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Tödliche Performance um mörderische Heldinnen: Lulu Obermayers „L’Opra Fatale“ erstmals digital aus der Schaubühne

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    Zum Abschluss ihrer Residenz ist zwar für Lulu Obermayer immer noch nicht daran zu denken, dass ihre Arbeit vor Publikum gezeigt werden könnte. Aber nachdem Lulu Obermayer in der Schaubühne Lindenfels an einer Neubesetzung und Modifizierung ihrer im letzten Jahr uraufgeführten Performance gearbeitet hat, öffnet sich jetzt der virtuelle Vorhang und gewährt Einblick in die „tödliche Arbeit" („L’Opra Fatale") der Lucia Di Lammermoor, Floria Tosca und Lady Macbeth.

    Messerscharf erheben sie ihre Stimmen und zerstechen gemeinsam das Bild der Mörderin in der Oper. Die Performance wird zum ersten Mal ins Digitale übersetzt und live aus der Schaubühne gestreamt, gefolgt von einem von Lulu Obermayer moderierten Publikumsgespräch. Die Veranstaltung findet online per Zoom statt am Freitag, 30. April, ab 20 Uhr. Die Tickets kosten 5 Euro.

    Was haben Lucia, Tosca und Lady Macbeth gemeinsam? Im Laufe der dramatischen Handlungen greifen alle drei Opernfiguren zum Messer, verlassen die stereotype Opferposition und werden zu Täterinnen. Die Konsequenzen ihrer Delikte führen sie in den Wahnsinn und in den Tod. Ob im Leben, auf der Bühne oder im Opernkanon: Wenn eine Frau nach Rache oder Macht dürstet, ist das verstörend, rätselhaft und vielleicht sogar Anlass für einen Skandal, während männliche Gewalt allgegenwärtig ist und als geradezu banal daherkommt.

    Zeit für zumindest etwas Rache nimmt sich die Theatermacherin und Sängerin Lulu Obermayer bei ihrer künstlerischen Intervention. Aufbauend auf ihrer Praxis kritisch feministischer Rollendekonstruktionen besetzt sie mit einem Ensemble aus drei Sängerinnen den Ballsaal der Schaubühne und präsentiert einen Gegenentwurf zur Rolle der Frau im Kanon und ihrem Platz auf der Bühne. Sie selbst erscheint als Mistress of Ceremony, dekodiert die symbolische Ordnung der Bühne und leuchtet die zu oft stereotypen Darstellungen weiblicher Gewalt neu aus.

    In ihren Arbeiten beschäftigt sich Lulu Obermayer mit Repräsentationen von Weiblichkeit und dem Alleinsein auf der Bühne. Dabei verwendet die Künstlerin Elemente der Oper, Choreografie und Performance und spielt sich für das Schöne auf der Schwelle zur Peinlichkeit um Kopf und Kragen. 2012 erhielt sie den Art Trust Scotland Award. Ihre Performances wurden unter anderem an den Münchner Kammerspielen, HAU 2 Berlin, Uferstudios, der Beursschouwburg in Brüssel und Highways Performance Space in Los Angeles gezeigt.

    Mit den Arbeitsaufenthalten von Obermayer sowie weiterer nationaler und internationaler Künstler/-innen in diesem Jahr baut die Schaubühne 2021 ihr Residenzprogramm aus und stärkt ihr Profil als überregional agierendes und vernetztes Produktionshaus. Gäste waren bereits im Februar Ginevra Panzetti und Enrico Ticcon.

    Konzept, Performance: Lulu Obermayer | Komposition, Performance: Alexandra Holtsch Gesang, Performance: Madeline Cain, Lisa Fornhammar, Lissa Maybohm | Kostüm: Marlene Haase Technische Leitung: Gretchen Blegen Die Residenz inkl. Gastspiel wird gefördert vom Programm „Theater in Bewegung“ im Rahmen des Zukunftpakets NEUSTART KULTUR der Kulturstaatsministerin Monika Grütters

    Lulu Obermayer „L’Opra Fatale“, Freitag, 30. April 2021, 20 Uhr per Zoom aus der Schaubühne Lindenfels. Die Tickets kosten 5 Euro.

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