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Asylunterkunft Braunstraße: Wie eine Pension für Geflüchtete

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    Viele Interessierte nutzten am Freitagnachmittag die Einladung der Landesdirektion Sachsen, sich ein eigenes Bild von der neuen Asylunterkunft in der Braunstraße 3-5 zu machen. Hier sollen am Montag zunächst 50 Geflüchtete ankommen. Ausgelegt ist die Einrichtung für bis zu 600 Personen. Sie sollen in der nahe gelegenen BAMF-Außenstelle ihren Asylantrag stellen und möglichst nur einmal hier übernachten.

    Als sich um 15:30 Uhr die Tore öffneten, warteten schon mehrere Dutzend Menschen davor. Sie wollten sich anschauen, wie die ursprünglich als Notunterkunft geplante Erstaufnahme für Geflüchtete in der Braunstraße 3-5 eingerichtet ist. Binnen weniger Minuten strömten etwa 100 Menschen auf das von zahlreichen Security-Mitarbeitern und einigen Polizisten bewachte Gelände. Sie hörten sich an, warum und wie die Geflüchteten hier leben sollen und besichtigten die verschiedenen Containerräume.

    Anderthalb Stunden zuvor führten Vertreter von Landesdirektion und Rotem Kreuz bereits Journalisten durch die Einrichtung. Eine Notunterkunft – so wie ursprünglich geplant – sei es nicht geworden. Seit Europa die Balkanroute geschlossen hat, erreichen deutlich weniger Flüchtende als noch in den Vormonaten Deutschland. Am Montag sollen zunächst 50 Personen in die Erstaufnahme im Leipziger Nordosten einziehen. Insgesamt ist die Kapazität auf 600 Personen ausgelegt.

    Zur sportlichen Betätigung gibt’s Tischtennisplatten und einen kleinen Basketballplatz. Foto: René Loch
    Zur sportlichen Betätigung gibt’s Tischtennisplatten und einen kleinen Basketballplatz. Foto: René Loch

    Ein Vertreter der Landesdirektion verglich die Unterbringung von Geflüchteten an diesem Standort mit einem „Hotelbetrieb“ beziehungsweise einer Pension. Länger wohnen soll hier zunächst niemand. Wer hierher kommt, soll in der nahe gelegenen Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) seinen Asylantrag stellen und in der Regel eine Nacht in der Braunstraße verbringen. Anschließend würden die Geflüchteten in andere Unterkünfte umziehen.

    Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) übernimmt die Betreibung der Einrichtung. Der Heimleiter ist einer von fast 1.000 „Quereinsteigern“: Imad Schalhoub kam vor 15 Jahren aus Syrien nach Deutschland, engagierte sich im vergangenen Herbst in der Messehalle 4 als Dolmetscher und wurde später Assistent der Einrichtungsleitung. Nun ist er für die Geflüchteten in der Braunstraße verantwortlich.

    Jeder Bewohner erhält eine persönliche Karte, mit der er sich am Ein- und Ausgang oder bei der Essensausgabe ausweisen muss. Auf dem Gelände gibt es neben den Containern, die jeweils aus etwa einem Dutzend Sechs-Bett-Zimmern bestehen, Sanitäranlagen für Männer und Frauen, einen Verpflegungsraum sowie Tischtennisplatten und einen kleinen Basketballplatz. Spezielle Sprach- und Bildungsangebote seien in Anbetracht der kurzen Verweildauer der Geflüchteten nicht geplant.

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