Demobeobachtungen

Pegida am 21.10.: Sie sind immer noch da + Videos & Bildergalerien

Für alle LeserVideoPegida feiert Geburtstag. Bereits zum vierten Mal werden an diesem Sonntag, den 21. Oktober, voraussichtlich tausende Anhänger mit den bekannten Rufen gegen Migranten, Journalisten und Politiker hetzen. Mehrere bürgerliche und antifaschistische Bündnisse, auch aus Leipzig, wollen lautstark dagegen protestieren. Die L-IZ wird live aus Dresden berichten.

+++ 23:50 Uhr: Das Letzte vom Tag: Normalitäten bei Pegida +++

Was beim Sichten der nach Hause gebrachten Fotos aus „Leipziger Perspektive“ auffällt, ist die scheinbare Normalität in Dresdens Pegida-Bewegung an der Frauenkirche an diesem 21.10. 2018. Normalität bei der Beteiligung der „Identitären Bewegung“ (IB), welche vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingeschätzt und beobachtet wird. Normalität bei den gemalten Schildern, welche sich längst nicht nur gegen „den Islam“, sondern alle Geflohene und „das System“ richten sowie „Volkstod“-Phantasien, die auch Parolen früherer neonazistischer Organisationen widerspiegeln.

Die zum 4. „Geburtstag“ der islamfeindlichen Bewegung erschienenen 4.000, vorrangig älteren, weißen Männer im Verbund mit jungen weißen Männern der IB, wähnen sich offenkundig in einer Art Endkampf, der kaum noch Argumente von außen gelten lässt.

Interessant auch die Normalität, mit der die Veranstaltung zu einer fortlaufenden Selbstvergewisserung geworden scheint: Eine Art Klassentreffen mit Gleichgesinnten, ein immerfortlaufendes Umwälzen der eigenen Einstellungen. Stetig sammeln sie dabei mit Smartphones Bilder derer, die sie für die Unbelehrbaren halten – teilweise richtete sich der Fokus eher auf den Gegenprotest als auf die seltsamen Grußadressen internationaler Gäste aus den rechtsradikalen bis extremen Bewegungen anderer Länder auf der Bühne von Pegida.

Die Bachmann-Däbritz-Show auf erhöhtem Bühnenboden ist offenkundig eher für den Livestream gedacht, heute jedenfalls war das Publikumshighlight, schwarz-rot-goldene Luftballons fliegen zu lassen und möglichst überlegen in Richtung des sonst kaum vorhandenen und dieses Mal lautstarken Gegenprotestes zu lächeln. Das alles zeigen auch die Parolen auf ihren Schildern, die zur Mauer gegen den dieses Mal hörbaren Gegenprotest in der Nähe hochgezogenen Deutschlandfahnenbanner und die Bilder, mit denen wir den Tag in Dresden heute beschließen wollen.

Eines vielleicht noch und das sicher nicht als Leipziger Überheblichkeit gemeint: Es bleibt erstaunlich, dass sich seit vier Jahren in Dresden keine Zivilgesellschaft gefunden hat, die auch ohne überregionale Mobilisierung denen beispringt und protestiert, die dies teils mit gerade einmal 100 Menschen noch immer jeden Montag tun. Es erinnert alles ein wenig an die Geschichte, die sich rings um das „Bombengedenken“ durch NPD, freie Kameradschaften und andere Neonazis alljährlich weitgehend widerspruchsfrei in Dresden abspielen konnte.

6.000 kamen damals jährlich und Dresden erduldete den Missbrauch still, damals schon entstand das Trugbild in der Landeshauptstadt, gegen Nazis zu sein, sei „linksextrem“  – bis 2011 viele, sehr viele Menschen von überall nach Dresden kamen und dem Spuk der „Ostdeutschen Landsmannschaften“ ein Ende durch massive Gegenproteste bereiteten. Seither hat sich diese Organisation nicht mehr angemeldet.

Die 13.000 Menschen beim heutigen Protest gegen Pegida waren auch das andere Dresden (und viele andere Orte in Sachsen) samt einem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU), welches friedlich ein Signal für mehr Herz statt Hetze und Respekt gesendet hat.

Nur hört man dieses Herz sonst viel zu leise schlagen in der sächsischen Landeshauptstadt. Es mag dabei um Symbolik gehen. Doch gerade solche Menschen wie Lutz Bachmann verpassen keinen Moment, darauf hinzuweisen, wie wenig Gegenprotest sonst so an der Wegstrecke von Pegida oder am Neumarkt steht. Das daraus generierte Bild, die üblichen 1.500 bis 2.000 Teilnehmer wären Dresden oder gar „das Volk“, ist heute mal kurz geplatzt.

Nun müssten die Dresdner mal selber ran, sich neben Gesprächsrunden, Debattenveranstaltungen und (gescheiterten) Gesprächsversuchen mit jenen, die nicht einmal ehrlich über ihre eigentlichen Frustrationen reden wollen, auch auf der Straße mit deutlichem Gegenprotest zu melden.

Einmal im Monat würde schon genügen, um das öffentliche Bild auch von Sachsen zu drehen. (M.F.)

 

+++ 19:25 Uhr: Ein vorläufigies Fazit +++

Im Vergleich zu vielen früheren Legida-Demonstrationen in Leipzig war das ein Tag in Dresden ohne allzu großen Nachrichtenwert. Festzuhalten bleibt, dass deutlich mehr Menschen gegen als für Pegida demonstriert haben. Weniger als 4.000 Personen sollen sich der Kundgebung angeschlossen haben, auf der es vor allem gegen den Islam, vereinzelt auch gegen Politiker zur Sache ging. Da waren frühere „Geburtstagspartys“ teils deutlich besser besucht. Zudem gab es keinen „Spaziergang“.

Laut Polizei verliefen alle Versammlungen „friedlich und störungsfrei“. Vor allem im Anschluss daran soll es jedoch zu diversen Straftaten gekommen sein, weshalb die Polizei nun unter anderem wegen Körperverletzung und Beleidigung ermittle. Zudem soll eine Pegida-Rede auf strafrechtliche Relevanz geprüft werden.

Wie es mit Pegida weitergeht, bleibt abzuwarten. Am übernächsten Montag soll bereits die nächste Demonstration stattfinden und für Dezember ist eine Weihnachtsveranstaltung angekündigt. In Dresden wird es wohl erstmal kein Ende geben.

+++ 15:55 Uhr: Tommy Robinson bei Pegida +++

Mittlerweile hat es auch der Brite Tommy Robinson auf die Pegida-Bühne geschafft. Er widmet sich selbstverständlich auch dem Islam als angeblicher Gefahr, der man Widerstand leisten müsse. Auch Merkel ist einmal mehr erklärtes Feindbild. Pegida sei so eine Art letzte Bastion des Widerstands. Robinson organisiert die Pegida-Bewegung in Großbritannien. Am Dienstag steht ihm dort eine Gerichtsverhandlung bevor, bei der ihm eine Freiheitsstrafe droht.

Wir haben derweil eine eigene Schätzung der Teilnehmerzahl beim Gegenprotest: Mindestens 13.000 Personen sind gegen Pegida auf der Straße.

+++ 15:27 Uhr: Viele tausend Menschen beim Gegenprotest +++

Laut der Forschungsgruppe „Durchgezählt“ beteiligen sich jeweils mehrere tausend Menschen an den Gegenprotesten. Auch Ministerpräsident Michael Kretschmer war hinter einem der Banner zu sehen und vor Ort. Bei einer Rede rief er zu Zivilcourage auf.

Ein Demonstrationszug Richtung Postplatz ua. mit Martin Dulig (SPD) hinterm Frontbanner

Videos: L-IZ.de

Bei Pegida ist in der Zwischenzeit weitere Prominenz aufgetaucht, unter anderem von der „Identitären Bewegung“ und der rassistischen Cottbusser Initiative „Zukunft Heimat“. Im Publikum soll demnächst eine Deutschlandfahne im Großformat zum Vorschein kommen.

+++ 14:45 Uhr: Die üblichen Verdächtigen reden +++

Die Pegida-Kundgebung hat mittlerweile begonnen, mit den üblichen Inhalten: Der erste Redner weist darauf hin, dass Moscheen „nicht nur gebaut, sondern auch abgerissen werden“ könnten. Es folgt ein kurzer Auftritt von Bachmann, der heute offenbar vor allem als Moderator und Übersetzer für Gäste aus dem Ausland auftreten möchte.

Sein „Vorbild in Sachen Islamkritik“ sei Michael Stürzenberger, der direkt als nächster Redner folgt. Er möchte die Mauern der Frauenkirche mit den Rufen der Pegida-Kritiker zum „Zittern“ bringen. Stolz erinnert er an eine Veranstaltung vor einigen Jahren mit dem selbstbewussten Titel „European Counter Jihad“.

Anschließend betreten Gäste aus Tschechien und Belgien die Bühne. Sie halten es klassisch und widmen sich ganz dem Ursprungsthema von Pegida: Islam. Dabei gibt es unter anderem die Behauptung zu hören, dass das „Kopftuch für die Frauen wie der Stern für die Juden“ sei.

Bei Pegida an der Frauenkirche am Neumarkt. Ein Pfeifkonzert, „Haut ab“-Rufe. Am 21.10. ist der Gegenprotest so laut, wie noch nie in Dresden

Video: L-IZ.de

Der Gegenprotest (eine von mehreren Demos) unter Beteiligung von MP Michael Kretschmer (CDU) auf dem Weg zum Postplatz

+++ 13:00 Uhr: Pegida feiert Geburtstag +++

Fast auf den Tag genau vor vier Jahren waren Lutz Bachmann und etwa 350 andere Personen zum ersten Mal im Rahmen einer Pegida-Demonstration auf der Straße. Sie protestierten gegen eine angebliche Islamisierung Deutschlands. Innerhalb weniger Monate entwickelte sich die überschaubare Menschenmenge zu einer Massenbewegung, die rund um den Jahreswechsel 2014/15 wöchentlich mehr als 10.000 Menschen mobilisierte.

Als Feinde wurden neben Muslimen schnell auch Journalisten („Lügenpresse“) und Politiker der etablierten Parteien („Volksverräter“) identifiziert. Man selbst vertrete angeblich die Mehrheitsmeinung in Deutschland („Wir sind das Volk“).

Pegida schaffte es in der Anfangszeit, enorme Aufmerksamkeit zu erregen. Personen aus der Führungsriege durften auf Pressekonferenzen und in Polittalkshows auftreten; es gab eine Kandidatur für die Oberbürgermeisterwahl in Dresden, man landete sogar auf der Titelseite der „Time“. Mittlerweile ist Pegida keine Massenbewegung mehr, sondern eine völkische Dauerveranstaltung mit überschaubarer Ausstrahlung, der sich immerhin regelmäßig noch mehr als 1.000 Personen anschließen. Angeblich möchte die Truppe rund um Bachmann bei der kommenden Landtagswahl antreten.

Nun steht zunächst der vierte Geburtstag an. Im Gegensatz zu den meisten Tagen mit wenig Protest ist diesmal mit mehreren tausend Gegendemonstranten zu rechnen. Aus Leipzig mobilisiert beispielsweise das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“. In Dresden gibt es am Sonntag mehrere Demonstrationen, die sich gegen 15 Uhr vereinen wollen. Sogar Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat sich dafür angekündigt. Zudem soll es Protest möglichst in Hör- und Sichtweite von Pegida geben. Deren Demonstration startet um 14 Uhr.

 

Legida/PegidaDemonstrationLiveticker
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Auch zur Oberbürgermeisterwahl meldet das Amt für Statistik und Wahlen eine hohe Beteiligung bei der Briefwahl
Stand der Briefwahlbeteiligung zur OBM-Wahl 2020. Grafik: Stadt Leipzig

Grafik: Stadt Leipzig

Für alle LeserEs klang so, als wären Leipzigs Statistiker überrascht gewesen, als sie am Freitag, 17. Januar, meldeten: Seit dem 6. Januar hat die Briefwahlstelle im Neuen Rathaus geöffnet und bietet die Möglichkeit, Briefwahl direkt vor Ort durchzuführen. Knapp zwei Wochen vor der Oberbürgermeisterwahl lässt sich bereits ein hohes Briefwahlaufkommen feststellen. Der Trend, dass immer mehr Wählerinnen und Wähler per Briefwahl wählen, setzt sich somit auch bei der diesjährigen Oberbürgermeisterwahl fort. Und das hat nicht unbedingt mit der Spannung zur OBM-Wahl zu tun.
Wolfram Günther lädt eine Delegation der Bauern schon mal ins Umweltministerium ein
Nicht allen sächsischen Kühen geht es so gut und sie kommen - wie diese hier - auch mal ins Grüne. Foto: Matthias Weidemann

Foto: Matthias Weidemann

Für alle LeserAm Freitag, 17. Februar, brachen auch sächsische Bauern mit ihren Traktoren zur Sternfahrt nach Berlin auf. Um sie zu verabschieden, hatte der sächsische Staatsministers für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft Wolfram Günther zwar keinen Termin mehr frei. Aber sein Grußwort verlas dafür Dr. Gerd Lippold, Staatssekretär im Sächsischen Staatsministerium für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft. Und das hat es in sich. Denn im Umgang der Staatsregierung mit den Bauern wird sich jetzt etwas ändern.
Umweltschutz ist nicht mit allen Leipziger OBM-Kandidat/-innen zu haben + Video
Wahlpodium des BUND Leipzig im Zeitgeschichtlichen Forum. Foto: BUND Leipzig

Foto: BUND Leipzig

Für alle LeserAm Donnerstag, 17. Januar, fand das Wahlpodium des BUND Leipzig mit den OBM-Kandidat/-innen im Zeitgenössischen Forum statt. Parallel veröffentlichte der BUND jetzt seine Wahlprüfsteine zur OBM-Wahl am 2. Februar. Die Wahlprüfsteine fragen die Positionen der Kandidat/-innen zu den Themen Stadtgrün, Mobilität, Gewässertourismus, Müllvermeidung, Klimaschutz und Flugverkehr ab.
Grüne: Leipzigs Wärmewende macht Weiterbetrieb von Lippendorf wohl schon 2023 obsolet
Braunkohle-Kraftwerk Lippendorf bei Böhlen. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserRecht seltsam fand die Grünen-Fraktion im Leipziger Stadtrat die Meldung, dass der nun zwischen Bund und Kohleländern vereinbarte Ausstiegspfad einen Betrieb des Kohlekraftwerks Lippendorf im Leipziger Südraum bis 2035 vorsieht. „Die Ankündigung, das Braunkohlekraftwerk am Rande Leipzigs bis 2035 am Netz zu lassen, vermittelt den Eindruck, als würden die Lippendorfer Schlote manchem die Sinne vernebeln“, erklärt die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Katharina Krefft.
Wenn die Vorurteile einer Zeitung gleich mal zu Suggestivfragen für ahnungslose Senioren werden
Leipzig, Silvester 2019. Connewitzer Kreuz. Foto: Jan Kaefer

Leipzig, Silvester 2019. Connewitzer Kreuz. Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserEs gibt längst genug kritische Artikel über Umfragen und ihre zuweilen manipulativen Wirkungen auf die Öffentlichkeit. Es gibt auch Kritik an den viel zu vielen Wahlumfragen, die oft gerade erst die Stimmung schaffen, die dann über Wählerpräferenzen entscheidet. Aber was die LVZ am Mittwoch, 15. Januar unter der Überschrift „Umfrage: Die meisten Leipziger haben Connewitz-Krawalle satt“ veröffentlichte, hat mit einer seriösen Umfrage nichts mehr zu tun.
Der vierte und letzte Band der großen Leipziger Stadtgeschichte zum Jubiläum der Ersterwähnung
Ulrich von Hehl (Hrsg.): Geschichte der Stadt Leipzig. Vom Ersten Weltkrieg bis zur Gegenwart. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserOb das 20. Jahrhundert tatsächlich DAS Zeitalter der Extreme war, als das es der britische Historiker Eric Hobsbawm in seinem 1994 erschienenen Buch „Age of Extremes. The short twentieth century 1914–1991“ bezeichnete, werden noch Generationen von Historikern diskutieren. Ulrich von Hehl jedenfalls, der die Einleitung in den nun vierten Band der Leipziger Stadtgeschichte schrieb, fand den Begriff sehr praktikabel. Auch für die Leipziger Geschichte. Und für diesen vierten Band.
Der Tag: Burkhard Jung liegt in einer Umfrage zur Oberbürgermeisterwahl klar vorn
Burkhard Jung (SPD). Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserOberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) darf sich freuen: Laut einer repräsentativen LVZ-Umfrage würde er aktuell 34 Prozent der Stimmen erhalten. Sein härtester Konkurrent Sebastian Gemkow (CDU) käme nur auf 20 Prozent. Nicht freuen durfte sich AfD-Kandidat Christoph Neumann. Er hatte Alexander Gauland zum Wahlkampf eingeladen, doch der stand im Stau. Die L-IZ fasst zusammen, was am Freitag, den 17. Januar 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Heiko & Roman Lochmann – „Willkommen Realität“
© Philipp Gladsome

© Philipp Gladsome

Als die Zwillingsbrüder Heiko und Roman Lochmann mit zwölf Jahren begannen, als »Die Lochis« im Kinderzimmer Videos zu drehen und diese auf YouTube hochzuladen, hätten sie sich niemals träumen lassen, dass sie einmal zu den erfolgreichsten deutschen Social-Media-Stars zählen würden. Die riesige Fan-Gemeinde der sympathischen Entertainer und Musiker geht inzwischen in die Millionen. Mit zwanzig Jahren haben sie sich nun entschieden, das Kapitel »Die Lochis« zu schließen, um sich künstlerisch weiterzuentwickeln.
Silvester in Connewitz: Anwalt beklagt rechtswidrige Untersuchungshaft
Polizeieinsatz am Connewitzer Kreuz in der Silvesternacht. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDrei Männer befinden sich aktuell in Untersuchungshaft, weil sie sich an den Ausschreitungen in der Silvesternacht in Connewitz beteiligt haben sollen. Der Rechtsanwalt eines Betroffenen bewertet die U-Haft für seinen Mandanten als rechtswidrig. Der zuständige Ermittlungsrichter sei befangen gewesen; es fehle zudem ein wichtiges Dokument. Außerdem beruhe der Tatverdacht lediglich auf den Aussagen zweier Polizisten – doch diese seien nicht besonders vertrauenswürdig.
Absage der Absage: OB-Wahlveranstaltung der AfD darf in städtischer Immobilie stattfinden
Christoph Neumann (AfD) kann seine OB-Wahlveranstaltung in der "Großen Eiche" durchführen. Eine Entscheidung, die nun auch für alle anderen OB-Wahl-Bewerber/-innen gilt. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDa gab es aber ein ordentliches Hin und Her seit dem gestrigen Donnerstag auf den heutigen Freitag, 17. Januar. Erst sprach das Dezernat Wirtschaft eine Kündigung gegenüber dem Vermieter des soziokulturellen Zentrums „Große Eiche“ wegen einer Wahlkampfveranstaltung mit Alexander Gauland (AfD) und Christoph Neumann (AfD) aus, woraufhin sich die AfD wehrte. Von einer möglichen Schadenersatzklagedrohung ist unter der Hand die Rede. Auch das Rechtsamt der Stadt Leipzig schaltete sich ein und am Ende stand eine durchaus wegweisende Entscheidung für derzeitige Wahlkämpfe.
Sachsen muss sich jetzt schon auf einen viel früheren Kohleausstieg vorbereiten
MIBRAG-Tagebau Peres im Kohlerevier Vereinigtes Schleenhain. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserDer Mann, der eigentlich den Fachkommentar zum am Donnerstag, 16. Januar, formulierten Kohleausstiegs-Zeitplan der Bundesregierung aus dem Sächsischen Landtag hätte liefern können, ist mittlerweile ja Staatsminister im Umweltministerium: Dr. Gerd Lippold, der Kohlespezialist der Grünen, der nun qua Amt Sachsens Ausstieg aus der Kohle managen muss. Doch am Donnerstag merkte auch die Linksfraktion den Pferdefuß in diesem teuren Peter-Altmeier-Kompromiss.
AfD-Wahlveranstaltung mit Alexander Gauland findet nicht mehr in der Großen Eiche statt + Update
Alexander Gauland (hier am 21.11.2017 im Bundestag) will am 17. Januar 2020 Christoph Naumann bei seiner OB-Kandidatur in Leipzig unterstützen. Foto: Bilderdienst des bundestag.de, Fotograf: Achim Melde

Foto: Bilderdienst des bundestag.de, Fotograf: Achim Melde

Für alle LeserAm Morgen warb die Leipziger AfD auf ihrer Facebook-Seite noch mit dem Konterfei von Alexander Gauland für eine Veranstaltung in der Großen Eiche in Böhlitz-Ehrenberg. Doch der Fraktionsvorsitzende der Rechtsaußen-Partei und sein Leipziger Parteifreund Christoph Neumann, der OBM-Kandidat der AfD, müssen sich woanders ein Plätzchen suchen, um über die „Wende für Leipzig“ zu philosophieren. Denn die „Große Eiche“ ist ein städtisches Gebäude.
Von Kohlekraftwerken, kirchlichen Kassenbüchern und Klimamodellen
Dicke Dampfschwaden über den Kühltürmen. Foto: Matthias Weidemann

Foto: Matthias Weidemann

Für alle LeserAngesichts der großspurigen Ankündigungen von Donald Trump und den politischen Weichenstellungen seiner Ministerien müsste man eigentlich meinen, dass die amerikanische Kohleindustrie gerade goldene Zeiten erlebt. Tut sie aber nicht. Denn immer mehr Kohlekraftwerke müssen schließen – und sie tun es in einem immer schnelleren Tempo.
Jetzt können die Leipziger zeigen, ob sie auch in selbst organisierten Veranstaltungen miteinander ins Gespräch kommen können
Die ersten Besucher zur Eröffnung des LeipzigZimmers am 16. Januar. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserOrigami-Kurs, Schreibwerkstätten und neues aus dem Naturkundemuseum: Die ersten Interessenten haben sich schon angemeldet für das LeipzigZimmer in der Stadtbibliothek Leipzig, das am Donnerstag, 16. Januar, offiziell eröffnet wurde. Es soll mehr sein als ein üblicher „Ort der Begegnung“. Eher sogar ein Experiment: Wie lässt sich das Miteinander der Leipziger Bürger wieder beleben in einer Zeit, in der scheinbar überall die Aggressionen zunehmen?
Über 5.000 Unterstützer fordern mehr Artenschutz im Leipziger Stadtgebiet
Trauriger und viel zu häufiger Anblick: Wie hier in Leipzig sind Baumfällungen in Sachsen an der Tagesordnung. Foto: Karsten Peterlein

Foto: Karsten Peterlein

Für alle LeserLeipziger Naturschutzverbände hatten im März 2019 unter dem Titel „Bauen und Natur erhalten! Artensterben stoppen! Wertvolle Grünflächen für LeipzigerInnen schützen!“ eine Petition gestartet, die auf der Plattform openPetition online gestellt wurde. Sie hat inzwischen mehr als 5.500 Unterstützer. Da die Petition das notwendige Quorum erreicht hat, wurde sie am 14. Januar 2020 beim Stadtrat eingereicht, meldet der NABU.