Eine wachsende Stadt wie Leipzig braucht auch mehr Spielplätze

Leipzig wächst und wächst und wächst. Und die Kinderzahlen wachsen auch. Und das bedeutet, dass auf einmal auch in Stadtteilen Kinder toben, wo sich bislang Oma und Opa gute Nacht gesagt haben. Und es ist hier wie bei Kitas und Schulen: Der Bedarf wächst schneller als die Planungen der Stadt. Da muss jetzt nachgelegt werden, beantragt die Grünen-Fraktion für den nächsten Doppelhaushalt.

„Seit 2009 bemühen wir uns jedes Jahr um mehr Geld für Spielplätze im öffentlichen Raum und in den Schulen und Kitas. Meine Fraktion war damit jahrelanger Treiber, um den teils katastrophalen Zuständen der städtischen Spielplätze entgegenzuwirken“, erzählt dazu Michael Schmidt, familienpolitischer Sprecher der Fraktion. „Durch die Initiativen meiner Fraktion konnten so in den vergangenen Jahren zahlreiche Sanierungen vorangetrieben und sogar Neubauten realisiert werden. Auch auf den Schulhöfen, wo die Spielgeräte vielerorts gesperrt oder ganz rückgebaut waren, konnten viele Verbesserungen erreicht werden, die aber auf einem hohen Niveau verstetigt werden müssen.“

Stefanie Gruner, Kinder- und Familienbeirätin der Fraktion und Stadtbezirksbeirätin im Leipziger Südosten: „Der Stadtrat hat im Frühjahr der Wichtigen Angelegenheit des Stadtbezirksbeirats (SBB) Nordwest zugestimmt, auf dem Schillerplatz einen Spielplatz zu errichten. Dieser ist bislang aber finanziell ebenso wenig im Haushaltsplan vorgesehen, wie der aktuell vom SBB Südost beantragte Bau eines Spiel- und Bolzplatzes im Umfeld der Alten Messe. Die wenigen bestehenden Spielplätze im Südosten sind aber bereits jetzt schon vollkommen überlastet, der Verschleiß ist immens. Wenn wir auch weiterhin dem Vorsatz der familienfreundlichen Stadt entsprechen wollen, brauchen wir mehr Freiräume für die Kinder und Jugendlichen und ihre Familien. Mit der wachsenden Kinderzahl müssen auch die Angebote für diese mitwachsen. Dies ist gut angelegtes Geld!“

Laut Maßnahmeplan der Stadtverwaltung sollen in den nächsten beiden Jahren folgende Spielplätze neu gebaut werden, ohne dass dabei die aktuell zum Beschluss stehende Wichtige Angelegenheit des Stadtbezirksbeirats Südost (der Spielplatz an der Prager Straße) berücksichtigt ist:

2017 ist die Realisierung des Spielplatzes Alte Bäckerei in Großzschocher geplant (Kosten 150.000 Euro). Ebenso muss nach Stadtratsbeschluss auch am Schillerplatz in Wahren ein Spielplatzneubau realisiert werden (Kosten ca. 150.000 Euro).

2018 soll der Spielbereich Landsberger Straße/Max-Liebermann-Straße geschaffen werden (Kosten ca. 200.000 Euro)

2019 ist der Ersatzneubau des verschlissenen Spielplatzes an der Etzoldschen Sandgrube geplant (Kosten ca. 200.000 Euro)

Und nicht nur neu gebaut werden müssen Spielplätze, wo jetzt auf einmal mehr Kinder wohnen.

„Die wachsende und sich verdichtende Stadt lässt zugleich den Nutzungsdruck auf den bestehenden Plätzen steigen und zieht auch neue Bedarfe an bislang unterversorgten Orten nach sich“, sagt Schmidt. „Hier müssen wir ansetzen und das nötige Geld in die Hand nehmen. Die Stadtbezirksbeiräte in Nordwest und Südost haben bereits Bedarfe aufgezeigt, der Stadtrat diese teils schon bestätigt und so Arbeitsaufträge an die Verwaltung ausgereicht, die über die im Haushaltsplanentwurf vorgesehenen Maßnahmen und Finanzbedarfe hinausgehen.“

Ganz so lange hat Leipzigs Verwaltung das Thema Spielplätze tatsächlich noch nicht ganz oben auf der Agenda. Das Programm zur Instandhaltung und Entwicklung öffentlicher Spielplätze wurde im Februar 2012 vom Stadtrat mit einer Laufzeit bis 2017 und einem jährlichen Budget von 250.000 Euro beschlossen. Was eindeutig noch nicht reicht, um die bestehenden Spielplätze instand zu halten. Mit dem Doppelhaushalt 2015/16 wurde das Budget auf 300.000 Euro erhöht. Doch auch die momentan verfügbaren Mittel sind nicht ausreichend, um den Sanierungsstau wirksam abzuarbeiten und gleichzeitig eine Pflege der Spielanlagen im notwendigen Umfang gewährleisten zu können, schätzen die Grünen ein. „Da durchschnittlich 40.000 Euro pro Spielplatzsanierung notwendig sind, lassen sich mit dem momentan vorhandenen Geld lediglich 8 bis 12 Spielplätze jährlich sanieren. Bei 300 öffentlichen Spielplätzen in der Stadt mit einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von 15 bis 20 Jahren sind entsprechend 15 bis 20 Spielplätze jährlich zu sanieren und somit mehr Mittel nötig, um einen weiteren Sanierungsstau abzuwenden.“

Was dann Michael Schmidt zu der Einschätzung bringt: „Mehr Geld für Spielplätze bedeutet nicht nur eine Beschleunigung der Realisierung der dringlichen Bedarfe, sondern auch die Berücksichtigung der im Zuge der Bevölkerungsprognose erkannten weiteren Notwendigkeiten bei der Schaffung zusätzlicher Angebote. Zudem müssen die bestehenden Anlagen aufgrund des gestiegenen Nutzungsdrucks saniert und gepflegt werden. Die bislang vorhandenen Mittel sind dafür unzureichend. Ich freue mich daher außerordentlich, dass nach den jahrelangen Bemühungen meiner Fraktion um die Leipziger Spielplätze, nun endlich auch die anderen Fraktionen diese Notwendigkeiten erkannt haben und mit eigenen Initiativen ebenso zusätzliche finanzielle Mittel einfordern.“

Grünen-Antrag „Programm zur Instandhaltung und Entwicklung öffentlicher Spielplätze 2018-22“.

Grünen-Antrag „Budget für Spielplatzneubauten dem Planungsstand anpassen“.

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SpielplätzeLeipziger Doppelhaushalt 2017/2018
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