Demonstrationsbeobachtungen

#LE1803 in Leipzig: Mit dem 12. Dezember 2015 nicht zu vergleichen + Video

Für alle LeserZeit für ein bisschen Demonstration, Berichte und die bange Frage bei einigen: wird alles „gut gehen“? Wie different allein diese Frage ist, zeigte vorab der Blick auf die verschiedenen Perspektiven, die jeder auf einen solchen Tag wie den heutigen hat. Die Polizei drohte ein bisschen im Vorfeld und kontrollierte bereits am Abend vor dem Samstag im Leipziger Süden Passanten. Seit 10 Uhr sind nun heute die ersten auf den Beinen, anfangs vor allem viele mit einem Laufziel: die Semmelweisbrücke, dem Startpunkt der Partei „Die Rechte“.

19:40 Uhr: Der Tag im Überblick im Video & als Bildergelarie

16:22 Uhr: Alle fahren wieder runter

Die Straße des 18. Oktober ist wieder für den Verkehr freigegeben, nun ist „nur“ noch von zwei Verhaftungen vor Ort bei 20 kurzzeitigen Ingewahrsamnahmen die Rede und die Betroffenen sollen zwar ab 18 Uhr an der Dimitroffstraße noch ihre Solidaritäts-Kundgebung bekommen, aber: Alle fahren wieder etwas runter, im Leipziger Süden herrscht eher Feierabendstimmung.

Am Hauptbahnhof sind zwar einige der rechten Demonstrationsteilnehmer aus- und umgestiegen, doch auch von dort sind keine Vorfälle bislang zu melden. Noch herrscht ein wenig Anspannung, aber derzeit sieht es nicht danach aus, als ob am heutigen Tag noch Schlimmeres geschehen könnte.

Die Zahl der Gegenprotestler kann man aufgrund der langgezogenen Streckenführung entlang der Straße des 18. Oktobers eher nur schätzen. Noch kann man valide von einigen Tausend sprechen. Ob 2 oder 3 ist unklar.

15:47 Uhr: Polizeisprecher heute ganz Twitter-like

Das nächste Fazit des Polizeisprechers Andreas Loepki klingt weiterhin positiv. Unterdessen leert sich der Bayrische Platz auch aufseiten der Gegendemonstranten. Loepki weist seitens der Polizei nochmals daraufhin, dass die Gegenproteste bis in den Abend hinein angemeldet sind, wobei er jedoch die Hoffnung äußert, dass es friedlich bleiben werde.

Auch der Gegenprotest am Bayrischen Platz löst sich auf. Foto: L-IZ.de

Mit dem 12. Dezember 2015 sei der Tag trotz eines Landfriedensbruchs und einiger weiterer Straftaten nicht zu vergleichen. Nun soll der Rückbau auf der Straße des 18. Oktobers beginnen, damit die Strecke wieder für den Straßenverkehr freigegeben werden kann.

15:29 Uhr: Erste kleinere Beunruhigungen im Nachgang

Während die Rechten nun im Bayerischen Bahnhof verschwunden sind, hat die Polizei sich offenbar den Gegendemonstranten zugewandt. Es gibt erste Meldungen von erneuten Personenkontrollen vor Ort. Wiederholt taucht nun auch die Meldung auf, es könnte zu Reibereien an der Riemannstraße kommen. Noch besteht dennoch die Hoffnung, dass es friedlich bleibt – von größeren Zusammenstößen ist nichts bekannt.

Dennoch: die Polizei meldet via Twitter eine dazu passende Information über ihr weiteres Vorgehen: „An den Absperrungen Bayrischer Platz immer mehr vermummte Personen! Unsere Kommunikationsteams sprechen die Betreffenden zunächst an.“

Funfact am Rande: Heute passte bei der Abreise der ganze „nationale Widerstand“ in eine S-Bahn.

Und da gehts wieder nach Hause. Der nationale Widerstand passt in eine S-Bahn. Foto: L-IZ.de

Und da gehts wieder nach Hause. Der nationale Widerstand passt in eine S-Bahn. Foto: L-IZ.de

15:10 Uhr: Der Christian und sein geliebtes Connewitz

Es muss für Christian Worch ein Trauma sein, das mit dem Connewitz. Seit Jahren versucht der heutige Bundesvorsitzende seiner Splitterpartei irgendwie dieses Viertel zu erreichen und kommt einfach nicht hin. Bei seiner Ansprach zur Schlusskundgebung teilte er sinngemäß mit, er habe gestern Nacht noch im Netz herumgesucht und sich noch mal die Ausschreitungen vom 12. Dezember 2015 angeschaut. „Das Netz vergisst nichts und wir auch nicht“, so Worch. Für Worch Zeit, vor dem Heimweg festzustellen, dass auch Connewitz zu Deutschland gehöre. Was es noch lernen werde.

Und bei den umstehenden Zuhörern eher ein Fragezeichen auf der Stirn, angesichts der Fixierung des 61-Jährigen auf einen Leipziger Stadtteil.

Offenbar steigt gerade auch die Enttäuschung bei ihm, da es im Moment nicht so aussieht, als ob sich die Ereignisse vom 12. 12. wiederholen könnten. 4.000 bis 5.000 Beamten haben derzeit die Lage gut im Griff, aber auch vonseiten der Gegenproteste gibt es keine Versuche Gewalt auszuüben. Angeblich soll dennoch während der Demonstration mindestens ein Stein Richtung Neonazisdemo geflogen sein, so die Polizei.

15:14 Uhr erklärt die Polizei die Demonstration von „Die Rechte“ für beendet. Ersten Gerüchten nach sollen Mitglieder der „Brigade Halle“ zwar nach Leipzig gereist, aber nicht bei Worchs Demonstration mitgelaufen sein. Derzeit ist diese Information jedoch nicht valide prüfbar.

Gegenprotest an der Straße des 18. Oktobers kurz vor dem Bayerischen Bahnhof. Foto: L-IZ.de

Gegenprotest an der Straße des 18. Oktobers kurz vor dem Bayerischen Bahnhof. Foto: L-IZ.de

14:35 Uhr: Eher ein Spießrutenlauf

Während sich die Teilnehmer der rechten Demo langsam auf der Straße des 18. Oktobers bewegen, ist der Gegenprotest an der gesamten Strecke verteilt. Von „Haut ab“ bis „Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda“ und „Nazis raus“ reichen die Sprechchöre. Wenigstens einen Böllerwurf gab es jedoch auch, was die Polizei zu einer ersten Durchsage veranlasste. Man könne dies nicht tolerieren, so die Ansage via Lautsprecherwagen.

Dennoch gibt es auch weiterhin keine gravierenden Vorfälle, die Neonazis haben soeben, 14:39 Uhr den Bayrischen Platz erreicht. Ihre Rufe sind kaum zu hören in dem ohrenbetäubenden Lärm der Gegenproteste.

Am Anfang einige, dann schwillt die Menge immer weiter an, je näher die Neonazis dem Bayerischen Platz kommen. Gegenprotest an der Straße des 18. Oktobers. Foto: L-IZ.de

Am Anfang einige, dann schwillt die Menge immer weiter an, je näher die Neonazis dem Bayrischen Platz kommen. Gegenprotest an der Straße des 18. Oktobers. Foto: L-IZ.de

14:16 Uhr: Frei, sozial – total egal

Die Neonazis-Demonstration läuft nun, begleitet von Gegenprotesten, die Straße des 18. Oktober Richtung Bayrischer Platz, wo ihre Demonstration enden soll. 150 Teilnehmer kann Christian Worch heute verbuchen, Connewitz hat er mal wieder nicht erreicht. Polizeisprecher Andreas Loepki nutzt unterdessen Twitter für ein erstes, „sehr positives“ Zwischenfazit. Dabei betont er seine Erleichterung, dass die Befürchtungen des Vorfeldes bei der Polizei nicht eingetroffen sind und alles weitgehend friedlich verläuft.

An der Straße des 18. Oktobers rufen die Gegendemonstranten mittlerweile: „Ihr seid so lächerlich“. Vielleicht das Fazit zur Partei „Die Rechte“, mit dem alle am Ende nach Hause gehen könnten. Aber noch ist der Tag nicht rum. „Unser Polizeisprecher im Video mit einem ersten Statement zum Einsatz“ #le1803 pic.twitter.com/Cjdz2uMQCT

13:56 Uhr: Es regnet, das Feinbild sitzt

Es ist wirklich der ganz militante rechte Rand, der heute in Leipzig auf der Straße ist. Noch hält „Die Rechte“ eine Zwischenkundgebung ab, so richtig „gelaufen“ sind sie eigentlich nicht. Immer wieder kam es zu Stockungen, als die Polizei für die Einhaltung der Auflagen sorgen musste.

13:30 Uhr: Gegenprotest an der Semmelweisstraße. Foto: L-IZ.de

13:30 Uhr: Gegenprotest an der Semmelweisstraße. Foto: L-IZ.de

Neben der Nationalbibliothek haben sich auch 300 bis 400 Gegendemonstranten bereits am Bayrischen Platz, dem Endpunkt der Nazidemonstration, eingefunden. Bis auf einige kleinere Rangeleien zwischen einigen Autonomen und der Polizei ist der Tag bislang ziemlich reibungslos und friedlich verlaufen.

Obwohl: Nass sind nun alle, nachdem es einen kurzen, aber heftigen Regenguss gab. Nun werden die Neonazis am Bayerischen Bahnhof erwartet. Bis 20 Uhr ist ihre Veranstaltung angemeldet – bei dem Tempo könnten sie die kurze Strecke heute dennoch locker 10 Mal schaffen. Aber wer will das schon?

Kurz nach 14 Uhr gehts nach der Zwischenkundgebung weiter im Trott.

13:29 Uhr: Die Rechte steht immer wieder, Polizei meldet Barrikadenbeseitigung

Bereits zweimal mussten die Einsatzkräfte der Polizei den Aufzug der Rechtsradikalen stoppen, um Teilnehmer aufzufordern, sich nicht zu vermummen. Und sie meldet einen Barrikkaden-Abbau in der Südvorstadt. Offenbar haben heute viele Leipziger keine Lust auf Randale und ein Auge auf die Versuche, erneut in der Südvorstadt eine Konfrontation zwischen Polizei und Autonomen zu erleben.

Am 12. Dezember 2015 war es am Südplatz, weitab und nach der Neonazidemo hier zu massiven Steinwürfen auf Polizeibeamte gekommen. Die Rechten stehen sich unterdessen auf der Semmelweisstraße die Beine in den Bauch, während die Gegendemonstration an der Nationalbibliothek / Deutscher Platz direkt an der Strecke angewachsen ist und bis zur Straße vorzurücken versucht.

Die Rechte versucht mit mehreren Stopps Richtung Deutscher Platz zu gelangen. Video L-IZ.de

 

Zum Selberzählen. Die Rechte vor dem Abmarsch an der Semmelweisbrücke. Video L-IZ.de

13:09 Uhr: Recht(e) und Gesetz

Die ersten paar Meter haben die Rechten geschafft, dann stoppt die Polizei den Zug der etwa 150 Personen. Nicht wegen einer Blockade, den Grund liefern die Neonazis selbst. Einige haben gleich zu Beginn gegen das Vermummungsverbot verstoßen und wollten nicht „Gesicht zeigen“. Dies setzt nun die Polizei durch.

Stopp für die Rechten, in der Südvorstadt werden Barrikaden abgebautPolizei Sachsen (@PolizeiSachsen) bei Twitter

Stopp für die Rechten, in der Südvorstadt werden Barrikaden abgebautPolizei Sachsen (@PolizeiSachsen) bei Twitter

12:50 Uhr: Bissel Hektik bevor die Rechte starten will

Es gibt laut Polizei derzeit vermehrt Versuche auf die Marschstrecke der Neonazis zu gelangen. Kurz zuvor hatten sich die Einsatzkräfte noch via Twitter für den bislang friedlichen Verlauf bei allen Teilnehmern bedankt. Doch der entscheidende Punkt ist, was geschieht, wenn „Die Rechte“ ihre Ordner eingewiesen hat und loslaufen will. Die Zahl von etwa 150 Teilnehmern aufseiten der Neonazis scheint zu stimmen. Gegen 13:30 Uhr wollen diese starten.

Die Polizei Sachsen (@PolizeiSachsen) auf Twitter. Screen Twitter

Die Polizei Sachsen (@PolizeiSachsen) auf Twitter. Screen Twitter

12:20 Uhr: Die Rechten fahren S-Bahn

Komfortabel gehts zum Aufmarschort. Die Neonazis sind am Hauptbahnhof in die S-Bahn gestiegen und kommen nun an der Haltestelle am Mitteldeutschen Rundfunk an. Weiter gehts von hier Richtung Semmelweisbrücke. Derzeit gibt es auch auf dieser Seite noch keine bestätigten Zahlen, noch läuft die Anreise. 100 bis 200 werden derzeit vor Ort gezählt, Tendenz steigend. Christian Worch ist als Demonstrationsanmelder bereits vor Ort. Längst spielt sich nunmehr alles rings um den Deutschen Platz / Semmelweisstraße ab.

Oberbürgermeister Burkhard Jung hält eine Ansprache an der Distillery, auf dem Dach wird musiziert. Am Auftaktort der Rechten finden erste polizeiliche Durchsuchungen der Teilnehmer statt. In Teilen gleicht das Publikum dem früherer „Offensive für Deutschland“ und Legida-Demonstrationen.

11:45 Uhr: Ein weitgehend ruhiger Start

Nach all dem Vorgeklapper sind zum Start verhältnismäßig wenige Menschen auf den Beinen. Am Connewitzer Kreuz haben Hausbewohner ein Statement rausgehängt, die Partei Die PARTEI sammelt sich am Amtsgericht und „Leipzig nimmt Platz“ (LnP) hat vom Start weg etwa 700 Teilnehmer (noch unbest. Zahlen) auf die Beine gebracht.

Die Polizei hat alles hermetisch abgeriegelt. Neben der Demonstrationsbegleitung von LnP sind bereits vor dem Start der Demonstration von „Die Rechte“ viele Kräfte derzeit an der Semmelweisbrücke nähe Kohlrabizirkus stationiert. Genau hier versammeln sich allmählich immer mehr Gegendemonstranten, während es ein paar kleinere „Katz- und Maus Spielchen“ zwischen Polizei und denjenigen gibt, die sich nicht an die Demoroute von LnP halten wollten und es auf eigene Faust versuchen, durch den Süden zu ziehen.

Und während sich die Neonazis ab 12 Uhr am Leipziger Hauptbahnhof vorversammeln und gemeinsam zum Startpunkt laufen wollen, hält Leipzig nimmt Platz bereits die Schlusskundgebung ab, um sich anschließend auf die Gegenproteste zu konzentrieren. Nach einer kleinen Sitzblockade auf der Straße des 18. Oktober sollen zwei Menschen von der Polizei in Gewahrsam genommen worden sein. Alles in allem jedoch ein ruhiger Start in einen vorab mit einigen Befürchtungen erwarteten Tag.

Die Polizei meldet unterdessen die Sperrung der Demonstrationsroute der „Die Rechte“ auf der gesamten Strecke.

Die neue LEIPZIGER ZEITUNG ist da

* Video *18. März
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