Nachdenken über ... Zumutungen

Was Reichweite, Bequemlichkeit, Fastfood und Politikverdruss miteinander zu tun haben

Für alle LeserEs ist schon verblüffend: Drei Jahre lang waren wir ziemlich allein mit unserem Nachdenken über unsere Gesellschaft, ihre Verwerfungen und psychologischen Irrfahrten. Fast alle großen Medien waren auf den Narrentanz der Neuen Rechten hereingefallen und schürten Emotionen, egal welche. Immer drauf. Und nun tauchen auf einmal nachdenkliche Beiträge auf, die daran erinnern, dass Menschsein doch ein bisschen komplexer ist, als es uns Karrieristen aller Art weiszumachen versuchen.

Angefangen bei einem schönen kleinen Kommentar von Hannes Schrader auf „Zeit Campus“, der sich die neuerlich von CDU-Granden vorgetragene Wiedereinführung von Wehrpflicht oder einem zivilen Pflichtjahr für alle jungen Leute hat durch den Kopf gehen lassen. Er stolpert nicht umsonst über die Tatsache, dass diese Vorschläge ausgerechnet von alten Leuten kommen, die ihre letzten politischen Jahre zumeist auf nichts anderes verwendet haben, als Zwietracht, Streit und Verachtung zu säen, den Zusammenhalt unserer Gesellschaft also massiv zu stören, stellenweise auch zu zerstören, um nur die alten Redenschwinger aus der AfD zu nennen.

Natürlich hat das mit Medien zu tun – mit deren Gebrauch und Missbrauch und mit der Art, wie Politik heute inszeniert wird. Und wie sie konsumiert wird. Medien sind ein Teil des Problems – worauf jemand anders einging. Darauf kommen wir noch zurück. Aber wie unverschämt die Forderungen dieser Politiker sind, die auch noch behaupten, so ein Pflichtjahr würde den „gesellschaftlichen Zusammenhalt“ stärken, hat Schrader sehr schön auf den Punkt gebracht.

Denn gerade den jungen Leuten, die sich sowieso schon durch mies bezahlte Praktika, befristete Anstellungen, Zeitverträge aller Art und die ganzen  Zumutungen einer unverschämten Arbeitspolitik quälen müssen, um dann nach zehn Jahren endlich so weit zu sein, eine leidlich feste Anstellung mit einer Familiengründung verbinden zu können, jetzt auch noch von Staats wegen zu einem sozialen oder militärischen Pflichtjahr „für die Gesellschaft“ zu verdonnern, das ist anmaßend. Vorlaut sowieso.

Logisch, dass Schrader sauer ist: „Und zwar die Menschen im Alter von Annegret Kramp-Karrenbauer, von Horst Seehofer, Markus Söder und Beatrix von Storch. Der Zusammenhalt wird gefährdet von der Generation der mächtigen Alten, die mit ihren Sprüchen um die Stimmen der anderen Alten kämpfen. Um die Stimmen jener, die sich den gesellschaftlichen Zusammenhalt zurückwünschen, für dessen Verschwinden sie mitverantwortlich sind. Denn erstens ist das, was sie jetzt in Deutschland vermissen, nicht wegen der Jungen verschwunden.“

Recht hat er.

Wenn man seinen Gedanken noch ein wenig weiterdreht, merkt man, dass es gerade die sowieso schon existierenden Zumutungen für die jungen Menschen sind, die das Vertrauen in das, was die alten Talkshow-Besucher „Gesellschaft“ nennen, zerfressen haben. Und die völlig wirklichkeitsfremden Vorschläge, mit denen die deutschen Vorplapperer wieder um Aufmerksamkeit buhlen, erzählen natürlich eine Menge darüber, wie sehr Politik in Deutschland Placebo- und Schein-Politik geworden ist. Die wirklich wichtigen Probleme werden seit Jahren immerfort vertagt und ausgesessen.

Leider – das stellt der Politikwissenschaftler Thomas Kliche in Interview mit Bernhard Honnigfort in der „Frankfurter Rundschau“ fest – sind wir nicht ganz schuldlos daran. Wir in diesem Sinne als Wähler. Wir haben das gewählt, was uns jetzt so schäbig behandelt.

Und viele von uns bestätigen und bestärken das auch noch. Denn sie konsumieren natürlich immer noch Medien. Aber sehr ausgewählt. Es ist der größte Selbstbetrug der Medienmacher, wenn sie so tun, als würden sie für alle Leute schreiben. Das steckt übrigens hinter der verlogenen Anhimmelung der „Reichweite“.

Was ja jeder selbst weiß, der noch versucht, anspruchsvolle Sendeformate, Reportagen, Hintergrundberichte und Analysen im deutschen TV zu finden: Er sucht sich dumm und dämlich und findet sehr wenig auf versteckten Sendeplätzen.

Denn da die Senderchefs alle Sendungen auf „Reichweite“ abklopfen und jeden Morgen auf die Zuschauerzahlen vom Abend starren wie das Kaninchen auf die Schlange, ist eben das Angebot nicht nur mainstreamiger und flacher geworden – man bedient auch nur noch die größtmögliche Zuschauergruppe. Aber das sind nun einmal nicht die Anspruchsvollen und Wissbegierigen. Leider nicht.

Die größte Gruppe sind immer die Anspruchslosesten.

Kliche sagt dazu: „Die Menschen wissen auch, dass sie Medien, besonders Fernsehen, zur Steuerung ihrer Gefühle einsetzen: Sie wählen Sendungen und Formate, die ihnen ziemlich berechenbar bestimmte Stimmungen und eine Bestätigung ihrer Sichtweisen verschaffen. Wer seine Ruhe haben will, schaut Köche, Volksmusik oder Schmalzfilme. Wer die Welt vor lauter künstlicher Aufregung vergessen will, schaut Horror und Weltuntergang.

Wer seine eigenen abgedrehten Ansichten bestätigen möchte, taucht unter Gleichgesinnte ins Internet ab, etwa in das Netz der Populisten. Die anstrengenden Einzelheiten der Wirtschaftspolitik zum Beispiel interessieren kaum jemanden, aber alle haben hohe Erwartungen und eine Meinung dazu. Die Verachtung für Politik und Medien hat also bei vielen Menschen auch mit der eigenen Faulheit und Wirklichkeitsvermeidung zu tun.“

Was auch bedeutet: All die Leute, die ständig über Politik und Medien schimpfen, haben ganz und gar nicht abgeschaltet. Sie konsumieren noch immer. Aber immer dasselbe, jeden Tag: das Reichweiten-Fastfood. Das, was beratungsresistente Sender tagtäglich dafür produzieren, damit die reichweitenstärkste Gruppe gefüttert wird. So sieht das deutsche Fernsehen nun mal aus.

Und sage mir keiner, dass die Sender dafür irgendein moralisches Recht haben, Gebühren zu verlangen. Warum denn? Sie sorgen ja mit ihrer Fastfood-Mentalität gerade dafür, dass unsere Gesellschaft immer undurchschaubarer zu sein scheint, in Häppchen verpackt, oberflächlich wie ein Boxkampf. Alles nur noch Inszenierung. Und die Macher dieser Sendungen wissen es. Wenn sie etwas anderes behaupten, lügen sie. Sie wissen, dass sie nur den Streit schüren, wenn sie die schlimmsten Dampfköpfe in die Talkshows setzen und Politik als Hahnenkampf inszenieren. Sie nennen das dann „kontrovers“.

Da verschwindet natürlich all das, was scheinbar „zu schwer ist zu verstehen“ hinter Gebrabbel, Zoff und Inszenierung.

Und das ist ja nicht im TV geblieben. Diese Verflachung und zunehmende Theaterinszenierung ist längst auch zum Arbeitsprinzip in vielen Zeitungsredaktionen geworden. Denn natürlich spielen die, seit ihnen die Leser verloren gehen, auch das Reichweite-Spiel, setzen immer noch einen drauf, inszenieren Gewalt, Bedrohung und Politiker-Bashing. Und sie malen den Lesern ein Bild ihrer Gesellschaft, das Einfachheit vortäuscht, wo keine ist.

Was übrigens gerade der Spruch „Merkel muss weg“, den die Pegida-Narren so emsig über die Straßen trugen, am augenfälligsten zeigte: Es ist die Zuspitzung einer Politikerwartung, die davon ausgeht, man müsse Politiker oder Politikerinnen einfach verschwinden lassen, und schon wird alles gut, zieht irgendwie ein besserer Wind ein.

Legida läuft so vor sich hin - Jung muss weg, Medien müssen weg, Merkel muss weg, Abschieben, Abschieben - alle müssen weg, irgendwie. Foto: L-IZ.de

Legida läuft so vor sich hin – Jung muss weg, Medien müssen weg, Merkel muss weg, Abschieben, Abschieben – alle müssen weg, irgendwie. Foto: L-IZ.de

Und dann wählen doch ein Haufen Leute wieder das Bequeme, Gewohnte und Unveränderliche.

Kliche: „Durch Feigheit, Kurzsichtigkeit und Betriebsamkeit. Sie haben den Menschen die grundlegenden Steuerungsprobleme der Gesellschaftsordnung schöngeredet, sie haben sich von Krise zu Krise gehangelt und sie haben bis heute einfach weitergemacht, als hätte niemand die Erdstöße gespürt. Aber alle wissen inzwischen halb und halb bewusst: So geht es nicht weiter.

Die Pole schmelzen, Plastik vergiftet die Ozeane, Hormone und Gülle verpesten das Trinkwasser, Industriestaaten sind überschuldet, Dieselbetrüger oder Banken oder Digitalkonzerne machen sich über den Rechtsstaat lustig, unsere Klamotten kommen aus Kinderarbeit, unsere Waffenexporte erzeugen Flüchtlinge. Diesen Tiefenbeben ist das Klein-Klein in Medien und Politik offenkundig nicht gewachsen.“

Man merkt schon: Die meisten Deutschen betrachten Demokratie wie eine Art Konsum-Politik. Einmal alle vier oder fünf Jahre geht man los, bestellt das Essen, das man immer bestellt hat und erwartet dann, dass die, die dann seltsamerweise schon wieder die Mehrheit gekriegt haben, genau das tun, das man bei der Bestellung erwartet hat. Politikimitation also als großer Lieferdienst. Das passt schon zur Zeit. Amazon holt die deutschen Faulpelze genau an dieser Stelle ab, bei ihrem Nichtwissenwollen, was ihre Bestellung eigentlich auslöst.

Dieselbetrug, Klimaerhitzung, Insektensterben usw. Ehrlich: Das alles ist Ergebnis bequemer Politikerwartungen. Frei nach dem Motto: Aber ich hab doch etwas anderes bestellt! Warum machen die nicht …

Auch das gehört zur Konsumentenhaltung, die unsere großen Medien so lange und so hochnäsig gepäppelt haben. Sie haben auch auf allen Kanälen suggeriert, dass der einzelne kleine Wähler „ja doch nichts ändern kann“. Wie oft haben Sie diesen beknackten Spruch in letzter Zeit schon gehört?

Sind Sie wütend geworden?

Ich ja. Weil das eine kindische Lüge ist. Und die Sprecher wissen es selbst.

Auch wenn unsere Möglichkeiten begrenzt sind. Keiner von uns kann einfach auf einen Knopf drücken und die Dinge ändern sich sofort zum Besseren.

Aber tun können wir alle etwas. Und tatsächlich ist es bewundernswert, wie einige unter uns beharrlich gegen Missstände ankämpfen, wissend, dass es ein zäher und langwieriger Kampf ist. Aber ihre Gegner sind gar nicht die bräsigen Politiker, die die Missstände dulden, sondern all die Bequemen unter uns, die diese Politiker immer wieder wählen und dann behaupten: „Ich kann ja doch nichts ändern.“

Davon leben Politiker, die gar nicht gewillt sind, ihr Amt wirklich für wichtige Weichenstellungen zu nutzen. Davon leben Sender und Zeitungen, die ihre Nutzer jeden Tag mit Fix-Stoff versorgen und deren Redakteure sich schon am Nachmittag darüber kringeln, „wie blöd doch die Leute sind, die diesen ganzen Schrott tagtäglich in sich reinziehen“.

Was für Kliche dann auch ein Erklärungsansatz dafür ist, dass Typen wie Trump, Macron oder die italienische Fünf-Sterne-Bewegung auf einmal für politische Erdrutsche sorgen können: Sie bedienen das Erwartungselement, „dass mal einer aufräumt in dem Saustall“. Denn Menschen halten es nicht wirklich aus, wenn die offenkundigen Probleme über Jahre einfach nicht gelöst werden. Auch wenn sie selbst jahrelang immer die bequemste Lösung gesucht haben. Sie erwarten tatsächlich Lösungsangebote von den von ihnen gewählten Politikern.

Und die Politiker brauchen Medien, um ihre Wähler mitnehmen zu können, erklären zu können, was sie da tun und warum. Medien sind nicht die „vierte Macht“, aber sie sind deshalb wirkungsvoll, weil ihre Art zu berichten darüber entscheidet, ob die Leser (oder Zuschauer) verstehen, was passiert. Oder gar nicht verstehen sollen.

Logisch, dass Thomas Kliche feststellt: „Medien mögen also Vertrauen bei manchen verlieren, aber sie gewinnen an Gewicht als selbstverständliche Grundlage unserer gesellschaftlichen Verständigung.“

Das ist ein hoher Maßstab. Und da muss man sich auch entscheiden, ob man nun für die Junkies auf Reichweitenjagd geht (und den an ihrem Smartphone hängenden geplagten Seelen noch mehr Stress mit noch mehr völlig überflüssigen Alarmmeldungen macht) oder auf diesen Wahnsinn verzichtet und wieder versucht, handfeste Arbeit abzuliefern und unbequem zu sein – für alle drei Seiten: die Politik, die Leser und – sich selbst.

Natürlich sind das Zumutungen. Für alle Seiten.

Aber genau darum geht es. Wer keine Zumutungen will, landet bei den Heuchlern und Schönfärbern und bekommt genau das, was uns jetzt alles beschert wird: eine von faulen Junkies zerstörte Welt.

Das Interview mit Kliche ist natürlich noch länger. Die Fragen sind gut. Es lohnt sich, es selbst zu lesen. Der Link ist unterm Text zu finden.

Die Serie „Nachdenken über …“

 

Nachdenken über ...
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Am 20. Januar Premiere im Ost-Passage Theater: Die Gelbe Tapete
Das "Ostpassage-Theater". Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Am 20. Januar 2019 feiert die Theaterproduktion „Die Gelbe Tapete“ um 20 Uhr Premiere im Ost-Passage Theater. Bei dem Monodrama nach der gleichnamigen Erzählung der amerikanischen Feministin Charlotte Perkins Gilman handelt es sich um eine Inszenierung des Freien Ensembles Jedermann, das bereits 2018 mit seiner Produktion „Jedermann. Eine soziale Tragödie.“ im Haus zu Gast war. Regie führen diesmal Jakob Altmayer und Benjamin Viziotis.
Millionen im Plus und Milliarden auf der hohen Kante
Sachsen-Euro. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm Dienstag, 15. Januar, konnte Sachsens Finanzminister Matthias Haß einmal mehr vermelden, was schon in den Vorjahren stets für Staunen sorgte: Der Freistaat schloss das vergangene Jahr wieder mit einem dreistelligen Millionen-Plus ab. Der vorläufige kassenmäßige Abschluss des Haushaltes 2018 im Freistaat Sachsen weist einen Saldo von 307 Millionen Euro aus, der zur Finanzierung von Ausgaberesten der Ressorts zur Verfügung steht, teilt das Ministerium mit.
Sachsens Verkehrsministerium lässt die Gespräche mit den Bürgerinitiativen gegen Fluglärm am Flughafen Leipzig platzen
Die Mitglieder der Bürgerinitiative vor dem Wirtschaftsministerium in Dresden. Foto: BI Gegen die neue Flugroute

Foto: BI Gegen die neue Flugroute

Für alle LeserEs mutete wie ein Hoffnungsschimmer an, als Verkehrsminister Martin Dulig (SDD) die Fluglärminitiativen vom Flughafen Leipzig/Halle ins Ministerium einlud. Die Einladung gab es tatsächlich, auch wenn die Mitglieder der Fluglärminitiativen dann doch eher mit der Amtsleiterebene zu tun hatten, trotzdem Hoffnung hatten, jetzt würde den Missständen am Flughafen doch endlich amtlich abgeholfen. Aber jetzt hat auch das Ministerium ihnen die Tür vor der Nase zugeschlagen.
Leipzig blieb die Schuldnerhauptstadt in Sachsen und Arbeitslosigkeit bleibt der Hauptgrund fürs Verschulden
Überschuldungsquoten im Leipziger Stadtgebiet. Karte: Creditreform

Karte: Creditreform

Für alle LeserDer Blick auf die Deutschlandkarte, die Creditreform im November veröffentlichte, ist eindeutig: Bundesländer und Kreise mit wirtschaftlichen Problemen und Niedriglöhnen verbunden mit höherer Arbeitslosigkeit weisen mehr als doppelt so hohe Schuldnerquoten auf wie die reichen Südländer Bayern und Baden-Württemberg. Aber selbst innerhalb Sachsens gibt es so ein drastisches Gefälle und erscheint die einstige Armutshauptstadt Leipzig nach wie vor als sächsische Schuldnerhochburg.
Geht’s noch Deutschland? Claus Strunz will wissen, wer wir Deutschen wirklich sind
Claus Strunz: Geht's noch, Deutschland? Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNatürlich geht es nicht ohne dicke Fragezeichen am Rand einiger Seiten im Buch ab. Überall dort, wo dem nicht mundfaulen Moderator die Pferde durchgehen, wo er zu stark in den zuweilen unerbittlichen, oft aber auch selbstgerechten Ton des Hauses Springer fällt. Weshalb er auch besonders gern „Bild“ und „Welt“ zitiert. Mit den Kollegen dort ist er nach wie vor auf einer Wellenlänge. Das ist nicht immer nur Geschmackssache.
Demonstration für das „Black Triangle“ nach Flaschenwürfen und Polizeimaßnahmen vorzeitig beendet + Video
Nachdem am 15. Januar das Black Triangle durchsucht und polizeilich gesichert wurde, folgte am 16.01.2019 die Protestdemo dazu ab Wiedebachplatz. Foto: Marco Arenas

Foto: Marco Arenas

Für alle LeserVideoBis kurz vor 19 Uhr war nicht klar, ob die Lage an diesem Abend eskaliert. Mehrere hundert Menschen hatten sich am Mittwoch, den 16. Januar, am Wiedebachplatz versammelt. Anlass war die Durchsuchung des bis dahin besetzten „Black Triangle“ am Tag zuvor. Da sich kurzfristig doch noch ein Anmelder für eine Demonstration fand, konnten die Anwesenden bis zum Wilhelm-Leuschner-Platz laufen. Nach mehreren Flaschenwürfen auf Polizisten sowie einer Maßnahme gegen etwa 100 Teilnehmende endete der Aufzug jedoch vorzeitig. Die mancherorts erwarteten massiven Ausschreitungen blieben aus.
Dürfen tatsächlich zu viele Leute kostenlos ins Schauspiel Leipzig?
Schauspiel Leipzig. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserZu verschenken hat Leipzig ja eigentlich nichts. Auch nicht auf dem Gebiet der Kultur. Deswegen stutzte CDU-Stadtrat Ansbert Maciejewski, als er die Theaterstatistik 2016/17 des Deutschen Bühnenvereins las und dort feststellte, dass das Schauspiel Leipzig scheinbar besonders viele Besucher gegen freien Eintritt ins Haus ließ. Das Kulturdezernat hat auf seine Anfrage jetzt geantwortet.
Stadträt/-innen beantragen eine Teilung des Mega-Fachausschusses Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule
Verwaltungssitz Neues Rathaus. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs war auch ein Spar-Vorgang, als in den 1990er Jahren viele kleine Dezernate zu Groß-Dezernaten zusammengelegt wurden. Das größte wurde im Lauf der Zeit das Dezernat Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule. Nicht nur vom Etat her, sondern auch von den Aufgaben. Und das bekommen auch die Stadträte im Fachausschusses Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule: Sie stöhnen unter den Bergen von Entscheidungen und beantragen jetzt eine Teilung des Ausschusses.
Hat Leipzig tatsächlich so viele Bauhaus-Gebäude, dass es einen Grund zum Feiern gibt?
Die von Bauhaus-Architekt Hans Heinrich Grotjahn entworfene Versöhnungskirche in Gohlis. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser„Leipzig feiert gemeinsam mit weiteren deutschen Städten das 100-jährige Jubiläum des Bauhauses“, vermeldete am Dienstag, 15. Januar, das Leipziger Kulturdezernat. „Leipzig bietet überraschende Spuren des Bauhauses. Die Ideenschmiede hat die Stadt stark beeinflusst – etwa im grafischen Gewerbe und der Architektur“, meinte bei der Gelegenheit Kulturbürgermeisterin Dr. Skadi Jennicke. „Auch bot die Messestadt ein wichtiges Podium für neue gestalterische Konzepte.“
Nicht alle Mitglieder von Sachsens Staatsregierung haben einen persönlichen Social-Media-Kanal
Facebook-Accounts von Michael Kretschmer und Martin Dulig. Screenshots: L-IZ

Screenshots: L-IZ

Für alle LeserWir leben ja in einer sonderbaren Gesellschaft, in der ein Großteil der politischen Debatte in jenen riesigen Netzwerken stattfindet, die man so landläufig „social media“ nennt. Was nicht nur „mehr Reichweite“ für die Botschaften der Politiker bedeutet, sondern auch viele negative Blaseneffekte mit sich bringt – und jede Menge Arbeit. Aber twittern und posten die alle selbst? Und wer bezahlt das eigentlich, wollte Katja Meier wissen. Zumindest mal von den Mitgliedern der Staatsregierung.
Kleines Gedenken an Luxemburg und Liebknecht: 30 Linke demonstrieren in Leipzig
Demonstration der Linken Leipzig zum 100. Todestag von Luxemburg und Liebknecht auf der Karli. Foto: Marco Arenas

Foto: Marco Arenas

Für alle LeserDas Jahr 2019 hat nun – was Demonstrationen betrifft – so richtig angefangen. Am 14. Januar ging der „Aufruf 2019“ auf die Straße und erinnerte an 1989 und die Notwendigkeit für Demokratie einzustehen. Morgen Abend soll rings um die Polizeiaktion vom heutigen Tage im „Black Triangle“ eine Demonstration am Wiedebachplatz in Connewitz stattfinden, am Freitag wollen sich streikende Schüler auf dem kleinen Willy-Brand-Platz treffe. Und heute startete die Linke Leipzig nach einer Ankündigung vom 10.01. in der Südvorstadt eine Demonstration zur Erinnerung an den 100. Todestag von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Mehr als 30 Teilnehmer kamen nicht zueinander.
Ermittlungen wegen Hausfriedensbruch: Polizei durchsucht leeres „Black Triangle“
Das „Black Triangle“ im Mai 2018. Foto: privat

Foto: privat

Für alle LeserEin selbstverwalteter Freiraum für Wohnen, Kultur und Politik – davon träumten Aktivisten im Leipziger Süden mehr als zweieinhalb Jahre. Doch die Situation rund um das „Black Triangle“ war von Anfang an kompliziert, da die Deutsche Bahn die Besetzer nicht dulden wollte. Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Hausfriedensbruchs. Die Polizei hat das Grundstück an der Arno-Nitzsche-Straße nun durchsucht, aber keine Personen angetroffen. Am Mittwochabend, 16. Januar, soll als Reaktion auf den Einsatz eine Demonstration in Connewitz stattfinden.
„Nach Auschwitz: Schwieriges Erbe DDR“ oder die Frage: Was passiert eigentlich, wenn man Geschichte einfach für erledigt erklärt?
Nach Auschwitz: Schwieriges Erbe DDR. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas Buch „Nach Auschwitz: Schwieriges Erbe DDR“ haben wir schon im Dezember besprochen. Jetzt kommen die Herausgeber auch nach Leipzig, um diesen durchaus brisanten Tagungsband im Conne Island vorzustellen und auch zur Diskussion zu stellen. Denn der Befund ist ziemlich eindeutig: Auch die DDR hat sich nie wirklich der Aufarbeitung jener zwölf Jahre gewidmet, die nicht nur die Teilung Deutschlands zur Folge hatten, sondern auch Berge unbewältigter Vorurteile.
Am Donnerstag gibt es im Landtag die Anhörung zum Whistleblower-Schutzgesetz der Grünen
Valentin Lippmann, Landtagsabgeordneter der Grünen in Sachsen. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserMan durfte ja in den vergangenen Jahren immer wieder zutiefst erschrocken sein, wie staatliche Instanzen mit Whistleblowern und auch Medien umgegangen sind, die verheimlichte Informationen aus Behörden und staatlichen Einrichtungen veröffentlicht haben. Viele dieser überzogenen Aktionen machten deutlich, wie sehr sich das Staatsverständnis diverser Amtsinhaber verschoben hat. Auch indem immer mehr Behördenvorgänge als „geheim“ eingestuft wurden. Da darf man tatsächlich mitzittern, ob ein Grünen-Antrag zu besserem Whistleblower-Schutz in Sachsen durchkommt.
Am 16. März in der Kulturlounge: Electric Acid
Electric Acid PR

Electric Acid PR

Die Geschichte von Electric Acid beginnt im Winter 2016 in Leipzig. Die Band wurde aus einem Schmelztiegel von unterschiedlichsten Musikeinflüssen geboren. Metal, Blues, Reggae, Southern-, Psychedelic- und Hard-Rock wurden zusammen geschmiedet als die 5 Musiker Electric Acid zum Leben erweckten.