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Thema

Fahrraddiebstahl

SPD-Stadtrat mahnt Sachsens Innenminister: Tun Sie endlich etwas gegen den Fahrradklau in Leipzig

Eins der größten Probleme, die Leipziger Radfahrer/-innen im ADFC-Fahrradklimatest immer wieder benennen, ist der Fahrraddiebstahl in der Stadt. Statistiken der Polizei lassen zumindest vermuten, dass in Leipzig besonders viele Fahrräder geklaut werden. Aber woran liegt das? Warum stapeln sich bei der Polizei die Anzeigen, ohne dass man den Dieben (von Einzelfällen abgesehen) auf die Spur zu kommen scheint? Ein Thema, das auch SPD-Stadtrat Andreas Geisler umtreibt.

Fahrraddieb mit Hilfe der Überwachungskamera identifiziert und festgenommen

Am Samstagabend gegen 23 Uhr sprach ein sichtlich aufgewühlter Mann eine Streife der Bundespolizei Leipzig am Leipziger Hauptbahnhof an und informierte die Beamten über den Diebstahl seines Fahrrades. Dieses hatte er 30 Minuten vorher abgestellt und an einem Fahrradbügel angeschlossen. Anschließend war er für eine kurze Zeit im Hauptbahnhof.

Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller zu den Vorwürfen gegen die sächsische Polizei

Aufgrund des Verdachts, dass eine Polizeibeamtin als Asservatenverantwortliche eine unbekannte Anzahl asservierter Fahrräder aus dem zentralen Asservatenbestand rechtwidrig verkauft haben soll, um sich am Erlös zu bereichern, hat die Polizeidirektion Leipzig am 5. Juli 2019 bei der Staatsanwaltschaft Leipzig Anzeige erstattet. Am 8. Juli 2019 hat die Polizeidirektion Leipzig aufgrund eigener Betroffenheit das Landeskriminalamt Sachsen gebeten, die Ermittlungen zu übernehmen. Die Ermittlungen unter Verfahrensleitung der Staatsanwalt Leipzig dauern noch an.

Kerstin Köditz: Wöller wusste früh vom „Fahrradgate“ – warum verschwieg er den Korruptionsskandal?

Die Morgenpost berichtet heute, dass Innenminister Roland Wöller (CDU) mindestens seit Ende 2019 von den Korruptionsermittlungen gegen zahlreiche Leipziger Polizeibeamte gewusst hat. Dazu erklärt Kerstin Köditz, in der Fraktion Die Linke zuständig für Innenpolitik: „Vier Jahre lang haben Schnäppchenjäger und Hehler in Uniform offenbar mehr als 1.000 sichergestellte Fahrräder illegal verscheuert – und der Innenminister entschied sich, trotz anderslautender Empfehlungen des Polizeipräsidenten vor Ort, den Korruptionsskandal zu verschweigen.“

Freitag, der 12. Juni 2020: Möglicherweise mehr als 100 Polizist/-innen in „Fahrradgate“ verwickelt

Sächsische Polizist/-innen sollen mehr als 1.000 gestohlene Fahrräder intern weiterverkauft haben. Das ist seit gestern bekannt. Heute wurde bekannt, dass es dabei wohl um mehr als 100 Verdächtige geht – auch außerhalb der Polizeidirektion Leipzig. Neuigkeiten gibt es auch zum Hotel Astoria und die „Omas for Future“ boten heute einen Hingucker in der Leipziger Innenstadt. Und auch für das Wochenende sind wieder viele Demonstrationen angekündigt. Die L-IZ fasst zusammen, was am Freitag, den 12. Juni 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.

Verdacht der Korruption in Polizeidirektion Leipzig – Bündnisgrüne verlangen umfassende Aufklärung

Zu den erst heute bekannt gewordenen, aber bereits seit 2019 andauernden Ermittlungen wegen des Verdachts der Korruption gegen insgesamt 13 Polizeibedienstete der Polizeidirektion Leipzig, die über 1.000 gestohlene und von der Polizei sichergestellte Fahrräder illegal weiterveräußert haben sollen, erklärt Valentin Lippmann, innenpolitischer Sprecher der Fraktion BBündnis 90/Die Grünen im Sächsischen Landtag: „Ich verlange umfassende Aufklärung über den Sachverhalt von Innenminister Prof. Roland Wöller.“

Leipzig liegt vor allem beim Diebstahl von Fahrrädern und Motorrädern vorn

Manche Zeitungen sind ja schnell mit Vokabeln zur Hand wie „Diebstahlshochburg“ oder „Hauptstadt der Wohnungseinbrüche“, auf Leipzig in den letzten Jahren gern angewandt. Innerhalb Sachsens sticht die Messestadt tatsächlich bei etlichen Straftaten zahlenmäßig hervor. Aber einen Vergleich innerhalb der sächsischen Kreise musste Enrico Stange, der innenpolitische Sprecher der Linken im Landtag, jetzt trotzdem erst abfragen.

Fahrraddiebstahl ging 2018 in Leipzig spürbar zurück, aber sichere Abstellanlagen fehlen trotzdem

Als die SPD-Fraktion im Leipziger Stadtrat im September 2018 anfragte, war das Entsetzen in Leipzig noch frisch: 2017 waren in der Stadt so viele Fahrräder als gestohlen gemeldet worden wie noch nie zuvor. Leipzig schien auf dem direkten Weg zur Fahrraddiebstahls-Hauptstadt zu sein. Die Antwort aus dem Planungsdezernat gab es jetzt fast ein halbes Jahr später. Immerhin ging es auch um die brennende Frage nach sicheren Abstellanlagen.

In Leipzig wurden 2017 über 10.000 Fahrräder als gestohlen gemeldet

Es ist nicht nur im ÖPNV so, dass die verantwortliche Politik die Zeichen der Zeit nicht erkennen will und sich schwertut mit dem Umsteuern. Es betrifft auch das Radfahren. Immer mehr Leipziger sind mit dem Fahrrad unterwegs. Wo aber mehr Fahrräder im Verkehr sind, wird auch mehr gestohlen. 2017 gab es erstmals über 10.000 gemeldete Fahrraddiebstähle in Leipzig. Genauer: 10.027.

Nicht nur bei Fahrrädern explodieren die Diebstahlszahlen in Leipzig

Eins wurde nach der Sitzung des Kriminalpräventiven Rates (KPR) der Stadt zum Thema Fahrraddiebstahl am Montag, 16. Oktober, deutlich: Eigentlich weiß man über die Fahrraddiebe wenig bis nichts. „Bei Aufklärungsraten unter 10 Prozent auch nicht anders zu erwarten“, sagte Jens Galka, Leiter der Polizeidirektion Leipzig, am Dienstag zur Pressekonferenz.

Leipzigs Fahrraddiebstähle haben auch was mit Beschaffungskriminalität zu tun

Leipzigs Polizisten reden ungern über ihre Arbeitsbedingungen. Da sind sie loyal gegen einen Innenminister, der so viel Loyalität schon lange nicht mehr verdient hat. Was sie sich aufhalsen, weil schlicht die Leute fehlen, fragt ja zum Beispiel der Landtagsabgeordnete der Linken, Enrico Stange, regelmäßig ab. Dass Personalmangel bei der Polizei den Fahrraddieben in die Hände spielt, gibt es jetzt schwarz auf weiß.

Was können die Leipziger selbst tun, um ihre edlen Rösser vor Dieben zu schützen?

Die Meldung war vielverheißend: „Stadt Leipzig und Polizei planen Konzept gegen Fahrraddiebstahl“. Das klang so, als hätten beide schon Ideen, wie man den Fahrraddieben in Leipzig das Handwerk legen könnte. Denn im letzten Jahr hat sich die Stadt an der Pleiße ja bekanntlich beinah zur deutschen Hochburg der Fahrraddiebstähle gemausert. Aber nur beinah: Münster hat noch die Nase vorn. Was eigentlich eine gute Nachricht ist.

ADFC fordert sichere Abstellmöglichkeiten in den Städten und mehr Personal bei der Polizei

Immer mehr Menschen in Sachsen fahren im Alltag Fahrrad, auch der Wert der Fahrräder legt von Jahr zu Jahr zu. Leider steigt auch im gleichen Maße der Fahrraddiebstahl an. Wie aktuelle Zahlen des LKA Sachsen zeigen, sind in Sachsen besonders Dresden und Leipzig von Fahrraddiebstahl betroffen. In Dresden kommen auf 1000 Einwohner knapp 7 gestohlene Fahrräder, in Leipzig wurden letztes Jahr 9.642 Räder als gestohlen gemeldet, was mehr als 18 Rädern pro 1.000 Einwohnern entspricht. Innerhalb der letzten zehn Jahre entspricht das einer Steigerung um über 100 % in der Messestadt. Im bundesweiten Durchschnitt kommen auf 1.000 Einwohner lediglich 4 gestohlene Fahrräder.

E-Bikes und Pedelecs benötigen auch besondere Sicherungsmaßnahmen

Insbesondere die Fahrt mit einem E-Bike oder Pedelec ist mit viel Spaß verbunden. Allerdings hört der Spaß schnell auf, wenn das wertvolle Zweirad gestohlen wird. Die gerade im Sommerhalbjahr hohe Präsenz dieser Fortbewegungsmittel ruft natürlich auch Ganoven auf den Plan. Bei Dieben stehen diese kostenintensiven Fortbewegungsmittel hoch im Kurs – auch weil der daran befindliche Akku äußerst wertvoll ist.

Wie geht Leipzigs Verwaltung mit Schrottfahrrädern um?

9.642 Fahrraddiebstähle wurden 2016 bei der Leipziger Polizei angezeigt. Im Jahr davor waren es "nur" 6.851 gewesen. Nicht alle Diebstähle scheinen auf das Konto von Diebesbanden zu gehen, die systematisch hochpreisige Drahtesel stehlen und dann organisiert außer Landes schaffen. Manche geklauten Drahtesel landen dann einfach als Schrottmühle an einem der Leipziger Bügel. Und dann?

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