Leipzigs Fahrraddiebstähle haben auch was mit Beschaffungskriminalität zu tun

Für alle LeserLeipzigs Polizisten reden ungern über ihre Arbeitsbedingungen. Da sind sie loyal gegen einen Innenminister, der so viel Loyalität schon lange nicht mehr verdient hat. Was sie sich aufhalsen, weil schlicht die Leute fehlen, fragt ja zum Beispiel der Landtagsabgeordnete der Linken, Enrico Stange, regelmäßig ab. Dass Personalmangel bei der Polizei den Fahrraddieben in die Hände spielt, gibt es jetzt schwarz auf weiß.

Ganz vorsichtig drückte sich Jens Galka, Leiter der Polizeidirektion Leipzig, am Dienstag, 17.Oktober, in der Pressekonferenz aus, als es um die Sitzung des Kriminalpräventiven Rates (KPR) der Stadt am Montag ging. Deren Thema: Fahrraddiebstahl in Leipzig.

Seit Veröffentlichung der polizeilichen Kriminalstatistik im Frühjahr ein heißes Thema. Mit 9.642 registrierten Fahrraddiebstählen hatte Leipzig das sowieso schon hohe Diebstahlslevel von 2015 deutlich überboten. Da waren es nur 6.851 Diebstähle gewesen.

Vielleicht auch mehr, merkte Galka an. Denn der Sprung von 2016 war kein Ausreißer, sondern Teil eines permanenten Anstiegs der Diebstahlszahlen seit 2010. 2009 war mit 4.001 geklauten Fahrrädern der Tiefststand seit 1990 erreicht. 2009 – das war das Jahr, bevor Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) seine „Polizeireform 2020“ verkündete und einen weiteren Personalabbau auch bei der Polizei in Gang setzte.

Weniger Polizisten in den Polizeidirektionen aber heißt für die Verantwortlichen: Sie ziehen Polizeibeamte da ab, wo es nicht ganz so brennt, und sichern mit ihnen die Aufgaben ab, wo jeder Mann gebraucht wird. Auch in der Leipziger Polizeidirektion wurden in den Folgejahren vor allem die Bereiche Prävention und Kontrolle ausgedünnt. Die Zahl der Verkehrskontrollen ging drastisch zurück.

Entwicklung der Gesamtkrimninalität in Leipzig. Grafik: Polizeidirektion Leipzig

Entwicklung der Gesamtkriminalität in Leipzig. Grafik: Polizeidirektion Leipzig

Bei Fahrrädern und erwischten Dieben gab es noch einen kleinen Aufschwung bis 2011. Was zum Teil mit Einführung der Fahrradstaffel der Polizei zu tun hat, aber auch mit einigen großangelegten Kontrollen, bei denen Leipzigs Polizei gleich ganze Straßen und sensible Bereiche mit dem Fischnetz bearbeitete. Es ging vor allem um Rauschgift. „BTM“, wie es Jens Galka formuliert. Leipzig hat –– als verkehrsgünstig gelegene Großstadt quasi von Natur aus – ein Rauschmittel-Problem und nicht nur eine entsprechende Vertriebsszene, sondern auch eine – größtenteils polizeibekannte – Süchtigenszene. Damals machten diese Großkontrollen richtig Furore, denn sie sorgten mit einem einzigen Einsatz dafür, dass alle möglichen kleinen und mittleren Fische ins Netz gerieten. Nebst etlichen Personen, die zur Fahndung ausstanden, auch etliche Fahrradfahrer, die mit dem falschen Rad unterwegs waren.

Diese Kontrollen waren ein klarer Hinweis darauf, dass Leipzigs Fahrraddiebstähle viel mit der vielzitierten Beschaffungskriminalität zu tun haben. Nicht alle. Aber einige. Heiko Rosenthal, der zuständige Ordnungsbürgermeister, sprach am Dienstag von der „sozialen Lage in der Stadt“, die man beachten müsse.

Auch wenn er das nicht extra ausführen wollte.

Aber hinter der Leipziger Beschaffungskriminalität steckt auch simple Armutskriminalität. Leipzig hat nach wie vor das Problem einer verfestigten Armut. Und über 50 Prozent der Leipziger Straftaten sind Diebstähle. Wenn man Betrug und Urkundenfälschungen noch dazu nimmt, sind es sogar 75 Prozent, stellt Rosenthal fest. Leipzigs hohe Diebstahlskriminalität ist zuallererst eine Armutskriminalität.

Aber darüber spricht man ja nicht. Fahrräder aber sind, wie Rosenthal es auch ausdrückt, „ein lohnenswertes Gut“. Oft tauchen die gestohlenen Räder für einen billigen Preis auf diversen Verkaufsplattformen wieder auf. Die Diebe versuchen, irgendwie schnell an Geld zu kommen.

Und es kommt ihnen entgegen, dass sich Leipzig seit 2009 auch zur Radfahrerstadt entwickelt hat. Deswegen überrascht auch nicht, dass Leipzig bei der Fallzahl pro 100.000 Einwohner beim Fahrraddiebstahl direkt hinter Münster landete, der klassischen Radfahrerstadt der Republik. Was ja eindeutig auch bedeutet: Die Radfahrbedingungen in Leipzig sind im Vergleich mit anderen Städten so gut, dass immer mehr Leipziger ein Fahrrad besitzen und damit auch immer öfter unterwegs sind. Dreiviertel aller Fahrraddiebstähle, so Jens Galka, passieren im öffentlichen Raum.

Aber er sagte noch etwas zu der Zahl 9.642. Wahrscheinlich stimmt die Zahl nicht.

Sogar sehr wahrscheinlich“ „Denn Ende 2015 saßen wir noch auf einem Riesenberg unbearbeiteter Anzeigen“.

Einfach sacken lassen.

Auch das ist eine Folge der Ulbigschen Sparpolitik: Die Polizeidienstellen schaffen es kaum noch, alle Anzeigen innerhalb der Jahresscheibe abzuarbeiten. Ganze Berge von Anzeigen rutschen so ins nächste Berichtsjahr. Die Zahl von 1.000 bis 1.500 schwebt im Raum. Was Galkas Sicht auf die Diebstahlsentwicklung bestätigt. Denn dann wäre 2015 mit 6.851 gezählten Fahrraddiebstählen kein „Erfolg“ gewesen (immerhin 82 weniger als 2014), sondern nur ein statistischer Effekt. Tatsächlich sind die Diebstahlszahlen seit 2010 kontinuierlich gestiegen. Von 4.117 auf 6.933 im Jahr 2014. Und 2015 stünden dann tatsächlich zwischen 7.500 und 8.300 Diebstähle zu Buche.

Polizei und Stadt hätten also ein ganzes Jahr früher erschrecken müssen. Und für 2016 wäre die Zahl etwas niedriger, weil 2016 ja eindeutig viele Anzeigen aus 2015 mitgezählt wurden.

Der zentral organisierte Polizeimangel hat also auch direkten Einfluss auf die Statistik. Am Trend selbst ändert das nichts. Gerade Leipzig-Mitte und die Südvorstadt bleiben die Ortsteile, in denen besonders oft Fahrräder geklaut werden.

Und eines ist nach der Auswertung klar: Wenn Leipzig seine Probleme mit Armut und Suchtmittelmissbrauch nicht in den Griff bekommt, wird es die Diebstahlshochburg in Sachsen bleiben. Und wenn die Leipziger Polizeidirektion nicht wirklich massiv aufgestockt wird und nicht wieder regelmäßige Brennpunktkontrollen stattfinden, wird auch die Aufklärungsquote beim Fahrraddiebstahl nicht wieder steigen.

Bleibt noch ein anderes Problem: Warum sperren die Leipziger ihren Drahtesel nicht in den Tresor, wenn er so oft geklaut wird?

Da wird es psychologisch.

Aber erst im nächsten Teil der Geschichte.

Kriminanalpräventiver RatFahrraddiebstahl
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Mit genehmigtem Hygienekonzept noch 70 Veranstaltungen bis Jahresende 2020
Das Leipziger Messegelände. Foto: Leipziger Messe

Foto: Leipziger Messe

Für alle LeserDie Leipziger Buchmesse war eine der ersten Veranstaltungen, die wegen der Corona-Pandemie im März abgesagt werden mussten. Das Virus erschwert ausgerechnet große Veranstaltungen, das, womit die Leipziger Messe ihre Geschäfte macht. Und dabei war ihr Veranstaltungskonzept in den letzten Jahren aufgegangen. Auch 2019 konnte der Umsatz gesteigert werden.
Tempo 30 im kompletten Südteil und Querungsverbot für Kraftfahrzeuge an der Richard-Lehmann-Straße
Tempo 30 am Wiedebachplatz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWahrscheinlich wäre das Thema längst gegessen, wenn die Stadt gleich nach der Verabschiedung des Radverkehrsentwicklungsplans 2012 darangegangen wäre, die Bernhard-Göring-Straße tatsächlich zur Fahrradstraße zu machen. Sie wäre von Radfahrer/-innen längst angenommen, Kraftfahrer hätten sich dran gewöhnt. Und es hätte viele Unfälle so nicht gegeben. Jetzt hat das Verkehrs- und Tiefbauamt die Straße wenigstens erst einmal zur Tempo-30-Zone gemacht.
Der Stadtrat tagte: Anbau-Kubus der Apollonia-von-Wiedebach-Schule wird gebaut und Turmfalke muss umziehen + Video
Apollonia-von-Wiedebach-Schule. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm Mittwoch, 8. Juli, wurde auch das mittlerweile heiß diskutierte Projekt des geplanten Schulanbaus an der Apollonia-von-Wiedebach-Schule in Connewitz vom Stadtrat abgestimmt. Ein Projekt, bei dem am Ende nicht wirklich klar war, wer für die desolate Informationspolitik eigentlich verantwortlich war: Die Baubürgermeisterin? Der Sozialbürgermeister? Die stadteigene LESG als Bauträger? Hätte der Stadtrat überhaupt noch zeitlichen Spielraum gehabt, wären wohl so richtig die Fetzen geflogen.
Die kleine Beltjungfrau: Ein Zeichentrickfilm zeigt Zerstörung durch den drohenden Ostsee-Tunnel
Die kleine Beltjungfrau. Grafik: Beltretter e.V.

Grafik: Beltretter e.V.

Für alle LeserDas Urteil ist hart, aber deutlich: „Unsere Meere werden geplündert, zerstört und verschmutzt, nur für den kurzfristigen Profit – mit drastischen Folgen für die Artenvielfalt und letztlich für uns alle“, sagte Thilo Maack, Greenpeace-Meeresbiologe, anlässlich der jüngsten Studie von Greenpeace zu Ostsee und Nordsee. Beiden Meeren geht es dreckig, ihren Fischbeständen sowieso. Und eigentlich müssten die Anrainer die Finger von jedem Bauprojekt lassen, das die sensiblen Gebiete zu stören droht. Hilft jetzt wenigstens die kleine Beltjungfrau?
Donnerstag, der 9. Juli 2020: Klimadebatten bestimmen den Tag
Kundgebungsteilnehmer/-in vor der Kongresshalle, in der der Stadtrat tagte. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser/-innenSei es die anderthalbstündige Debatte im Stadtrat, die Präsenz von Klimaaktivist/-innen vor der Kongresshalle oder das Anbringen von Werbeplakaten in der Nacht zuvor – das Klimathema dominiert den Tag in Leipzig. Außerdem: Der Fall Oury Jalloh sorgt weiter für Fragezeichen und sächsische Kinos dürfen sich über finanzielle Hilfen freuen. Die L-IZ fasst zusammen, was am Donnerstag, den 9. Juli 2020, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.
Der Stadtrat tagt: Leipzig verschiebt die Klimarettung um eine Woche + Video
Der Druck von außen wächst freundlich aber bestimmt. Die Omas for Future und die Parents bei der Übergabe der Klimawünsche an OB Jung. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserLeipzig war im vergangenen Oktober dem Beispiel vieler Städte gefolgt und hat den „Klimanotstand“ ausgerufen. Nun soll ein Sofortmaßnahmenprogramm folgen. Die Abstimmung darüber war eigentlich für Donnerstag, den 9. Juli, geplant. Doch weil kurzfristig noch einige Änderungsanträge hinzukamen, entschied sich die Mehrheit des Stadtrates, die Abstimmung um eine Woche zu verschieben.
Der Stadtrat tagt: Konzept für die Umweltbibliothek geplant, aber kurzfristig nicht mehr Geld
Stadtrat Michael Neuhaus (Die Linke). Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDie Umweltbibliothek hat einen hohen Stellenwert für vergangene und aktuelle Kämpfe der Umweltbewegung. Darüber herrschte im Stadtrat weitgehend Einigkeit. Kurzfristig mehr Geld bekommt sie dennoch nicht. Stattdessen soll die Verwaltung bis September ein langfristiges Konzept für den Erhalt der Einrichtung erarbeiten. Denkbar wäre, dass die Stadtbibliothek die Trägerschaft übernimmt.
Der Stadtrat tagte: Verwaltung hat jetzt aller zwei Jahre Berichtspflicht zum Ausbau des Radnetzes in Leipzig + Video
Die Baudezernentin Dorothee Dubrau (Parteilos) bei einer ihrer letzten Ratsversammlungen. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserEigentlich war es eher eine Informationsvorlage, die der Stadtrat zur Kenntnis nehmen sollte: Nach Jahren des Wartens hat das Dezernat Stadtplanung und Bau endlich ein neues Konzept „HauptnetzRad und Wegweisung SachsenNetz Rad“ erarbeitet, das das veraltete Konzept aus dem Radverkehrsentwicklungsplan von 2010 ersetzen soll. Was nicht nur die SPD zu der drängenden Frage brachte: Und wann kommt endlich der neue Radverkehrsentwicklungsplan?
Pfarrer Andreas Dohrn im Interview: „In kirchlichen Konflikten klare Kante zu zeigen, hat sich bewährt.“
Andreas Dohrn hat eine Meinung. Er ist aktiv und mischt sich in die Diskussion zu aktuellen Themen ein, so wie hier bei der Demo am 16. Mai gegen das unsolidarische Bündnis Widerstand2020. © Michael Freitag

© Michael Freitag

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 80, seit Freitag, 26. Juni im HandelEr ist engagiert und streitbar. Pfarrer Andreas Dohrn mischt sich ein und bringt sich ein. Zuletzt stritt er sich mit Finanzbürgermeister Torsten Bonew und beide blockierten sich gegenseitig auf Facebook, beim Rücktritt des Sächsischen Landesbischofs Carsten Renzing bohrte Dohrn so lange, bis sich etwas tat. Aber haben nun die Konflikte in der Gesellschaft zugenommen oder mischt er sich gern ein? Was hat Corona mit der hiesigen Kirche gemacht und warum hat die Peterskirche die Toiletten tagsüber nun immer geöffnet?
Der Stadtrat tagt: Feuerwerk soll reduziert werden – Verwaltung zweifelt Rechtmäßigkeit an
Stadtrat Jürgen Kasek (B 90/Die Grünen) am 20. Mai 2020 in der Kongresshalle zur Ratsversammlung. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserSilvesterfeuerwerk spaltet nicht nur die Meinungen jener, die es lieben oder hassen, sondern auch den Leipziger Stadtrat. Kaum eine Fraktion war sich am Donnerstag, den 9. Juli, einig, wie sie sich zu einem Antrag der Grünen verhalten soll, der auf eine deutliche Einschränkung des Feuerwerks abzielte. Am Ende gab es mehrheitlich Zustimmung. Die Verwaltung hat jedoch bereits erklärt, dass viele Maßnahmen rechtswidrig wären.
Der Stadtrat tagt: Die erste Fortsetzung der Juli-Sitzung im Livestream und als Aufzeichnung
Der Stadtrat tagt in der Kongresshalle am Zoo. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser/-innenEinen neuen Baubürgermeister gewählt, ein Statement gegen Islamfeindlichkeit beschlossen, die Termine für den Doppelhaushalt 2021/22 bestimmt und einiges mehr – das war der erste Teil der Ratsversammlung. Am heutigen Donnerstag geht es gleich weiter, unter anderem mit einer „klimapolitischen Stunde“. Die L-IZ wird darüber und über weitere Themen berichten. Ab circa 14 Uhr ist zudem ein Livestream verfügbar.
Endlich wieder vor Publikum: TheaterBundT freut sich aufs Freilufttheater mit „Don Quijote“
TheaterBundT: Don Qhijote. Foto: Clemens Albert

Foto: Clemens Albert

Für alle LeserDarf gespielt werden? Lange haben Theaterfreunde gezittert – jetzt gibt es auch von TheaterBundT die gute Nachricht: Ab Samstag, 18. Juli, gibt es wieder Sommertheater in Leipzig. In der Open-Air-Saison 2020 lockt der Cervantes-Klassiker „Don Quijote“ in einer denkbar kuriosen Inszenierung … Und das auch noch in Connewitz: auf der Freiluftbühne im „Willsons“ in der Bornaischen Straße 3.
Auch die Mitstreiter/-innen von „health for future Leipzig“ wenden sich mit einem dringenden Appell an die Ratsfraktionen
Melanie Gerhards mit einer Corona-Karikatur von Jörg Schwulst, die alles sagt. Foto: health for future Leipzig

Foto: health for future Leipzig

Für alle LeserAm heutigen Donnerstag, 9. Juli, hat der Stadtrat seine klimapolitische Stunde angesetzt. Ab 16 Uhr wollen sich Stadträtinnen und Stadträte intensiv mit den klimapolitischen Folgen für Leipzig beschäftigen. Initiativen wie „Fridays for Future“, „Parents for Future“ oder der BUND werden die Brisanz des Themas vor der Kongresshalle sichtbar machen, Und auch „health for future Leipzig“ meldet sich zu Wort. Denn viel zu oft wird vergessen, dass die Klimaerhitzung gravierende gesundheitliche Folgen haben wird.
Leipzigs Verkehrs- und Tiefbauamt arbeitet derzeit an acht Projekten zur Radwegmarkierung
Dittrichring: Hier soll jetzt endlich ein Radstreifen auf die Fahrbahn. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserGibt es eine Stagnation beim Leipziger Radwegebau? „In den letzten Monaten wurden trotz Freigabe und Anordnung kaum neue Radwege markiert“, stellte die Linksfraktion trocken in ihrer Anfrage für die Ratsversammlung fest. Schon am 10. März, noch vor dem Corona-Lockdown, veröffentlichte ja der ADFC seine Auswertung zum Leipziger Radverkehrsentwicklungsplan, der in diesem Jahr ausläuft. Die Bilanz war ernüchternd. Drei Viertel der geplanten Radfahrstreifen wurden nicht gebaut.
Was passiert eigentlich, wenn sich das Kraftwerk Lippendorf schon lange vor 2035 nicht mehr rentabel betreiben lässt?
Kohlerevier Vereinigtes Schleenhain Tagebau Peres. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle Leser„EnBW stellt sich beim Kohleausstieg quer“ titelte das „Handelsblatt“ am 30. Juni. EnBW sei nicht zufrieden mit den Details zum Ende der Kohleverstromung „und will den Vertrag zur Braunkohle vorerst nicht unterschreiben“, hieß es weiter. EnBW gehört der Kraftwerksblock S im Kohlekraftwerk Lippendorf im Leipziger Südraum. EnBW wäre durchaus bereit gewesen, den Block früher vom Netz zu nehmen. Deswegen erstaunte die Nachricht auf den ersten Blick.