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Gute Nachricht für Literaturfreunde: Am 20. Oktober startet der Literarische Herbst in Leipzig

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    „Machen ist wie wollen. Nur krasser“. So steht es im Treppenhaus der Alten Post in Lindenau zu lesen, einem der Veranstaltungsorte des Literarischen Herbstes, der vom 20. bis 25. Oktober wieder in Leipzig stattfindet. Und so haben es die vier Organisator/-innen des Lesefests auch zu ihrem Motto erkoren. Denn als sie im Frühjahr mit den Terminplanungen begannen, kam ausgerechnet Corona. „Nach dem gelungenen Neustart im letzten Jahr wird sich auch dieser Literarische Herbst unter Pandemie-Bedingungen anders anfühlen als gewohnt“, schreiben sie im Editorial zum Festivalprogramm.

    Das liegt dieser Tage an diversen Verteilstellen aus. Auch da hat ja Corona die Landschaft ausgedünnt. Dafür steht auch alles im Netz. Das Festivalprogramm wird etwas kleiner als ursprünglich geplant. Denn die Coronaauflagen bedeuten nun einmal gerade für die attraktivsten Veranstaltungsorte deutliche Einschränkungen bei den Sitzplätzen.

    „Die Säule Veranstaltungseinnahmen fällt also praktisch weg“, sagt Mitorganisator Nils Kahlefendt. „Damit können wir also nicht planen.“

    Dafür hofft er umso mehr, dass die Freunde der Literatur trotzdem alle verfügbaren Plätze in Anspruch nehmen. Denn die eingeladenen Autorinnen und Autoren, Moderatorinnen und Moderatoren – sind natürlich voller Vorfreude auf dieses Lesefest, nachdem sie seit dem Frühjahr, was Leseveranstaltungen betrifft, ja regelrecht ausgehungert sind. Auch Literatur braucht das Publikum. Manchmal wenigstens. Auch zum Weitersagen. Denn wer eine der 19 Veranstaltungen wahrnimmt, der erfährt natürlich Neuigkeiten aus der Welt des Gedruckten. Das sagt man weiter und empfiehlt es weiter.

    Und natürlich lohnt es sich, weil auch viele Autor/-innen zugesagt haben, die mit richtig starkem Stoff nach Leipzig kommen.

    In der oben erwähnten Alten Post in Lindenau zum Beispiel lesen die Dichterin Kerstin Preiwuß (Leipzig) und der Dichter Marcel Beyer (Dresden) im „Lyrikhotel Drei“. Das ist eine von den neuen Formen, die im Literarischen Herbst 2019 erstmals ausprobiert wurden und beim Publikum gut ankommen: Literatur in relativ kleiner Runde an ungewohnten Orten erleben.

    Lyrikhotel Eins findet hingegen mit Thomas Böhme (Leipzig) und Kathrin Schmidt (Berlin) am 21. Oktober in der Möbelkooperative Süd statt. Das Lyrikhotel funktioniert ja nach dem Prinzip: Ein Autor, eine Autorin aus Leipzig laden sich verehrte Kolleg/-innen ein, um mit ihnen gemeinsam ihre Arbeiten vorzustellen. Der Gast bekommt also auch noch ein literarisches Gespräch, was so oft auch bei Lesefestivals nicht zu erleben ist. Wie spannend das sein kann, hat ja das jüngst bei Reinecke & Voss erschienene Buch „Denkzettelareale“ gezeigt, wo hochkarätige Lyriker/-innen ihre verehrten Kolleg/-innen vorstellen und interpretieren.

    Und just der Verleger und Dichter Bertram Reinecke, der die „Denkzettelareale“ herausgegeben hat, ist auch Gastgeber für Lyrikhotel Zwei am 22. Oktober in der Kulturapotheke in der Eisenbahnstraße 99.

    Einem guten Bekannten werden L-IZ-Leser am 21. Oktober auch im UT Connewitz begegnen. Dort lesen Gunnar Decker und Marko Martin unter der durchaus provokanten Überschrift „Ich such‘ die DDR“. Wobei die beiden die DDR ganz bestimmt nicht wiederhaben wollen. Aber mit der intensiven Aufmerksamkeit von Autoren, die wissen, dass Geschichte niemals spurlos vorbeigeht, haben sie sich beide auf ihre Art auf die Suche nach diesen tiefliegenden Verbindungen gemacht, Marko Martin in „Die Verdrängte Zeit“ und Gunnar Decker in „Zwischen den Zeiten“.

    Im Gespräch mit Doris Akrap werden sie garantiert auf einfühlsame Weise beitragen zu einer Erkundung, die überfällig ist. Denn die Deutungshoheit – auch über die Literatur im Osten – liegt bis heute in den großen Feuilletons westdeutscher Zeitungen und Magazine. Sodass sich viele Ostdeutsche in der Debatte nicht wiederfinden – genauso wenig wie sie ihre Bücher und Filme darin finden, die ihnen damals Mut gemacht haben, die Dinge als veränderbar zu begreifen und sie zu verändern.

    Es gibt literarische Spaziergänge und einen Buchsalon in der naTo.

    Und Krimi-Freunden wird der „Kriminaldauerdienst“ am 24. Oktober in der naTo Grund genug sein, die Gummistiefel anzuziehen und hinzueilen, wenn Zoe Beck aus „Paradise City“ und Simone Buchholz aus „Hotel Cartagena“ lesen. Sie gehören zu den auffälligsten Krimi-Autorinnen der Gegenwart und unterhalten sich über die Abgründe und Möglichkeiten ihres Genres mit Katrin Schumacher.

    Alle Veranstaltungen findet man direkt auf der Website des Literarischen Herbstes. Dort kann man für viele Veranstaltungen auch die Karten bestellen. Nicht für alle. Wo die Veranstaltungshäuser die Buchung selbst haben möchten, ist es angegeben.

    Aber frühzeitiges Bemühen ist diesmal besonders wichtig. Denn durch die Hygienekonzepte an den verschiedenen Veranstaltungsorten ist die Platzzahl tatsächlich sehr beschränkt.

    Und die gute Nachricht für alle, die keine Tickets mehr bekommen: Die meisten Lesungen sollen als hochwertiger Podcast aufgenommen und nach dem Festival auf den einschlägigen Plattformen veröffentlicht werden.

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