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Theatergruppe „Adolf Südknecht“ feiert fünf Jahre aufregend improvisierter Geschichte

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    Am Anfang stand eine anheimelnde Idee. Im Jahr 2011 kam es im „Horns Erben“ zwischen Claudius Bruns und Armin Zarbock zu einem Gespräch, in dessen Verlauf die Idee geboren wurde, ein Theaterprojekt zu entwickeln, das mit improvisatorischen Mitteln die Geschichte der fast hundertjährigen Gaststätte „Horns Erben“ aufarbeitet. Und damit auch Leipziger Geschichte. „Adolf Südknecht“ ward geboren.

    „Niemand hätte vorausgesagt, dass das auf ein Jahr angesetzte Projekt noch heute läuft – und darüber hinaus noch drei weitere Projekte entstehen würden. Und dass die Geschichten nicht nur die Historie des Südmeilenkiezes, sondern bald auch die der Stadt, des Landes, ja sogar des Weltgeschehens umfassen würden“, denkt Armin Zarbock über das nach, was daraus werden sollte. Denn eigentlich sollte es ja eine neue Spielstätte – „Horns Erben“ – mit einer besonderen Form von Improvisationstheater erst so richtig populär machen. Dann aber wurde es eine Passion. Die Zarbock schon deshalb leichtfällt, weil er in der großen Weltliteratur zu Hause ist.

    Für Leipziger ist der Name der Show selbstredend: „Horns Erben“, der Haupt-Spielort von „Adolf Südknecht“, liegt um die Ecke der lebendigsten Szenemeile Leipzigs, der Karl-Liebknecht-Straße. In den Jahren 1933-1945 erfolgte die Umbenennung der „Karli“ von Südstraße in Adolf-Hitler-Straße, nach Kriegsende wieder zurück in Südstraße bis schließlich hin zur Karl-Liebknecht-Straße (sein Geburtshaus liegt in der Nähe). Im Volksmund wurde sie wegen der häufigen Umbenennung scherzhaft Adolf-Südknecht-Straße genannt. Um die Verortung zu Beginn der ersten Staffel des ersten Projektes und zu den Inhalten zum Kiez zu verdeutlichen, wurde auf diese Bezeichnung zurückgegriffen. „Adolf Südknecht“ wurde so zum Namenspatron zunächst des Projektes, dann seiner Titelfigur und schließlich des Theaters.

    Jeder Abend der Reihe fußt auf einem neuen Zeitabschnitt. Protagonist Adolf Südknecht, seine Gattin Adele und ihr Sohn Anton bzw. Hausmeister Krause bilden dabei eine feste Größe. Es verbinden sich Dokumentations- und Improvisations-Theater zu einer informativen, authentischen und gleichzeitig spontan-berührenden Mischung. Die Zuschauer übernehmen dabei die Rolle der Gäste, erleben die zeitliche Verknüpfung zu Erlebnissen, Lügenmärchen und Dramen, wie sich damals zugetragen haben könnten.

    Es begann mit der preisgekrönten und längsten Historien-Theatergeschichte der Welt: der hochgelobten dokumentarisch-fiktiven Improvisationstheater-Kultreihe „Adolf Südknecht – die Seifenoper-Improschau“, bis zur dritten Staffel bekannt als „Adolf Südknecht – the Improvised Alternative-History-Show“). Eine ständig fortlaufende Geschichte über eine Kneipiersfamilie im Wandel der Zeit.

    Die Theaterserie wird in Leipzig seit 2012 monatlich gespielt (im Mai 2017 feiert sie ihre 50. Folge) und erhielt seitdem einen Theaterpreis, Festivaleinladungen, Förderungen und Preisnominierungen. So wurde ihr ein Publikums- und Jurypreis, der IMPROKAL auf dem internationalen Improvisationstheater-Festival IMPRONALE verliehen.

    „Eine intensive Zeit; mit intensiver Auseinandersetzung der Künstler untereinander und sehr intensiver Auseinandersetzung mit vor allem der deutschen Geschichte – lehrreich, spannend und unterhaltsam. Praktisch ein theatralisches Überraschungsei: Was Spannendes, was zum Spielen und Schokolade – wobei die Süße der Schokolade durch den süßen hochprozentigen Allasch ersetzt wurde“, fasst Zarbock das Ergebnis zusammen.

    Adolf Südknecht hat sich ein ganz eigenes und eigenartiges Veranstaltungskonzept fest etabliert. Semi-improvisiertes Theater in Serie führt in Verbindung mit der Stadtgeschichte zum fesselnden Format, bei dem jeder Abend anders ist. Monatlich lädt die kultige Kneipiersfamilie Südknecht – Armin Zarbock, Susanne Bolf und August Geyler – in ihr Refugium und lässt das Publikum an ihrem Schicksal in den Unbillen des 20. Jahrhunderts, an Wahrheit und Wahrhaftigem, Quatsch und Erkenntnis teilhaben. Kurzum, so Zarbock: „Eine ansehnliche Gratwanderung aus Darstellkunst und Unterhaltung, Spielfreude und Mut zum Abschweifen.“

    Musikalischer Dauergast am Schlagzeug ist Frank Berger. Dazu gibt es bundesweit eingeladene Gäste, auch wiederkehrend, aus dem schauspielenden oder musikalischen Bereich. Bisher waren es 36 Künstlerinnen und Künstler. Die Theater-Folgen lassen sich online im Netz Nach-Schauen, aufgezeichnet mit acht Kameras.

    Da lag es 2014 auch nahe, die Sache auch gleich mal zu einem echten Stummfilm-Ereignis zu machen, dem gefeierten Stummfilm-Theaterstück „Adolf Südknecht – Lichter der Großstadt“, ein Theaterstück über die Dreißigerjahre mit Livemusik in Stummfilmästhetik.

    Das Theater „Adolf Südknecht“ bedankt sich jetzt bei seinen Gästen, vor allem denen, die kaum eine Folge der Seifenoper-Improschau verpasst haben. Gefeiert wird mit einer Festspielwoche vom 7. bis 12. März. Gezeigt werden alle Projekte, außerdem die allererste Folge der Seifenoper als Lichtspielabend sowie zum Festspiel-Wochenabschluss eine konzertante Aufführung.

    Und da man nach wie vor im Hause Horn spielt, mal im Horns Erben in der Südvorstadt, mal im Abfüllkeller der ehemaligen „Branntwein- und Likörfabrik Wilhelm Horn“, Prellerstraße 54 in Gohlis, wird aufs Fünfjährige mit einem Allasch angestoßen.

    Die Jubiläumswoche:

    Dienstag, 7. März: ADOLF SÜDKNECHT – THE IMPROVISED ALTERNATE-HISTORY-SHOW! FOLGE EINS! Lichtspielabend mit Live-Talkrunde der Figuren
    Mittwoch, 8. März: ADOLF SÜDKNECHT – IM KELLER!
    Donnerstag, 9. März: ADOLF SÜDKNECHT – KAMPF DER WELTEN!
    Freitag, 10. März: ADOLF SÜDKNECHT – LICHTER DER GROßSTADT!
    Samstag, 11. März: ADOLF SÜDKNECHT – DIE SEIFENOPER-IMPROSCHAU! SPEZIAL! Die große Geburtstagsfolge
    Sonntag, 12. März: ADOLF SÜDKNECHT – DAS KONZERT! Konzertante Aufführung mit Liedern aus allen Projekten

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