des Bachfestes und ab 1. Juni auch Intendant des Festes, Falk Elstermann, Geschäftsführer von die naTo e. V. (in deren Regie wieder die „BachSpiele“ im Hauptbahnhof stattfinden), Stephan König, Komponist, Jazzpianist und Dirigent, und Tobias Niederschlag, Leiter des Konzertbüros im Gewandhaus zu Leipzig. Etwas später stieß auch noch Prof. Gotthold Schwarz, der Thomaskantor, hinzu – direkt von einer Probe mit den Thomanern kommend, die natürlich im Bachfest wieder eine tragende Rolle spielen.

Sie haben auch im „Leipziger Kantaten Ring“ ihren Platz. Aber sie bestreiten auch das Eröffnungskonzert in der Thomaskirche am 8. Juni mit, bei dem nicht nur Bach und Mendelssohn zu hören sein werden, sondern auch Johann Hermann Schein, von 1616 bis 1630 selbst Thomaskantor. Für das Gewandhausorchester, das natürlich auch in das Eröffnungskonzert eingebunden ist, ein lange nicht gespielter Komponist, bestätigt Tobias Niederschlag. Vielleicht sogar ein Novum?

„Das müsste ich erst mal nachschauen“, sagt er.

Aber die Aufnahme von Schein in das Festprogramm zeigt natürlich, wie dieses Bachfest auch immer neue Beziehungen knüpft. Mendelssohn und der Mendelssohn-Zyklus im Gewandhaus gehören ja nun schon seit Jahren dazu. Mit den Bachfesten vergangener Jahrzehnte, die praktisch nur für ein hochinteressiertes Kennerpublikum veranstaltet wurden, hat das Bachfest längst nichts mehr zu tun. Es ist als Festival auch längst einer der größten Tourismusmagnete der Stadt. Und es wird sich 2018 noch selbst übertreffen, ist sich Michael Maul sicher.

„Wir haben – mutig wie wir waren – das Kartenangebot um 60 Prozent gesteigert. Aber die Nachfrage ist noch viel stärker gestiegen.“

Ein besseres Argument gegen die 2017 aufkommende Debatte, das Bachfest in einem größeren Leipziger Musikfest aufgehen zu lassen, gibt es kaum. Besondere Resonanz hat der im Herbst 2018 in die Vermarktung gegangene „Kantaten-Ring“, etwas, was es beim Bachfest noch nie gab. Und was so vor Jahren auch noch undenkbar war, denn die Kantaten hat Bach ja für verschiedene Sonntage im Leipziger Kirchenjahr geschrieben.

Das Programmheft verrät dazu: „Am Anfang stand eine Idee von Sir John Eliot Gardiner: die zyklische Aufführung der ‚besten‘ Kantaten Bachs in seinen Leipziger Kirchen, präsentiert von der crème de la crème der Bach­-Interpreten. Gardiner und die Experten am Bach­-Archiv haben hart ‚verhandelt‘, welche denn die ‚besten‘ Bach­-Kantaten sind. Herausgekommen ist der Leipziger ‚Kantaten-Ring‘: 30 geistliche Kantaten, zyklisch aufgeführt in neun Konzerten und einer Motette an einem Wochenende, wechselweise in Thomas­ und Nikolaikirche und angeordnet nach ihrer Bestimmung im Kirchenjahr – vom 1. Advent bis zum 27. Sonntag nach Trinitatis.

Präsentiert wird der ‚Kantaten­-Ring‘ von den führenden Bach­-Interpreten unserer Zeit: Ton Koopman mit seinem Amsterdam Baroque Orchestra & Choir, Masaaki Suzuki mit seinem Bach Collegium Japan, die Gaechinger Cantorey unter ihrem neuen Leiter Hans­-Christoph Rademann und natürlich Gardiner mit seinem Monteverdi Choir sowie Bachs eigener Chor, die Thomaner, mit dem Gewandhausorchester unter Thomaskantor Gotthold Schwarz.“

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