Lichtfest 2014: Präsidialer Festakt, digitaler Stadtfunk und die Frage nach dem Freiraum für kritisches Denken

Wenn es nach der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH (LTM) geht, die für das Ganze den Hut auf hat, dann wird das Lichtfest 2014 mindestens so groß und gewaltig wie das von 2009. Mit 100.000 bis 150.000 Besuchern rechnet Marit Schultz, die Prokuristin der LTM, am 9. Oktober in Leipzig. Mit den Anzugträgern aus Nah und Fern wird an diesem Tag schon ab 11 Uhr gefeiert. Das Volk bekommt - wie 1989 - ab 6 Uhr Stadtfunk zu hören.

In gewisser Weise ist das alljährliche Lichtfest in Leipzig ein immer etwas anderer Versuch, die Friedliche Revolution künstlerisch zu kommentieren. Mal mit Ballett, mal mit Sprechgesang, immer wieder mit Videoinstallationen. 2009 wurde der halbe Ring mit Installationen und Performances gespickt. 2014 ist zwar ganz offiziell der 25. Jahrestag des 9. Oktober 1989, der damals endgültig den Stöpsel aus der Flasche eines aufgeblasenen Möchtegern-Sozialismus zog. Aber der eigentlich geplante Höhepunkt des Jubiläums fällt ja zum Glück aus: die Einweihung eines Freiheits- und Einheitsdenkmals auf einem Platz der Friedlichen Revolution.

Wenn erst einmal Denkmäler gebaut werden, dann beginnt das Gedenken, wie es politische Würdenträger gern haben – mit Kränzen und schwerfälligen Reden und dem amtlichen Wundern darüber, dass man damals gar nicht dabei war. Wenn die Denkmäler eingeweiht werden, hört für gewöhnlich auch das Nachdenken auf. Auch über das Verwirrende, Komplexe, Unberechenbare der geschichtlichen Ereignisse. Denn 2014 fällt noch mehr als in den Vorjahren auf, was für ein seltenes Stück Veränderung die Leipziger und die Ostdeutschen da erlebt haben – ohne Gewalt, ohne Schüsse auf dem Augustusplatz, ohne brennende Barrikaden oder Rathäuser. Das ist kostbar. Und es fällt mitten in das Jahr des Edward Snowden.

Die LTM hat das Lichtfest 2014 zwar unter kein Motto gestellt, sondern nur lauter Künstler aus Europa eingeladen, die den Leipziger Innenstadtring mit Installationen, Videos, Musik, Tanz und Performance bespielen. Doch unübersehbar greifen die meisten das alte und immer neue Thema des Überwachungsstaates auf. Das tut auch der Kölner Künstler Mischa Kuball, der auf dem Rossplatz an der Ecke zum Peterssteinweg eine Installation mit dem Titel „white space“ bauen wird. Ein künstlerisches Spiel mit dem Begriff Frei-Raum: „Freies Denken braucht freien Raum“ wäre ein Motto für diese Installation, zu der Kuball durch ein Transparent angeregt wurde, das 1989 kurzzeitig an eine Leipziger Hausfassade zu sehen war. Darauf war zu lesen: „kritisches Denken braucht Zeit & Raum – hier & überall“.
Das Transparent will Kuball zum 25. Jubiläum des friedlichen Herbstes auch in Leipzig wieder aufhängen. Das Museum der bildenden Künste hat sich schon bereiterklärt, es zu flaggen. „Aber es soll in ganz Deutschland an die Zeit erinnern“, sagt Kuball. Er hat schon einige der großen deutschen Kunstgalerien von Köln bis München überredet, bei der Aktion mitzumachen. Nur in Berlin taten sich die offiziellen Behörden schwer. Es wird trotzdem hängen – am Haus der „taz“.

Seine Installation am Ring aber zeigt, dass Freiraum auch deutbar ist. Vier Strahlermasten baut er um ein abgezäuntes Viereck und lässt die viereckige Fläche mit 70.000 Watt bestrahlen. Das ist so hell, dass niemand diesen Raum wird betreten dürfen. Womit auch jene Räume assoziiert sind, die heute immer noch hell ausgestrahlt werden wie einst die Sperrstreifen der DDR-Grenze. Wer sich in dieses Licht wagt, steht im Schussfeld der Grenzer oder der Blicke der Außenstehenden. Der Freiraum wird zur Gefahrenzone. Licht ist Macht. Nur die im Dunkeln sieht man dann nicht.

Und Mächtige hüllen sich gern in Dunkel. Die Scheinwerfer richten sie immer nur auf die, die unbotmäßig Grenzen überschreiten wollen. Und nicht nur Licht ist Macht. Auch Worte sind Macht. Das kann man auf die Performance von Claudius Nießen „Return on Investment“ vor dem Gebäude der Commerzbank am Dittrichring beziehen. Das kann man aber auch auf die Wiederauferstehung des alten Leipziger Stadtfunks beziehen, den am 9. Oktober diesmal das Leipziger Online-Radio detektor.fm bespielen will. Dafür werden um den Ring die Lautsprecher wieder montiert, wie sie bis in die frühen 1990er Jahre dort hingen und die Wartenden an den Haltestellen mit Leipziger Nachrichten beschallten. Am 9. Oktober 1989 wurde über den Stadtfunk auch der Aufruf der Sechs verlesen, der mit dazu beitrug, dass die Demonstration der 70.000 – nein, der 100.000 friedlich blieb.

Das muss man ja immer wieder als Fußnote anmerken: Die Zahl 70.000 wird nun seit Jahren kolportiert, obwohl sowohl die damaligen Polizeiberichte als auch neuere Auszählungen durch Leipziger Wissenschaftler bestätigen, dass wohl mindestens 100.000 Menschen an diesem gefahrvollen Montagabend in der Leipziger Innenstadt demonstrierten.

Sie alle bekamen die schnarrende Ansage von Kurt Masur zu hören, der den Aufruf der Sechs im Stadtfunk vorlas. Installiert hatte den Stadtfunk 1945 die sowjetische Besatzungsmacht. An 75 Haltestellen im Stadtgebiet in Leipzig, Taucha und Markkleeberg hingen diese Lautsprecher, die wie im stalinschen Russland die offiziellen Nachrichten der Mächtigen auf die Plätze erschallen ließen. Für diese offiziellen Verkündungen der Besatzungsmacht gab es später keinen Anlass mehr. Da schallten dann vor allem Kulturnachrichten und Veranstaltungstipps aus den Boxen.

Detektor.fm kann natürlich nicht mehr auf das alte Kabelnetz zurückgreifen. Das gibt es nicht mehr. Deswegen will man seine Einspielungen am 9. Oktober ab 6 Uhr per LTE auf die Lautsprecher bringen. Interviews mit Zeitzeugen darunter, eine Klangcollage, die an der HGB entstand, den Aufruf der Sechs, damit sich alle Leipziger wieder fühlen wie zu Hause. Und dazwischen, so kündigt Christian Bollert von detektor.fm an, auch Musik aus dem Jahr 1989.

Im Grunde kann, wer will, die ganze Innenstadt an diesem Tag als eine einzige Inszenierung des 9. Oktober 1989 erleben. Schon ab 11 Uhr gibt es den nächsten, offiziösen Teil der Inszenierung. Dann beginnt im Gewandhaus der Festakt mit den geladenen Gästen. Diesmal wird die Rede zur Demokratie, die sonst in der Nikolaikirche zu hören war, in diesen Festakt integriert. Diesmal hält sie Bundespräsident Joachim Gauck, womit diese Reden nun endgültig auf höchstem politischem Parkett angekommen sind. Und vor höchstem politischen Publikum, denn im Saal werden auch die Präsidenten von Ungarn, Polen, der Tschechischen und der Slowakischen Republik sitzen. Hinterher wandeln alle fünf Präsidenten ins Neue Rathaus und tragen sich dort ins Goldene Buch der Stadt ein.

Der Festakt samt Rede zur Demokratie wird auch per Videowand auf den Augustusplatz übertragen. Dasselbe gibt es am Nachmittag, wenn um 17 Uhr das traditionelle Friedensgebet in der Nikolaikirche zelebriert wird. Auch dort mit präsidialer Würde im Publikum. Deswegen müssen diesmal – anders als am 9. Oktober 1989 – auch sämtliche Gänge in der Kirche freigehalten werden. Aus Sicherheitsgründen, sagt Superintendent Martin Henker. Dafür wird alles, was in der Kirche passiert, ebenfalls nach draußen übertragen – auf den Nikolaikirchhof und auf den Augustusplatz. Außerdem ins MDR-Fernsehen, was Henker recht froh stimmt. Denn diesmal ist nicht nur ein hochkarätiger Gast zum Friedensgebet eingeladen – James A. Baker, seinerzeit als US-Außenminister an den „Zwei-plus-Vier-Verhandlungen“ beteiligt, die den Weg ebneten zur deutschen Wiedervereinigung. Auch die Arbeitsgruppen, die damals im Schutz der Kirche den Boden für die Veränderungen bereiteten, werden ihren Auftritt bekommen – darunter auch jene Gruppe, die am Vortag des 9. Oktober die 25.000 Flugblätter anfertigte, die im ganzen Stadtgebiet verteilt wurden und zum friedlichen Demonstrieren aufforderten. Im Unterschied zum Aufruf der Sechs waren es hier die Bürgerrechtler selbst, die die Regeln für einen friedlichen Dialog formulierten. Der Aufruf der Sechs am 9. Oktober war aber deshalb wichtig, weil sich hier erstmals auch drei Leipziger SED-Funktionäre zum friedlichen Dialog bekannten.

Manchmal sind es die Nuancen, die wichtig sind.

Und das hat sich bis heute nicht geändert. Was dann auch Claudius Nießen in seiner Live-Performance an der Commerz-Bank zeigen will. Er habe sich, sagt der Autor und Geschäftsführer des Literaturinstitutes, die wohl wichtigste Zahl zur Wiedervereinigung genommen und mit Zitaten und Querverweisen verarbeitet, um in der wirtschaftlichen Dimension der Wiedervereinigung auch die individuelle Geschichte sichtbar zu machen: 2 Billionen.

2 Billionen Euro soll die Wiedervereinigung nach einigen Quellen bis heute gekostet haben. Aber wenn man so rechnet, wird das Ganze zu einem reinen Kaufakt. Logisch, dass sich viele Ostdeutsche darin nicht wiederfinden, denn damit wird die Einheit zu einer Schuldfrage, bei der logischerweise auch die Frage steht: Wer hat denn eigentlich die Rendite eingestrichen? Und was hat der Einzelne davon? – Das geht bis hin zu den Fragen von Teilhabe und Teilnahme, stellt Nießen fest. Wer’s hören will, kann ja dann am am 9. Oktober stehen bleiben, wenn er so ungefähr die Hälfte des 3,6 Kilometer langen Ringes abgelaufen hat. Es ist Station Nummer 10 von insgesamt 16 Kunstprojekten.

Auf dem Augustusplatz geht es übrigens am 9. Oktober um 19 Uhr los. Sieben offizielle Reden sind geplant. Marit Schultz rechnet mit ungefähr einer halben Stunde Redezeit, dann beginnt das beliebte Kerzenanzünden, um die Lichter dann wieder in der großen „89“ auf dem Augustusplatz aufleuchten zu lassen. 25.000 Kerzen will die LTM wieder verteilen. Und weil mehr als 100.000 Menschen heute nicht mehr bequem auf den völlig verbauten Augustusplatz passen, soll es diesmal auch Videoübertragungen auf den Richard-Wagner-Platz und den Kleinen Willy-Brandt-Platz am Hauptbahnhof geben.

Und weil man schon frühzeitig mit dem Aufbau der Bühnen und Installationen beginnt, gibt es schon ab 16 Uhr Umleitungen für den Verkehr.

Dazu morgen mehr an dieser Stelle.

http://lichtfest.leipziger-freiheit.de


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