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Zoff beim „Heimattreuen Leipzig“ mündet in Kidnapping und schweren Raub

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    Von wegen Kameradschaft. Weil er seinen ehemaligen Mitbewohner ausgeraubt hat, muss sich der Colditzer Tom M. (24) vor dem Landgericht verantworten. Am Mittwoch legte er ein Geständnis ab. Marcus H. (25), groß gewachsen und kahlrasiert, erschien im Nadelstreifenanzug vor Gericht. Für ihn ist der Gang in den Zeugenstand ein Wiedersehen unter alten Freunden.

    Tom M.’s Verteidiger Ingo Stolzenburg hatte zuvor erklärt, sein Mandant habe mit seinem späteren Opfer einige Monate unter einem Dach gelebt. Kennen würden sich beide seit einigen Jahren aus der Politik. Marcus sei Gründer der Kameradschaft „Heimattreues Leipzig“, der sich Tom M. angeschlossen hatte. Die rechte Gesinnung des durchtrainierten Angeklagten, um dessen Hals sich zentimeterdicke Silberketten schlingen, ist nicht zu übersehen. Auf dem Unterarm trägt er neben dem Geburtstag seines Nachwuchses eine tätowierte Lebensrune – ein Erkennungszeichen der rechten Szene.
    Zusammen mit dem Geithainer Sebastian B. (20), seiner Freundin Virginia R. (21) und B.’s unbekannter Freundin verfolgte er Marcus H. (25) am 29. August 2011 im Auto durch Borna. Als sie den Leipziger im Ortskern in die Finger bekamen, schlugen die Männer ihn zusammen, raubten ihn aus und entführten ihn in ein Waldstück. Dort schlugen die Männer abermals auf ihn ein und ließen ihn schließlich mutterseelenallein zurück. Das Vierercombo machte sich sodann auf den Weg in die Messestadt, um die Bleibe ihres Opfers auszuräumen. Hier ließen sie unter anderem einen Laptop, einen MP3-Player und einen Rasierer mitgehen. Zutritt verschafften sich die Männer mit H.’s Wohnungsschlüssel. Für Tom M. und Virginia R. endete die Spritztour auf der Anklagebank. Sebastian B. wird gesondert verfolgt, weil er abtauchen konnte.

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    Nach dem Grund für die Auseinandersetzung gefragt, hielt Marcus H. keine passende Antwort parat. Im Nachhinein habe er erfahren, dass seinem Ex-Mitbewohner Unterlagen abhanden gekommen seien. Tom M. vermutete, sein späteres Opfer habe sie ihm entwendet. Ferner soll H. seinen einstigen Kameraden im gemeinsamen Freundeskreis verleumdet haben. Er habe vermutet, M. hätte ihn bestohlen. Nach der gemeinsamen Zeit beim „Heimattreuen Leipzig“ gefragt, druckste der Neonazi erst vor sich hin. Dann wich er aus: „Wir haben uns beim Stadtfest in Grimma kennengelernt.“

    Hinter verschlossenen Türen verständigten sich Gericht und Verteidiger auf ein Höchststrafmaß. Tom M. soll wegen schweren Raubes nicht länger als 3 Jahre und 8 Monate hinter Gitter. Virginia R., ebenfalls geständig, darf auf eine Bewährungsstrafe hoffen. Marcus H. soll von beiden insgesamt 1.500 Euro Schmerzensgeld erhalten. Ein Urteil wird am 7. Juni erwartet.

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