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König Ubu feiert am 27. Januar im Schauspiel wieder Premiere

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    Den gab es lange nicht zu sehen - und nun holt ihn das Schauspiel Leipzig aus aktuellem Weltanlass wieder aus der Kiste: König Ubu, der so erstaunlich an manchen Akteur der Gegenwart erinnert, dass man sich fragt: Ist die US-Präsidentschaft nur noch eine surreale Inszenierung und die Amerikaner haben an ihrem überdrehten POTUS ihren Spaß? Oder inszeniert sich Politik heute als surreal um zu verdecken, dass sie eigentlich von lauter Ubus gemacht wird? Schöne Frage, nicht wahr? Premiere ist am Samstag, 27. Januar.

    Im Grunde bekomt man zwei Stücke zu sehen: einmal Alfred Jarrys „König Ubu“ von 1896 und dazu dann – als Spiegelung, wie das Schauspiel betont – „Ubus Prozess“ von Simon Stephens, 2010 entstanden, also kein Donald-Stück. Aber das Faszinierende am Ubu ist ja, dass er einen Typus vorstellt, von dem es in der menschlichen Geschichte immer wieder wimmelt: skurrile Gestalten mit einem völlig übersteigerten Bild ihrer eigenen Genialität, rotzfrecher Machtgier und erstaunlich andauernder Regierungsgewalt, weil die Beherrschten von diesem Nero auf demThron reineweg fasziniert – oder gelähmt sind.

    Nicht nur in Übersee. Auch im nahen und ferneren Orient.

    Das mischt sich wohl.

    Die schlimmsten Ungeheuer auf Menschenthronen erfreuten sich zuweilen aberwitziger Popularität. Und wenn dann die Zeitungen von Populismus reden, meinen sie eigentlich diese Wirkung, die durchgeknallte Gestalten auf ein gaffendes Volk selbst dann haben, wenn sie nur lauter „Merdre“ anrichten.

    Das kommt einem schon fatal gegenwärtig vor, auch wenn das ursprüngliche Vorbild Ubus ein unbeliebter Physiklehrer aus Jarrys Schulzeit war. Und als das Stück 1896 seine Uraufführung erlebte, entzündete sich der Skandal gar nicht an diesem wildgewordenen Emporkömmling auf dem Thron, sondern an seiner unverblümten Sprache.

    Womit das Stück in einer Zeit, in der ein gewählter Präsident gleich mal ganze Staaten als „shitholes“ bezeichnet, noch viel surrealer wirkt. Als wollte die politische Wirklichkeit die Phantasie des frühen surrealistischen Dramatikers übertrumpfen: Politik als eine nicht mehr ernst zu nehmende Show eines durch nichts zu bändigenden Emporkömmlings.

    Die Handlung:

    Durch ein Massaker an der Königsfamilie erklimmen der primitive und gefräßige Vater Ubu und seine Frau, Mutter Ubu, den Thron. Nach dem Staatsstreich noch recht populär und mit vielen Hoffnungen versehen, entlässt Ubu alle Richter, für Gerechtigkeit sorgt er nun selbst, und verfügt eine radikale, unmäßige Steuerpolitik. Auch deren gewaltsame Durchsetzung nimmt der König selbst in die Hand. Ganz unverhohlen verfolgen Vater und Mutter Ubu postwendend ihre eigenen, grausamen Ziele. Doch unter Anführung des geflohenen Thronfolgers kommt es zum Aufstand des unterdrückten Volkes – gleichzeitig interveniert eine externe Macht gegen den entfesselten Despoten. Es herrscht Krieg …

    Alfred Jarrys radikal-absurdes Theaterstück von 1896 gilt als wichtigster Vorläufer des modernen Theaters und zeigt mit König Ubu den Prototypen des egomanen und dreisten Machtmenschen, dessen Ausprägungen bis in unsere Gegenwart nachweisbar sind, betont das Schauspiel Leipzig, das diesen Egomanen jetzt passend zur Zeit ins Programm genommen hat. Und gleich noch spiegelt. Denn der große Bluffer auf dem Thron hat ja in der jüngeren Vergangenheit schon viele, scheinbar harmlosere Vorläufer gehabt.

    Mit ihrer jüngsten Neubetrachtung des UBU-Stoffes spiegelt Hausregisseurin Claudia Bauer Jarrys Stück durch den britischen Dramatiker Simon Stephens.

    „König Ubu / Ubus Prozess“ von Alfred Jarry / Simon Stephens, Regie: Claudia Bauer. Premiere ist am Samstag, 27. Januar, um 19:30 Uhr auf der Großen Bühne

    Weitere Termine: 3. und 24. Februar, jeweils 19:30 Uhr.

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