Leipzig bekommt doch noch ein kleines Lesefest

Für alle LeserDie Leipziger Buchmesse 2020 fällt aus. Damit auch das Lesefest „Leipzig liest“, denn wenn Autoren und Verlage nicht anreisen, sind ja auch die Lesungen nicht möglich. Aber es gibt ja auch noch die Autoren und Verlage aus der Region, die kurze Wege haben und Leseorte in der Stadt gebucht haben. Und viele von ihnen kündigen jetzt an: Die geplante Veranstaltung findet doch statt. Und so bekommt Leipzig noch ein kleines Lesefest.
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Die erste Veranstaltung ist natürlich etwas für Liebhaber französischer Lyrik in exzellenter deutscher Übersetzung. Der Verlag Faber & Faber lädt jetzt zur Buchpremiere mit Alaine Lance und Volker Braun am Donnerstag, 12. März, um 18 Uhr im Institut français Leipzig (Thomaskirchhof 20) ein.

Der Franzose Alain Lance begegnete durch seinen Vater der deutschen Sprache. Später assistierte er Brecht, übersetzte Christa Wolf, Volker Braun und Ingo Schulze. Als Leiter der französischen Kulturinstitute in Frankfurt (Main) und Saarbrücken von 1985 bis 1994 wirkte er als Kulturvermittler und Brückenbauer zwischen Deutschland und Frankreich und fand bei all dem auch Zeit und Muße für seine eigenen Gedichte. Der Schriftsteller und Übersetzer Volker Braun trifft nach einer über 50-jährigen Freundschaft in „Rückkehr des Echos“ eine Auswahl aus dem lyrischen Werk Alain Lances, dem ein gesellschaftskritischer Impetus innewohnt, und ergänzt den Band um ein persönliches wie kenntnisreiches Nachwort.

Alain Lance: Rückkehr des Echos. Cover:Faber & Faber

Alain Lance: Rückkehr des Echos. Cover: Faber & Faber

Alain Lance, geboren 1939 in Bonsecours/Normandie, studierte Germanistik in Paris und Leipzig. Von 1985 bis 1991 leitete er das Institut français in Frankfurt a. M., im Anschluss das Institut français in Saarbrücken und danach bis 2004 das Pariser Literaturhaus Maison des écrivains et de la littérature. In seinem 2009 veröffentlichten Buch Deutschland, ein Leben lang (2012) beschreibt er anekdotenreich seinen Lebensweg als Vermittler zwischen den Kulturen.

Bereits 1977 erschien eine erste Auswahl seiner Gedichte auf Deutsch, schon damals herausgegeben und nachgedichtet von Volker Braun (zus. mit Paul Wiens). Alain Lance ist neben seiner schriftstellerischen Arbeit auch als Übersetzer tätig, oft gemeinsam mit seiner Frau Renate Lance-Otterbein, u. a. von Volker Braun, Franz Fühmann, Ingo Schulze und Christa Wolf.

„Rückkehr des Echos“ erschien am 6. März im Verlag Faber & Faber. Neben Brauns Nachdichtungen finden sich in dem Band Übersetzungen von Richard Pietraß, Gabriele Wennmer, Simon Werle und Ludwig Harig.

Erfolgsautor Jörg H. Trauboth mit Polit-Thriller-Trilogie im Don Giovanni Leipzig

Nach der Absage der Leipziger Buchmesse hat sich das Hotel „Don Giovanni“ Leipzig (Schwartzestraße 1) ad hoc entschlossen, die Buchlesung am Freitag, 13. März wie geplant durchzuführen. Der Erfolgsautor Jörg Helmut Trauboth wird mit seinem Sprecher-Team aus seiner hochaktuellen Polit-Thriller-Trilogie „Drei Brüder“, „Operation Jerusalem“ und „Omega“ lesen.

„Für Leipzig ist die Absage der Buchmesse ein nachvollziehbares, aber für diese lesebegeisterte Stadt auch ein äußerst schmerzhaftes Ereignis“, so die Chefin des Don Giovanni, Silvia Droese. „Wir freuen uns umso mehr auf ein spannendes Leseabenteuer mit Herrn Trauboth in unserem Haus, der spontan seine Zusage aufrechterhalten hat.“

Jörg H. Trauboth (1943), Generalstabs-Oberst a. D. der Luftwaffe, flog über 2.000 Flugstunden in Kampfflugzeugen PHANTOM und TORNADO, quittierte mit 50 Jahren den Dienst, gründete die Trauboth Risk Management GmbH und beriet weltweit in über 300 Fällen bei Erpressungen und Entführungen. Er ist Sachbuch- und Romanautor sowie als Sicherheits- und Terrorismusexperte in den Medien bekannt. Der Publizist ist aktiver Privatpilot, ehrenamtlicher Helfer in der Notfallseelsorge Bonn-Rhein-Sieg und im Kriseninterventionsteam Bonn für das Auswärtige Amt tätig.

Die Buchlesung wird am Freitag, 13. März, um 19:30 Uhr im Hotel Don Giovanni (Schwartzestrasse 1) stattfinden. Der Eintritt ist frei. Anmeldungen: Tel. (0341) 308888-0, Stichwort: „Lesung 13.03.2020“.

Blühendes Großpösna und Lesung mit Jan Haft

Mit Insektenforscher Dr. Matthias Nuß vom Senckenberg Museum Dresden und dem Biologen, Autor und Naturfilmer Jan Haft gibt es am Freitag, 13.März, eine Lesung aus Hafts Buch „Die Wiese“. Die Lesung findet ab 19 Uhr im Ratssaal der Gemeinde Großpösna (Rathaus, Im Rittergut 1, 04463 Großpösna) statt.

Ein Abend organisiert in Kooperation mit der Gemeinde Großpösna, dem Kuhstall e. V. und UferLeben.

Das dramatische Insektensterben ist in aller Munde und wissenschaftlich erwiesene Realität. Um dem entgegenzuwirken, stellt Großpösna mit Unterstützung von Dr. Matthias Nuß die Pflege der kommunalen Grünflächen um und schafft neue Biotope im Rahmen des Programmes „Sachsen blüht“. In der Gemeinde sind seit dem letzten Jahr insgesamt 6 Wiesen im Rahmen des Projektes Puppenstuben gesucht registriert worden und seit dem Gemeinderatsbeschluss vom 20.02.2020 ist Großpösna eine pestizidfreie Kommune.

Eröffnet wird der Abend durch Dr. Nuß, der die Ursachen und Folgen des Insektensterbens sowie praktische Aspekte des Insektenschutzes anhand seines Projektes „Puppenstuben gesucht – Blühende Wiesen für Sachsens Schmetterlinge“ erörtert. Der Verein UferLeben erläutert in Folge kurz die lokale Umsetzung des Projektes anhand von 3 unterschiedlichen Wiesenbiotopen in Dreiskau-Muckern. Zur Unterstützung für zukünftige Entdeckungsreisen in die Welt der Botanik wird auch die lehrreiche Pflanzenbestimmungs-App Flora Incognita vorgestellt.

Nachfolgend nimmt uns Jan Haft mit auf eine spannende Entdeckungsreise in das faszinierende Ökosystem der Wiese. Nirgendwo sonst leben mehr Insektenarten, nirgendwo sonst herrscht eine solche Farbenpracht. Und gleichzeitig ist kein heimischer Lebensraum so sehr bedroht.

Im Vorfeld des Informationsabends veranstaltet der kürzlich gegründete Stadt-Umland-Landschaftspflegeverband LeipzigGrün noch einen Workshop für Entscheidungsträger der Kommunen des LPV. Darin wird zum einen der LPV vorgestellt und zum anderen geht es um einen nachhaltigeren und insektenfreundlicheren Umgang mit kommunalen Grünflächen.

Der Eintritt ist frei, um eine Spende wird gebeten. Um Anmeldung wird gebeten unter info@kuhstall-ev.de

Die Lange Leipziger Kriminacht findet statt

Es bleibt dabei: Am Mittwoch, 11. März, um 19:00 Uhr, gibt es im Blauen Salon (Central Kabarett, Markt 9) die 14. Lange Leipziger Kriminacht.

Die Lange Leipziger Kriminacht hat sich als Buchmesseeinstieg am Mittwochabend seit vielen Jahren erfolgreich etabliert. Der Blaue Salon des Central Kabaretts im Herzen der Messestadt bietet dafür einen besonders exklusiven Veranstaltungsort.

Da die Buchmesse abgesagt wurde, haben sich ein paar Programmänderungen ergeben – dafür bitten die Veranstalter um Verständnis.

Mit dabei sind diesmal: aus Leipzig Claudia Rikl mit „Der stumme Bruder“, Ulf Torreck mit „Zeit der Mörder“ und Uwe Schimunek mit „Rotlicht“, mit einem Master-Studium in Forensic Sciences and Engineering in der Tasche Franziska Steinhauer mit „Gurkendeal“, das Autorentrio „Lutz Wilhelm Kellerhoff“ stellt „Die Tote im Wannsee“ vor, die gebürtige Finnin Patricia Kay Parker bringt „Die Stille des Nordlichts“ mit und Bernd Hettlage die „Neuköllner Wut“.

Durch das Programm führt Moderator Elia van Scirouvsky.

www.llkn.de

Tickets: VVK 15 Euro / AK 16 Euro. Tickets/Infos unter www.llkn.de, Tickets im VVK. Karten gibt es noch an der Abendkasse. Einlass ab 18:00 Uhr. Die Buchhandlung Hugendubel ist mit einem Büchertisch vor Ort.

Buchpremiere von Michael Kraskes „Der Riss“ in Leipzig

Auch die Buchpremiere zu Michael Kraskes „Der Riss“ war ja zur Buchmesse eingeplant. Auch sie findet statt: am Freitag, 13. März, um 21 im Horns Erben in der Arndtstraße 33. Im Gespräch mit Michael Kraske ist Antonie Rietzschel (Süddeutsche Zeitung).

Auch jenseits von 30. Jahren Mauerfall und den Folgen der Landtagswahlen in Ostdeutschland gibt es momentan immer wieder Anlass, darüber nachzudenken, vor welchen besonderen Herausforderungen wir in Ostdeutschland stehen.

Der Journalist Michael Kraske beleuchtet diese Fragen aus einer besonderen, sehr persönlichen Perspektive: in Iserlohn geboren, zog er kurz nach der Wiedervereinigung nach Leipzig, das er heute, über ein Vierteljahrhundert später, seine Heimat nennt. In seinem Buch „Der Riss“, das am 28. Februar bei Ullstein erscheint, geht er der Frage nach, was die Ursachen für stärkere Fremdenfeindlichkeit und zunehmende rechte Gewalt im Osten Deutschlands sind.

Er versucht die zugrundeliegende Wut in den Geschichten von Opfern und Tätern zu verstehen, beleuchtet das historische Erbe der DDR für die ostdeutsche Gesellschaft von heute und analysiert, wie über viele Jahre die Gewöhnung an rechtsextreme Ideologie, Strukturen und Gewalt der Radikalisierung der Gesellschaft den Boden bereitet haben – von Pegida über die Wahlerfolge der AFD bis hin zur mangelnden Konsequenz bei der Aufarbeitung des NSU-Terrors und der erschreckenden Zunahme rechter Straftaten in jüngerer Zeit.

Angesichts dieser Bewährungsprobe für die deutsche Demokratie plädiert Michael Kraske dafür, weniger zu relativieren und wegzuschauen. Er skizziert auch Elemente einer modernen Vision der ostdeutschen Gesellschaft, für die er einen „New Deal Ost“ einfordert.

Mitteldeutscher Verlag kommt gleich mit mehreren Lesungen

Die Absage der Buchmesse war auch für den Mitteldeutschen Verlag und seine großartigen Autorinnen und Autoren ein herber Schlag. Aber einige der längst organisierten Lesungen finden trotzdem statt.

Buchpremiere: Mario Schneider: „Tourist – Wir sind überall“

Seit mehr als zwanzig Jahren fotografiert der Filmemacher und Autor Mario Schneider auf seinen Reisen Touristen. Über einhundert Fotos erscheinen jetzt in dem beeindruckenden Fotoband „Tourist“. Eine Auswahl dieser Fotos gibt es nun auf großer Leinwand in der Kinobar Prager Frühling zu sehen. Drei Kurzgeschichten zu drei Fotos aus dem Band werden gelesen. Moderiert wird die Veranstaltung vom Autor und Dramaturg Ralf Meyer.

Buchpremiere ist am Donnerstag, 12. März, 17 Uhr in der Kinobar PRAGER FRÜHLING (Haus der Demokratie | Bernhard-Göring-Straße 152)

Lesung: Tim Herden: Süderende

ARD-Hauptstadtkorrespondent Tim Herden hat sich mit seinen Hiddensee-Krimis eine treue Fangemeinde erschrieben. In seinem neuesten Buch liegt eine junge Frau tot im Hotel „Wiesenweg“ in Vitte. Ihr Begleiter verschwindet spurlos. Als in Baabe auch noch ein Augenzeuge ermordet wird, nimmt der Fall eine überraschende Wendung. In gekonnt und gewohnt unterhaltsamer Manier lässt Herden sein neues Ermittler-Team den neuen Fall lösen…

Lesung am Donnerstag, 12. März, 20 Uhr im Seaside Park Hotel (Richard-Wagner-Straße 7)

Buchpremiere: Olaf Jacobs „Die Treuhand – ein deutsches Drama“

„Treuhand“ – der Begriff steht bis heute für viele Ostdeutsche synonym für Willkür, Wirtschaftsmacht und intransparente Deals. Das Buch spürt der Geschichte der polarisierenden Institution nach. Durch die Vielfalt der Geschichten wird die facettenreiche Arbeit der Treuhandanstalt in ihrer ganzen Ambivalenz deutlich: Mal war sie Helfer, mal Bremsklotz und mal Totengräber.

Buchpremiere am Freitag, 13. März, 17:30 Uhr im Zeitgeschichtlichen Forum (Grimmaische Str. 6)

Lesung: Tanja Langer „Meine kleine Großmutter & Mr. Thursday oder Die Erfindung der Erinnerung“

Ich habe meine Großmutter gekannt, aber ich wusste nicht, dass sie es war. Linda, Übersetzerin aus dem Persischen, lässt sich gern von ihren Träumen lenken, und so findet sie sich eines Tages in Lüneburg wieder: Dort lebte ihre kaum gekannte Großmutter Ida unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, geflohen aus Oberschlesien, verwitwet, mit fünf Kindern. Knapp eineinhalb Meter groß, arbeitete sie für den „Direktor des englischen Kinos“…

Lesung am Freitag, 13. März, 19 Uhr in den Cammerspielen (Kochstraße 132 /Werk 2)

Buchpräsentation: Daniel Köhler & Anne-Katrin Hutschenreuter „Leipzig. Im Fokus“

Daniel Köhler: Leipzig. Im Fokus. Foto: Ralf Julke

Daniel Köhler: Leipzig. Im Fokus. Foto: Ralf Julke

Daniel Köhler, Wahl-Leipziger und Fotograf, stellt zusammen mit der Texterin Anne-Katrin Hutschenreuter den fantastischen Bildband Leipzig. Im Fokus vor: Die ehrwürdige Metropole an Pleiße und Weißer Elster inmitten der nach ihr benannten Tieflandsbucht hat eine lange und bewegte Geschichte hinter sich, sie bildet als größte Stadt Mitteldeutschlands eines seiner pulsierenden Zentren.

In einer unnachahmlichen Melange aus Urbanität und Bodenständigkeit, aus Kreativität und Erfolg zwischen Boomtown und – seit der Flutung der südlich sich anschließenden Tagebaue – Idylle ist Leipzig eine Stadt, die man lieben muss.

Ein schöner Abend im Sinne dieser wundervollen Metropole. Eine schöne Einladung, das heutige Leipzig neu zu entdecken.

Sonntag, 15. März, 17:00 Uhr im Noch besser Leben (Merseburger Str. 25)

Leipzig liest doch … und streamt live

Der Riss: Michael Kraskes Plädoyer für einen New Deal Ost

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