20. Louise-Otto-Peters-Tag am 23. und 24. November: Kunst und KünstlerInnen im Umfeld von Louise Otto-Peters

Das Motto, das Louise Otto-Peters 1849 ihrer neugegründeten "Frauen-Zeitung" gab, klingt 2012 so modern wie damals: "Dem Reich der Freiheit werb' ich Bürgerinnen". Der Kampf um eine "Frauenquote" in deutschen Aufsichtsräten ist nur ein leiser, schamhafter Nachklang dieses Anspruches. Es ist mal wieder Zeit für einen Louise-Otto-Peters-Tag. Eigentlich sind's sogar drei Tage.
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Seit 1993 organisiert die Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e.V. den Louise-Otto-Peters-Tag als ihre Jahrestagung. Mehr als 100 Referentinnen und Referenten aus der BRD, Frankreich, Großbritannien, Belgien und den USA stellten seitdem in Leipzig ihre neuesten Forschungsergebnisse zu den Begründerinnen der deutschen Frauenbewegung und deren Umfeld vor. Einige von ihnen beteiligten sich mehrmals an der Tagung. Neben Vorträgen universitärer WissenschaftlerInnen standen Beiträge von privat und ehrenamtlich Forschenden, von VertreterInnen städtischer Gremien, Vereinsfrauen und SchülerInnen auf dem Programm. Thematisiert wurde ebenso die Lage der Frauen in anderen Ländern und Kontinenten. Und neben dem Blick in die Historie steht immer auch die Diskussion der Lebenssituation von Frauen heute, von Fragen aktueller Gleichstellungs- und Genderpolitik.

Ab dem dritten Louise-Otto-Peters-Tag wurden die Beiträge der Tagungen in der Schriftenreihe LOUISEum dokumentiert. Im Louise-Otto-Peters-Archiv (das sich in der Dresdner Straße 82 befindet) stehen diese allen Interessierten zur Verfügung.

Am Freitag, 23. und Sonnabend, 24. November, lädt die Louise-Otto-Peters-Gesellschaft nun zum bereits 20. Louise-Otto-Peters-Tag ein, mit Vorträgen von Johanna Ludwig, Dr. Christel Hartinger, Barbara Kunze, Dr. Gisela Licht und Nicole Waitz (alle Leipzig), Rita Jorek (Markkleeberg), Magdalena Gehring (Dresden), Dr. Irina Hundt (Schwielowsee), Dr. Marion Freund (Bonn), Verena Liu (Weimar) und Dr. Carol Diethe (Großbritannien).
Ergänzt wird die Tagung durch eine musikalisch-literarische Abendveranstaltung am Freitag, 23. November, ab 19:30 Uhr: Studentinnen der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig spielen Werke der englischen Komponistin Ethel Smyth (1859-1944). Gelesen werden unterhaltsame Texte aus der Zeitschrift „Neue Bahnen“ des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins. Diese Veranstaltungen finden, gefördert von der Bürgerstiftung Leipzig, im Heinrich-Budde-Haus (Lützowstraße 19) statt.

Und nachdem Frau und Man zwei Tage in warmen Räumen saßen, geht es am Sonntag, 25. November, an die frische Luft: Der Stadtspaziergang „Musikstadt weiblich“ zum Abschluss beginnt um 10:30 Uhr ab Thomaskirchhof und stellt Frauen auf der Notenspur vor.

Denn bis heute – und bis in alle Aufsichtsräte gilt: Hinter jedem erfolgreichen Mann steht mindestens eine Frau. In der Regel ist sie mit Putzen, Kochen und Kindererziehen beschäftigt.

Alle InteressentInnen sind herzlich eingeladen, teilt die Louise-Otto-Peters-Gesellschaft mit.

Der Stadtspaziergang „Musikstadt weiblich. Frauen auf der Notenspur“ hat am Sonntag, 25. November, 10:30 Uhr Premiere. Gerlinde Kämmerer hat den Rundgang „Musikstadt weiblich“ als einen anderen Blick in Leipzigs Musikgeschichte neu entwickelt.

Frauen in der Musik mussten lange um die Anerkennung ihrer Professionalität kämpfen. Im 18. Jahrhundert war die Sängerin-Laufbahn eine der wenigen Berufsmöglichkeiten für Frauen. Die berufliche Existenz als Orchestermusikerin blieb bis in das 21. Jahrhundert problematisch. Noch immer selten ist die Aufführung von Werken einer Komponistin, und ganz ungewöhnlich bis heute ist der Auftritt einer Dirigentin. Die Stadtführung schlägt einen zeitlichen Bogen vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Vorgestellt werden unter anderen Bachs Frauen und Töchter, die Sängerinnen Thekla Battka, Livia Frege und Elise Polko, die Pianistinnen Henriette Voigt und Clara Wieck-Schumann, die Salonière Ch. M. v. Ziegler, die Musikschriftstellerin La Mara, die Harfenmädchen, die Komponistin Ethel Smyth, Musikerinnen im Gewandhausorchester.

Vom Thomaskirchhof geht’s bis zum Gewandhaus. Dauer ungefähr 2 Stunden. Teilnahmegebühr: 7 Euro (ermäßigt 5 Euro).

Das Programm zum Louise-Otto-Peters-Tag und alle Informationen zur Gesellschaft findet man hier:
www.louiseottopeters-gesellschaft.de


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