Zum siebten Mal wurde der „Graf Ludo“-Preis für Spielegrafiker ausgelobt. Auch Erfolgsautor Klaus-Jürgen Wrede („Carcassone“ und viele andere) folgte der Verleihung aufmerksam und sprach kurz mit der L-IZ. Die Preise gingen in diesem Jahr an „Abyss“ im Vertrieb von Asmodee in der Kategorie Familienspiele und an „Alle Vögel sind schon da“ von Amigo bei den Kinderspielen. Beide ausgezeichneten Grafiker, Xavier Collette aus Belgien und Oliver Freudenreich, konnten nicht anwesend sein.

Dennoch wirkten die Vertreter der Verlage an ihrer Stelle aufrichtig begeistert über die Preise. Xavier Collette zeigte sich in einem als Pressemitteilung verteilten Vorabinterview sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit mit dem französischen Verlag Bombyx: „Dass wir fünf verschiedene Cover auf den Markt bringen, die auch so auf die Illustration beschränkt sind, ist schon toll. Dass aber sogar noch ein eigenes Art-Buch zum Spiel erscheint ist wirklich einmalig, dafür danke ich sehr.“ Ansonsten findet der Belgier die Anerkennung für Grafiker noch ausbaufähig, nicht selten bekomme er die Frage gestellt, was denn sein „richtiger Job“ sei. Daran könnte die Auszeichnung mit dem in Fachkreisen inzwischen renommierten „Graf Ludo“ vielleicht etwas ändern. 1.000 Euro Preisgeld helfen den, oft als Freiberuflern arbeitenden, Grafikern auf jeden Fall ein Stück weiter.

In der Begründung der Jury heißt es unter anderem: „Das Spiel Abyss behält auch nach dem Öffnen der ungewöhnlichen Schachtel Verführungskraft. Das liegt vor allem an der gewählten Farbkombination, an den Lichteffekten sowie an der Perspektive, die eine Art Arena in den Mittelpunkt stellt. Man will sofort wissen, was dort passiert.“ Die Spielidee dreht sich um die Wahl des neuen Meereskönigs, bei der die Spieler die Ältesten auf ihre Seite ziehen müssen. „Dabei wird das Spiel aber nie zu komplex“, so Asmodee-Geschäftsführerin Carol Rapp. „Ich begleite das Spiel schon vom ersten Prototyp an und die Spieldauer von 60 Minuten und die Idee machen es absolut familientauglich.“

Die Bedeutung des Preises hob auch Spieleautor Klaus-Jürgen Wrede hervor: „Ich glaube der Erfolg von Carcassonne wäre ohne passende Grafik gar nicht denkbar. Ich bin dabei ein Autor, der gerne einen kompletten Prototypen vormalt, auch wenn das durch Änderungen oft vergebliche Arbeit ist. Manchmal ist es überraschend, was ein Grafiker daraus noch zaubert, seltener muss man sich von den eigenen Vorstellungen lösen und erst mit dem Ergebnis anfreunden.“ So der Spiele-Kreateur gegenüber L-IZ.de.

Im Falle des Kinderspiels „Alle Vögel sind schon da“ hob Jurymitglied Willy Weber hervor: Oliver Freudenreich hat den einzelnen Vögeln in lockerem Stil Charakter gegeben. Dennoch ist die Vogelart immer identifizierbar und die Geschenke der Besucher der großen Vogelparty sind noch einmal eine Spur markanter in Strichführung und Farbgebung.“

Dies könnten genau die Vorraussetzungen sein, die Burkhard Jung ansprach. „Gerade beim Spielen mit Kindern fällt auf, dass diese sich noch viel unmittelbarer von der Gestaltung eines Spiels begeistern lassen. Ich denke aber, auch wir Erwachsene können dies noch nachspüren.“ Ganz in diesem Sinne hatte Hartmut Kommerell von der Spiele-Autoren-Zunft empfohlen: „Lassen Sie sich das innere Kind nie verbieten.“

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