Nachdenken über ... Zumutungen

Was Reichweite, Bequemlichkeit, Fastfood und Politikverdruss miteinander zu tun haben

Für alle LeserEs ist schon verblüffend: Drei Jahre lang waren wir ziemlich allein mit unserem Nachdenken über unsere Gesellschaft, ihre Verwerfungen und psychologischen Irrfahrten. Fast alle großen Medien waren auf den Narrentanz der Neuen Rechten hereingefallen und schürten Emotionen, egal welche. Immer drauf. Und nun tauchen auf einmal nachdenkliche Beiträge auf, die daran erinnern, dass Menschsein doch ein bisschen komplexer ist, als es uns Karrieristen aller Art weiszumachen versuchen.

Angefangen bei einem schönen kleinen Kommentar von Hannes Schrader auf „Zeit Campus“, der sich die neuerlich von CDU-Granden vorgetragene Wiedereinführung von Wehrpflicht oder einem zivilen Pflichtjahr für alle jungen Leute hat durch den Kopf gehen lassen. Er stolpert nicht umsonst über die Tatsache, dass diese Vorschläge ausgerechnet von alten Leuten kommen, die ihre letzten politischen Jahre zumeist auf nichts anderes verwendet haben, als Zwietracht, Streit und Verachtung zu säen, den Zusammenhalt unserer Gesellschaft also massiv zu stören, stellenweise auch zu zerstören, um nur die alten Redenschwinger aus der AfD zu nennen.

Natürlich hat das mit Medien zu tun – mit deren Gebrauch und Missbrauch und mit der Art, wie Politik heute inszeniert wird. Und wie sie konsumiert wird. Medien sind ein Teil des Problems – worauf jemand anders einging. Darauf kommen wir noch zurück. Aber wie unverschämt die Forderungen dieser Politiker sind, die auch noch behaupten, so ein Pflichtjahr würde den „gesellschaftlichen Zusammenhalt“ stärken, hat Schrader sehr schön auf den Punkt gebracht.

Denn gerade den jungen Leuten, die sich sowieso schon durch mies bezahlte Praktika, befristete Anstellungen, Zeitverträge aller Art und die ganzen  Zumutungen einer unverschämten Arbeitspolitik quälen müssen, um dann nach zehn Jahren endlich so weit zu sein, eine leidlich feste Anstellung mit einer Familiengründung verbinden zu können, jetzt auch noch von Staats wegen zu einem sozialen oder militärischen Pflichtjahr „für die Gesellschaft“ zu verdonnern, das ist anmaßend. Vorlaut sowieso.

Logisch, dass Schrader sauer ist: „Und zwar die Menschen im Alter von Annegret Kramp-Karrenbauer, von Horst Seehofer, Markus Söder und Beatrix von Storch. Der Zusammenhalt wird gefährdet von der Generation der mächtigen Alten, die mit ihren Sprüchen um die Stimmen der anderen Alten kämpfen. Um die Stimmen jener, die sich den gesellschaftlichen Zusammenhalt zurückwünschen, für dessen Verschwinden sie mitverantwortlich sind. Denn erstens ist das, was sie jetzt in Deutschland vermissen, nicht wegen der Jungen verschwunden.“

Recht hat er.

Wenn man seinen Gedanken noch ein wenig weiterdreht, merkt man, dass es gerade die sowieso schon existierenden Zumutungen für die jungen Menschen sind, die das Vertrauen in das, was die alten Talkshow-Besucher „Gesellschaft“ nennen, zerfressen haben. Und die völlig wirklichkeitsfremden Vorschläge, mit denen die deutschen Vorplapperer wieder um Aufmerksamkeit buhlen, erzählen natürlich eine Menge darüber, wie sehr Politik in Deutschland Placebo- und Schein-Politik geworden ist. Die wirklich wichtigen Probleme werden seit Jahren immerfort vertagt und ausgesessen.

Leider – das stellt der Politikwissenschaftler Thomas Kliche in Interview mit Bernhard Honnigfort in der „Frankfurter Rundschau“ fest – sind wir nicht ganz schuldlos daran. Wir in diesem Sinne als Wähler. Wir haben das gewählt, was uns jetzt so schäbig behandelt.

Und viele von uns bestätigen und bestärken das auch noch. Denn sie konsumieren natürlich immer noch Medien. Aber sehr ausgewählt. Es ist der größte Selbstbetrug der Medienmacher, wenn sie so tun, als würden sie für alle Leute schreiben. Das steckt übrigens hinter der verlogenen Anhimmelung der „Reichweite“.

Was ja jeder selbst weiß, der noch versucht, anspruchsvolle Sendeformate, Reportagen, Hintergrundberichte und Analysen im deutschen TV zu finden: Er sucht sich dumm und dämlich und findet sehr wenig auf versteckten Sendeplätzen.

Denn da die Senderchefs alle Sendungen auf „Reichweite“ abklopfen und jeden Morgen auf die Zuschauerzahlen vom Abend starren wie das Kaninchen auf die Schlange, ist eben das Angebot nicht nur mainstreamiger und flacher geworden – man bedient auch nur noch die größtmögliche Zuschauergruppe. Aber das sind nun einmal nicht die Anspruchsvollen und Wissbegierigen. Leider nicht.

Die größte Gruppe sind immer die Anspruchslosesten.

Kliche sagt dazu: „Die Menschen wissen auch, dass sie Medien, besonders Fernsehen, zur Steuerung ihrer Gefühle einsetzen: Sie wählen Sendungen und Formate, die ihnen ziemlich berechenbar bestimmte Stimmungen und eine Bestätigung ihrer Sichtweisen verschaffen. Wer seine Ruhe haben will, schaut Köche, Volksmusik oder Schmalzfilme. Wer die Welt vor lauter künstlicher Aufregung vergessen will, schaut Horror und Weltuntergang.

Wer seine eigenen abgedrehten Ansichten bestätigen möchte, taucht unter Gleichgesinnte ins Internet ab, etwa in das Netz der Populisten. Die anstrengenden Einzelheiten der Wirtschaftspolitik zum Beispiel interessieren kaum jemanden, aber alle haben hohe Erwartungen und eine Meinung dazu. Die Verachtung für Politik und Medien hat also bei vielen Menschen auch mit der eigenen Faulheit und Wirklichkeitsvermeidung zu tun.“

Was auch bedeutet: All die Leute, die ständig über Politik und Medien schimpfen, haben ganz und gar nicht abgeschaltet. Sie konsumieren noch immer. Aber immer dasselbe, jeden Tag: das Reichweiten-Fastfood. Das, was beratungsresistente Sender tagtäglich dafür produzieren, damit die reichweitenstärkste Gruppe gefüttert wird. So sieht das deutsche Fernsehen nun mal aus.

Und sage mir keiner, dass die Sender dafür irgendein moralisches Recht haben, Gebühren zu verlangen. Warum denn? Sie sorgen ja mit ihrer Fastfood-Mentalität gerade dafür, dass unsere Gesellschaft immer undurchschaubarer zu sein scheint, in Häppchen verpackt, oberflächlich wie ein Boxkampf. Alles nur noch Inszenierung. Und die Macher dieser Sendungen wissen es. Wenn sie etwas anderes behaupten, lügen sie. Sie wissen, dass sie nur den Streit schüren, wenn sie die schlimmsten Dampfköpfe in die Talkshows setzen und Politik als Hahnenkampf inszenieren. Sie nennen das dann „kontrovers“.

Da verschwindet natürlich all das, was scheinbar „zu schwer ist zu verstehen“ hinter Gebrabbel, Zoff und Inszenierung.

Und das ist ja nicht im TV geblieben. Diese Verflachung und zunehmende Theaterinszenierung ist längst auch zum Arbeitsprinzip in vielen Zeitungsredaktionen geworden. Denn natürlich spielen die, seit ihnen die Leser verloren gehen, auch das Reichweite-Spiel, setzen immer noch einen drauf, inszenieren Gewalt, Bedrohung und Politiker-Bashing. Und sie malen den Lesern ein Bild ihrer Gesellschaft, das Einfachheit vortäuscht, wo keine ist.

Was übrigens gerade der Spruch „Merkel muss weg“, den die Pegida-Narren so emsig über die Straßen trugen, am augenfälligsten zeigte: Es ist die Zuspitzung einer Politikerwartung, die davon ausgeht, man müsse Politiker oder Politikerinnen einfach verschwinden lassen, und schon wird alles gut, zieht irgendwie ein besserer Wind ein.

Legida läuft so vor sich hin - Jung muss weg, Medien müssen weg, Merkel muss weg, Abschieben, Abschieben - alle müssen weg, irgendwie. Foto: L-IZ.de

Legida läuft so vor sich hin – Jung muss weg, Medien müssen weg, Merkel muss weg, Abschieben, Abschieben – alle müssen weg, irgendwie. Foto: L-IZ.de

Und dann wählen doch ein Haufen Leute wieder das Bequeme, Gewohnte und Unveränderliche.

Kliche: „Durch Feigheit, Kurzsichtigkeit und Betriebsamkeit. Sie haben den Menschen die grundlegenden Steuerungsprobleme der Gesellschaftsordnung schöngeredet, sie haben sich von Krise zu Krise gehangelt und sie haben bis heute einfach weitergemacht, als hätte niemand die Erdstöße gespürt. Aber alle wissen inzwischen halb und halb bewusst: So geht es nicht weiter.

Die Pole schmelzen, Plastik vergiftet die Ozeane, Hormone und Gülle verpesten das Trinkwasser, Industriestaaten sind überschuldet, Dieselbetrüger oder Banken oder Digitalkonzerne machen sich über den Rechtsstaat lustig, unsere Klamotten kommen aus Kinderarbeit, unsere Waffenexporte erzeugen Flüchtlinge. Diesen Tiefenbeben ist das Klein-Klein in Medien und Politik offenkundig nicht gewachsen.“

Man merkt schon: Die meisten Deutschen betrachten Demokratie wie eine Art Konsum-Politik. Einmal alle vier oder fünf Jahre geht man los, bestellt das Essen, das man immer bestellt hat und erwartet dann, dass die, die dann seltsamerweise schon wieder die Mehrheit gekriegt haben, genau das tun, das man bei der Bestellung erwartet hat. Politikimitation also als großer Lieferdienst. Das passt schon zur Zeit. Amazon holt die deutschen Faulpelze genau an dieser Stelle ab, bei ihrem Nichtwissenwollen, was ihre Bestellung eigentlich auslöst.

Dieselbetrug, Klimaerhitzung, Insektensterben usw. Ehrlich: Das alles ist Ergebnis bequemer Politikerwartungen. Frei nach dem Motto: Aber ich hab doch etwas anderes bestellt! Warum machen die nicht …

Auch das gehört zur Konsumentenhaltung, die unsere großen Medien so lange und so hochnäsig gepäppelt haben. Sie haben auch auf allen Kanälen suggeriert, dass der einzelne kleine Wähler „ja doch nichts ändern kann“. Wie oft haben Sie diesen beknackten Spruch in letzter Zeit schon gehört?

Sind Sie wütend geworden?

Ich ja. Weil das eine kindische Lüge ist. Und die Sprecher wissen es selbst.

Auch wenn unsere Möglichkeiten begrenzt sind. Keiner von uns kann einfach auf einen Knopf drücken und die Dinge ändern sich sofort zum Besseren.

Aber tun können wir alle etwas. Und tatsächlich ist es bewundernswert, wie einige unter uns beharrlich gegen Missstände ankämpfen, wissend, dass es ein zäher und langwieriger Kampf ist. Aber ihre Gegner sind gar nicht die bräsigen Politiker, die die Missstände dulden, sondern all die Bequemen unter uns, die diese Politiker immer wieder wählen und dann behaupten: „Ich kann ja doch nichts ändern.“

Davon leben Politiker, die gar nicht gewillt sind, ihr Amt wirklich für wichtige Weichenstellungen zu nutzen. Davon leben Sender und Zeitungen, die ihre Nutzer jeden Tag mit Fix-Stoff versorgen und deren Redakteure sich schon am Nachmittag darüber kringeln, „wie blöd doch die Leute sind, die diesen ganzen Schrott tagtäglich in sich reinziehen“.

Was für Kliche dann auch ein Erklärungsansatz dafür ist, dass Typen wie Trump, Macron oder die italienische Fünf-Sterne-Bewegung auf einmal für politische Erdrutsche sorgen können: Sie bedienen das Erwartungselement, „dass mal einer aufräumt in dem Saustall“. Denn Menschen halten es nicht wirklich aus, wenn die offenkundigen Probleme über Jahre einfach nicht gelöst werden. Auch wenn sie selbst jahrelang immer die bequemste Lösung gesucht haben. Sie erwarten tatsächlich Lösungsangebote von den von ihnen gewählten Politikern.

Und die Politiker brauchen Medien, um ihre Wähler mitnehmen zu können, erklären zu können, was sie da tun und warum. Medien sind nicht die „vierte Macht“, aber sie sind deshalb wirkungsvoll, weil ihre Art zu berichten darüber entscheidet, ob die Leser (oder Zuschauer) verstehen, was passiert. Oder gar nicht verstehen sollen.

Logisch, dass Thomas Kliche feststellt: „Medien mögen also Vertrauen bei manchen verlieren, aber sie gewinnen an Gewicht als selbstverständliche Grundlage unserer gesellschaftlichen Verständigung.“

Das ist ein hoher Maßstab. Und da muss man sich auch entscheiden, ob man nun für die Junkies auf Reichweitenjagd geht (und den an ihrem Smartphone hängenden geplagten Seelen noch mehr Stress mit noch mehr völlig überflüssigen Alarmmeldungen macht) oder auf diesen Wahnsinn verzichtet und wieder versucht, handfeste Arbeit abzuliefern und unbequem zu sein – für alle drei Seiten: die Politik, die Leser und – sich selbst.

Natürlich sind das Zumutungen. Für alle Seiten.

Aber genau darum geht es. Wer keine Zumutungen will, landet bei den Heuchlern und Schönfärbern und bekommt genau das, was uns jetzt alles beschert wird: eine von faulen Junkies zerstörte Welt.

Das Interview mit Kliche ist natürlich noch länger. Die Fragen sind gut. Es lohnt sich, es selbst zu lesen. Der Link ist unterm Text zu finden.

Die Serie „Nachdenken über …“

 

Nachdenken über ...
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 

Kommentar schreiben



Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Grüne zu den Vorwürfen der Behinderung von Pressearbeit durch die Polizei: Pressefreiheit ist zu schützen
Schaffung neuer Teilhabechancen für langzeitarbeitslose Menschen mit Behinderung völlig realitätsfern
„Für Clara“ – die 17. Schumann-Festwoche in Leipzig
Befragung zum Klimawandel 2018 startet
Wirtschaftsminister Martin Dulig: „Wirtschaft braucht gesteuerte Zuwanderung“
Dirk Panter unterwegs… in der Oberlausitz
Polizeibericht, 17. August: Fahrt in den Abgrund, Schwerer Verkehrsunfall, Brennende Autos
Bürgerverein Gohlis feiert Stadtteilfest
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Jugendparlament wünscht sich Lösungen für die zugeparkten Radwege in Leipzig
Hier mal ein Winterbild aus der KarLi. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserVor zwei Jahren waren es ja die Wirtschaftskammern, die die Diskussion um den Wirtschaftsverkehr in Leipzig anstießen. Eine durchaus berechtigte Diskussion, denn gerade die Unternehmen, die auf innerstädtische Transporte angewiesen sind, sind ja besonders betroffen, wenn die Straßen verstopft sind. Lieferdienste zum Beispiel. Ein Thema, mit dem sich jetzt das Jugendparlament beschäftigt hat. Mal von der anderen, der Radfahrerseite.
Gastkommentar von Christian Wolff zum Brückenfest am 25. August
Foto: Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“

Foto: Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“

Für alle LeserZum vierten Mal rufen „Leipzig nimmt Platz“ zusammen mit vielen weiteren Initiativen zum Brückenfest „ankommen – platznehmen – mitgestalten“ am Samstag, 25. August 2018, von 14:00-22:00 Uhr Sachsen-Brücke, Anton-Bruckner-Allee, Clara-Zetkin-Park auf (https://platznehmen.de/unterstuetze-das-4-brueckenfest-2018/).
Ein besorgter Brief zur Rücksichtslosigkeit des Leipziger Wasserfestes
Einleiter aus dem Klärwerk Rosental in die Neue Luppe. Foto: Kirsten Craß

Foto: Kirsten Craß

Für alle LeserDie Berichterstattung zum seit 2001 in Leipzig stattfindenden Wasserfest haben wir schon vor geraumer Zeit eingestellt. Den ursprünglichen Zweck, das Leipziger Gewässersystem wieder in die Aufmerksamkeit der Leipziger zu rücken, hat es längst erfüllt. Aber in den letzten Jahren ist es zu einem reinen Volksfest geworden, bei dem die tatsächlichen Probleme des sensiblen Wasserknotens einfach ausgeblendet werden. Auch die Folgen des wasserarmen Sommers 2018. Dafür gibt’s jetzt einen besorgen Brief.
Drei Stadträte fordern, die Theaterspielstätte in der Gottschedstraße jetzt wirklich in Erbpacht an den Jazzclub Leipzig zu geben
Das einstige Theaterhaus Gottschedstraße 16. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser„Zukunft der ehemaligen Theaterspielstätte Skala gesichert“, meinte der Grundstückverkehrsausschuss der Stadt Leipzig kühn im November 2017, als man dem Verkauf der Immobilie Gottschedstraße 16 an die Kulturstätten Jäger GmbH & Co. KG i. G. mit Sitz in Leipzig für 1,8 Millionen Euro zustimmte. Mit der Auflage, die kulturelle Nutzung der einstigen Theaterspielstätte sofort vertraglich zu sichern. Doch das hat so nicht geklappt. Drei Stadträte beantragen jetzt, den Verkauf zu stoppen.
Skandal bei Merkel-Besuch: Polizisten setzen ZDF-Kamerateam fest
Arndt Ginzel wurde in Dresden von Polizisten festgesetzt. Screenshot L-IZ.de von twitter.com/GKDJournalisten

Screenshot L-IZ.de von twitter.com/GKDJournalisten

Für alle LeserDie Dresdner Polizei hat mal wieder einen Presseskandal. Am Rande des Besuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) setzten Polizisten am Donnerstag ein Kamerateam fest, das im Auftrag des ZDF die Proteste von Pegida-Anhängern filmen wollte. Dabei hatte sich ein aggressiv auftretender Demonstrationsteilnehmer bei den Beamten über die Journalisten beschwert.
Auch Sachsen hat die letzten zwei Jahrzehnte bei der Klimaanpassung grundlos vertrödelt
Gut beschattet: die Brockhausstraße in Schleußig. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs ist ja nicht so, dass über den Klimawandel erst seit gestern diskutiert wird. Seit 1992 hat die Weltgemeinschaft ganz offiziell mit der „Agenda 21“ von Rio akzeptiert, dass man kapiert hat, was da auf die Staaten der Erde zukommt. Aber selbst 26 Jahre später tun viele Minister und Regierungen immer noch so, als ginge sie das alles nichts an. Außer wenn’s um Geldbeihilfen geht. Am Freitag, 17. August, nutzten deshalb die Grünen die Gelegenheit, ein Aktionsprogramm „Klimaschutz und Extremwetteranpassung“ für Sachsen vorzulegen.
Die Zeit der sicheren Direktmandate für die sächsische CDU ist vorbei
Prognose für die Direktmandate bei der Landtagswahl 2019 in Sachsen. Karte: Wahlkreisprognose.de

Karte: Wahlkreisprognose.de

Für alle LeserIn Berlin sitzt eine kleine Firma, die mit neuen Methoden versucht, möglichst genaue und verlässliche Wahlprognosen zu erstellen. Sie befragt dazu nicht einfach mal 1.001 Personen im Wahlgebiet und rechnet das dann hoch, sondern stopft die Computer mit lauter schon existierenden Daten voll. Das hat Wahlkreisprognose.de jetzt auch schon mal für Sachsen gemacht. Hier sind ja 2019 Landtagswahlen. Und die Direktmandate werden dann mit Sicherheit neu verteilt.
SPD-Fraktion und Freibeuter legen jetzt einen gemeinsamen Investitions-Vorschlag für die LVB vor
KarLi-Baustelle 2013. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIm Juni war die SPD-Fraktion vorgeprescht und hatte einen Antrag gestellt, die Stadt solle die dringend notwendigen Investitionen bei den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) mit einem jährlichen Zuschuss von 10 Millionen Euro unterstützen. Dafür bekam sie postwendend verbale Unterstützung aus der Linksfraktion. Aber jetzt hat sie ihren Antrag noch einmal überarbeitet – zusammen mit der Freibeuter-Fraktion. Am Freitag, 17. August, erklärten beide, warum.
Video – Ein Radweg an der Jahnallee (3): Im Gespräch mit Alexander John (ADFC & Autofrei leben)
Alexander John vom ADFC & der Initiative "Leipzig autofrei" im Gespräch über die innere Jahnallee am 17. August 2018. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserVideoAlexander John ist im Laufe der letzten Jahre zu einem fröhlichen aber hartnäckigen Experten für den Leipziger Straßenverkehr geworden, Berufs-Hobby: Radfahren. Was ihm beim Gespräch mit der L-IZ.de neben dem geforderten Radweg besonders auffällt: Es fehlen neben einer Radstrecke an der Tangente zwischen Waldplatz und Leibnizstraße auch Bäume. 15.500 Pkw täglich und 800 Bahnverbindungen wirbeln neben Abgasen eben auch eine Menge Staub auf. Kein schönes Leben, findet Alexander John und baut auch deshalb seit dem 17. August den Test-Radweg an der inneren Jahnallee mit auf.
Das kurze Wirken des begnadeten Mathematikers Felix Klein in Leipzig
Rüdiger Thiele: Felix Klein in Leipzig. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWie die Zeit vergeht! Anfang 2012 haben wir hier Rüdiger Thieles Buch „Felix Klein in Leipzig“ besprochen. Damals hat es der Verlag mit in seine Publikationen zum Teubner-Jubiläum aufgenommen. Als lesenswerte Erinnerung daran, dass der Teubner Verlag in Leipzig nicht ganz grundlos zum wichtigsten Wissenschaftsverlag seiner Zeit herangewachsen war. Teubners Aufstieg und der Aufstieg der Universität Leipzig als Zentrum der Naturwissenschaften liefen parallel.
Video – Ein Radweg an der Jahnallee (2): Im Gespräch mit Petitent Volker Holzendorf (Grüne)
Volker Holzendorf (Grüne) hat eine Petition für sichere Radwege an der inneren Jahnallee gestartet, über 5.000 Menschen haben bereits unterschrieben. Foto: L-IZ.de/Videoscreen

Foto: L-IZ.de/Videoscreen

Für alle LeserVideoVolker Holzendorf ist längst ein Antreiber an der inneren Jahnallee geworden. Seine Petition für einen sicheren Radweg mit einer klaren Trennung von der restlichen Fahrbahn haben mittlerweile über 5.000 Menschen unterschrieben. Darunter sicher viele, die auch am 17. August ihren Weg – dieses Mal komfortabel – mit dem Rad durch die Jahnallee nahmen. Am Mittwoch, den 22. August, sollen diese nun an die Leipziger Ratsversammlung übergeben werden. Holzendorf erwartet ein klares Umsteuern und zwei Radewege beidseits der Jahnallee für etwa 4.000 Radler am Tag.
Video – Ein Radweg an der Jahnallee (1): Im Gespräch mit Franziska Riekewald (Linke)
Franziska Riekewald (Linke) ist auch Anwohnerin der Jahnallee und fuhr heute auch mal auf dem selbst errichteten Radweg. Foto: Michel Freitag

Foto: Michel Freitag

Für alle LeserVideoAnlässlich des ersten Tages des testweise errichteten Radweges auf der stadtauswärtigen Seite der inneren Jahnallee haben wir einige Gespräche mit denen geführt, die sich schon seit Längerem Gedanken über den Zustand an der vielbefahrenen Magistrale machen. Und, wie Stadträtin Franziska Riekewald, mit Anträgen zu Veränderungen im Stadtrat in die Offensive gegangen sind. Inmitten von Lärm, Staub und Sommerhitze – ein Gespräch direkt am Interims-Radweg, welcher noch in den nächsten Tagen bestehen bleiben wird rings um die Fragen: ausgebremste Bahnen, Anwohnerparken und Radverkehr.
Dreieinhalb Jahre später: Amtsgericht verhandelt Angriff auf Journalisten bei Legida-Großdemo
Eine feste Gruppe am 21. Januar 2015, in der sich auch der spätere Angreifer (mitte) bewegt. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserKurz nachdem am Amtsgericht Leipzig die Prozesse gegen die mutmaßlichen Connewitz-Angreifer vom 11. Januar 2016 begonnen haben, steht nun eine weitere Verhandlung in einem prominenten Fall an. Am 21. Januar 2015 hatten Legida-Teilnehmer die anwesenden Journalisten angegriffen; einer von ihnen wurde dabei getreten und fiel zu Boden. Seine Ausrüstung ging kaputt. Den mutmaßlichen Täter hatten Antifa-Aktivisten vor zweieinhalb Jahren identifiziert.
Video: Ab heute startet eine ganze Aktionswoche „Besser Rad fahren in der Inneren Jahnallee“ + Bildergalerie
Für einen sicheren Radweg an der inneren Jahnallee wird es in den kommenden Tagen eine "Bikelane" geben. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserVideoAls die Jahnallee zur Fußball WM 2006 umgebaut wurde, wurde der Bau ordentlicher Radwege in der Inneren Jahnallee nicht einfach „vergessen“. Sie wurde bewusst fortgelassen. Wer zwischen Leibnizstraße und Waldplatz mit dem Rad fährt, muss sich zwischen Straßenbahnen und geparkten Autos hindurchschlängeln. Ein Unding in einer Zeit, wo immer mehr Leipziger mit dem Rad unterwegs sind. Der ADFC lädt zu einer Aktionswoche in der Jahnallee ein.
SPD-Fraktion wünscht sich ein Bündnis für bezahlbares Wohnen in Leipzig
Christopher Zenker (SPD). Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserLeipzig ist in vielem spät dran. Um Jahre verspätet begann die Arbeit an einem Wohnungspolitischen Konzept, das die Bedürfnisse der wachsenden Stadt wirklich abbildet. Und was draus geworden ist, ist in vielem zu zahm, findet die SPD-Fraktion, die jetzt gern ein „Bündnis für bezahlbares Wohnen“ aus der Taufe heben möchte.