Für sein Lichtprojekt braucht der Lichtkünstler Philippe Morvan noch 500 alte Taschenlampen

Für alle LeserBevor Leipzig sich mit dem Lichtfest eine eindrucksvolle Form, den Herbst ‘89 jedes Jahr am 9. Oktober zu feiern, schuf, hatte Leipzigs Partnerstadt Lyon schon lange einen weltweiten Ruf als „Stadt der Lichter“. Nichts liegt also näher, als beides zu verbinden und einen der renommierten Lichtkünstler aus Lyon nach Leipzig zu holen. Und genau das passiert auch. Nur Taschenlampen werden noch in Mengen gebraucht.
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Anlässlich 30 Jahre Friedliche Revolution wird der Künstler Philippe Morvan aus Leipzigs Partnerstadt Lyon in den Promenaden Hauptbahnhof die Licht- und Toninstallation „Leipzig-Berlin“ zeigen, in deren Zentrum rund 1.000 Taschenlampen Lichteffekte erzeugen. Zur Umsetzung sucht der Künstler noch weitere Retro-Taschenlampen, die die Leipziger und ihre Gäste in das Kunstwerk einbringen können. Aufgrund der engen Beziehungen zur Partnerstadt Lyon kam auf Vermittlung des Referates internationale Zusammenarbeit der Stadt Leipzig sowie der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH der Kontakt zum französischen Lichtkünstler Philippe Morvan zustande, der das Konzept für „Leipzig-Berlin“ entwickelte.

Der Titel ist sinnbildlich: Morvans Licht-Sound-Installation ist zum einen dem Jubiläum 30 Jahre Friedliche Revolution gewidmet und erfährt deswegen ihre Premiere in Leipzig, bevor sie im Anschluss in Berlin zu sehen sein wird. Dort nimmt sie Bezug auf 30 Jahre Mauerfall. „Leipzig-Berlin“ zeichnet so buchstäblich den Weg von der Freiheit zur Einheit nach.

„Leipzig-Berlin“: 1.000 Taschenlampen, 9 m Durchmesser, 2,5 m Höhe.

Basis des Projektes „Tag und Nacht“ bilden rechteckige, mit Flachbatterien betriebene Taschenlampen, die zwar in vielen Haushalten noch vorhanden sind – aber nicht mehr zum Einsatz kommen. Mit diesen Lampen verbinden die Menschen unterschiedliche Erinnerungen und Assoziationen. In der Installation werden rund 1.000 dieser Vintage-Taschenlampen kreisförmig angeordnet. Die Lampen werden technisch so modifiziert, dass sie steuerbar sind, sodass auf diese Weise grafisches Lichtdesign möglich wird oder beispielsweise auch Worte „geschrieben“ werden können.

Jede Lampe soll symbolisch für einen Menschen stehen. Durch die Anordnung entsteht außerdem ein begehbarer Bereich mit einem symbolischen „Runden Tisch“. Die Menschen sind eingeladen, in den Kreis zu treten und miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Installation „Leipzig – Berlin“ wird im Zeitraum 1. bis 9.Oktober 2019 in der Osthalle des Hauptbahnhofes zu sehen sein.

Fête des Lumières 2017 – Rétrospective

Aufruf: Alte Taschenlampen gesucht

Da Philippe Morvan noch rund 500 weitere Lampen für seine Installation benötigt, können die Leipziger und ihre Gäste in den kommenden Wochen aktiv zum Kunstwerk beitragen. Die Abgabe von flachbatteriebetriebenen Taschenlampen, die nicht funktionstüchtig sein müssen, ist ab sofort bis zum 30. Juni 2019 in den Promenaden Hauptbahnhof an der Kundeninformation im Erdgeschoss während der Center-Öffnungszeiten möglich: Montag bis Samstag 10-21 Uhr, Sonntag 13-18 Uhr. Alle, die sich an der Aktion beteiligen, erhalten als kleinen Dank ein Postkartenset mit Motiven des Hauptbahnhofes und können an der Verlosung von Einkaufsgutscheinen teilnehmen.

„Ich bitte die Leipziger und ihre Gäste ganz herzlich, in Kellern, auf Dachböden, dem Grund ihrer Werkzeugkästen und vielleicht auch in ihren Schrebergärten zu schauen, ob sich dort eine der gesuchten Lampen findet“, ruft Philippe Morvan die Leipziger auf. „Bislang sind Modelle aus Budapest, Brünn, Turin, Wien, Vitoria, Genf, Paris und natürlich aus Lyon vertreten. Aber natürlich wäre es toll, wenn die meisten Lampen tatsächlich aus Leipzig, aus der Stadt der Friedlichen Revolution kommen.“

Und Jean-Christophe Tailpied, Direktor am Institut français Leipzig und Projektpartner „Leipzig-Berlin“, betont den Gedanken der internationalen Begegnung, der gerade in heutigen Zeiten so wichtig ist: „Natürlich ist zunächst die Sprache selbst das naheliegendste Mittel der Verständigung zwischen den Menschen. Aber genauso kann Kultur als Mittler wirken, Barrieren im Denken und der Sprache überwinden und so für einen Austausch auf unterschiedlichen Ebenen sorgen. Das Institut français fördert das Projekt ‚Leipzig-Berlin‘. Der Hauptbahnhof – an sich schon Sinnbild der Begegnung, des Zusammentreffens vieler Nationen – ist ein ausgezeichneter Standort dafür. Das Institut Français begleitet daher gerne ‚Leipzig-Berlin‘ an beiden Standorten.“

Taschenlampen und das Modell „Leipzig-Berlin“. Die Stecknadeln im Modell symbolisieren die spätere Position der rund 1.000 Taschenlampen. Foto: Andreas Schmdt

Taschenlampen und das Modell „Leipzig-Berlin“. Die Stecknadeln im Modell symbolisieren die spätere Position der rund 1.000 Taschenlampen. Foto: Andreas Schmidt

Und dass die alten Taschenlampen nicht mehr funktionieren müssen, betont Thomas Oehme, Center Manager Promenaden Hauptbahnhof: „Dass Philippe Morvan dieses außergewöhnliche Projekt anlässlich 30 Jahre Friedliche Revolution entwickelt hat und nun mit uns im Hauptbahnhof umsetzt, freut uns außerordentlich. Ich hoffe sehr, dass sich viele Leipziger und auch die zahlreichen Pendler, die täglich den Hauptbahnhof passieren, an der Suchaktion beteiligen und wir bald sagen können: Aktion beendet. Wichtig: Die Lampen müssen NICHT mehr funktionstüchtig sein.“

Während sich Dr. Gabriele Goldfuß, Leiterin Referat Internationale Zusammenarbeit, schon auf eine lichtintensive Begegnung freut: „Das ist ein tolles Projekt und setzt viele Aspekte der bisherigen Zusammenarbeit mit Lyon sehr nachhaltig und kreativ fort. Mit Lyon verbindet uns seit 1981 eine herzliche Städtepartnerschaft, die sehr „lichtintensiv“ ist. Die ‚Fête des Lumières‘ in Lyon darf sich mit Recht als ‚Mutter aller Lichtfeste‘, führend in Lichtkunst und Lichttechnik bezeichnen. Dass die Leipziger nach „Cosmogole“ am Völkerschlachtdenkmal (2013) nun Gelegenheit haben, wieder ein paar Tage lang eine Installation Philippe Morvans in Leipzig erleben zu können, ist toll. Umso mehr, da sie durch die Beteiligung quasi selbst am Kunstwerk mitwirken können.“

 

LichtfestLyon
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